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HARTZ IV – wer etwas anderes will, soll Ross und Reiter nennen

Jetzt fängt das Herumeiern schon wieder an: „Wir haben kein Konzept, aber wir machen erst einmal Versprechungen.“ Gemeint ist HARTZ IV, das deutsche Erfolgsrezept für eine prosperierende Wirtschaft, das der SPD mittlerweile allerdings wie ein Klotz am Bein hängt.

Nun ist es ja wirklich nicht so, dass HARTZ IV ideal ist, und es gibt sinnvolle Meinungen von Menschen dazu, die daran etwas ändern wollen.

Das Problem ist nur: Niemand wagt sich aus den Kaninchenlöchern heraus, den jeder, der es tun würde, müsste die Jäger fürchten. Und das zunächst einmal zu Recht. Denn die Alternativen sind so gut wie unerprobt, und hinter ihnen steht noch keine überprüfbare Finanzierung.

Und deshalb dürfen wir, die Bürger, dies von den Politikern erwarten: Erst denken, dann rechnen und schließlich die Klappe aufmachen. Alles andere ist unseriös. Und dieser Vorwurf geht wirklich nicht nur an die SPD, die um ihre letzten verbliebenen Wähler kämpft.

Ich bin mir nicht sicher, ob jemals seriöse Rechnungen für „Grundeinkommen“ und dergleichen vorgelegt wurden – und ich bezweifle auch, dass sie jemals vorgelegt werden.

Oh, Politiker: Ihr könnt mich noch überraschen, nicht wahr?

Die CDU in ultrakonservativ - Werteunion

Ich bin immer kurz vor dem geistigen Erbrechen, wenn Menschen über „echte Werte“ sprechen. Werte sind im Grunde immer etwas wert – nur könnte es eben sein, dass Werte dem einen etwas anderes wert sind als dem anderen.

Und da sind sie nun, die „echten Werte“. Sie seien „seit Generationen erprobt“ sagt die Werteunion, eine Art ultrakonservativer Flügel der CDU, der sich selbst – wie könnte es anders sein –als „Wertkonservativ“ bezeichnet.

Rechnen wir mal: Wenn jemand heute in den “Besten Jahren“, also vielleicht 45 ist, dann wurde er 1973 geboren, seine Eltern also gegen 1940 (ich vereinfache das mal), seine Großeltern gegen 1910 und seine Urgroßeltern gegen 1880. Nun sammeln wir mal die Werte von 1900 bis zur Geburt unseres Protagonisten ein. Man muss kein Historiker sein, um zu erfahren, dass die „Werte“ eben KEINEN Bestand hatten. Und dies völlig zu Recht.

Doch stattdessen lesen wir:

Echte Werte finden wir in den Traditionen unserer Heimat wieder: der biblischen Offenbarung; dem Humanismus und der Aufklärung; der Kulturnation Deutschland mit ihrer Philosophie, ihrer Dichtung, ihrer Kunst und ihrem Brauchtum. Das heißt für uns: Ein Wertefundament, das christlich, freiheitlich und patriotisch ist!


Also mal von Anfang an: Die Bibel entstammt dem Orient (auch die Offenbarung) den Humanismus und die Aufklärung nehmen viele für sich in Anspruch – und sie sie hat mit konservativem Denken mithin wenig zu tun. Ohne Zweifel ist Deutschland eine Kulturnation, die allerdings überall Anleihen gemacht hat, um so bedeutend zu werden, wie sie zweifellos ist. Und wer überhaupt das Wort „Kultur“ ind den Mund nimmt, ist durchaus aufgefordert, seine Ansichten zu präzisieren. Erst dann würde klar, welche Auffassung hinter den Schlagworten steht.

Wenn es darum geht, Tacheles zu reden, werden die Damen und Herren vom rechten Flügel der CDU natürlich deutlicher. Da fällt dann plötzlich das Wort „Frühsexualisierung“, die Abtreibungsgegnerschaft wird deutlich manifestiert, und eine Ehe besteht aus „Mann und Frau“, die eine Familie als Keimzelle bilden.

Das alles kann man natürlich meinen und glauben – Gedanken sind frei. Nur – und da liegt die Krux – greifen diese Konzepte die Werte Andersdenkender an. Und falls sie wirklich umgesetzt würden, wären wir wieder auf dem Strand, der unterschwellig auf der Webseite der Werteunion durchscheint: bei Konrad Adenauer, Ludwig Erhard und Franz-Joseph Strauß. Allein dies halte ich für einen Affront gegen eine „evolutionäre Entwicklung“.


Zitat: Werte Union

Frau Nahles begreift gar nichts – Herr Seehofer auch nicht

Das Volk will eine verlässliche, handlungsfähige Regierung. Mir scheint, Frau Nahles hat dies immer noch nicht begriffen. Und Herr Seehofer auch nicht. Ob es die Kanzlerin begriffen hat? Es darf bezweifelt werden.

Im Grunde haben es auch die anderen Parteien nicht verstanden (auch die AfD nicht). Alle sehen nur ihre Vorteile oder Nachteile, Prozente und mögliche Mandate.

Heißt: Alle denken nur an sich oder ihre Partei. Das kann so nicht weitergehen.

Ein Ehrentitel

Sie müssen das Urteil tragen wie einen Ehrentitel in einem Kampf für ein besseres Gesetz.


Sagte die Richterschaft der angeklagten Ärztin Kristina Hänel, die auf ihrer Webseite Informationen über den Schwangerschaftsabbruch verbreitet hatte.

Der „Ehrentitel“ kommt dadurch zustande, dass dieses Gesetz ein vollständiger Unfug ist – jedenfalls, soweit es Ärzte betrifft.

Etwa zeitgleich hat der Papst von Rom sich zum Schwangerschaftsabbruch geäußert und verglich diese Maßnahme mit einem „Auftragsmord“.

Fragt sich doch: Wie arrogant darf ein Papst eigentlich sein?

Fremdenhass und Fremdenliebe

Manchmal lohnt es sich, einen Blick in alte Lexika zu werfen. Oder; warum eine übermäßige Liebe so falsch sein kann wie ein übermäßiger Hass, und es dennoch verwerflicher ist, zu hassen.

Xenomisie und Xenophilie sind Verirrungen des Geselligkeitstriebes im Bezug auf fremde Personen, Sprachen, Sitten Moden etc. Denn die Fremdheit an sich kann uns weder zum Hasse noch zum Lieben (… in …) vernünftiger Weise bestimmen. Wer also Fremdlinge und Fremdartiges hasst oder liebt nur um der Fremdheit willen, handelt in beiden Fällen unvernünftig, wiewohl das Hassen immer noch tadelnswerter ist als das Lieben. Personen und Sachen soll man immer nach ihrem wahren Werte oder Unwerte schätzen oder nicht schätzen. Indessen entstehen freilich unter Völkern wie unter einzelnen Menschen oft Sympathien oder Antipathien, deren die Vernunft nicht immer mächtig werden kann.


Professor Wilhelm Traugott Krug, 1834.