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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Warum ich kaum Dialoge führe

Dieser Tage wurde ich aufgefordert, mich möglichst audiovisuell auf einen Dialog einzulassen.

Ihr werdet euch wundern, wenn ich euch sage, dass ich als „Urgestein“ des Bloggens und langjähriger IT-Mitarbeiter darauf nicht einmal technisch vorbereitet wäre.

„Und als ehemaliger Lehrer für menschliche Kommunikation?“, werdet ihr nun vielleicht fragen.

Nachdenken ist nicht sehr gefragt

Oh, ich kann es noch. Zuhören, Fragen stellen, die man gerne beantwortet oder aus aus dem Stegreif sinnvolle Sätze bilden.

Aber ich habe mir angewöhnt, über Antworten nachzudenken. und deshalb nehme ich mir sehr viel Zeit dafür, sie möglichst sinnvoll, vollständig und neutral zu beantworten.

Kommunikation besteht oft darin, sich zunächst einmal an die andere Person heranzutasten. Sie hat mehrere Aspekte - mindestens jedoch einen Sach- und einen Beziehungsaspekt. Die meisten Menschen „öffnen sich“ erst, nachdem sie sicher sein können, dass es der andere „ehrlich mit ihnen“ meint. Dann wägen sich nicht mehr ab, dann weichen sie nicht mehr aus, dann werden sie „intimer“ im besten Sinne.

Und ja, auch das beherrsche ich noch. Aber eine ganz andere Frage ist die, ob ich es will.

Nein, kaum noch. Denn für Antworten benötige ich stets etwas Zeit. Und das ist letztendlich der Grund, warum ich selten „online“ kommuniziere.

Zum 3. Oktober

Ich feiere gerade die Einheit. Ein wundervoller Spätsommertag, inmitten von Ost- und Westdeutschen. Unter Menschen, die Toleranz leben und sich ganz sicher sind, dass es die Demokratie bereits gibt. Kurz: Unter Personen, die sich sehr unterschiedlich definieren, sich aber bewusst sind, allesamt Deutsche zu sein.

Und manchmal – ganz still – denke ich daran, wie viele „Deutsche“ ihr Deutschsein niemals hinterfragen mussten. Das müssen jene sein, die auf Plakaten die Begriffe „Deutsch“ und „Deutschland“ missbrauchen, um ihre Ideen manipulativ unters Volk zu bringen.

Oder anders ausgedrückt: Es ist leicht, in Deutschland zu behaupten, deutsch zu sein. Wesentlich schwerer ist, außerhalb Deutschlands zu erklären, was „Deutsch sein“ bedeutet.

Eine Diseuse statt eines Wahlkrimis

Als die Menschen am Wahlsonntag um 18 Uhr in Deutschland vor ihren Mobiltelefonen, Fernseher und Tablets saßen, lauschte ich fasziniert einer Diseuse und einem Herrn, der sie am Piano begleitete. Die Dame hörte auf den Namen Michaela Dazian und sie bot ganz vorzügliche Interpretationen bekannter und unbekannter Lieder aus einer etwa hundertjährigen Tradition: die Kunst der Diseusen.

Sie singen Humorvolles und Nachdenkliches, und dann und wann auch etwas „schrecklich Frivoles“ wie etwa den „Novak“, der seine Geliebte bekanntlich „nicht verkommen lässt.“

Warum sie Diseusen heißen? Weil viele von ihnen nicht eigentlich „sangen“ wie eine Operndiva, sondern eine Art Sprechgesang pflegten. Mal intrepretierten sie eigene Lieder, mal solcher ihrer Pianisten, dann auch wieder solche von Kurt Tucholsky oder dem unvergessenen Friedrich Hollaender.

Diese Art des Vortrags galt einige Zeit als ausgestorben - und viele Künstlerinnen wurden bereits als die „letzten Diseusen“ bezeichnet. Erstaunlicherweise aber leben sie und die Lieder immer weiter - manche, weil sie so zeitlos sind, und andere, weil sie so viel über die Zeit erzählen, in der sie entstanden sind.

Dann und wann bricht ein anderer Gedanken in mir auf. Die Strenge, akademische Art, mit der Emanzipation umzugehen, das Herumnörgeln an jedem Wort, das nicht „sozial korrekt“ ist - wer will das eigentlich?

Wie auch immer - die Diseusen und Kabarettistinnen mögen noch lange dafür sorgen, dass die Sinneslust nicht ganz vergessen wird.

Und übrigens, bevor ich es vergesse - die Ergebnisse einer Wahl erst gegen 19.30 zu bekommen, ist keinesfalls ein Schaden.

Die Wahl - was meint Wahlross zum Auftreten der Parteien?

Das Wahlross nimmt derzeit zur Situation der Parteien Stellung.

Das Wahlross fasst dieser Tage zusammen, was es in 50 Jahren über Parteien gelernt hat. Wahlross ist Wähler und Liberaler, aber an keine Partei gebunden. Bei diesen Meinungsbeträgen spielt eine große Rolle, ob die Parteien, die zur Wahl stehen, die Zukunft Deutschlands im Auge haben. Pragmatische Überlegungen überwiegen, weltanschauliche Fragen sind weitgehend zweitrangig. Die Kernfrage lautet: Haben die Parteien glaubwürdige Konzepte, die sich auch durchführen lassen?

Alle Beiträge sind reine Meinungsbeiträge, keine Analysen der Wahlprogramme.

Das neue Handy - seit etwa einem Jahr in Gebrauch

Und es ist doch möglich ... die neue Hülle, das alte Smartphone
Heute will ich über etwas schreiben, was ich schon mehrfach kurz erwähnt habe: über ein an sich wundervolles Smartphone. Es heißt IQOO, (IQ00) kommt aus China und ist bei mir nun seit etwa einem Jahr in Gebrauch.

Zweck des Smartphones (für mich)

Dieses IQOO Z1X enthält einen 2,4 GHz Snapdragon-Prozessor 765G, und meines hat acht Gigabyte RAM und 128 GB Telefonspeicher. Das tut an sich nichts zur Sache, sondern soll euch nur zeigen, in welchen technischen Bereichen es sich bewegt. Für meine Zwecke (wenig telefonieren, viel informieren, Gesundheit überprüfen und spontan fotografieren) ist es ganz hervorragend geeignet. Wer jemals ein Chinesen-Telefon kauft, sollte aber wissen, was im Kleingedruckten steht:

Bitte beachten Sie, dass selbst wenn die englische Sprache (oder eine andere Sprache) verfügbar ist, einige Teile des Betriebssystems möglicherweise immer noch in chinesischer Sprache angezeigt werden.

Sobald diese Hürde überwunden ist, funktioniert es wie jedes andere Smartphone auch, und die im IQOO verbauten Kameras sind erstaunlich gut - viel besser, als ich es jemals erwartet hätte. Der eigentliche chinesische Hersteller verfügt über weitere fantastische und überraschend preiswerte Smartphones, von denen allerdings nur sehr wenige in Deutschland erhältlich sind. Das ist sehr schade, weil die Qualität unzweifelhaft gut ist.

Die Frage eines Lederetuis war fast unlösbar

Nun liebe ich diese netten Lederhüllen, die es angeblich für jedes Smartphone gibt. Also musste eine her - und hier beginnt es knifflig zu werden. Der chinesische Exporteur behauptet, von nichts zu wissen, der deutsche Vertreter „jenes namhaften Herstellers aus China“ wehrt ab.

Und die angeblichen Edel-Manufakturen, die behaupten, „handgefertigte“ Hüllen aus Leder für alle gängigen Fabrikate produzieren? Dort wurde ich abgewimmelt, was in mir den Verdacht erweckt, dass die Sache mit der „Handfertigung“ eher eine Werbeaussage ist als eine Tatsache.

Nach einer krassen Fehlinformation eines bekannten Händlers mit einem falsch dargestellten Etui hatte ich die zunächst die Nase voll und benutzte ein pappenähnlich aussehendes Etui aus Indien. Auch bei diesem entsprach das Foto nicht dem tatsächlichen Aussehen. Kurz: es sah absolut billig aus -vor allem von vorne (die Rückansicht täuscht etwas).

Vor einigen Tagen kam mir nun eine Idee: Wenn ich eine Leder- oder Kunstleder-Hülle finden könnte, die vorne keine Lasche oder andere Abdeckungen hat, dann müsste doch ...

Um es kurz zu mache: Das Wunder geschah. Ich musste zwar erst einmal die innere Kunststoff-Halterung herausrupfen und meine eigene hineinkleben - aber dann sah alles super aus - und funktionierte vor allem auch.

Und würde ich das Smartphone noch einmal kaufen?

Würde ich das Smartphone noch einmal kaufen? Der Preis ist immer noch interessant - aber auch der Original-Hersteller hat hübsche Kinder, wenngleich in Deutschland nicht alle Modelle angeboten werden. Und dann und wann muss man ein wenig improvisieren, wie ich schon schrieb. Letztendlich ist aber die Frage, ob es sich lohnt, gut den doppelten Preis für ein Smartphone der beiden Marktführer in Deutschland auszugeben.

Ein etwas angejahrter Testbericht ist hier zu finden.