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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Appell an die Bildungsminister für ein Pflichtfach „Medienkunde“

Die KI bietet unendliche Möglichkeiten, das Wissen des Einzelnen zu bereichern. Sie stellt allerdings die gleichen Möglichkeiten zur Verfügung, um unser Denken und Fühlen zu manipulieren, Fehlinformationen zu verbreiten und das Zusammenleben bewusst zu vergiften.

Ein Appell


Angesichts dieser Tatsache und der bei Weitem unterschätzen Gefahren fordern namhafte Pädagogen inzwischen dazu auf, Medienkunde als Hauptfach an allen Schulen zu unterrichten.

Die meisten Stellungnahmen zur Medienkunde werden immer wieder kopiert – aber sie stammen zumeist noch aus einer Debatte, die einstmals als „Digitalkunde“ bekannt wurde – etwa im Jahr 2019. Heute (2026) sagen viele Fachleute: Die Schule hat sich viel zu spät entschlossen, die digitale Welt in ihre Unterrichtspläne zu integrieren. Inzwischen greift die KI weit in unseren Alltag ein, sodass es Zeit wird, Alarm auszulösen.

Zum Teil wird dies bereits versucht (1) – aber es reicht nicht aus. Zudem versuchen Vertreter der „alten Schule“ das Schulfach „Medienkunde“ kleinzureden. (2)

„Ein grundlegendes Verständnis der technischen Funktionsweisen sowie das Erkennen von Chancen, Grenzen und Risiken der neuen digitalen Möglichkeiten sind für einen verantwortungsbewussten und reflektierten Umgang sowie für einen lernförderlichen Einsatz im Unterricht und beim Lernen zu Hause unabdingbar. Ziel muss es sein, Schülerinnen und Schüler zu befähigen, die neuesten digitalen Entwicklungen kritisch-reflektiert anwenden zu können, um digital mündig zu werden. … Mit Blick auf die Gefährdung demokratischer Strukturen durch KI-generierte und -verbreitete Falsch- und Desinformation gewinne die Medienbildung und -erziehung in allen Lernbereichen an Bedeutung.“


Hinweis: Der Autor dieser Zeilen befindet sich im Ruhestand und verfolgt mit diesem Artikel keine Wirtschaftsinteressen.

(1) Deutsches Schulportal
(2) (Auf der Zielseite bitte Kommentare lesen) - news4teachers)
(3) Aktuelle Informationen zu den Gefahren: The Instability Of Truth", New York 2025.

Dieter Nuhr – nur noch Witzchen für Konservative?

Da steht er wieder auf der Bühne, mit dem strahlenden Grinsen des selbstbewussten Lehrers, der schnell mal alle abstrafen will, die er nicht leiden kann. Grüne sowieso – das hat er nun ja einige Jahre im Fernsehen geübt. Kurz: Dieter Nuhr kam mit der Mentalität des Schulmeisters, der, das Wissen der Welt auf sich vereinigt. Und das heißt: Im Grunde geht es nur um Nuhr und um seine Fangemeinde im Publikum, das nach wie vor hören will, wie Grüne und Linke abgekanzelt werden.

Selbst dem konservativen FOCUS scheint der Nuhr-Ismus nicht mehr zu gefallen, denn Kolumnisten Beate Strobel schrieb:

Mundgerecht in Häppchen serviert, klingt das alles noch ganz lustig. Als geballte 60-Minuten-Abrechnung mit dem vergehenden Jahr schmerzen die Scherze allerdings irgendwann.

War es ein Jahresrückblick? War es Satire? Ist der Herr Nuhr überhaupt ein „Comedian“ oder nur der Sprecher der grauen konservativen Mehrheit, der alles besser weiß? Hat er überhaupt einen Standpunkt, oder predigt er inzwischen gegen alle, die nicht rechtskonservativ sind?

Vielleicht muss ein „Comedian“ keinen Standpunkt haben, sondern nur ein überaktives Sendungsbewusstsein. Doch dann wären wir eher beim Stammtisch als beim politischen Kabarett.

Halt – da wäre noch etwas zu sagen, und das folgte dem Artikel von Frau Strobel auf dem Fuß: Die Rechtfertigung der Fangemeinde des Herrn Nuhr, ausführlich und detailliert. Zwar sind offenbar 43 Prozent derjenigen, die sich überhaupt zu Nuhr geäußert haben, eher nicht „vollständig begeistert“, und so legte man nach:

Mit 57 Prozent bildet die Zustimmung zu Dieter Nuhrs Gesellschaftskritik das weitaus größte Meinungsbild unter den Lesern. (1) Viele loben seinen Mut, unbequeme Wahrheiten offen anzusprechen und sehen ihn als wichtige Stimme für ein kritisches Kabarett, das Missstände klar benennt.

Nun gilt der FOCUS als „konservativ orientiert“, sodass mich nicht wundert, dass es zu dem geschilderten Meinungsbild gekommen ist. - und die Fans von Herrn Nuhr sind ohnehin der Meinung, dass er eine der letzten Betonpfeiler der freien Meinungsäußerung ist. Wer das nicht glaubt, dem wir per Leserkommentar gesagt:

Jeder, der sich jetzt echauffiert, ist genau das Zielobjekt dieses politischen Kabarettisten.

Oh, übrigens. Ich echauffiere mich nicht, nehme aber für mich heraus, selbst zu denken, statt andere für mich denken zu lassen.

Zitat und Auaeinandersetzung: FOCUS

Einigkeit zum Tag der Wiedervereinigung

Gespaltenes Deutschland? Ja, in den Medien, wo jeder Spaltungsversuch in den Vordergrund geschoben wird. In der Bevölkerung leider gelegentlich auch. Der Grund liegt lange zurück: Die Versprechungen von Helmut Kohl konnte die Politik nicht erfüllen. Aus meiner heutigen Sicht: Es war von Anfang an sehr unwahrscheinlich, dass sie erfüllt werden konnten.

Deutsche sind überraschend einig

Wie eine neue Umfrage wissen will, sind sich Deutsche in vielen Punkten einig.

Die tatsächlichen Unterschiede zwischen Ost- und Westansichten liegen demnach in den überspitzten Forderungen von der rechten, linken und sogar der liberalen Seite.

Einige Wissenschaftler, die sich damit beschäftigt haben, sagen salopp dazu:

Dabei treffen Akteure - wie Klimaaktivisten und marktliberale SUV-Fahrer - aufeinander, die mit ihren starken Positionierungen "in ihrer Lautstärke und Zuspitzung von den Medien aufmerksamkeitsökomisch prämiert werden".

Heißt: Wer für „Pro“ und Contra“ herum dröhnt, kommt in die Presse, wer „nur“ darüber nachdenkt, verliert seine Stimme in der Öffentlichkeit.

Nicht nur die Boulevardpresse folgt diesem Trend – sogenannte „seriöse“ Zeitungen tun das gleiche, wenn auch in anderem Tonfall.

Wer mehr (und vor allem mehr Tatsachen) wissen will, ist derzeit bei der ARD bestens aufgehoben.

Normalerweise bewährt sich – in Ost wie in West, die Zukunft aktiv zu gestalten und den Einflüsterungen von Rechts, Links und anderen ideologisch verklärten „Auffassungen“ zu widerstehen.

Und ja – ich wurde im Norden geboren und lebe in Thüringen – und es gibt regionale Unterschiede in der Denkweise – so wie zwischen Schleswig-Holsteinern und Bayern.

Zitate und weitere Informationen: ARD.

Bessere Zukunft mit "Generation Alpha"?

Es gab nie eine Generation „Z“ – auch wenn der Zeitgeist, die sozialen Medien und sogar die Presse den Begriff „salonfähig“ gemacht haben.

Aber was kommt nun? Eine Generation Alpha?

Tatsache ist: Diese neue „Generation“ wird es schwer haben. Sie muss damit rechnen, die Realität irgendwann wiederzuentdecken. Aber wird sie überhaupt dazu befähigt?

Der Jugendforscher Simon Schnetzer will wissen:

Die wichtigsten Future Skills, Fähigkeiten für ihre Zukunft, darunter Wissen zu Finanzen, Psyche, Medien, Demokratie, müssen sie sich selbst aneignen.

Wir haben vergessen, was Menschen der Zukunft brauchen

Kurz: „Wir“ haben sie ihnen nicht vermitteln können – und werden dies voraussichtlich auch nicht mehr schaffen. Für die Mehrheit der Deutschen ist weder klar, wie die Wirtschaft funktioniert, noch wissen sie etwas wirklich Relevantes über „die Psyche“ - allein der Begriff klingt antiquiert, und er ist es auch: so etwas wie „die Psyche“ existiert nicht - gemeint sind die Persönlichkeitsmerkmale.

KI als Denkersatz?

Und ihnen fehlt nicht nur Medienwissen und tiefes Demokratieverständnis, sondern sie werden voraussichtlich nicht einmal mehr erkennen, wie Wissen entsteht – als Folge der KI, die es ihnen angeblich „abnimmt“. Abgehen davon: Von einem liberalen Standpunkt kann bei der neuen Generation keine Rede mehr sein. Entweder Links oder Rechts oder Müffel-Mainstream.

Was bleibt, ist ein Auftrag: dieses Land als freies, friedliches zukunftsträchtiges Land zu gestalten. Das wird ihnen die KI auf keinen Fall abnehmen.

Das Ende der Redefreiheit – vorläufig abgewendet

Das Ende der Redefreiheit war noch nie so nah – in den USA. Jimmy Kimmel und seine Late-Night-Show wurde abgesetzt – aus Gründen, die für einen liberalen Europäer kaum nachvollziehbar sind. War dies schon das Ende der Redefreiheit in den USA? Offenbar noch nicht, denn nun soll Jimmy Kimmel wieder auf Sendung gehen – und alle sind gespannt, was er sagen wird.

Dennoch wird weiterhin Eigen-Zensur ausgeübt: Die beiden Netzwerke Sinclair und Nexstar Media haben laut BBC beschlossen, die Late-Night-Show momentan nicht zu senden.

Nachtrag: Inzwischen ist Jimmy Kimmel zurück - und wie erwartet, war der gegenwärtige US-amerikanische Präsident darüber nicht glücklich. Die Frage, was aus der Meinungsfreiheit in den USA und dem "Rest der Welt" wird, bleibt deswegen spannend.