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Zwei Frauen versagen

Die Versager: die Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Andrea Nahles (SPD). Und ein Gewinner: Horst Seehofer (CSU). Na schön, es gibt noch einen Gewinner, aber über den wird in ein paar Wochen kein Mensch mehr sprechen: Hans-Georg Maaßen.

Nun haben CDU und SPD je einen internen Konflikt, und nur die CSU ist (mal wieder) fein raus: Bayrische, männliche Dickköpfigkeit schlägt alles und alle. Es mag sein, dass die "Koalition gefährdet war". Aber das kann so nicht ganz stimmen: die Gefährder waren Menschen im Vorfeld, die den Mund zu voll genommen haben und die hernach ein schlechtes Krisenmanagment betrieben haben.

Wobei die SPD sich nicht als moralische Kraft hinstellen sollte: Moral seht anders aus als Konflikte zu erzeugen und sie noch zu verschärfen. Man hätte mit der Causa Maaßen auch weniger aufgeregt umgehen können – immer gleich vor Fernsehkameras herumzuhüpfen, ist nicht unbedingt sinnvoll.

Und überhaupt: Der Zustand der SPD ist unter aller Kanone. Sie hat denkbar miserable Führungskräfte, merkwürdige Strukturen, die falsche Idee von einer Partei des 21. Jahrhunderts, und sie zeigt jeden Tag, dass sie von der Basis bis zur Spitze auf der falschen Spur ist. Was die Frage aufwirft: Es mag sein, dass Deutschland die SPD braucht, aber eben nicht diese SPD.

Die Kanzlerin? Ja, die Kanzlerin. Sie schwebt irgendwo „da oben“, gilt als „unaufgeregt“ und ist in Wahrheit an Ende mit ihrem Latein. In der Gegenwart und für die Zukunft erst recht. Und das ist einfach schade.

Online-Zeitungen ... mit Werbung verrammelt

Mehr als fragwürdig - erst Fragen beantworten müssen, dann lesen dürfen
Liebe Verleger,

Ihr dürft ganz sicher sein, dass ich eure Zeitungen nicht abonniere, weil ich schon eine habe. Und ich will auch keine eurer dämlichen Umfragen beantworten. Ich will einfach nur in Ruhe ein paar Meinungen einsammeln, und ich verspreche euch in die Hand: Ich kann auf eure Zeitungen gut und gerne sch… notfalls verzichten, wenn ihr eure Tore mit diesem unsäglichen Müll verrammelt.

Euer

sehpferd

Das falsche WIR der Kanzlerin hat Folgen – und was nun?

Wer erinnert sich nicht an das „Wir“ der Kanzlerin: „Wir schaffen das.“ Mag ja sogar sein, dass es nicht bloße Rhetorik war, obgleich dies sehr wahrscheinlich ist.

Aber der Satz hatte keine Substanz. Denn eigentlich bedeutete er: „Na, Städte und Gemeinden, nun seht mal zu, wie ihr damit zurechtkommt.“ Heute wissen wir: Sie kamen damit nicht zurecht, und sie sind weiterhin nicht in der Lage, die Situation zu beherrschen. Und nun ist der Rechtsstaat in Gefahr.

Der Ansturm der Vertriebenen

Klar: Das alles gab es schon mal. Als die Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten das damalige Vierzonenland überfluteten. Sie kamen, integrierten sich und wurden integriert. Und dies, obgleich sie manchem doch recht fremd vorkamen. So richtig „Deutsch“ erscheinen die „Rucksackdeutschen“ oder gar „Pimocken“ (3) den Einheimischen dann doch nicht. Auch die Querelen hielten sich in Grenzen: ein bisschen Arroganz bei den „Ostbaronen“ ein bisschen Neid bei den Westlern, weil die Menschen aus dem Osten angeblich bei der Wohnungssuche bevorzugt wurden. Der FAZ-Kommentator sagt dazu richtigerweise (1):

Hat sich jemand in Berlin einmal angeschaut, was nach 1945 bis weit in die Fünfziger Jahre hinein getan wurde, um Flüchtlinge in der Bundesrepublik zu integrieren und die Stimmung in der Bevölkerung nicht überkochen zu lassen? Es lohnt sich. Dagegen ist das, was jetzt geschehen ist, kaum der Rede wert.


Die Integration der Gastarbeiter - Verantwortung geschickt abgeschoben

Ganz anders war es bei den Gastarbeitern, deren Wesen und Kultur erheblich kritischer angesehen wurde, als dies heutzutage der Fall ist. Ein Italiener war damals ein Fremdling, und bestenfalls seine Eisdiele war beliebt. Aber ein Bauarbeiter aus Sizilien? Doch auch diese Situation wurde gemeistert – die Politik schob die Integration erfolgreich auf die Wirtschaft ab. Und so war es: (2)

In den 1950er und 1960er Jahren kommen die ersten "Gastarbeiter" mit Sonderzügen nach Deutschland. Am Zielbahnhof werden sie registriert, mit einer warmen Mahlzeit versorgt und auf die Züge verteilt, die sie zu ihren Arbeitgebern im Bundesgebiet fahren. Dort werden sie meist in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Größere Betriebe organisieren Dolmetscher, die den Ankömmlingen den Anfang erleichtern sollen. Sie erklären, wie man in Deutschland einkauft, Straßenbahn und Busse benutzt und helfen beim Einlernen am Arbeitsplatz. Viele müssen aber von Anfang an auch allein zurechtkommen.


Die Politik (Kabinett Adenauer II bis Adenauer V) konnte sich die Hände reiben. Zwar gab es einige Zwischenfälle, aber die Arbeitgeber hatten Herrn Adenauer die wesentlichen Schwierigkeiten abgenommen. Und nachdem sich die Wogen geglätteten hatten, erwiese sich, dass sich insbesondere die Italiener, recht viele unter ihnen Bauarbeiter, Eigentum schufen. Das verbindet automatisch zu einem ganz anderen WIR.

Frau Merkels schwerwiegender Fehler

Ja, und dann kam eben Frau Merkel, stellte sich auf ein Podest, warf das Wort „WIR“ in den Raum und meinte, die anderen würden für sie schon die Kohlen aus dem Feuer holen.

Mit dem WIR schmücken sich mittlerweile auch die Rechtsradikalen. Zum Beispiel in Leserbriefen und Hasskommentaren, in denen sie stets darauf hinwiesen, dass sie das Volk repräsentieren. Und sie verwenden dafür das „WIR“ verschwenderisch. Das klingt dann so: Nun müssen WIR also dafür sorgen, nun müssen WIR uns dagegen wehren, nun müssen WIR uns dagegen schützen. In Wahrheit ist es freilich das wirklich „unsrige“, die Verfassung, die geschützt werden muss - gegen die Angriffe von Rechts.

Die FAZ schrieb dieser Tage in einem kontroversen Artikel sinngemäß, dass es einen Raum geben müsse „zwischen rechtsradikalen Agitatoren sowie asozialen Trittbrettfahrern auf der einen und den moralisierenden Agitatoren auf der anderen Seite.“

Und genau diesen Raum müssen „wir“ als Hüter der Grundrechte und als ehrbare Disputanten betreten und möglichst viele Menschen davon überzeugen, dass hier ihre Heimat ist.

Zitate:

(1) Zitate aus der FAZ
(2) Wirtschaftswunder, Gastarbeiter.
(3)Vertriebene, Flüchtlinge aus Ostgebieten.

Chemnitz: Sie waren nicht alle Rechtsextremisten?

Sicher ist: Nicht alle, die bei den Rechtsextremisten mitlaufen, sind deshalb schon Rechtsextremisten. Aber was soll das Differenzieren? Weil sie mitlaufen, sind sie Mitläufer. Und Mitläufer bestärken Extremisten.

Was wir tun müssten? Wir sollten unseren unzufriedenen Mitbürgern sagen, dass sie eigene Initiativen gründen müssen, die eben nicht der rechten Szene zuzuordnen sind. Eine Alternative für sie (und für Deutschland) wäre auch, die CDU (ja, die CDU) zu unterstützen und aktiv an einer besseren Politik mitzuwirken. Die CDU heißt nicht „Merkel“ und „Merkel“ heißt nicht CDU – das müsste selbst ein Hauptschüler begreifen können.

All dies und noch viel mehr würde etwas nützen und den „mündigen Bürger“ stärken, der sich vom instinktgetriebenen Wutbürger durch Verstand unterscheidet.