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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Partnersuche: kein Problem der Frauen und keines der Männer, sondern ...

Die Zeiten, in denen mehr oder minder radikalisierte Frauen und (leider) auch Männer einander beschuldigten, „an der Beziehungsmisere“ schuldig zu sein, sollte endgültig der Vergangenheit angehören.

Glaubt niemandem, folgt niemandem, stellt alles "Weisheiten" In Frage

Das Erste, was ich euch rate: Glaubt niemandem, der euch erklärt, warum „die Verhältnisse“ so sind. Mal Klartext: Die Verhältnisse „sind nicht so“, sondern ihr macht sie so. Dabei sind es keinesfalls nur Aktivsten/Aktivistinnen, wichtigtuerische Sozialwissenschaftler(innen), oder „soziale Medien“, sondern eben auch ihr – jede und jeder von euch.

Die „Figuren“, mit denen ihr euch trefft, sind in erster Linie Menschen mit eigenen Vorstellungen – so, wie ihr auch eigene Vorstellungen habt. Die größte Unwahrscheinlichkeit ist, dass ihr feststellt, „genau zueinander zu passen“. Das ist ein Dummspruch aus der Küchenpsychologie. Er paart sich oft mit einem zweiten Unsinn: „Auf gar keinen Fall Kompromisse einzugehen.“

Bedürfnisse zählen - aber manche Wünsche sind verhandelbar

Manchmal wird behauptet, dass ihr (vor allem Frauen) nicht auf eure Bedürfnisse achtet, sondern versucht, die Bedürfnisse der Partner(innen) zu erfüllen. Das ist allerdings nur dann ein Problem, wenn ihr das ständig versucht. Wer selbstbewusst Kompromisse eingeht, weiß, wo und wann dies möglich ist. Und er oder sie weiß auch, dass unser Leben aus Geben und Nehmen besteht. Man nennt das auch „Verhandlungen“.

Ungleichheiten wahrzunehmen gehört zum Menschsein

Die andere Person in seiner Ungleichheit wahrzunehmen, gehört zum Standardrepertoire des Menschseins. Psychologisch gesehen klingt das dann wie in diesem Zitat:

Beziehungskompetenz beginnt lange vor der Sexualität, sie beginnt mit unserer Art, einander wahrzunehmen, neugierig auf einander zu sein, einander anzusehen. Sehe und spüre ich in meinem Gegenüber einen Menschen mit eigenen Sehnsüchten, Wünschen, Bedürfnisse oder vor allem die Möglichkeit, eigene Bedürfnisse zu erfüllen?

Nur wenige Personen sind wirklich ungeeignet

Sicher gibt es Personen, die aufgrund ihrer bisherigen Lebensgeschichte für Beziehungen denkbar ungeeignet sind. Aber die Mehrheit der Singles, Geschiedenen und sogar der mehrfach Geschiedenen ist im Prinzip geeignet für eine Beziehung. Wenn wir des im Auge behalten, haben wir tatsächlich mehr Chancen, einen Menschen zu finden, mit dem wir leben können.

Ich kann nur empfehlen, den gesamten Artikel im Blog von Nicole Stiller zu lesen, aus dem auch das Zitat stammt.

Keine Beziehung – nur Sex und Lust?

Leidenschaft und pure Lust
Die Ausgangslage für Personen, die einen Partner suchen, ist nicht immer gleich: Manche Wollen eine Beziehung, andere wünschen sich vor allem Sex und manche auch einfach eine innige Freundschaft.

So weit, so gut. Allerdings gehen die meisten „partnersuchenden Singles“ davon aus, dass der jeweils andere eine „echte“ Beziehung sucht.

Halten wir den Text mal an.

Nicht jede(r) Partnersuchende will eine konservative Beziehung

Wenn jetzt jemand sagt „das ist doch selbstverständlich!“, dann vertritt er oder sie genau die Betrachtungsweise, die zu den üblichen „hohen Erwartungen“ im Rahmen eines konservativen Menschenbilds passt.

Machen wir es kurz: „Sex ja – Beziehung nein“ ist die Formel für die „Vielbeschäftigten“ – Frauen wie Männer. Sie haben „keine Zeit“ für eine wirkliche Beziehung oder sind entnervt vom Alltag. Wenn sie ihren Partner oder ihre Partnerin wiedertreffen wollen, dann bitte nur, um die „schönen Seiten“ des Lebens zu teilen.

Warum eine Beziehung auch Verluste bringen kann

Diese Menschen fürchten vor allem mögliche Verluste durch Beziehungen. Sie haben erfahren, dass sowohl ihre Berufstätigkeit wie auch ihre Freiheit eingeschränkt wird.

Gehen wir mal zurück zur Frage: Wie war die Ausgangslage? Naive Partnersuchende suchen nach dem „großen Glück“, das ihnen „zusteht“. Das heißt: Sie wollen ihre eigenen Träume verwirklichen, der nach ihrer Vorstellung in die Wirklichkeit eingehen sollen. Sie vergessen, dass auch die jeweils andere Person Träume hat und sie deshalb Kompromisse eingehen müssen.

Das ist die bittere Wahrheit für alle Träumer(innen) und Romantiker(innen), aber es ist eine Tatsache für die meisten erfolgreichen Partnersuchenden.

Bild: Extrakt aus einer Zeitungsanzeige (Seifenwerbung) - woodbury facial soap (ca. 1940)

Das „Näheverhalten“, die Wissenschaft und das richtige Leben

Nähe ... ein Zauberwort für die Liebe
Schon mal über dein „Näheverhalten“ nachgedacht? Oder dein „Distanzverhalten“? Oder irgendetwas, was „dazwischen“ liegt?

Na, dann lies mal mit (1) und staune ...

Frage (Zeitschrift, Zitat): „Warum reagieren Menschen beim Dating so unterschiedlich?“

Antwort (ebenfalls Zitat: „Ganz einfach: Es gibt individuelle Bindungsstile, die unser Näheverhalten prägen.“

So jedenfalls eine „Expertin“.

Andernorts las ich (2):

„Nähe lässt sich nicht nur als subjektives Erleben, sondern auch objektiv als physische Nähe auffassen.“

Erstaunlich, dass es auch eine objektive Sichtweise von „Nähe“ gibt, nicht wahr?

Das Thema lässt sich übrigens beliebig verkomplizieren, wenn man es aus sozialwissenschaftlicher oder psychologischer Sicht angeht.

Für alle andren: Menschen reagieren so unterschiedlich, weil sie vermutlich unterschiedlich sind – was wieder daran liegt, dass sie unterschiedliche Erfahrungen gesammelt haben.

Ach so? Ja, natürlich, was denn sonst?

Noch ein Tipp? Alles mit Humor lesen und misstrauisch bleiben - das hilft.

Quellen:

(1) Näheverhalten (eigentlich: Bindungstypen).

(2) Wissenschaftlicher Artikel mit Hinweis auf die Realität, PDF.

Bild: Konstantin Somow, 1910

Kann die Psychologie Persönlichkeiten ausreichend beschreiben?

Ich las gerade folgendes Zitat als Einleitung zu einem wissenschaftlichen Artikel:

Unsere Persönlichkeit ist nicht komplett festgelegt. Forschende gehen davon aus, dass wir uns ein Leben lang verändern können, auch wenn einige Eigenschaften ziemlich stabil sind. Um Persönlichkeit wissenschaftlich zu erfassen, hat sich in der Psychologie das sogenannte Big-Five-Modell etabliert. Es beschreibt fünf grundlegende Persönlichkeitsmerkmale.
Das ist richtig – „in der Psychologie“ hat sich dies Modell tatsächlich etabliert. Von den Spuren, die im ersten Drittel des 20 Jahrhunderts zu finden sind bis zum Jahr 1981, als sich der Begriff durchsetzte, wurde er nach und nach zum Standard der Persönlichkeitsforschung.

Kann "Persönlichkeit" durch die "Big-Five" beschrieben werden?

Die andere Frage wäre: Kann eine Person durch die fünf Persönlichkeitsmerkmale ausreichend beschrieben werden?

Wenn wir mal grob 45 Jahre zurückblicken, dann gibt es kaum noch Gemeinsamkeiten in der Art, wie wir (Nicht-Psychologen) „Personen beurteilen“. Wir haben uns beispielsweise damit abgefunden, dass wir uns mit Alter und Umgebung, Berufsfeld und Beziehungen verändern. Ja, wir haben sogar erkennen müssen, dass wir im Alltag eher bestimmten Rollen folgen als einem „inneren Selbstverständnis“.

Psychologen benötigen Modelle zum Vergleich - aber was sind sie wert?

Ich bin der Überzeugung, dass Psychologen solche Meilensteine benötigen, um Vergleiche zu ziehen. Aber andererseits bin ich ganz sicher, dass die sogenannten „Big Five“ völlig unzuverlässig sind, wenn es um eine zutreffende Beschreibung der Persönlichkeiten im Alltag geht. Das trifft insbesondere auf die Partnersuche und Partnerwahl zu.

Oder mit anderen Worten: Die „Big Five“ sind ein theoretisches Modell der Persönlichkeit. Ob sie der Praxis (beispielsweise im Umgang miteinander) standhalten, wir hingegen oft bezweifelt. Zudem ist zu fragwürdig, ob die Möglichkeiten der Psychologie wirklich ausreichen, um die Prozesse zu beschreiben, unter denen sich die Persönlichkeit prägt und weiterentwickelt.

Zitat aus: "QUARKS" -Der Artikel behandelt auch Veränderungen der Persönlichkeit.

Weiterentwicklung des Modells aus psychologischer Sicht (anspruchsvoll)


Kritik (englisch) Das Modell der fremden Person.

Anmerkung: Dieser Artikel wendet sich gegen den übermäßigen Gebrauch der "Big Five" zur Beurteilung von Menschen, nicht gegen die Darstellung in QUARKS.

Wie wir Musik hören – ist MP3 eine Gefahr für die Jugend?

Musik konnte man vor 50 Jahren über ein Radio, eine Schallplatte oder eine Magnetbandaufnahme hören. Manchmal hörten wir sie ganz ohne „Medium“ – in Freiluftkonzerten, die jeweils im Sommer veranstaltet wurden, in Stadien und Mehrzweckhallen und gelegentlich natürlich auch in traditionellen Konzertsälen.

Sehr unterschiedliche Qualitäten, egal, aus welcher Quelle die Musik kam

Wer dies getan hat, weiß recht gut, wie unterschiedlich die Qualität der Klänge war. Ein Radio? Da brauchte man eine gute Antenne, vielleicht sogar einen Antennenrotor. Das Ergebnis war aber nicht das, was sich der „ernsthafte Musikfreund“ wünschte. Auch der Hinweis, dass der UKW-Rundfunk (FM) ja den ganze Frequenzbereich des Gehörs umfasste, wurde mild lächelnd abgetan.

Waren die Musik-Freaks von damals mit anderen Tonquellen zufriedener?

Ein Tonband oder eine Kassette? Spitzenqualität? Ja, im Studio- und bei Geräten, die im halbprofessionellen Bereich eingesetzt wurden. Schließlich war einige Jahrzehnte lang jede Schallplatte vorher ein Tonband – stark vereinfacht und sehr salopp gesagt. Nach der Aufnahme wurde dann die Version hergestellt, die später eine Schallplatte oder eine CD wurde.

Die Schallplatte und Hi-Fi - idealer Klang?

Womit wir zunächst bei den Schallplatten wären. Sie galten bei jeder Hi-Fi-Vorführung als Krönung der Musikwiedergabe. Die Musikliebhaber glaubten, feinste Töne aus ihnen heraushören zu können. Selbst wenn sie es konnten: Schallplatten rauschen gelegentlich, knistern leider oftmals, und sie altern durch Abnutzung. Von „Abtastfehlern“ war viel die Rede, und diejenigen, die davon sprachen, behaupteten, es gäbe Geräte, die fast ohne solche Fehler arbeiteten. Um mal etwas sinnvollen Zynismus zu verwenden: Nur eine Schallplatte, die niemals oder nur einmal abgespielt wurde, war absolut frei davon, den „taufrischen“ Klang wiederzugeben. Ich will nicht behaupten, dass es keine Mittel gegen die Abnutzung gab – etwas Abtast-Systeme, die sensibler mit der empfindlichen „Rille“ umgingen. Und dennoch muss dieser dazu gesagt werden: Die meisten Musikkenner hören keine „Schallplatten“, sondern die Musik, die in die Rillen eingepresst wurde, auch wenn die Wiedergabe gewisse Mängel hat.

Die Mythen rund um die Schallplatte

Über den Tonträger „Schallplatte“ könnte man noch mehr sagen – er ist von Mythen durchdrungen. Dazu gehört nicht nur die Botschaft, dass sie „weicher klingen“, sondern auch allerlei andere Behauptungen. Beispielsweise die Überzeugung, dass alleine Schallplatten „den natürlichen, analogen Ton“ wiedergeben.

Gute Schallplatte - Gute CD - Gefahr durch MP3?

Von der Schallplatte ging es zur CD – und über verschiedene Techniken dann zu so etwas wie „MP3“ oder andere Formate. Soweit der Stand heute.

Seit einigen Jahren wird ein Streit angefacht: Verlieren die jungen Leute, die Generation „Z“ oder wer auch immer, den Zugang zur Musik, weil sie „MP3“ hören.

Ein Einwand gegen viele „naturwissenschaftliche“ Erklärungen: Musik, die vom Gehirn „genau abgetastet“ führt immer zu mehr Anstrengung. Oder mal mit anderen Worten: Free Jazz zu hören ist anstrengender als Dixieland. Die wesentliche Rolle beim Hören, vor allem aber beim „Erkennen“ der Strukturen von Klängen, spielt immer die Musik selbst – nicht die Wiedergabe.

Jeder hört anders

Und zuletzt noch diese: Jeder von uns hört anders. Viele Menschen, die noch „das alte Dampfradio“ in Luxusausführung kannten, bevorzugen bis heute einen weichen „Sound“ und glauben, dass genau dieser Klang ideal ist. Sollten sie jemals in einen Konzertsaal gehen, denn würden sie sich wundern, wie „scharf“ dort die Streicher klingen.

Quellen:

Kritisch über MP3: Deutschlandfunk, Die Welt .

Empfohlen: Wissensblog (ausführlich und objektiv).