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Der Alpha-Softie geistert wieder durch die Presse

Er hat unzweifelhaft Alpha-Qualitäten
Ich hatte ja gehofft, nie wieder den Begriff „Alpha-Softie 2.0“ zu lesen. Der ist inzwischen sein „2.0“ los, bleibt aber ein Alpha-Mann und zugleich ein Softie, und das liest sich dann so: Zitat shz:

(Frauen wollen) … einen gutaussehenden Mann mit Status, mit dem man - auch wegen seiner Bildung und Empathie - tiefergreifende Unterhaltungen führen kann, der Wünsche erkennt, ein „Versorgertyp“ ist und zugleich leidenschaftlicher Liebhaber.


Frisch aufgewärmt anhand von Daten des Statistischen Bundesamts

Die Geschichte wurde wieder aufgewärmt, nachdem das Statistische Bundesamt Zahlen vorgelegt hat, nach denen höher qualifizierte Frauen durchaus minder qualifizierte Männer heiraten. Wobei sich die „Qualifikation“ allerdings lediglich auf die Bildung bezieht. So ein Pech aber auch. Übrigens wurde die Behauptung, die Kombination von "Alpha" und "Softie" 2017 nur wiederholt - im Ursprung stammte sie sinngemäß aus dem Jahr 2012 und las sich so: (Zitat)

Der Alpha-Softie: Zwischen Kinderliebe und Karriere ... Frauen wünschen sich mehrheitlich das Beste aus zwei Welten - den karriereorientierten Versorger, der sich zu Hause in die Kindererziehung einbringt.



Für mich ist erstaunlich, wieso Frau Fischbach, die Hauspsychologin von ElitePartner, nun ihr altes Modell vom Alpha-Softie wieder aus der Grabbelkiste holt. Es war schon mehr als fragwürdig, als sie dies 2012 der Presse vorstellte. Denn eigentlich sind sogenannte „Alpha-Männer“ nicht unbedingt Koryphäen des Geistes, sondern eben nur „Alpha“ also „Führer“ ihres jeweiligen Rudels. Und die Frage, was ein „Alpha-Mann“ überhaupt ist, beantwortet Elite Partner selbst - freilich ziemlich aufgehübscht, indem diesem Mann allerlei positive Eigenschaften zugeschrieben werden, die ein Alpha-Tier nicht notwendigerweise braucht.

Der aufgewärmte Alpha-Softie

Und ein Alpha-Softie? Da verlassen wir endgültig die Gesellschaftsordnung von Primaten ebenso wie die der Menschen (die auch zu den Primaten gehören). Denn Alpha-Softies sind eine sozusagen „an der Schreibmaschine“ konstruierte Männergattung, die man oft spöttisch als „eierlegende Wollmichsäue“ bezeichnet.

Wie die „shz“ (Schleswig-Holsteinischer Zeitung) nun auf die Idee kam, sich des Themas anzunehmen? Ich lächele an solchen Stellen immer ein wenig. Man muss die Zeitung ja irgendwie vollkriegen, oder?

Demisexuell sein – neue Masche oder Realität?

„Demi“ ist ein anderes Wort für „halb“. Ist ein Champagner Demi Sec, dann ist er „halbtrocken“ – so finden wir das Wort wieder. Und einstmals, in den Zeiten, als alles ein bisschen durcheinander war, gab es auch die „Demi Vierge“ – die Halbjungfrau.

Demisexuelle“ gibt es – nach bestem Wissen und Gewissen – nicht wirklich. Es ist eine Wortschöpfung – weiter nichts. Erfunden hat es die Gruppe der Asexuellen, die eine Art „Missing Link“ zwischen ihnen und den „sexuellen“ gesucht und gefunden haben – die Halb-Sexuellen eben.

„Asexuelle“ gibt es – entgegen vielen Eintragungen im Internet - nicht als feste Definition, sondern nur als eine recht ungenaue Selbstbeschreibung der Menschen, die sich „asexuell“ fühlen. Sie sagen, dass sie keinerlei sexuelle Anziehung zu anderen Menschen verspüren. Das soll nicht bezweifelt werden, reicht aber nicht für eine präzise Definition.

Demisexuelle sollen zur Zone der „Grau-Asexuellen“ zählen und ihnen wird die Eigenschaft zugewiesen, erst bei intensiven Beziehungen sexuelle Gefühle entwickeln zu können.

Für all dies gilt allerdings: Es gibt weder konkrete Hinweise für die Ursachen von Asexualität noch für das Vorhandensein von Demisexualität. Genau genommen (und hier sollte man genau hinschauen) gibt es nicht einmal konkrete Hinweise auf die Ursache von Asexualität – das Einzige, was darüber wirklich bekannt ist, stammt aus der Selbstbeobachtung der Menschen, die sich als „asexuell“ definieren.

Nun haben verschieden Publikumszeitschriften, unter anderem die BRIGITTE die Sache „neu entdeckt“ und schon geht wieder die lästige „Beratungsmanie“ los: Ei, wie kann man feststellen, ob man Demisexuell ist?

Brigitte hat nur fünf Punkte, Best Life hatte (damals) gar im Februar 2018 gar 15 Punkte, anhand derer „Du feststellen kannst, ob du Demisexuell bist."

Da fragt niemand in den Redaktionen: „Wie kann man denn eigentlich etwas feststellen, was nicht einmal ausführlich und verbindlich beschrieben werden kann?“

Was wieder viel Licht auf Publikumszeitschriften und ihren Wahrheitsgehalt wirft.

Das Pigging und die Frauen-Onlinepresse

Das Schwein udn das Schweinen
Wer Frauenmagazine oder Frauenzeitschriften liest, trifft leicht auf Nachrichten, die „Fake News“ auffällig ähneln.

Da las sich doch gerade in einem dieser Frauen-Online-Magazine:

Neuerdings gibt es einen Dating-Trend, der alles bisherige an fiesen Verhaltensweisen toppt. Es ist eher eine miese Challenge, als dass es irgendwas mit Dating zu tun hätte: Pigging.


Ah, eine „miese Challenge“. Eine „Challenge“ ist im Englischen so gut wie alles, was irgendwie mit einer „Herausforderung“ zu tun hat – von der „Anforderung“ bis zum „Problem“. Also ist eine „miese Challenge“ eine absolut schlechte Herausforderung. Das Wort „Challenge“ kommt übrigens aus dem Altfranzösischen und heißt dort chalongier.

Nun wissen wir es also. Und was ist dann bitte „Pigging“? Nun, das ist nicht so einfach, denn das Urban Dictionary, sonst stets geschwätzig, und vielfältig auskunftsbereit, sieht die Definition des „Pigging“ im Dating-Bereich erst auf Platz Fünf:

„Pigging bedeutet, dass du eine fette Tussi abschleppst, um sie zu vögeln.“


(Die Wortwahl (1) stammt nicht von mir, im "Urban Dictionary" schreibt man so, wie der Schnabel gewachsen ist.)

Der korrekte Begriff steht auch im Urban Dictionary“, und er heißt: „To Pull a Pig

Und wie war das mit der Wahrheit? Sollte da jemand den „Telegraph“ vom Oktober 2017 gelesen haben? Oder gar die Liebe Pur?

Nein … es ist doch ein „neuer, fieser Datingtrend, der eigentlich kein Datingtrend ist“ … und blah, blah, blah …“.

Ob er wirklich von „To Pick a Pig“ abgleitet, wurde? Hoffentlich nicht. Denn dort sagt uns das „Urban Dictionary“, es bedeute „eine zahnlose Hure zu besuchen“. Na denn. Viel Vergnügen.

Im Slang-Lexikon steht übrigens unter „to pig out“ „zu Fressen wie ein Schwein“.

Ja und wie war das eigentlich 2017, als die Nachricht über das „Pigging“ wirklich mal „neu“ war? Ja, da gab es einen Fall, der die Tränendrüsen rühren sollte. Stand alles in der britischen Boulevardpresse (Independent) – allerdings 2017.

Tja - der Oktober 2017 liegt leider nur schon gut zwei Jahre zurück. Es war also nichts mit dem Trend.

(1) Original: Pigging is when you pick up fat chicks with the entention to screw them.

Das Mittelalter und warum #MeToo einfach nicht dahinpasst.

Auch dies waren Frauen im Mittelalter: Bademägde, ein Paar im Zuber bedienend
Ich musste mir heute die Augen reiben. Da war die Rede von Alexander Graf von Schönburg-Glauchau in einem Gespräch mit der „Westfälischen Rundschau“. Der weiß, warum wir „warum wir eine neue sexuelle Revolution brauchen“ und er schrieb auch ein Buch darüber. Darüber? Nun, es heißt „Die Kunst des lässigen Anstands“ und handelt nicht nur davon, ob der Mann im Büro eine Krawatte tragen muss oder nicht.

Und das hat wahrscheinlich auch etwas damit zu tun, dass man ja bei der Suche nach dem Guten und Edlen unwillkürlich bei den „Rittern, den Gründungsvätern der europäischen Zivilisation“ lande. So jedenfalls will es Herr von Schönburg.

Kultur und Zivilisation - alles Ritter oder was?

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Na ja, geht vielleicht so gerade noch. Die Kultur hat ja schon viele Väter, von den Arabern über die Griechen bis zu den Römern – von Moses und Christus mal ganz zu schweigen. Und nun kommt die Zivilisation, die noch etwas weiter zurückreicht. Nö, es waren nicht die eher namenlose Frauen und Männer der Jungsteinzeit, die sie schufen, sondern – die Ritter.

Wer genau nachliest, wird schnell fündig: Die Ritter waren ein niedriger Adelsstand, der sich wegen fehlender Einkünfte nicht lange halten konnte. Ein Aufguss der angeblichen oder tatsächlichen Geisteshaltung war der „Tugendadel“, und da kommen wir der Sache schon viel näher. Man schuf Tugenden, und sie konnte jeder erwerben, der guten Willens war – nicht nur der Adel. Ob das etwas mit Zivilisation zu tun hat? Ansichtssachen, denke ich.

Die einflussreichen Frauen - wie heute bei #MeToo?

Ja und nun? Wie war das mit den Frauen? Dazu sagt der Buch-Autor (1):

Im Hochmittelalter gewannen die Frauen immer mehr an Einfluss und veränderten die Regeln. Das war eine Zäsur, genauso wie die #MeToo-Bewegung heute eine Zäsur unseres Zusammenlebens markiert.


Interessanter Vergleich. Und ein bisschen an der Grenze von Fake News. Denn anderwärts können wir durchaus lesen, dass dieser Zustand nicht wirklich akzeptiert wurde (2):

Frauen wurden im Laufe der Zeit immer selbstständiger, was den Männern zur damaligen Zeit überhaupt nicht gefiel. ….Mit der wachsenden Selbstständigkeit wurde der Hass auf die weibliche Bevölkerung immer größer. Man argumentierte mit in erster Linie mit christlichen Themen. Dies nutzte man zur Generalausrede, um Gewalt gegen das weibliche Geschlecht auszuüben.


Oh, sollte der Herr Graf die falschen Bücher gelesen haben? Eine mögliche Erklärung finden wir mal wieder auf einer Pädagogenseite. Dort wird glaubwürdig beschrieben, worin die tatsächlich oder vorgebliche Macht der Frauen im Mittelalter bestand, und wie sie zustande kam.

Demnach konnten sie nur ein sehr begrenztes selbstständiges Frauenleben führen, und es hatte nicht mit den edlen Rittern zu tun, sondern mit der Erwerbstätigkeit (3):

Im Früh- und frühen Hochmittelalter konnten unverheiratete Frauen sich durchaus als Händlerin oder Handwerkerin den Lebensunterhalt selbst verdienen und Mitglied in den Gilden und Zünften werden. Davon wurden sie jedoch ab dem 16. Jahrhundert nach und nach ausgeschlossen.


Wobei wir mal wieder bei der schwierigen Suche nach der Wahrheit wären, die mit dem Vergleich von #MeToo und dem Hochmittelalter offenbar nicht so ganz präzis gelungen ist. Doch es gibt Hoffnung: Der Mensch ist lernfähig, denn der Buchautor sagte im Interview auch (1):

Zur Klugheit gehört auch, sich belehren zu lassen und nicht immer alles besser wissen zu wollen.


Guter Vorsatz, nicht wahr?

(1) Interview "Westfälische Rundschau".
(2) Leben der Frauen im Mittelalter.
(3) Planet Schule

Sind Frauen wirklich so blöd, wie die Frauen-Presse glaubt?

sehpferd spricht es aus ...
Liebe Frauenzeitschriften,

Ich weiß, dass ihr für Frauen schreibt. Nur schade, dass ihr Frauen für blöd haltet. Das könnte dazu führen, dass Männer, die Frauenzeitschriften lesen, nun glauben könnten, Frauen seien wirklich blöd.

Zum Beispiel so blöd, Artikel über „Datingtrends“ zu glauben. Das Thema ist fast unerschöpflich, denn die Verursacher solcher Meldungen lutschen solange am Daumen, bis ein Trend abfällt.

Und dann schicken sie ihn um die Welt. Der neuste und fieseste Datingtrend ist so ziemlich immer der „aller fieseste“ und er übertrifft die bisherigen Trends an Fiesheit bei Weitem. Es ist egal, welcher es gerade ist – er ist ohnehin nur erfunden, oder wie man sagt: ein Fake.

Inzwischen hat man gerade wieder die Fischer ausgegraben. Früher hat man sie „Dynamitfischer“ genannt – was heißt: sie schmeißen ordentlich Sprengstoff in den Fischteich, in dem die Frauen herumschwimmen, und dann kommen sie heraus und freuen sich, dass sie so begehrt sind. Na ja und dann merken sie: Ei, ei .. das war gar kein echter Interessent, das war jemand, der mit Dynamit fischt, damit ich herauskomme.

Och, und das ist ja so schlimm, nicht? Und wie „frau“ sich da als Opfer fühlt, richtig schrecklich …

Ist es eigentlich schön für euch, liebe Verleger, davon zu leben, Frauen für unmündig und dumm zu verkaufen?

Euer Sehpferd