Skip to content

Heldenverehrung für den Literatur-Papst?

Wie ihr vielleicht wisst, halte ich Feuilletons für einen notwendigen Teil der Zeitungen, der leider aber elitär durchseucht ist. So musste ich heute lesen:

Für den Freitagabend ist die Kabarettistin Lisa Eckhart ins "Literarische Quartett" geladen, die Sendung, die einst das Lebenswerk Marcel Reich-Ranickis krönte.


Was ist denn das? Elitäre Heldenverehrung für den Mann, der einst als „Literatur-Papst“ gefeiert wurde? Niemand bezweifelt die Verdienste und das Temperament von Herrn Reich-Ranicki. Aber Achtung - wir leben im Jahr 2020, und inzwischen gab es eine Modernisierung des Formats - und neue Gedanken über Literatur, Satire und Eliten.

Fakten gefällig?

Wer nachsehen möchte, wer jemals zu den Gästen gehört und welche Bücher besprochen wurden, der darf gerne nachsehen - Wikipedia hat alles fein säuberlich aufgezeichnet. Übrigens: Meinungsfreiheit gilt für alle - für den Autor Maxim Biller wie für die Autorin Lisa Eckhart.

Meinungsmache?

Ich nehme an, dass der Meinungsbeitrag der „Süddeutschen“ auf Emotionen beruht. Er erschien dort in der Rubrik Medien/Antisemitismus. Leider kann ich dazu nichts sagen, da ich den Artikel dank der Abo-Schranke der „Süddeutschen Zeitung“ nicht lesen dufte.

Kultur ist eben nicht für jeden gedacht, nicht wahr?

SAT > IP heute – nur das Endgerät zickt weiterhin dann und wann

Netzwerkverbindung hergestellt - und doch ein Problem?
Ich verwende seit drei Jahren Sat > IP. Zu Anfang klingt alles sehr verlockend, doch schon bald werden die Probleme deutlich:

1. Die Antenne (Schüssel) ist normalerweise auf dem Dach angebracht. Der übliche Router (also euer LAN) aber kaum - der steht im Ein- oder Mehrfamilienhaus meist dort, wo die Telekom mal ihre Leitungen hingelegt hat: Irgendwo im Flur oder im Wohnzimmer.

2. Das Problem besteht darin, beide „zusammenzubringen“ - und dazu werden üblicherweise eben doch Kabel benötigt. Oder man betreibt SAT > IP separat - doch diese Möglichkeit ist „eigentlich“ nicht vorgesehen. Und selbst wenn - an der Leitung geht kein Weg vorbei, wenn von HD-Fernsehen die Rede ist, zumal, wenn man etwa 18 Meter überbrücken muss.

3. Nun kommt WLAN ins Spiel. Alles wäre kein Problem, wenn ein WLAN tatsächlich einen Bereich von 18 Metern durchdringen würde. (Hersteller entsprechender Geräte geben bis zu 300 Meter an). Doch mehrere Decken, Fußböden und Wände verhindert so etwas normalerweise „zuverlässig“. Wer schon einmal versucht hat, ein WLAN über drei Stockwerke zu betreiben, der weiß, wie groß die Unterschiede zwischen Realität und Werbung sind. Die Alternative, die WLAN-Strecke über das Treppenhaus zu betreiben, ist charmant – bringt aber auch nicht das gewünschte Ergebnis. Und man muss noch mehr Kabel und eventuell sogar zusätzliche Steckdosen installieren.

4. Das entscheidende Problem, mit dem ich konfrontiert war: Kaum jemand kannte hier die Technologie, und diejenigen, die sie kannten, warnten davor - das ging so weit, „keine Garantie für die Funktion“ zu übernehmen.

WLAN - ein Problem, aber nicht das einzige

Die Praxis sollte sich noch als wesentlich schwieriger erweisen: Am Ende des Kabels sollte ein WLAN eingerichtet werden, damit man dennoch mobil bleibt. Der Receiver (Set-Box) wurde deshalb mit WLAN-Anschluss und Antenne bestellt. Er enttäuschte zunächst auf der ganzen Linie.

Die alte Geschichte - der haklige Empfänger und das WLAN

Nach mehreren vergeblichen Versuchen, das WLAN zu überzeugen, wenigstens zwei massive Wände zu durchdringen und nach einem Totalausfall der Set-Box ohne ersichtlichen Grund bekam ich kostenlos eine neue Set-Box (aber keine neue Antenne). Aus meiner Not heraus versuchte ich die Sache mit einem DLAN (LAN aus der Steckdose) zu lösen und siehe - das hatte Erfolg. Nicht sofort, wie man sich denken kann. Aber ein kleiner Trick brachte die Sache dann doch zum Laufen.

Sat > IP heute

Sat > IP ist auch heute noch etwas, das der Fernsehhandel eher mit Kohlenzangen anfasst. Und weil das so ist, schreibe ich heute mal etwas Erfreuliches:

Ich hatte ja noch einen Server aus der Frühzeit der Entwicklung – gekauft ungefähr 2017. Und ich gestehe schamvoll, dass ich ihn aus Leichtsinn geschrottet habe – Hitzetod. Einerseits kein Wunder im Sommer 2020, dann aber auch wirklich mein Fehler.

Überraschende Preisdifferenzen

Was tut man in einem solchen Fall? Der Wandler steht auf dem Dachboden, und versorgt vier Kanäle, von denen ich bestenfalls zwei benutze. Wenn ich auf das Angebot am Markt schaue, dann bekomme ich ein neues Gerät für zwischen 70 und ungefähr 500 Euro.

Das Gerät für etwa 70 Euro hat nun gestern den Dienst übernommen. Es verteilt das Fernsehsignal wie zuvor per Ethernet-Kabel vom Dachgeschoss (sozusagen vom fünften Stockwerk) in das erste Obergeschoss und hat vorläufig keine Verbindung zum Heimnetzwerk. Das muss es auch nicht.

So bleibt Fernsehen eben Fernsehen, und Internet bleibt Internet.

Wechsel ohne Probleme

Zum Hergang: Altgerät im Dachboden abgehängt, zwei Kabel frei gelassen, DIGIBIT TWIN angeschlossen, dann in den ersten Stock gegangen. Ich hatte nicht erwartet, dass alles sofort klappen würde – und siehe, da war doch noch etwas, an das ich mich dunkel erinnerte. Das Geheimnis heißt DHCP. Modus geändert von „automatisch zuweisen“ auf „manuell zuweisen“ – und schon war alles in Ordnung.

Ich muss ehrlich sagen – ich war überrascht. Keine hakelige und letztlich umständliche Konfiguration, geringere Kosten und ein absolut überraschend positives Ergebnis.

Nach wie vor rate ich unbedingt dazu, die Endgeräte nicht über WLAN zu betreiben, schon gar nicht über die als Zubehör lieferbaren Antennen. Bei mir löste, wie schon gesagt eine Powerline das Problem.

Das Endgerät ist weiterhin "hakelig", aber damit kann ich leben

Das alles bedeutet keinesfalls, dass ich völlig zufrieden bin, aber das liegt ohne jeden Zweifel daran, dass mein Endgerät (TELESTAR digiHD TS 5) wirklich nur bedingt zufriedenstellend ist, was besonders auf die Wiedergabe von HD-Programmen zutrifft. Wie bekannt, kann man die meisten Programme auch über SD empfangen ("Privatsender" sowieso nur), und da läuft die Sache immerhin zufriedenstellend, zumindest, wenn man einen Fernseher mit "normalem" Bildschirm anschließt. Ich muss nicht jede Hautpore der Moderatoren sehen - wirklich nicht.

Die „Heute Show“ kann jetzt eigentlich weg

Die „Heute Show“ kann jetzt eigentlich weg - oder warum ich kein Magazin mit magerem Humor und reichlich Belehrungen will. Und ich habe mich gefragt, was wohl andre dazu meinen. Und nun bin ich verwundert.

Ach nee, jetzt muss Satire auch noch lehrreich sein. Meint jedenfalls der Medienexperte der Frankfurter Rundschau, Daniel Segler.

Der schreibt:

Das Niveau etwa der „Heute Show“ im ZDF ist eher besser geworden. Welke wird ernster, nimmt klarer Stellung zu gesellschaftlichen Missständen, wie etwa die durch Corona von Pleite bedrohten Kommunen. Da schlug er sich auf die Seite von Finanzminister Olaf Scholz („hat völlig recht“). Und kleidete das Argument in eine Satire über verödete Fußgängerzonen.
Ich halte mal dagegen: Die „Heute Show“ neigt seit einiger Zeit dazu, eher albern zu sein als satirisch. Nein, nein ... sie ist noch nicht so albern und witzlos wie die „Ladies Night“. Früher habe ich darüber noch gelegentlich lachen können - das war allerdings zu der Zeit, als Gerburg Jahnke noch moderierte. Jetzt wird nur noch Blödsinn auf die Bühne gebracht, und die Sendung erinnert mich irgendwie an den Humor bei Altennachmittagen.

Und: Mir ist nicht das Lachen vergangen. Aber wenn das Niveau einer Satiresendung sinkt, sollte man nicht schreiben, dass jetzt alles so richtig politisch geworden ist. Mir fiel auch auf, dass alles „politisch“ wurde, aber in einem belehrenden Sinn: Onkel Welke erklärt die Welt, die jetzt viel besser geworden ist und sagt euch auch, wer die Bösen sind - und wer die Guten.

Ach, so etwas ist Satire? Nein, danke.

Dieter Nuhr - Pressefreiheit und Kunstfreiheit

Die Gegner von Dieter Nuhr mögen ja „massenhaft“ im Internet zu suchen sein - aber der MERKUR ist eindeutig auf Kollisonskurs zum Kabarettisten. Zitat:

Unter dem Deckmantel der künstlerisch-ironischen Übertreibung äußert sich Nuhr über die Zusammenarbeit zwischen Kanzlerin Merkel und dem in Deutschland hoch angesehenen Virologen und Sars-CoV-2-Experten Christian Drosten ....

Liebe Damen und Herren vom Merkur: Der Herr Nuhr nutzt nur seien künstlerische Freiheit, so wie ihr eure Pressefreiheit nutzt,um Herrn Nuhr anzugreifen. Denn die Frage ist nicht, ob Herr Droste nun ein „angesehener Virologe“ ist, sondern wie das Konzept der Expertokratie zur Demokratie passt - nämlich nur sehr bedingt.

Zuschauer als Bauern im Schach um Dieter Nuhr

Und „die Meinung „der Zuschauer“ würde ich auf keinen Fall überbewerten. Satire muss Kontroversen auslösen, sonst wäre es keine. Könnte es etwa sein, dass der MERKUR gar nicht Dieter Nuhr angreift, sondern die ARD? Dazu nutzt der MERKUR sogar Nerd-Sprüche (offenbar aus Twitter),wie:

Warum bietet ihr solch einem verwirrten Wirrkopf Überhaupt eine Plattform?


Sieht man genau hin, dann versuchen auch andere Konservative und deren Presseorgane, ausgerechnet die Formen des Kabaretts schlechtzureden, die nicht sozialistisch gewerkschaftsnah oder SPD-orientiert sind. Vielfach wurde sogar schon Lisa Eckhart diffamiert, weil sie nicht „werteorientiert“ genug ist und einfach mit lässiger Ironie über Gott und die Welt witzelt. Dabei wird nicht mit „Shitstorms“ gearbeitet, sondern mit Gutmenschentum. Denn „so etwas“ Ordinäres tut man nicht und sagt man nicht - es sei denn, es gäbe eine Kunst- und Pressefreiheit.

Wenn das Fernsehen die Realität ersetzt

Ich sehe ab und an auf ZDF-Neo die überaus alberne Dating-Show "Dinner Date". Würde ich sie für die Realität halten und auch nur ein bisschen glauben, dass da alles real ist, würde ich sagen: Wozu mampfen die überhaupt miteinander? Und warum gehen sie nicht gleich in die Kiste, wenn sie sich zum Fressen gerne haben?

Und dann denke ich: Weil das ZDF das so will. Und weil die Leute, die sich da „casten“ lassen, gar nicht wirklich Partner suchen. Es waren nur die witzigsten unter den Langweilern - und vielleicht haben sie genossen, mal im Fernsehen zu sein.

Und jetzt lese ich die Welt (ICON), und dort einen Artikel von Nicola Erdmann,

die sich eine noch schrecklichere Dating-Show vornimmt - ja den Bachelor. Und lässt diese bedeutsamen Worte ab:

Ein Finale mit einem Ende, wie es in der Geschichte der Dating-Show noch nie gab. Und genau das verdeutlicht prototypisch, warum viele junge Menschen alleine bleiben oder in unklaren Halbbeziehungen feststecken.

Aha. Also repräsentiert eine Dating-Show das tatsächliche Verhalten der „Generation Y“ ... also weiter:


Die Beteiligten zeigen, wie schwer sich viele (junge) Menschen damit tun, in Sachen Liebe die Dinge beim Wort zu nennen ... . Weil man sich nicht offenbaren will, tut man sich extrem schwer damit, Gefühle in Worte zu fassen, zuzugeben, dass man Zuneigung fühlt. Ja, wer das tut, kann verletzt werden – wer es aber nicht tut, wer immer nur das Spiel vom „Schwer zu haben“ spielt, der bekommt auch nichts zurück.


Aha. Man will nicht zugeben, dass man was fühlt, auch wenn man vielleicht eher nix fühlt. und sagt: „Ey, ich war aber im Fernsehen, habt ihr mich gesehen?“

Und klar, die Frau Erdmann weiß natürlich, dass sie sich noch als als professionelle Journalistin beweisen muss und fügt schnell hinzu:

natürlich ist ein Bachelor-Finale wahrlich nicht die natürliche und optimale Umgebung und beinhaltet absolute Sonderbedingungen – aber wirkt am Ende doch auch nur wie ein Katalysator für das, was da ist.


Aber auch das ist ein ziemlicher Unfug. Schon allein wegen des Katalysators. Das wäre nämlich (umgesetzt auf den Fall) ein Umstand, der eine Reaktion anderer Art beschleunigt. Und das hieße: die Fernsehshow wirkt jetzt auf alle Y-Singles beschleunigend, was ihre Aversion gegen Gefühle angeht. Gegen Gefühle? Oder gegen „das was ist“?

Na ja, vielleicht war ja ein Indikator gemeint - für das, was ist. Bloß bliebt auch dann die Frage: Was ist es denn eigentlich, was da ist?