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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Probleme lösen – mal ganz einfach erklärt

Eine der wenigen absolut zuverlässigen Methoden, Probleme einer Lösung nahezubringen, besteht darin, sich abweichende Fragen zu stellen.

Wir sind geneigt, bei Lösungen nach dem „Wie“ zu fragen. Beispielsweise fragen viele Partnersuchende: „Wie muss ich auftreten, um Eindruck zu machen?“

Viele Menschen erkennen an diesem Satz nicht einmal den Fehler, der erst durch eine Gegenfrage deutlich wird: „Mit welcher deiner Eigenschaften willst du denn beeindrucken?“

Nun kommt der/die Partnersuchende in Erklärungsnot: Meist stellt sich heraus, dass er/sie diese Eigenschaften weder kennt, noch einordnen kann. Das geht nicht nur Partnersuchenden so, sondern jedem, der seine Eigenschaften nicht kennt … neben viele anderen auch Bewerbern.

All diese Menschen wundern sich, dass sie nichts über ihr Potenzial, also die Sammlung von „Was“ wissen. Und das ist fatal, denn:

1. Wenn ich nicht weiß, was ich in mir trage …
2. … kann ich auch nicht sagen, wie ich es hervorbringe …
3. … und ich kann nicht ermessen, welche Bedeutung es für mein Gegenüber haben könnte.

Letztendlich versagen viele dieser „Potenzial-Analphabeten“. Sie mögen alle die passenden „Bewerber(innen)“ gewesen sein, aber sie verstanden das ABC der Realität nicht: Was ist es, wie wirkt es sich aus und welche Bedeutung hat es?

Ich habe kürzlich das Beispiel einer „negativen Dating-Karriere“ benutzt. Die Protagonistin gerät in einen Teufelskreis, weil sie die falschen Fragen stellt, beispielsweise: „Was kann ich an mir ändern, um …“ „was mache ich falsch, wenn“ oder „warum reagieren die anderen immer so und so auf mich?“

Fragen sind nie „falsch“. Aber sie klingen falsch, wenn jemand nicht weiß, wie er ist (bevor er etwas ändert) oder wie es wirkt, was jemand tut (statt zu fragen „was ist falsch?“).

Oder, mal ganz einfach: Es ist besser, zu wissen, welchen Gesichtsausdruck du hast statt zu fragen, wie du dein Gesicht vorteilhafter schminken kannst.

Unvernunft und Corona in Deutschland

Dieser Tage wurde ich provokativ gefragt, warum die geimpften Menschen so „fahrlässig“ wären, einfach ihre Privilegien zu nutzen.

Im Grunde bewegt unser Land eine ganz andere, wesentlich ernstere Frage, auch wenn sie selten gestellt wird: Können wir mit „einem Drittel ungeimpfter Personen“ durch die Pandemie kommen?

Was, wenn wir die Frage mit „wahrscheinlich nicht?“ beantworten würden? Wäre des den Impfgegnern „völlig wurscht?“ Und falls die Antwort „Ja“ wäre, würden sich dennoch jeden Tag, der jetzt vergeht, aus der Verantwortung herauszustehlen udn sich auf ihre „Freiheitsrechte“ berufen?

Was bedeutet „Verantwortung“ jetzt?

Eine der verborgenen Fragen wäre natürlich: Geht es wirklich „ausschließlich“ um das „Drittel von Impfverweigerern“? Oder geht es sowohl bei Geimpften wie auch bei Ungeimpften darum, sich nicht aus purem Leichtsinn oder aus Vergnügungssucht in Gefahr zu begeben? Beides zeugt nicht unbedingt für Gemeinsinn oder Verantwortungsbewusstsein. Und währen die „Durchimpfung“ messbar ist, kann die Verantwortungslosigkeit so wenig gemessen werden wie der Leichtsinn.

Mehr Impfwillige sind wichtig - auch Konsequenz bei 2G

Immerhin gibt es gegenwärtig deutlich mehr „Impfwillige“, oder sagen wir mal, Menschen, die sich nun doch (endlich) impfen lassen.

Der folgende Dialog mag typisch dafür sein:

Patient: Ich brauche einen Impftermin!

Rezeptionistin: Wie haben bereits eine lange Warteliste, deshalb kann ich Ihnen heute noch nicht sagen, wann wir sie impfen können. Aber Sie können jederzeit zum Impfzentrum gehen, wenn Sie sofort geimpft werden wollen.

Patient: Ich will ja gar nicht geimpft werden, aber ich verliere meinen Job, wenn ich mich nicht impfen lasse.


Weniger Impfverweigerer und mehr Vernunft sind gefragt

Deutschland wird mit einem Restsatz von Impfverweigerern durchaus aus der Pandemie herauskommen - andere Länder haben dies schon bewiesen. Die Frage ist aber, mit viel Unvernunft, Eigensinn und bewusster Risikoignoranz wir rechnen müssen - und dabei müssen wir auch auf jene achten, die bereits geimpft sind.

Mansplaining

Der Begriff „Mansplaining“ ist ein Produkt des Feminismus. Gemeint ist die simple Tatsache, dass ein Mensch mit schwachen Kenntnissen jemandem mit deutlich besseren Kenntnissen etwas erklären will. Das nervt – na klar. Aber nerven kann jeder Mensch, der dauernd glaubt, etwas erklären zu müssen.

Was dahinter steht?

Die Zeiten männlicher Schlaumeier sind vorbei

Jahrzehntelang haben männliche Schlaumeier geglaubt, Frauen wüssten nicht viel vom Leben, von gesellschaftlichen Zusammenhängen, technischen Prozessen und vielen anderen Dingen. Sie meinten, sie könnten damit „punkten“, weil sie ja so klug wären.

Diese Zeiten sind längst vorbei. Wenn wir (als Männer) heute etwas erklären wollen, dann fragen wir vorher nach, wie der Kenntnisstand unserer Gesprächspartner ist und ob überhaupt ein Erklärungsbedarf besteht.

Wissen Frauen alles besser?

Was allerdings, wenn ich die bessere Erklärung habe? Oder eine ganz andere? Was, wenn ich das, was eine Frau vorträgt, für falsch oder wenig durchdacht halte?

Wenn die Kommunikation nicht mehr stattfinden darf, weil eine Frau anderer Meinung ist als ein Mann, dann hat das nichts mit „Mansplaining“ zu tun, sondern mit Intoleranz.

Womansplaining

Und ja, ich bin einmal „gewomansplaint“ worden. Jene Dame hatte einen anderen Ansatz von Kommunikation als ich (und nie was von Watzlawick gehört). Es war für mich nicht schlimm, weil ich damals eine Fülle von Menschen kannte, die „rechthaberisch“ meine Kenntnisse anzweifelten.

Aber es hat mir gezeigt, dass weder Dummheit noch Klugheit an ein Geschlecht gebunden ist. Und jemanden „in den Boden labern“ mit Halbwissen – das kann jede und jeder.

Nun – insofern ist es eine absolute Frechheit, von „Mansplaining“ zu sprechen. Wer wirklich etwas weiß, muss es nicht ständig jemandem erklären. Das tun nur Menschen, dies ich wichtigmachen wollen. Und ich tue es im Grunde nur dann, wenn mich jemand danach fragt.

Zu viele Trauer- und Einkehrtage

Dieser Tage ist für manche die „nachdenkliche Woche“, bei anderen eher die Woche, in der Depressionen auch ansonsten optimistische Menschen befallen.

Da wäre der Volkstrauertag - er war schon. Dann haben wir den heutigen Gedenktag, den Buß- und Bettag. Und schon bald folgt der Totensonntag. Ja - und da war auch noch Allerseelen, ein Tag, den nur praktizierende Katholiken unter uns kennen dürften.

Bei so viel Einkehr, Gedenken an die Verblichenen, Grabschmuck bei den Gärtnern und Friedhofsbesuchen der Lebendigen - wo bliebt eigentlich die Freude?

Tag der Erinnerung an das sinnlose Töten - der Volkstrauertag

Ein Tag hat sicherlich Sinn: Der Volkstrauertag ist ein Tag gegen das Vergessen. Daran, wie viel Menschen in sinnlosen Kriegen gestorben sind, und wie viele noch an den Folgen leiden. Noch wichtiger ist, an die Opfer des Nazi-Regimes und seiner Befürworter zu denken. Nicht, weil dies zur Routine gehört - sondern damit klar wird, was hinter der Ideologie steckt und welche Folgen dies haben kann.

Die anderen Tage sind eigentlich private Gedenktage - kein Grund, sie zu überhöhen. Und besonders umstritten ist der heutige Feiertag, der Bußtag oder Buß- und Bettag.

Niemand wird in sich gehen - der sinnlose Feiertag

Wer will denn bitte mitten in der Woche „in sich gehen“? Und warum? Wegen der Pandemie? Wer glaubt denn, dass ein einziger Ungeimpfter heute in sich geht und Buße tut? Wer wird sich heute verantworten für seine Versäumnisse? Behörden? Beamte? Politiker? Ach du liebes bisschen - die doch nicht.

Der Buß- und Bettag wurde als Feiertag abgeschafft - und das war gut so. In Sachsen allerdings rühmt man sich, ihn beibehalten zu haben - und deswegen gab es auch in Teilen Thüringens heute keine Zeitung, weil die eben zum Teil in Sachsen verlegt werden.

Jetzt ist Optimismus gefragt

Es reicht - wirklich. Trauer und aufrichtiges Gedenken sind eine Sache - Triefnasen zu sehen, eine andere. Und wer das „Elefantenspiel“ provoziert, verliert selbst den Lebensmut (1). Wenn wir nicht mit Optimismus aus der Krise herauskommen, können wir wirklich gleich einpacken. Also: Vorwärts schauen - und impfen lassen.

(1) Elefantenspiel - den Rüssel hängen lassen

Brexit - dann geht es auch ohne euch Briten

Ich erinnere mich noch recht gut an den Affenzirkus, den ich kurz nach dem Brexit mit einem schottischen Herrenausstatter erlebte.

Nun wird es ja offensichtlich bald wieder Winter - und das wollte ich einen dieser tollen Pullover, die wirklich warm halten und die nicht per Modelabel fast das doppelte von dem kosten, was sie wert sind.

Keine Waren mehr in die EU?

Also habe ich mich über die Stammkunden-Funktion bei meinem schottischen Herrenausstatter eingeloggt, und festgestellt, der lässt mich zwar noch rein, aber nicht wieder heraus. Ja, nach Norwegen würde man wohl liefern und wohl auch in die Schweiz, aber nicht nach Deutschland - ohne Begründung.

Die Objekte der Begierde - warum nicht gleich Irland?

Nun, das Produkt meiner Begierde war zwar in einem schottischen Katalog verzeichnet, wurde aber ganz offensichtlich in der Republik Irland produziert. Und wenn es denn ein irisches Produkt ist - dann müsste es doch auch in Irland verfügbar sein, nicht wahr?

Gesagt - getan. Und wirklich brachte der Paketbote innerhalb einer Woche zwei herrliche Wollpullover - „Made in Ireland“ und natürlich aus der Republik Irland. Keine Umrechnungsprozeduren, keine unverschämten Frachtzuschläge, alles perfekt.