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Microsoft und das Funktionsupdate

Ach, Microsoft – wie schön sind deine Nachrichten. Der Support für meine Version von Windows 10, so beschied man mich, liefe demnächst aus. Ich könne das aber vermeiden, indem ich auf die Version 1903 updaten würde. Microsoft sagt „Funktionsupdate“ dazu.

Der Download lief gestern (beim dritten Versuch) ungefähr vier Stunden. Zuvor hatte man mir bereits mitgeteilt, es sei ein Fehler aufgetreten, nämlich (0xc1900101). Der Versuch der Installation scheiterte aus unterschiedlichen Gründen und wurde einmal von mir, zwei Mal vom Updateprogramm abgebrochen. Dann braucht die ehrenwerte Software noch mehr als eine Viertelstunde, um die Veränderungen wieder zurückzunehmen.

Ach, Microsoft - könnten ihr bitte dafür sorgen, dass entweder immer alles funktioniert oder jedenfalls transparent wird, was ich wirklich tun muss, damit das Update funktioniert? Ich weiß, wo ich bei euch hinsehen muss, weiß, dass ich an etlichen Schaltern drehen kann, um den Fehler vielleicht zu beheben oder auch nicht. Aber das macht keine Freude, zumal bei „oder auch nicht“.

Und ehrlich – mit jedem Mal, an dem ich die Webseiten mit den uneindeutigen und verhakelten Erklärungen aufschlage, regt sich ein gewisser Hass. Klar kann ich Linux nehmen, und in der Tat versuche ich dies auf einem anderen Computer. Aber wo wir gerade bei „hakelig“ sind – dort ist alles noch wesentlich komplizierter.

Microsoft und „keine Internetverbindung“

Ein Computer, vor allem aber ein Notebook, ist ohne Internet kaum mehr als eine Schreibmaschine. Und wenn’s wirklich passiert, dass sich das Internet abmeldet, dann ist der Verursacher nicht das Betriebssystem, sondern der bescheuerte User.

Da geht nun also der Ex-IT-Organisator der Sache auf den Grund, mal unter der Annahme, er wäre nicht der „DAU“, der dümmste anzunehmende User.

Es gab da doch eine Lösung? Leider eben nicht!

Aus Erfahrung weiß er, dass Microsoft eine zwar ziemlich unzugängliche und selten wirksame, aber dennoch erkennbare Maßnahme eingebaut hat: Einen Problemlösungsgenerator, speziell für solche Fälle, genannt „Netzwerkproblembehandlung“. Der ackert eine ganze Zeit und gibt am Ende dann nach vielen Versuchen die sattsam bekannte Meldung aus, dass die Probleme leider nicht behoben werden können. Die typisch arrogante Kommunikation, mit der Softwarefirmen (nicht nur Microsoft) ihre Kunden gerne abfertigen. Das Angebot, die Sache doch bitte an Microsoft zu melden (ein Klick, klar) scheitert daran, kein Internet zu haben. Ach, nee …

Meistens hilft, den Computer mehrfach hinunter- und wieder hinaufzufahren, wozu der alte Chefprogrammierer der damaligen Zett gesagt hätte: „Oh, da hat sich wohl ein Bit verhakt.“

Das Internet - keine brauchbaren hinweise - viel Schrott auch vom "Fachmann"

Ich habe dankenswerterweise Weise gar nicht erst mit meinen anderen Kisten ins Internet geguckt, um den Fehler zu beheben. Da schreibt Unisono einer vom andern den üblichen Stuss ab: „Du hast wohl deinen Router falsch konfiguriert“, an dem liegt es unter Garantie. Da fehlt auch nie der Hinweis, den „Proxyserver zu überprüfen“ und zum Schluss die Super-Alternative: „Ach, nehmt dich mal euer Anti-Viren-Programm heraus.“ Tja, das war wohl nix, Freude – wie denn überhaupt 90 Prozent aller Tipps aus dem Internet, gemittelt aus den Antworten von Foren und Fachzeitschriften, ziemlich aus der Luft gegriffen sind.

Natürlich kein Router-Problem

Bliebe ein anderes Konnektor, um die WLAN-Verbindung herzustellen: Funktioniert auch nicht. Und bevor ihr fragt: WLAN am Router funktionierte glorios. Ein testweise eingesetzter Mikro-Router brachte ohnehin auch keine anderen Ergebnisse.

Was letztlich half - aber als äußerst unvorsichtig gilt

Den Angsthasen wird komisch vorkommen, was ich dann tat (und ich kann es euch auch nicht empfehlen): Wenn bei bei meinem zweiten Standbein, einem Linux-System, mal gar nicht mehr geht, dann schalte ich den Computer „heiß aus“ – also bei laufendem Betriebssystem. Das kann schief gehen, deshalb die Warnung. Wenn man's tut, droht Datenverlust.

Zurück zu meinem Notebook. Da ist immer die Frage, ob es sich wirklich „heiß“ ausschalten lässt, weil keiner weiß, ob es nicht doch noch Reste des Systems mit Strom versorgt werden, wenn der Druckschalter auf „Aus“ steht. Also: Lange drücken, der Computer schaltet sich aus. Beim Wiedereinschalten motzt er – soll Windows wirklich auf normale Art gestartet werden? Erfahrungsgemäß versucht man so etwas am besten erst einmal mit „Normal“. Die Kiste eiert irgendwie herum, kommt dann aber wieder und zeigt dann tatsächlich eine Internetverbindung an. Bloß: Als ich das erste Programm (Norton) aufrufe, bekomme ich einen schwarzen Bildschirm – und der bleibt.

Jetzt reicht „kurz drücken“. Windows meldet mir noch mal, dass ein Problem vorliegt, und ich sag wieder, es soll mal ganz hübsch normal hochfahren. Außerdem habe ich jetzt mal das Netzkabel angeschlossen – könnte ja sein, dass alles wieder etwas länger dauert.

Uff ... es geht wieder

Am Ende: Ein Ping per Betriebssystem beweist: Alles läuft tadellos, Firefox geht auch, macht gleich mal ein Update – Norton mehrere.

Fragen Sie mich doch gar nicht erst, wieso … nur eines wird mir klar: Wäre ich ein Angsthase, hätte ich bei meinem ansonsten freundlichen Computerreparateur viel Geld für die „Beseitigung des Fehlers“ zahlen müssen, für den ich keinerlei Verantwortung trug. Doch das interessiert Softwarefirmen ohnehin nicht.

Surface für den Schreibtisch – schick und teuer

Heute hat es ein Produkt in die "Top 10" der in der Presse gefundenen Wörter geschafft: Surface. Das Wort hieß früher einmal „Oberfläche“, bevor es Microsoft zu einem Begriff für schmale und leichte Computer (Hybridcomputer als Notebook und Tablet) machte.

Nun kommt das teuer-und-gut Produkt für den Schreibtisch es Ästheten : das „All-in-One“ Surface Studio. Es kostet wesentlich mehr als eine gute Workstation, ist aber um Vieles schicker. Nach Presseberichten wird es zwischen 3.500 und 4.200 USD kosten.

Da regen sich zwei Seelen in der Brust des Anwenders: Die eine sagt: Haben, haben! Die andere: Der Preis zahlt sich nicht aus. Jedenfalls nicht für Schriftsteller. Wenn’s mir jemand schenken würde, würde ich es trotzdem nehmen.
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