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Scharf links oder vielleicht doch eher mit Vernunft?

Der SPIEGEL-Kolumnist Thomas Fricke spielt die linke Karte aus:

(Die Wirtschaftsreformer) … haben in ihren Ländern mehr oder weniger eifrig gemacht, was die Päpste der Ökonomie so empfahlen: lästige Regeln am Arbeitsmarkt abzuschaffen, bedauernswerte Reichere von schlimmen Steuern zu entlasten, dafür Arbeitslosen Geld abzunehmen (um ihnen endlich mal Druck zu machen), vorlaute Gewerkschaften zu bremsen - und, das gehört zum Standard, Renten zu kürzen.


Das ist linkslastige Polemik, auch wenn daran das eine oder andere richtig sein mag. Tatsache ist jedenfalls dass es Deutschland (und damit den Deutschen) vor allem so gut geht, weil wir inzwischen sinnreiche Regeln haben. Sehen wir einmal von einigen Gewerkschaften ab, die immer noch glauben, sie könnten das ganze Volk für ihre Zwecke erpressen.

Bei manchen Maßnahmen sind wir möglicherweise zu weit gegangen – das kann sein. Aber zumindest gab es erst die Reformen, dann den Erfolg – und jetzt vielleicht eine notwendige Korrektur.

Sehen wir nach Frankreich, so sind gewisse Kreise des französischen Volkes dem Reformer Emmanuel Macron sofort in die Flanke gefahren. Wenn man jetzt diejenigen, die behaupten „das Volk“ zu sein, gewähren lässt, wird Frankreich einen jähen Abschwung erleiden – und dies nicht unbedingt „nur“ wirtschaftlich. Warum dich das schreibe? Weil dies ganz schlecht für unsere Heimat Europa wäre.

Interessanterweise lebt das Volk (nicht nur das Französische) von der Wirtschaft – wovon sonst? Und wenn die Wirtschaft den Bach heruntergeht, dann hat auch der sogenannte „kleine Mann“ weniger Geld auf dem Konto – oder er schreit dann nach dem Staat, der mangels Steuereinnahmen auch kein Geld hat. Solche Situationen sind wesentlich gefährlicher als die allgefällige Formel „die Reichen werden immer reicher.“

Ja, es kriselt hier und dort. Klar ist aber auch: Dahinter steht oft eine hausgemachte Hetzbewegung. Und vielleicht wäre der besser Weg, erst einmal die Hetzer sinnvoll zu bekämpfen, als Reformer anzugreifen.

Dating-Rat? Ich weiß, wer 20 gute Tipps hat

Einige meiner Leser werden wissen, dass ich vor Jahren noch als wegweisender Experte für das Online-Dating galt. Seither habe ich zu vielen Menschen auf den Schlips oder den Rockzipfel getreten, weil ich die Wahrheit gesagt habe. Romantiker(innen) und ander Menschen, die fern der Realität leben, mögen das nicht.

Ich habe nun auf „ze.tt“, einem Partner von „Zeit Online“ einen Text gelesen, der so wahrhaftig und authentisch ist, dass ich ihr erwähnen muss. Mehrere der 20 „Tipps“ würden sich separat zur Veröffentlichung eignen, und einen habe ich hier mal ausgewählt. Er bezieht sich darauf, dass viele Partnersuchende unter biologisch bedingten Gefühlsverwirrungen, aka „Verliebtheit“ leiden. (Zitatenquelle, bitte folgen)

Du bist aufs Heftigste verliebt, denkst an nichts anderes mehr und weißt genau, das und niemand anderes ist der Mensch, mit dem du dein Leben verbringen willst? Sorry, ich muss dich enttäuschen. Deine Gefühle für diese Person sagen einfach gar nichts darüber aus, wie gut ihr tatsächlich zusammenpasst oder wie es mit euch weitergehen wird.


Nun ist es wirklich nicht schlecht, aufs „Heftigste“ verliebt zu sein. Fast jeden trifft es mal, und viele erleben es in Serie. Wer damit leben kann, dass die Drogen, die der Körper dafür produziert, auch irgendwann mal wieder abgebaut werden, der soll es tun. Und nichts spricht dagegen, dass sich Verliebtheit in Liebe wandeln könnte. Ja, es ist keinesfalls ausgeschlossen, dass der Mensch, in den wie verliebt sind, auch zu uns passt. Aber: Verliebtheit ist kein Grund, dies vorauszusetzen.

Ihr solltet dem Link wirklich folgen, wenn ihr einen Partner sucht. Es lohnt sich. Der Artikel liest sich hübsch, ist dennoch sehr direkt und ist in allen Punkt so wahr, wie das Leben eben ist.

Die Kandidaten – Chuzpe, Farblosigkeit oder Populismus?

Lassen Sie mich vorausschicken: Mir ist bewusst, dass der/die nächste CDU-Vorsitzende nicht schon automatisch Kanzler(in) wird. Zudem ist unsicher, ob es in Zukunft überhaupt eine weitere CDU-geführte Regierung geben wird. Und dennoch: Die Weichen, die jetzt in der CDU gestellt werden, beeinflussen auch den Weg, den Deutschland nehmen wird.. Und darum geht es.

Mal abgesehen davon, dass Friedrich Merz sich erst einmal wieder in die Politik hineindenken muss und dies offenkundig noch nicht ganz geschafft hat – da kann noch kommen. Aber er ist ein Mann mit Chuzpe, Ideen, Tatkraft und dem festen Glauben an eine gute Zukunft für Deutschland. Und er steht für eine wirtschaftsorientierte CDU, was nicht unbedingt ein Nachteil ist. Ich ertrage gern, dass er moderat reich und bisweilen auf merkwürdige Art arrogant ist. Schade, dass er das Volk (noch nicht wieder) versteht. Aber das lässt sich nachbessern.

Annegret Kramp-Karrenbauer ist nach meiner Einschätzung so farb- und profillos, dass ich mir nicht vorstellten kann, wie die die CDU, die ja manche Probleme hat, auf einen neuen Kurs führen kann. Wobei nicht einmal klar ist, auf welchen Kurs. Trockene, ideenlose, verkrustete Christdemokratie? Wer braucht denn so was? Zudem hängt ihr der Spitzname „Die kleine Merkel“ an, was für viele bedeutet, dass sie einfach „weitermerkeln“ wird. Das allerdings sehe ich nicht so: Sie ist zwar ähnlich pragmatisch, was sie sicher auszeichnet, aber politisch nicht so konsequent wie Angela Merkel.

Beim Dritten im Bunde, Jens Spahn, frage ich mich, was er unter den Kandidaten überhaupt zu suchen hat. Vor allem stört mich die übermäßig zur Schau getragenen Selbstsicherheit, die auf mich wie eine Maske wirkt. Das erzeugt bei mir Zweifel, ob Rede und Gesinnung übereinstimmen. Nicht von ungefähr hat man ihm häufig „Populismus“ vorgeworfen – und das wäre ganz schlecht für eine exponierte Karriere in der CDU. Zudem lese ich verwirrend Botschaften über die „richtige“ und „falsche“ Art von Konservativismus.

Unthema Migration - besser, wir konzentrieren uns auf die Zukunft

Warum ich nicht auf „Migration“ eingehe? Weil das Thema dann keine Rolle mehr spielen wird, wenn sich die Politik (auch die CDU) endlich auf die Interessen des Volkes und unseres Landes konzentrieren würde. Und da heißt es: zukunftsträchtiges Wirtschaften, sinnvolle Innovationen, einträgliche Einkommen, Schutz vor „legalen“ Abzockern und trickreichen Raffzähnen. Und vor allen anderen Themen: der Wiederaufbau eines funktionierenden Bildungssystems. Doch da gibt es bereits Zoff: Dazu bräuchte man den Bund. Doch die Länder hocken wie die Glucken auf den ungleich bebrüteten Eiern ihrer jeweiligen Bildungspolitik. Und da machen alle mit, die glauben, die Weisheit gepachtet zu haben.

Warum ich keine Appelle an Frauen und Männer richte

In den letzten Wochen las ich ziemlich viele Sätze über Gewalt gegen Frauen, zum Beispiel den, „Wir alle müssen jetzt ein Zeichen setzen.“

Zeichensetzung, das wissen alle Schriftsteller, ist ein bisschen Auffassungssache. Und so lese ich etwas verwirrt weiter und frage mich, wie ich ein Zeichen setzen kann. Wirklich, ich hätte es getan.

Nachdem ich mich durch wörtliche Zitate und zitierte Zahlen gequält hatte, entdeckte ich einen der wenigen authentischen Sätze (1):

Und auch wir müssen mehr Verantwortung füreinander übernehmen. Wir müssen uns einmischen, wenn wir das Gefühl haben, es wird jemandem Unrecht getan. Wir müssen aufmerksam sein und auf Ungerechtigkeiten aufmerksam machen. Und ganz besonders müssen wir Hilfe leisten. Wir alle. Auch du.


So etwas nennt man einen Appell. Doch an wen richtete er sich, wenn „wir“ das alles tun müssen? Und wann und wo sollten wir etwas tun oder schreiben, was wirklich sinnvoll ist?

Klischees und Wahrheiten

An anderer Stelle konnte ich lesen (2):

Demnach gilt der Mann seit Jahrhunderten als machtloses Opfer seiner Triebe, weswegen den Frauen die Verantwortung für den sexuellen Kontakt aufgebürdet wird.


Ich habe daraufhin ein Interview mit der Autorin gelesen, das sehr aufschlussreich war. Diesen Satz würde ich jedem zum Bedenken geben (3):

Der Hauptteil der Vergewaltigungen findet allerdings nach wie vor in der eigenen Familie, im Freundeskreis oder bei Dates statt.


Sollte ich doch Zeichen setzen?

Welche Zeichen sollte ich also setzen? Ebenfalls an Menschen appellieren, mehr auf sich zu achten? Oder mehr Verantwortung für sich selbst zu übernehmen? Weder sich selbst noch andere zu gefährden?

Nun gut, ich könnte schreiben: „Männer sollten bitteschön ihre Triebe besser kontrollieren.“ Oder „Frauen sollen sich bitte schön nicht grundsätzlich als machtlose Opfer präsentieren.“

Und ich könnte dieses Zeichen setzen: „Frauen, die blöd angemacht werden, genötigt oder gar vergewaltigt werden, tragen nicht die Verantwortung für dieses Geschehen.“

Aber diese Sätze sind bereits in Tausenden ähnlicher Appelle enthalten. Und sie werden eben auch auf andere Situationen erweitert. Etwa, wenn mir hundertfach entgegendröhnt, „die Männer“ seien an „allem“ schuld, zum Beispiel, weil sie Schweine sind. Oder wenn ich auf fragwürdigen Beraterseiten lese: „Lass dir nicht einreden, dass du die Verantwortung dafür trägst, wenn du keinen Erfolg bei der Partnersuche hast.“

Dann denke ich: Selbstverständlich bis du, Frau, nicht Schuld, wenn du ein Opfer wirst. Aber nachdem das einmal geklärt ist – es bedeutet nicht, dass du niemals dafür verantwortlich bist, wenn dein Leben schief läuft.

Ich setze kein Zeichen, und das ist gut so

Und also setze ich mal kein Zeichen, sondern sage: Es wird Zeit, einmal von den Gegensätzen und Anfeindungen herunterzukommen. Eine Frau soll so denken, fühlen und handeln können, wie sie mag. Und ein Mann selbstverständlich auch. Das ist eigentlich alles. Klar, dass es dabei auch Konflikte gibt, und über die müssen wir sprechen.

(1) GoFeminin.
(2) Süddeutsche Zeitung.
(3) Süddeutsche, Interview mit Mithu Sanyal.

Microsoft und „keine Internetverbindung“

Ein Computer, vor allem aber ein Notebook, ist ohne Internet kaum mehr als eine Schreibmaschine. Und wenn’s wirklich passiert, dass sich das Internet abmeldet, dann ist der Verursacher nicht das Betriebssystem, sondern der bescheuerte User.

Da geht nun also der Ex-IT-Organisator der Sache auf den Grund, mal unter der Annahme, er wäre nicht der „DAU“, der dümmste anzunehmende User.

Es gab da doch eine Lösung? Leider eben nicht!

Aus Erfahrung weiß er, dass Microsoft eine zwar ziemlich unzugängliche und selten wirksame, aber dennoch erkennbare Maßnahme eingebaut hat: Einen Problemlösungsgenerator, speziell für solche Fälle, genannt „Netzwerkproblembehandlung“. Der ackert eine ganze Zeit und gibt am Ende dann nach vielen Versuchen die sattsam bekannte Meldung aus, dass die Probleme leider nicht behoben werden können. Die typisch arrogante Kommunikation, mit der Softwarefirmen (nicht nur Microsoft) ihre Kunden gerne abfertigen. Das Angebot, die Sache doch bitte an Microsoft zu melden (ein Klick, klar) scheitert daran, kein Internet zu haben. Ach, nee …

Meistens hilft, den Computer mehrfach hinunter- und wieder hinaufzufahren, wozu der alte Chefprogrammierer der damaligen Zett gesagt hätte: „Oh, da hat sich wohl ein Bit verhakt.“

Das Internet - keine brauchbaren hinweise - viel Schrott auch vom "Fachmann"

Ich habe dankenswerterweise Weise gar nicht erst mit meinen anderen Kisten ins Internet geguckt, um den Fehler zu beheben. Da schreibt Unisono einer vom andern den üblichen Stuss ab: „Du hast wohl deinen Router falsch konfiguriert“, an dem liegt es unter Garantie. Da fehlt auch nie der Hinweis, den „Proxyserver zu überprüfen“ und zum Schluss die Super-Alternative: „Ach, nehmt dich mal euer Anti-Viren-Programm heraus.“ Tja, das war wohl nix, Freude – wie denn überhaupt 90 Prozent aller Tipps aus dem Internet, gemittelt aus den Antworten von Foren und Fachzeitschriften, ziemlich aus der Luft gegriffen sind.

Natürlich kein Router-Problem

Bliebe ein anderes Konnektor, um die WLAN-Verbindung herzustellen: Funktioniert auch nicht. Und bevor ihr fragt: WLAN am Router funktionierte glorios. Ein testweise eingesetzter Mikro-Router brachte ohnehin auch keine anderen Ergebnisse.

Was letztlich half - aber als äußerst unvorsichtig gilt

Den Angsthasen wird komisch vorkommen, was ich dann tat (und ich kann es euch auch nicht empfehlen): Wenn bei bei meinem zweiten Standbein, einem Linux-System, mal gar nicht mehr geht, dann schalte ich den Computer „heiß aus“ – also bei laufendem Betriebssystem. Das kann schief gehen, deshalb die Warnung. Wenn man's tut, droht Datenverlust.

Zurück zu meinem Notebook. Da ist immer die Frage, ob es sich wirklich „heiß“ ausschalten lässt, weil keiner weiß, ob es nicht doch noch Reste des Systems mit Strom versorgt werden, wenn der Druckschalter auf „Aus“ steht. Also: Lange drücken, der Computer schaltet sich aus. Beim Wiedereinschalten motzt er – soll Windows wirklich auf normale Art gestartet werden? Erfahrungsgemäß versucht man so etwas am besten erst einmal mit „Normal“. Die Kiste eiert irgendwie herum, kommt dann aber wieder und zeigt dann tatsächlich eine Internetverbindung an. Bloß: Als ich das erste Programm (Norton) aufrufe, bekomme ich einen schwarzen Bildschirm – und der bleibt.

Jetzt reicht „kurz drücken“. Windows meldet mir noch mal, dass ein Problem vorliegt, und ich sag wieder, es soll mal ganz hübsch normal hochfahren. Außerdem habe ich jetzt mal das Netzkabel angeschlossen – könnte ja sein, dass alles wieder etwas länger dauert.

Uff ... es geht wieder

Am Ende: Ein Ping per Betriebssystem beweist: Alles läuft tadellos, Firefox geht auch, macht gleich mal ein Update – Norton mehrere.

Fragen Sie mich doch gar nicht erst, wieso … nur eines wird mir klar: Wäre ich ein Angsthase, hätte ich bei meinem ansonsten freundlichen Computerreparateur viel Geld für die „Beseitigung des Fehlers“ zahlen müssen, für den ich keinerlei Verantwortung trug. Doch das interessiert Softwarefirmen ohnehin nicht.