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Rehe auf Fanø

Reh auf der Insel Fanø, Dänemark
Haben ihr schon einmal ein wild lebendes Reh aus nächster Nähe gesehen? Ein Ferienhausvermieter will es wissen (Zitat):

Sie kommen gar nicht darum herum, Rehe zu sehen, wenn Sie auf Fanø in einem Ferienhaus wohnen.


Und genau so ist es.

Fledermausalarm

Was fliegt denn da?
Ein Treppenhaus, die Nacht und ein paar sichtlich konfuse Fledermäuse – sie hielten Mensch und Hund die halbe Nacht wach.

An sich sind die Tiere völlig harmlos, und sie verschwinden im Schein der ersten Dämmerung sofort wieder durch die offenen Fenster.

Geisterhafte Erscheinung,als die Fledermaus dicht an der Kamera vorbei fliegt.
Aber zuvor haben sie eben randaliert. Und waren (natürlich) viel zu schnell für scharfe Bilder von der Infrarot-Kamera.

Eliten als soziales Problem?

Das Merkwürdige an der Berichterstattung über „Eliten“ ist, dass die schwammigsten aller Begriffe gerade gut genug sind. „Eliten“ sind, wie ich gerade las, Menschen, die bestimmten Einkommensgruppen angehören. Und weiter, so lese ich es, versuche man, durch „Gleichheit“ oder jedenfalls Ähnlichkeiten weitere „Eliten“ zu bilden, indem man einander heiratet.

Sind dies Eliten? Ansatzweise verwendet ein Redakteur der „Frankfurter Rundschau“ einen anderen Begriff: Akademiker(innen).

Dazu zitiere ich mal:

Frauen gehen häufiger an die Universitäten als vor 50 Jahren und lernen dort Männer kennen, die später häufig gut verdienen werden.


Die Mär, dass alle männlichen Akademiker einmal gut verdienen werden, höre ich wohl. Ich weiß aber auch, dass Akademikerinnen immer mehr Probleme haben, „in den gleichen Kreisen“ zu heiraten, weil der Wunsch nach männlichen Akademikern mit einem noch höheren Bildungsgrad häufig vorhanden – und nahezu unerfüllbar – ist.

Und ach, ja, da war noch etwas: PARSHIP und ElitePartner werden als Haupt-Quellen (neben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) genannt. Die Diskrepanz: Wer sich bereits an der Uni kennenlernt, wie der Redakteur zuvor erwähnte, wird kaum später auf PARSHIP oder ElitePartner suchen.

Klar ist: In Wahrheit ist der Geldadel gemeint, oder besser gesagt, das Wohlstandsbürgertum. Fragt sich, wer darin die die „Eliten“ sieht - etwa die Partneragenturen?

Die Tatsache, dass Geld zu Geld kommt, bedeutet leider auch, dass Einseitigkeit zu Einseitigkeit kommt. Und indem wir das tun, züchten wir eine Gesellschaft, in der sich die Bildungsstände und Einkommensgruppen nicht mehr genügend abmischen. Das hat soziale und emotionale Folgen, möglicherweise aber auch böse intellektuelle Folgen, denn bisher war es guter Brauch, dass sich „praktisch“ veranlagte Menschen mit solchen paarten, die eher theoretischen oder künstlerischen Absichten folgten.

Eine Bemerkung am Rande: Mich amüsiert, dass die Paarungen bei Online-Dating-Agenturen so sehr vom Einkommen abhängen. Waren das nicht diese hochwissenschaftlichen psychologischen Persönlichkeitstests, die angeblich so große Bedeutung hatten?

(1) Eliten, Ehen, soziale Probleme in der FR.

Passionsblumen Ende August

Passiflora - Blüten, Knospen
Nahezu 70 Knospen warten noch darauf, aufzugehen. Bei mir überranken die schönen roten Passiflora mittlerweile alles, und auch die anderen weißen, blauen und violetten Passionsblumen haben zum September hin noch Knospen angesetzt. Heute gingen drei in Augenhöhe auf.

Detail - satte Farben in der August-Sonne

Sind Blogger Narzissten?

Kürzlich wurde eine Diskussion angepfiffen, die mich sehr befremdet: Blogger, so hieß es, seien alle Narzissten. Warum? Weil Blogger angeblich ausschließlich über sich selbst schreiben. Weil sie sich sehr ernst nehmen. Oder weil sie ihr eigenes Leben goldrichtig finden, währen es andere anzweifeln.

Mit Sigmund Freud imponieren? Vergesst es!

In letzter Zeit ist es Mode geworden, mit pseudowissenschaftlichen Begriffen zu verschleiern. Und dafür ist „Narzissmus“ bestens geeignet. Er soll zeigen, dass man schon mal von einem gewissen Herrn Freud, Sigmund, gehört hat – und das allein sieht schwarz auf weiß schon imponierend aus.

In Wirklichkeit ist alles Wischiwaschi. Wer überleben will, braucht die Selbstliebe wie auch die Liebe anderer, und er sollte zumindest bereit sein, Überschüsse an Liebe anzusammeln, um sie mit anderen zu teilen.

Was Blogger sind

Blogger allerdings sind Journalisten, die Meinungsmagazine betreiben oder Schriftsteller, die keine Romane, sondern Episoden veröffentlichen wollen. Das ist alles völlig in Ordnung.

Ich zitiere dazu mal sinngemäß udn gekürzt, was eine Bloggerin (1) schreibt:

Unsere Blogs sind kostbare und wertvolle Lebensräume. Warum wir bloggen? Weil wir es für richtig halten, zu bloggen, gleich. Ob wir dozieren oder unsere intimen Gedanken freilegen. Ich bin auch überzeugt, dass sie sich niemals entschuldigen sollten, aus welchem Grund auch immer. Entschuldigt euch nicht dafür, etwas gesagt zu haben, was euerer Meinung nach gesagt werden musste.


Niemandem "nach dem Munde reden" - die Freiheit nutzen

Als es in den Gazetten des später 19. Jahrhunderts noch Fortsetzungsromane gab, beeinflussten die Leserinnen und Leser die Autorinnen und Autoren oft durch Kritik und Anregungen, wie sich die Geschichten entwickeln sollten. Den Schreibern jener Zeit konnte es gleichgültig sein: Sie schrieben Ihre Romane oftmals ohnehin mit offenem Ende und gaben die nächste Folge erst kurz vor Redaktionsschluss ab.

Was daraus wurde, war ein elendiglicher, moralisierender Kitsch.

Wer könnte das heute noch wollen?

Blogger sind die letzten völlig unabhängigen Journalisten und Schriftsteller. Sie sollen sagen, was sie erleben und meinen – mit einer kleinen Einschränkung: Das eigene Leben soll dadurch nicht verkitscht, romantisiert oder eingetrübt werden.

(1) Nach Floss, aus dem Englischen, gekürzt.