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Einfach gedacht: Und was halten Sie von Frau Merkel?

Dialog im Taxi:

Taxifahrer, Spanier: "Was halten Sie von Frau Merkel?"

Sehpferd: "Nun, sie ist die Kanzlerin, und ich denke, wie haben keine andere. Was denken Sie?"

Taxifahrer: "Ich hasse Frau Merkel."

Sehpferd: "Ich verstehe. Aber sehen Sie, in Ihrer Partei gibt es kaum Alternativen, und die andere Partei bot bislang ebenfalls keine Alternative."

Taxifahrer: "Könnte sein."


Das Problem ist immer wieder, dass „Frau Merkel“ eine Machtposition einnimmt (und offenbar genießt), die in Europas Süden mit Argwohn betrachtet wird. Insofern hatte mein Taxifahrer recht. Leider stützen die konservativen Medien diesen Anti-Südländer-Kurs – und der Deutsche an sich ist sowieso davon überzeugt, dass Südländer bestenfalls als Kellner und Taxifahrer taugen. Ganz schlecht für unser Ansehen, denke ich.

CDU: Nur Merkel ist ein bisschen wenig

Irgendwie hat die Kanzlerin einen Fehler gemacht, der unverzeihlich ist. Denn um sie herum ist’s leer – möglicherweise, weil alle, die in der CDU noch etwas werden wollten, irgendwann einmal abgemerkelt wurden. Und für die jungen Menschen ist „ganz viel heiße Luft“ nun auch nicht gerade das, was man sich in einer Partei wünscht.

Und vor allen Dingen – fehlt es der CDU an positiven, zukunftsweisenden Ideen. Es reicht nun einmal nicht, den SPD-Kandidaten niederzuschäublen, sondern man braucht eine Zukunftsperspektive für den Wähler – und die fehlt der Kanzlerin gegenwärtig ganz und gar.

Ich sage gar nicht, dass die SPD eine solche Perspektive bietet. Wahlen werden nicht im unteren Sozialsegment entschieden. Wir erinnern uns; der Mindestlohn wurde „so mitgenommen“ und er verteuerte viele Waren und Dienstleistungen erheblich und sorgte für Unruhe in den Betrieben. Aber Dank an die SPD gab es nicht. Und genau das wird bei jeder sozialen Mehrleistung passieren, was letztlich bedeutet: Die SPD braucht eben auch eine Zukunftsperspektive, die über den aktuellen Populismus hinausgeht.

Nun – dann mal los, Kanzlerin und Kanzlerkandidat: Überzeugen Sie uns – und zwar nicht mit Sprüchen, sondern mit Konzepten. Das wär doch einmal eine Aufgabe, nicht wahr?

Herr Trump, die Presse und ein paar rechtsgerichtete Dänen

Journalisten sind gelegentlich scheußlich geschwätzig. Sie hängen an ein paar Papierfetzen, und sie verbreiten dann das, was darin steht. Aber das ist nicht alles: Wenn Herr Trump etwas äußert, dann stehen sie stramm und glauben, diese Äußerungen kommentieren zu müssen – ob positiv oder negativ.

Und so überhöht die WELT dann auch die dänischen Rechtspopulisten, die sich ihrerseits zu Herrn Trumps jüngsten Äußerungen zu Wort meldeten. Am Ende wird dadurch die Meinung erzeugt, Herr Trump, der Allwissende, habe recht: Frau Merkel habe einen schweren Fehler begangen. Selbst wenn das so sein sollte: Das geht Herrn Trump nicht die Bohne an. Der muss erst einmal zeigen, was er kann, und zwar in den USA.



Jetzt: Sozialismus in Deutschland verhindern!

Nie wieder Sozialismus in Deutschland!
Die rote Front steht offenbar bereits, nachdem Frau Merkel mitteilen ließ, dass die eine neue Kanzlerkandidatur anstrebt. Insbesondere die Grünen, die leider immer noch sozialistischen Gedanken nachhängen, habe bereits gesagt, was sie wollen:

Wir werden 2017 dafür kämpfen, dass die Merkelsche Kaputtsparpolitik in Europa, ihre verhängnisvolle Mutlosigkeit beim Klimaschutz und die wachsende Ungleichheit beendet werden.


Welche ein Unsinn – die angebliche Kaputtsparpolitik (auch Stabilität genannt), hat vor allem Deutschland genützt – und ob sie Europa geschadet hat, ist keine Tatsache, sondern eine Behauptung. Und beim Klimaschutz hat der Wirtschaftsminister (SPD) ebenso gebremst wie die CDU. Also: Polemik und keine Spur von Aufrichtigkeit. Und das soll die ohnehin von Politikersprüchen genervte Öffentlichkeit dazu bringen, "Grün" zu wählen?

Dass die Linkspartei starke Sprüche darauf hat, ist ja ohnehin klar. Ihr Bundesvorsitzender, Bernd Riexinger, redete von einer „tiefen Krise der Demokratie in Deutschland“ und sucht sich dabei sofort populistisch die Rentenpolitik als Thema. Demnach „schicke die Kanzlerin mit ihrer Rentenpolitik … Menschen ungerührt in die Altersarmut.“ Typischer Fall von Polemik: Die Kanzlerin wird überhöht, so als wäre sie eine Kaiserin, die beliebig Dekrete erlassen kann, und sie „schickt“ niemanden in die Altersarmut, weil sie es wünscht. Klar muss die Rentenpolitik auf die Tagesordnung, und zwar ohne bayrische Mütterlein-Schnörkel, aber auch ohne sozialistische Gleichmacherei. Und vor allem muss eine höhere Rente finanziert werden. Sollte jetzt jemand vorschlagen: „Über die Mehrwertsteuer“, was naheliegend wäre, dann würden sämtliche Linksausleger in Deutschland Schaum vor dem Mund bekommen.

Verhindern Sie schon jetzt den Sozialismus in Deutschland! Sagen Sie insbesondere den Grünen, dass sie auf dem falschen Weg sind, vielleicht lässt sich da noch etwas retten. Und diskutieren Sie ernsthaft über soziale Fragen und lassen Sie sich nicht von den Parolen der Linkspartei einwickeln.

Zitate vom MDR .

Die Chefin der westlichen Welt – oder wohin gehen wir gerade?

Wenn man auch nur ein ganz klein wenig glaubt, was sich jetzt nach der Wahl von Mr. Trump abzeichnet, dann ist es dies: Die westliche Welt benötigt eine neue Führerschaft. Eine, die moralisch erträglich, europäisch integrativ und notfalls auch konsequent sein kann.

Der Amerikaner Eric T. Hansen glaubt, diese Person in Angela Merkel gefunden zu haben, und er hat gute Gründe dafür. Denn er sagt gleich zu Anfang seines ZEIT-Artikels,

Keiner in Europa – und nur eine Minderheit in Amerika – wird ihn (Trump) als moralisches Vorbild akzeptieren.


Sicher ist, dass der Papst von Rom diese Aufgabe nicht erfüllen kann, und ebenso wenig einer der schwachen Regierenden in den übrigen Ländern Europas. Bei aller Liebe zum Vereinigten Königreich – erstens ist es raus aus dem Klub „Europa“ und zweitens war das Ziel des Empires nie die Tugend, sondern das Wohlergehen des Kernlands England.

Die Chance, die abendländischen Werte zu verfassen und konsequent auf dieser Erde zu vertreten, und zwar auf der Basis des Humanismus, des Liberalismus und der integrationswilligen religiösen Strömungen hat nur noch Deutschland. Ich rede bewusst nicht von den „jüdisch-christlichen“ Werten, die dabei so oft untergemischt werden. Judentum und Christentum sind nur Religionen, und sie beinhalten beide kein glaubwürdiges Konzept für „das Abendland“. Die Person, die das wichtigste Wort in Europa spricht, muss nicht zwangsläufig Frau Merkel sein, wie Eric T. Hansen glaubt. Aber es muss eine starke Europäerin oder ein starker Europäer mit Rückgrat sein.

Europa ist dabei, seine letzten schönen Federn zu verlieren und damit wird auch die Macht wegbröckeln. Den Brexit mag man noch verkraften, doch die selbstherrlichen nationalistischen Eiferer stehen auch anderwärts in den Startlöchern. Und sie werden nicht ruhen, das Volk ihrer jeweiligen Länder gegen den Europäischen Gedanken aufzubringen, und damit auch gegen den Gedanken des Abendlandes und seiner Werte. Ganz abgesehen von den deutschen Nationalisten, die sich zwar immer wieder neue Namen geben, hinter denen aber der alte Nationalismus steht.

Wir sind – entgegen der Meinung all dieser Schreihälse von rechts und links und dem Altbestand der Kommunisten aus der Ex-DDR – keine Bananenrepublik der USA.

Aber der Handel mit den USA nützt uns allen, und ein großer Teil der Menschen in Deutschland (auch in Ostdeutschland) lebt davon. Also ist es Zeit, das Verhältnis zu den USA neu zu regeln – auch über Herrn Trump hinaus.