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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Die Nerven, das Gehirn und die lustvollen Abweichungen der Gefühle

Verlocken oder blocken?
Dies ist ein Beitrag dazu, warum Menschen durchaus unterschiedlich empfinden und ihre Gefühle, Empfindungen und Emotionen voneinander abweichen können.

Du und dein Gefühl

Das, was ihr seht, kann ziemlich unterschiedliche Gefühle auslösen. Manche Eindrücke seht ihr gerne, sie bereiten euch Freude und Lust. Vor anderen Bildern ekelt ihre euch. Manchmal ist alles, was euch selber freut oder interessiert, genau das, worüber ein anderer die Nase rümpft. Das gilt für das Sehen, das Hören, das Riechen und Schmecken und letztlich für das Fühlen, das durch die Haut geht – also Kälte, Hitze, Berühren, Eindringen, Streicheln, Schlagen, Dehnen, Strecken. Die ganze Palette, vom Windhauch bis zur Verletzung beim Basteln.

Die Haut, die Nerven sowie Lust und Schmerz

Die Haut kann nahezu immer und überall Eindrücke aufnehmen – und wie bei allen anderen Empfindungen, verbinden wir sie mit den Erfahrungen, die wir damit gemacht haben. Ein Leistungssportler lernt beispielsweise, sich bis an die Grenzen seiner Möglichkeiten körperlich zu verausgaben. Das heißt, er empfindet zwar starke Anstrengungen, die auch mit Schmerzen verbunden sein können. Aber er sieht seinen Lohn im Erfolg.

Das Risiko lockt und blockt

Das ist im Alltag genauso: Wir wägen ständig ab, ob das Risiko, einen Schmerz zu erleiden größer ist als die körperliche Sensation, die mit der Handlung verbunden ist. Beim Sport, beim Sex, bei sinnlichen Spielereien – immer lockt das Risiko. Die Befriedigung, es geschafft zu haben, den Genuss auszukosten – das ist vielen Menschen so viel Wert, dass sie ständig neue Herausforderungen suchen.

Wer verstehen will, warum Menschen erotische Spiele mit Fesselungen, Schlägen und psychischen Abwertungen eingehen, sollte daran denken. Die Sensationen, die dabei entstehen, sind sportlichen Herausforderungen sehr ähnlich. Allerdings gilt Sport (oder eine ähnliche körperliche Herausforderung) als „edel“, weil dabei die „Selbstdisziplin“ gefördert wird. Sexuelle Rollenspiele oder intime Machtspiele hingegen und ihre Herausforderungen gelten als verwerflich.

Denken wir bitte daran: Wie wir etwas erfühlen, sei es Lust, Schmerz oder ein anderes Gefühl, hängt sehr damit zusammen, in welchem Zusammenhang wir es erfahren haben.

Die unterschiedlichen Realitäten

Und vergessen wir bitte auch nicht, dass viele unterschwellige Gefühle in uns wohnen, die wir in groteske Fantasien kleiden – durchaus jenseits der Realität.

Was nun die Realität betrifft: Alles, was wir fühlen und wie wir es fühlen, ist unsere Realität. Das heißt nicht, dass sie mit den Sichtweisen anderer übereinstimmt. Einen Teil der Realität ist unser „privater Bereich“, ein anderer Teil die gemeinsame Auffassung mehrerer Personen – ein dritter Teil ist dann endlich die gemeinsame Realität nahezu aller Menschen.

Und je mehr Menschen wie einbeziehen, umso kleiner ist der Bereich, in dem unsere Realitäten übereinstimmen.

Die einfache Erklärung – von Tönen, Klängen und Geräuschen

Die Einheit von Mensch, Instrument und Umgebung erzeugt den Klang
In der Natur gibt es so gut wie keine „reinen“ Töne, und auch Musiker können sich nicht rühmen, solche Töne zu erzeugen. Auch Naturtöne sind keine „reinen Töne“ sondern physikalisch Mischungen verschiedener Frequenzen.

Der "Ton" ist für Menschen das, was zu ihnen durchdringt

Wenn wir von Musikinstrumenten oder der menschlichen Stimmen sprechen, dann nennen wir einen „Ton“ immer das, was bei uns im Gehirn ankommt. Der Tone muss also zunächst mal durch die Luft zum Ohr vordringen, um dann vom Gehirn „wahrgenommen“ zu werden.

Sobald der Ton dort ankommt, wird er vom Gehirn interpretiert: Etwa so: Das ist ein hoher Ton, und er klingt wie ein Pfeifen – das könnte eine Flöte sein. Geübten Musikhörern fällt es nicht sonderlich schwer, die Instrumente zu unterscheiden. Sie wissen also beispielsweise, wie ein Sopransaxofon oder ein Fagott „klingen“ kann.

Der unterschiedliche Klang entsteht aus vielen Tönen und Geräuschen

Der unterschiedliche Klang der Instrumente ergibt sich aus den Schwingungen, die in der Physik ist ein Ton oder der „Klang“ eines Instruments nie ein „einzelner“ Schwingungsvorgang. Ganz schulmäßig gesprochen, besteht der Klang eines Tons zunächst aus dem Grundton und einigen sogenannten Obertönen oder Partialtönen. Ganz korrekt ist dies nicht, weil Töne, die mit der menschlichen Stimme oder bestimmten Blasinstrumenten erzeugt werden, noch viele weitere „Beimischungen“ enthalten. Wer sich näher damit beschäftigen will: Es ist eine komplizierte Materie, und sie lässt sich nicht mit einigen Sätzen beschreiben.

Ich habe versucht, das Thea unabhängig von der Begriffsverwirrung auf einen Nenner zu bringen:

Was am Ende „herauskommt“, liegt am Spielenden, Singenden oder sonst wie Töne erzeugenden Menschen. Was davon wieder in den Hörer oder die Hörerin „eindringt“, liegt an der persönlichen Einstellung zur Musik.

Bestimmte Instrumente klingen immer wieder deutlich unterschiedlich

Wenn du Beispiele von Instrumenten suchst, die sehr unterschiedlich klingen können, kannst du bei Klarinetten, Saxofonen oder Trompeten beobachten.

So also entsteht der Klang, den man auch „Timbre“ nennt. Er gibt jeder Stimme und jedem Instrument die entsprechende Eigenart. Das gilt auch für alle Musiker, die ein charakteristische Spielweise entwickelt haben, an der man sie erkennen kann, wie etwa John Coltrane auf dem Sopransaxofon, den ich stellvertretend für viele andere Musiker nenne.

Soweit Sänger(innen) betroffen sind, spielen neben den Vokalen auch sprachtypische Besonderheiten eine Rolle. Ein bekanntes Beispiel ist das Lied „Qongqothwane“, das Mariam Makeba in ihrer Muttersprache Xhosa sang und wegen der seltsamen Laute auch „Klicksong“ genannt wird.

Hinweis zu den Begriffen Ton, Klang und Geräusch

Akustiker, Musiker und Musikhörer verstehen unter einem „Ton“ oft nicht das Gleiche. Genau genommen ist ein „Ton“ ein reiner Sinuston, den man künstlich erzeugen kann und der in der Natur so gut wie gar nicht vorkommt. Er kann aber als „Note“ geschrieben werden, die im Allgemeinen sowohl die Tonhöhe des Grundtons wie auch die Dauer des Tons beinhaltet. Das reicht aber nicht aus, um den „Ton“ vollständig zu beschreiben, denn sobald er tatsächlich gespielt wird, wird er unweigerlich zum Klang. Für einen „Klang“ gelten ähnliche unterschiedliche Sichtweisen – bei diesem Begriff gibt es insbesondere Unterschiede in der Akustik und im Hi-Fi-Bereich. Von den überwiegend an der klassischen Musik orientierten Musikwissenschaftlern werden „Geräusche“ nicht dem Klang zugerechnet. Im Zweifel sollten Autorinnen und Autoren also beschreiben, was sie uns wirklich sagen wollen und nicht an den Begriffen festhalten, die als „Schulwissen“ gelten.

Die benutzten Quellen (oft nicht in Übereinstimmung mit der hier vertretenen Sichtweise):

Im Musiklexikon
Thieme Zu menschlichen Stimmen.

Sehr ausführlich und aus unterschiedlicher Sichtweise wurden die Begriffe um "Töne" in Wikipedia beschrieben.
Bild: Der Klarinettist Giora Feidman solo (sehpferd Juni 2008, Budapest)

Akustische Musik, kleine Ensembles und Lautsprecher

Als akustische Musik gilt jener Teil der Töne, die auf einem Musikinstrument ohne künstliche Verzerrung erzeugt wurden. Je weniger Instrumente oder Stimmen wir zugleich hören, umso filigraner wird der Klang.

Was können wir daraus schließen?

Nun?

Bei meinen Voraussetzungen habe ich „klassische Musik“ keinesfalls ausgenommen – sondern nur versucht, euch die Wiedergabe eines Symphonieorchesters über Lautsprecher auszureden. Anders formuliert: Wenn ihre „auch mal eine Symphonie“ hört, dann reicht wirklich eine der „neuen“ Regalboxen. Sie sind übrigens nicht ganz so neu: Es gibt sie schon seit 50 Jahren, und sie wurden in den letzten Jahren technisch noch erheblich verbessert.

Kein großes Orchester passt in euer Wohnzimmer - egal, wie groß, die Boxen sind

Ich erkläre das mal mit den Symphonieorchestern mal ganz laienhaft: Ein „großes Orchester“ passt akustisch nicht in euer Wohnzimmer. Die moderne Technik kann das ein bisschen ausgleichen, aber das bedeutet nun mal eben, dass ihr in jedem Fall Abstriche beim Hörgenuss einkalkulieren müsst.

Kleine Ensembles wirken so, als ob sie im gleichen Raum spielen

Kleine Ensembles, sowie Sängerinnen und Sänger, treten hingegen bei entsprechender Aufnahmetechnik transparent und klar in den Raum. Aus vielen technischen und hörpsychologischen Gründen nehmen wir sie als „anwesend“ wahr. Oder mit anderen Worten: Sie tönen in einer Art, als seien sie physikalisch anwesend.

Fragt euch mal, welche Musik ihr hört – nicht ob Klassik oder Jazz, sondern nur, wie viele Personen gemeinsam auf der Bühne stehen und dabei Töne produzieren. Wenn es fünf oder weniger sind und alle rein „akustische“ Instrumente verwenden, dann fühlt ihr euch beim Zuhören „wie zu Hause“.

Und das verspreche ich euch auch, wenn ihr für eure Lautsprecher nur ein „kleines Budget“ zur Verfügung hattet.

Probleme mit diesem Artikel? Dann bitte zurückschreiben. Ansonsten: Mich zitieren - was sonst?

Partnersuche: kein Problem der Frauen und keines der Männer, sondern ...

Die Zeiten, in denen mehr oder minder radikalisierte Frauen und (leider) auch Männer einander beschuldigten, „an der Beziehungsmisere“ schuldig zu sein, sollte endgültig der Vergangenheit angehören.

Glaubt niemandem, folgt niemandem, stellt alles "Weisheiten" In Frage

Das Erste, was ich euch rate: Glaubt niemandem, der euch erklärt, warum „die Verhältnisse“ so sind. Mal Klartext: Die Verhältnisse „sind nicht so“, sondern ihr macht sie so. Dabei sind es keinesfalls nur Aktivsten/Aktivistinnen, wichtigtuerische Sozialwissenschaftler(innen), oder „soziale Medien“, sondern eben auch ihr – jede und jeder von euch.

Die „Figuren“, mit denen ihr euch trefft, sind in erster Linie Menschen mit eigenen Vorstellungen – so, wie ihr auch eigene Vorstellungen habt. Die größte Unwahrscheinlichkeit ist, dass ihr feststellt, „genau zueinander zu passen“. Das ist ein Dummspruch aus der Küchenpsychologie. Er paart sich oft mit einem zweiten Unsinn: „Auf gar keinen Fall Kompromisse einzugehen.“

Bedürfnisse zählen - aber manche Wünsche sind verhandelbar

Manchmal wird behauptet, dass ihr (vor allem Frauen) nicht auf eure Bedürfnisse achtet, sondern versucht, die Bedürfnisse der Partner(innen) zu erfüllen. Das ist allerdings nur dann ein Problem, wenn ihr das ständig versucht. Wer selbstbewusst Kompromisse eingeht, weiß, wo und wann dies möglich ist. Und er oder sie weiß auch, dass unser Leben aus Geben und Nehmen besteht. Man nennt das auch „Verhandlungen“.

Ungleichheiten wahrzunehmen gehört zum Menschsein

Die andere Person in seiner Ungleichheit wahrzunehmen, gehört zum Standardrepertoire des Menschseins. Psychologisch gesehen klingt das dann wie in diesem Zitat:

Beziehungskompetenz beginnt lange vor der Sexualität, sie beginnt mit unserer Art, einander wahrzunehmen, neugierig auf einander zu sein, einander anzusehen. Sehe und spüre ich in meinem Gegenüber einen Menschen mit eigenen Sehnsüchten, Wünschen, Bedürfnisse oder vor allem die Möglichkeit, eigene Bedürfnisse zu erfüllen?

Nur wenige Personen sind wirklich ungeeignet

Sicher gibt es Personen, die aufgrund ihrer bisherigen Lebensgeschichte für Beziehungen denkbar ungeeignet sind. Aber die Mehrheit der Singles, Geschiedenen und sogar der mehrfach Geschiedenen ist im Prinzip geeignet für eine Beziehung. Wenn wir des im Auge behalten, haben wir tatsächlich mehr Chancen, einen Menschen zu finden, mit dem wir leben können.

Ich kann nur empfehlen, den gesamten Artikel im Blog von Nicole Stiller zu lesen, aus dem auch das Zitat stammt.

Zur Verhandlung: Die Ziele beim Kennenlernen sind den Zielen für jede andere Form von Partnerschaft sehr ähnlich, wie in meinem Blogbeitrag zur Kommunikation beschrieben.

Kann die Psychologie Persönlichkeiten ausreichend beschreiben?

Ich las gerade folgendes Zitat als Einleitung zu einem wissenschaftlichen Artikel:

Unsere Persönlichkeit ist nicht komplett festgelegt. Forschende gehen davon aus, dass wir uns ein Leben lang verändern können, auch wenn einige Eigenschaften ziemlich stabil sind. Um Persönlichkeit wissenschaftlich zu erfassen, hat sich in der Psychologie das sogenannte Big-Five-Modell etabliert. Es beschreibt fünf grundlegende Persönlichkeitsmerkmale.
Das ist richtig – „in der Psychologie“ hat sich dies Modell tatsächlich etabliert. Von den Spuren, die im ersten Drittel des 20 Jahrhunderts zu finden sind bis zum Jahr 1981, als sich der Begriff durchsetzte, wurde er nach und nach zum Standard der Persönlichkeitsforschung.

Kann "Persönlichkeit" durch die "Big-Five" beschrieben werden?

Die andere Frage wäre: Kann eine Person durch die fünf Persönlichkeitsmerkmale ausreichend beschrieben werden?

Wenn wir mal grob 45 Jahre zurückblicken, dann gibt es kaum noch Gemeinsamkeiten in der Art, wie wir (Nicht-Psychologen) „Personen beurteilen“. Wir haben uns beispielsweise damit abgefunden, dass wir uns mit Alter und Umgebung, Berufsfeld und Beziehungen verändern. Ja, wir haben sogar erkennen müssen, dass wir im Alltag eher bestimmten Rollen folgen als einem „inneren Selbstverständnis“.

Psychologen benötigen Modelle zum Vergleich - aber was sind sie wert?

Ich bin der Überzeugung, dass Psychologen solche Meilensteine benötigen, um Vergleiche zu ziehen. Aber andererseits bin ich ganz sicher, dass die sogenannten „Big Five“ völlig unzuverlässig sind, wenn es um eine zutreffende Beschreibung der Persönlichkeiten im Alltag geht. Das trifft insbesondere auf die Partnersuche und Partnerwahl zu.

Oder mit anderen Worten: Die „Big Five“ sind ein theoretisches Modell der Persönlichkeit. Ob sie der Praxis (beispielsweise im Umgang miteinander) standhalten, wir hingegen oft bezweifelt. Zudem ist zu fragwürdig, ob die Möglichkeiten der Psychologie wirklich ausreichen, um die Prozesse zu beschreiben, unter denen sich die Persönlichkeit prägt und weiterentwickelt.

Zitat aus: "QUARKS" -Der Artikel behandelt auch Veränderungen der Persönlichkeit.

Weiterentwicklung des Modells aus psychologischer Sicht (anspruchsvoll)


Kritik (englisch) Das Modell der fremden Person.

Anmerkung: Dieser Artikel wendet sich gegen den übermäßigen Gebrauch der "Big Five" zur Beurteilung von Menschen, nicht gegen die Darstellung in QUARKS.