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AKK – Rhetorik allein hilft auch nicht viel

Ach du liebes bisschen, CDU – was war denn das? Bullshit-Bingo ohne Ende? Hatten wir nicht gehört, dass nun das Profil der Union geschärft werden soll? Und was finden wir vor? „Deutschland muss wieder …“.

Laber, laber … ja, es muss ein Ruck durch Deutschland gehen – hatten wir schon mal. Damals schrieb man das Jahr 1997, Roman Herzog war Bundespräsident, und er meinte, was er sagte. Bei den Linken hatte er damit kein Glück: Sie verhöhnten ihn wegen dieser Redepassage. Aber das eigentliche Ziel seiner Kritik war die CDU selbst – und ein ein lahmer und selbstzufriedener Kanzler Kohl, der „alles Aussitzen“ wollte.

Etwas mehr als Rhetorik sollte schon sein

Und heute? In Wahrheit geht es eben doch um mehr als ein bisschen Rhetorik. Wir wollen Positionen hören, auf die wir uns verlassen können. Und übrigens; Mister Merz: Greta Thunberg steht nicht zur Wahl – sondern CDU-Abgeordnete (und solche aller anderen Parteien). Und es wäre für einen Politiker (wirklich) immer besser, zu sagen, was er selbst will und kann – und nicht nur, worin andere möglicherweise „falsch liegen“.

Zumindest teilweise nachzulesen in der WA

Na dann liefer mal, Tilman Kuban

Der JU-Vorsitzende sagte jüngst, er müsse im Umgang mit den Medien noch etwas an seiner Lernkurve feilen.

Aber wie man mit viel Worten nichts sagt, das weiß er schon ganz gut:

Wir müssen wieder ein klares Profil bekommen und zeigen, wofür die CDU steht. Dafür gilt es, aktiv Themen zu setzen in diesem Land, gesellschaftliche Debatten anzustoßen und nicht nur anderen Bewegungen hinterherzulaufen, die uns aufgezwungen werden. Wir müssen Antworten auf aktuelle Fragen geben, aber dann vor allem eigene Themen setzen.


Na, dann tu’s doch mal, Tilman Kuban. Wir sind gespannt – vor allem darauf, welche „eigenen Themen“ denn nun „gesetzt“ werden sollen. Und natürlich: was uns Bürger und Wähler diese Themen angehen.
Categories: demokratie
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Die Welt des Herrn Heym aus Thüringen

Die WELT lässt den CDU-Mann Michael Heym zu Wort kommen. Der ist zwar stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, ansonsten aber her ein unbeschriebenes Blatt – so jedenfalls wirkt seine Webseite. Zitat aus der WELT:

Auf die Frage, ob die AfD für ihn eine bürgerliche Partei sei, antwortet er, er sehe sie als „konservative Partei“. „Wenn über die AfD gesprochen wird, sehe ich zuerst die fast 25 Prozent Wähler, die dieser Partei ihre Stimme gegeben haben“, so Heym, der zum vierten Mal in Folge in den Landtag gewählt worden ist.


Nur zum Nachdenken
Ach liebe CDU, schickt diesen Mann doch bitte mal auf einen Lehrgang, was „konservativ“ ist. Michael Heym wurde jetzt „zum vierten Mal in Folge in den Landtag gewählt“ – offenbar einmal zu viel.

Jedenfalls braucht der Mann keine Brille. Er „sieht“ ja die „25 Prozent AfD Wähler.“ Ach, lieber Herr Heym, andere sehen sie auch – mit und ohne Brille. Aber nichts als Mehrheitsbeschaffer für die CDU.

Und: Weder „bürgerlich“ zu sein noch „konservativ“ zu sein ist Selbstzweck. Das haben recht viele CDU-Anhänger noch nicht begriffen – im Osten wie im Westen.

Die Ära Merkel und die Ära Adenauer

Irgendwie erinnert mich die Kanzlerin Merkel an den Kanzler Adenauer: am Ende war Adenauer zu lange im Amt – viel zu lange. Dabei schwanden seine Verdienste immer mehr und seine Schwächen wurden immer deutlicher.

Was folgte, war die unglückliche Regierung Erhard und die schwache Regierung Kiesinger – und dann saß die Union erst einmal auf der Reservebank. Mittlerweile schrieben wir das Jahr 1969, und bekanntermaßen wurde die CDU damals abgewählt, weil sie sich aus sich selbst heraus nicht mehr erneuern konnte.

Inzwischen haben wir eine andere CDU, ein neues Parteiengefüge und eine völlig andere Ausgangslage. Nur eine Parallele bleibt: Adenauer war zu lange im Amt, und dies zerstörte in der Erinnerung seine Verdienste, die er als „Nachkriegskanzler“ erworben hatte. Und Angela Merkel geht es heute ähnlich: Zu lange im Amt, zu starrsinnig und eine potenzielle Nachfolgerin, die schon jetzt überaus glücklos agiert – milde ausgedrückt.

Darf man da nicht sagen: Die CDU sollte mal nachdenken? Doch, man darf es sagen. Und sie sollte es möglichst bald tun und ohne öffentliche Auftritte vor lechzenden Journalisten.

Alle Bundeskanzler in der Galerie.

Will die CDU eigentlich noch Verantwortung in Thüringen?

Das Possenspiel der CDU in Thüringen hat gerade erst begonnen: Zuerst schien es so, als würde die CDU eine gewisse Verantwortung für den Freistaat übernehmen wollen. Das jedenfalls ging aus Herrn Mike Mohrings Äußerungen vom Wahlabend hervor. Doch dann plusterte die CDU (ebenso wie die CDU-nahe Presse) ihr Gefieder auf: nicht nur die Besserwessis, sondern auch die Besserossis. Als Top-Besserossi erwies sich dabei sein Vize Mario Voigt – aber er war damit nicht allein.

Neben all dem Geschwätz über den Glaubwürdigkeitsverlust der CDU im Fall der Koalition der Linkspartei, ja, sogar ihrer Tolerierung, vergisst die Christlich-Demokratische Union ihre Verantwortung für Thüringen. Das ist ungefähr so, wie bei der Bundestagswahl mit der SPD: Auch sie wollte sich zunächst aus der Verantwortung verpissen. Heute behaupten ihre linken Scharfmacher (die es auch immer noch gibt) und ihre (nun wirklich extremistische) Jugendorganisation, das sei der Grund für ihren Niedergang. Aber das ist – mit Verlaub, nicht als eine dummdreiste Behauptung. Der Niedergang ist hausgemacht und an ihm wird seitens der SPD weiter gearbeitet. Dabei ist die Politik, die die SPD in der GroKo hingelegt hat, beispielhaft gut. Nur die Partei selbst taugt eben nichts mehr, seit es „Die Arbeiterschaft“ nicht mehr gibt und die bürgerliche Mitte die Nase voll hat von dem blödsinnigen Parteigerangel.

Und nur mal so am Rande, Herr Voigt und all ihr anderen abgehobenen Schlaumeier: Guckt mal auf die unteren Ebenen in Thüringen. Beispielsweise die Gemeinderäte – da arbeiten die kontroversen Parteien CDU und Linke auch gemeinsam für das Wohl ihre Städte und Gemeinden.

Lohnte es sich überhaupt noch, sich mit der CDU zu beschäftigen? Oh ja! Aber dann muss die Parteispitze endlich mal runter vom „hohen Ross“.