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Lange nichts von dir gehört …

Lange nichts von dir gehört … derzeit hüpfen SPAM-E-Mail mit dieser und ähnlichen Titeln umher wie die Sandflöhe. Dabei benutzen die Spammer offenbar einen alten Trick in neuem Gewand – aus gestohlenen E-Mail-Accounts werden die Adressbücher extrahiert, und dann scheibchenweise wieder an die Adressaten versandt, damit es nicht nach Massen-E-Mail aussieht. Dass dabei auch die Schutzrechte anderer verletzt werden, weil die Adressen ausgelesen werden können, ist den Spammern offenbar gleichgültig.

Wer so blöd ist, an die lauteren Absichten zu glauben, wird bald eines anderen belehrt: Die Links führen auf eine der Seiten, auf denen euch versprochen wird, täglich Beträge von 750 Euro und mehr zu verdienen.

Beim ersten Mal entdeckte keines der vorgeschalteten Spam-Filter den Betrug, heute jedoch wurden sie als SPAM registriert.

Microsoft und das Funktionsupdate

Ach, Microsoft – wie schön sind deine Nachrichten. Der Support für meine Version von Windows 10, so beschied man mich, liefe demnächst aus. Ich könne das aber vermeiden, indem ich auf die Version 1903 updaten würde. Microsoft sagt „Funktionsupdate“ dazu.

Der Download lief gestern (beim dritten Versuch) ungefähr vier Stunden. Zuvor hatte man mir bereits mitgeteilt, es sei ein Fehler aufgetreten, nämlich (0xc1900101). Der Versuch der Installation scheiterte aus unterschiedlichen Gründen und wurde einmal von mir, zwei Mal vom Updateprogramm abgebrochen. Dann braucht die ehrenwerte Software noch mehr als eine Viertelstunde, um die Veränderungen wieder zurückzunehmen.

Ach, Microsoft - könnten ihr bitte dafür sorgen, dass entweder immer alles funktioniert oder jedenfalls transparent wird, was ich wirklich tun muss, damit das Update funktioniert? Ich weiß, wo ich bei euch hinsehen muss, weiß, dass ich an etlichen Schaltern drehen kann, um den Fehler vielleicht zu beheben oder auch nicht. Aber das macht keine Freude, zumal bei „oder auch nicht“.

Und ehrlich – mit jedem Mal, an dem ich die Webseiten mit den uneindeutigen und verhakelten Erklärungen aufschlage, regt sich ein gewisser Hass. Klar kann ich Linux nehmen, und in der Tat versuche ich dies auf einem anderen Computer. Aber wo wir gerade bei „hakelig“ sind – dort ist alles noch wesentlich komplizierter.

Jemanden betören

Das Betören, früher auch „Bethören“ geschrieben, wurde schon in alten Zeiten mit der Liebe in Verbindung gebracht. Insbesondere „das Schöne“, „die schönen Weiber“, der Wein und „die böse Lust“ wurden bezichtigt, jemanden zu „betören“.

Im Wort steckt der Tor oder der Narr. Wenn jemand von einer Frau betört wird, kann er vernarrt in sie sein und er lässt sich von ihr zum Narren machen – er handelt also dann „töricht“.

Das Fremdwort „faszinieren“ kann den Sachverhalt nicht ganz wiederzugeben – eine Faszination muss nicht zwangsläufig töricht sein. Indessen kann jemand während einer Verführung durchaus betört werden.

Besser ist, das „Bezaubern“ wieder aufleben zu lassen, oder in der Abwandlung für Intellektuelle: das Becircen oder „Bezirzen“. Alle anderen angeblichen Synonyme beinhalten nicht den Zweck des Betörens: Den anderen so zu verwirren, dass es sich zum Narren machen lässt.
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Findelsatire – die britischen Hochtouren

Der Herr Javid, derzeit Finanzminister unter Herrn Johnson, der jetzt im UK Premierminister ist, sorgte bei mir für die aktuelle Findelsatire (Zitat):

Mit dem zusätzlichen Geld soll die größte öffentliche Kampagne aller Zeiten finanziert werden, um sicherzustellen, dass Einzelpersonen und Unternehmen für einen No-Deal-Brexit bereit seien.


Jede Dummbacke weiß, was alles nötig ist, um ein Haus zu planen und zu bauen. Ich persönlich weiß aus meiner langjährigen Erfahrung als IT-Organisator, wie viel Vorbereitungszeit ein umfassendes Projekt benötigt. Und die Herren Minister im Vereinigten Königreich glauben, nicht nur die Planung, sondern auch die Durchführung eines No-Deal-Brexits mit irgendwelchem „Hochdruck“ beschleunigen zu können.

Irland? Schottland? Die britische Wirtschaft? Alles kein Thema. Man muss nur sicherstellen, dass „alle bereit sind“. Fragt sich, was dann folgt: Bereit sein für was? Für Einschränkungen aller Art? Vielleicht für einen Niedergang der britischen Wirtschaft?

Gerade las ich, dass in Madagaskar ein Fahrzeug namens Karenjy gebaut wird – überwiegend in Handarbeit und (fast) ohne Bauteile aus dem Ausland. Dergleichen könnte man auch im Vereinigten Königreich bauen – in Handarbeit. Gut, ich sollte nicht zu satirisch werden. Immerhin hoffe ich persönlich noch, dass es im Parlament des Vereinigten Königreichs ein paar kluge Köpfe gibt, die wirklich wissen, was ein „No Deal“ bedeutet.

Oben und Unten

Wenn jemand ganz unten auf einer Skala der Misere steht, dann geht es ihm gut – wenn er oben steht, geht’s ihm mies.

Der Focus allerdings schreibt es so:
Ausriss FOCUS

Bremen zumindest steht dabei ganz unten auf der Bedürftigen-Skala.


Vorher wusste der Redakteur noch, wie sich eine Skala liest:

Das Armutsrisiko ist (in Bremen) … am höchsten. Erst dahinter folgen die ...


Der Titel ist übrigens tendenziös: „Bremen nach 74 Jahren SPD ruiniert.“.

Vielleicht sollten Focus-Redakteure mal etwas vorsichtiger mit ihrem Boulevard-Jargon sein, wenn sie (was im Artikel tatsächlich geschieht) die ARD angreifen, die eine andere Meinung über Bremens Zukunft vertrat.

Fahr mal hin und überzeugt euch ...

Wer noch nie in Bremen war, sollte hinfahren und sich von einer lebendigen Stadt überzeugen, in der freiheitliche Gedanken auch denen näher liegen, die grün, rot oder gar dunkelrot gewählt haben.
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