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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Habe ich den Tag der Pressefreiheit vergessen?

Habe ich den Tag der Pressefreiheit vergessen? Auf keinen Fall ... und heute wurde eich sogar daran erinnert.

Heute hat mich jemand gefragt, ob ich die Berichterstattung in der Presse hier in Deutschland nicht doch für „gelenkt“ halte. Und ich habe geantwortet, was ich schon oft gesagt habe: Im liberalen, demokratischen Staat, in dem man die Wahl hat, welche Medien man nutzt, sollte man auch von der Vielfalt Gebrauch machen.

Verrohte Presse - welche Rolle spielt das Internet?

In den letzten Jahren hat das Internet die Presse verroht - auch in der Demokratie. Meldungen werden danach bemessen, wie oft sie gelesen werden. Als Folge davon spielen viele Medien „Jahrmarkt“: Die lautesten Schreier mit den spektakulärsten Überschriften scharen die Massen um sich. Und nein, es sind nicht nur die „üblichen Verdächtigen“, die beim Bäcker auf dem Tresen liegen. Mittlerweile sind es bestimmte Presseimperien und einzelne Verleger, die ganz bewusst marktschreierisch auftreten.

Warum lest ihr sie? Weil sie die „Größen“ des Sports, des Fernsehens oder der Filmbranche herausstellen? Gibt es für euch keine anderen Themen? Oder wollt ihr ständig eure Vorurteile bestätigt bekommen? Zum Beispiel durch Redakteure, die in den Ritzen zwischen den Pflastersteinen herumkratzen, um eine angebliche Sensation auszugraben?

Stolperstein "soziale Medien"

Und eure „geliebten“ sozialen Medien? Sind sie nicht die Transporteure jeglichen Drecks, der von irgendwo eingeschwemmt wird? Und wollt ihr wirklich den Menschen „glauben“, die dort nichts als ihre Eigeninteressen vermarkten? Menschen, die daran verdienen, euch etwas einzureden oder aufzuschwatzen?

Die Vielfalt ist gegeben - doch verantwortlich bist DU selbst

Hallo? Ihr seid für die Pressefreiheit verantwortlich, so wie ich und Tausende anderer „kleiner“ Journalisten. Ihr könnt BBC und „Deutsche Welle“ hören, wenn ihr es ein paar Nummern größer wollt. Und zur Pressefreiheit gehört auch die Meinungsfreiheit, ganz sicher. Aber seid ihr euch auch bewusst, dass gerade die Meinungsfreiheit von den Feinden der Demokratie und des Liberalismus durch falsche Behauptungen unterwandert wird?

Auch Europa genießt nicht durchgehend Pressefreiheit

Machen wir den Rest kurz: Deutschland liegt im Rang der Pressefreiheit zwischen Island und Osttimor auf Platz 15. Sowohl Frankreich wie auch das Vereinigte Königreich schneiden schlechter ab. Unter den europäischen Ländern fällt auf, wie schlecht es mit der Pressefreiheit in Italien aussieht, von Polen und Ungarn ganz zu schweigen.

Blogger kämpfen seit der Erfindung des Blogs um die Pressefreiheit – jedenfalls die meisten. Der Rest betreibt kommerzielle Propaganda aus Eigennutz. Wie man es auch sehen mag – ethisch korrekt ist das nicht.

Aufatmen über Frankreich

Etwas Aufatmen in der Zeit der Unruhe: Frankreich hat gewählt, und der zukünftige Präsident ist der bisherige Präsident.

Die Presse, auch die Deutsche, hatte viel zu bemeckern - und vergaß dabei ganz offensichtlich, dass mit Frau Le Pen der Rechtsextremismus in Europa „salonfähig“ geworden wäre. Hat man vergessen, wie sehr rechtsgerichtete Parteien Europa bereits geschadet haben? Wie sie versuchen, einen Keil in unser freiheitliches Europa zu treiben? Ein Europa, das nur unter dem Vorzeichen des drohenden Krieges wieder zusammenfindet, aber nicht im Frieden? Und was ist mit dem Vereinigten Königreich? Es wird zwar nichts rechtsextrem, aber es wird extrem konservativ regiert - und es ist aus Europa ausgeschert, um nationalistische Interessen durchzusetzen.

Loben wir also die Franzosen. loben wir Frankreich, und hoffen wir, dass der Spaltpilz, der dort von Rechten ebenso ausgeht wie von Sozialisten, endlich gestoppt werden kann.

Der Herr Hofreiter und sein Populismus

Die Gefahr. dass sich „ein Krieg hinzieht“ ist gegeben, daher ist die neuerliche pressewirksame „Expertise“ von Herrn Hofreiter völlig überflüssig. Im Gegenteil: Der Mann nervt mit seinem Streben nach Popularität. Ich empfehle ihm die Lektüre eines Artikels für Kinder über den Vietnamkrieg, der bekanntlich 20 Jahre dauerte - von 1955 bis 1975. Und falls die Version für Kinder nicht ausreicht, empfehle ich die Schilderung der Bundeszentrale für politische Bildung.

Und nein - ich schreibe nicht über Kriegshandlungen - mir geht es um die Darstellung Deutschlands in der Presse, die derzeit völlig aus den Fugen gerät.

Harte Worte der Presse und der CDU - mit welchem Sinn?

Die Heißsporne des Journalismus und der CDU waren sich heute einig: Das Parlament habe sich „würdelos“ verhalten, nachdem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seine Rede verlesen und Deutschland dabei auch kritisiert hatte.

„Würdelos“, „beschämend“, „peinlich“, „zum Fremdschämen“ waren weitere Attribute, die unsere Presse heute aus dem Arsenal ihrer Kommentatoren zauberte. Gemeint war das Verhalten der Ampel-Koalition, die Rede für sich wirken zu lassen - und eben nicht „zur Debatte zu stellen“. Aus meiner Sicht ein völlig vernünftiger Vorschlag.

Eine beeindruckende Rede - ohne Zweifel

Die Rede war beeindruckend, ohne Zweifel. Und sie war so emotional, dass viele mit recht von ihr berührt waren. Selenskyj ist nicht nur ein begabter Redner, der genau weiß, worauf er abzielen muss, sondern auch jemand, der weiß, wo die wunden Punkte der anderen Länder liegen.

Doch wie wäre es, seitens der CDU und vor allem der Presse mal einen Gang zurückzuschalten, wenn es um das Aufheizen von Emotionen geht?

Wir helfen - aber da lässt sich noch etwas verbessern

Und damit man mich gar nicht erst falsch versteht: Wir müssen den Menschen in der Ukraine helfen - und wir helfen ihnen am besten, indem wir jenen Asyl gewähren, die jetzt vor dem Krieg geflohen sind. Das ist eine große Aufgabe, der unsere Verwaltungen leider nicht gewachsen sind - wie gehabt.

Hier anzusetzen, wäre bei Weitem sinnvoller, als der Regierung „Vorschläge“ für ihr Verhalten zu unterbreiten.

Wo bleibt die Solidarität unter Deutschen?

Die Zeiten fordern von uns Solidarität. Solidarität würde heißen, dass alle an einem Ende des Taus ziehen, wenn es um Deutschland geht. Das tun sie aber nicht. Dabei pochen die meisten auf ihre höchst individuellen Motive, nach dem Motto: Hauptsache ich, Hauptsache wir, Hauptsache viel Tamtam.

Gewerkschaften und Eigensinn

Eine Frau will in Urlaub fahren - endlich. Mal Abstand nehmen von Corona, von Zwängen, vom Alltag. Geht nicht. Eine der üblichen Verdächtigen, diesmal die Gewehrschaft ver.di, fand angebracht, kürzlich am Flughafen zum Streik aufzurufen. Ach ja, die „Beschäftigten“, für die man ja die soziale Verantwortung beansprucht. Sehr interessant.

Impfen und der Erhalt der Volkswirtschaft

In einer Kleinstadt will jemand eine Pizza bestellen. Es geht nicht, weil der Pizzabäcker krank ist. Auf nicht absehbare Zeit. Und ungefähr zur selben Zeit läuft einer dieser „Laternenumzüge“ durch die Stadt: „Keine Impfpflicht“. Nicht so schlimm für den Pizzakunden - wenn nicht fast alle Branchen davon betroffen wären, dass der Krankenstand so hoch ist. Die Wirtschaft geht in die Knie - aber als „privat“ deklarierte Laternenumzüge sind ja viel wichtiger.

Chaos erzeugen und Forderungen stellen?

Lastwagenfahrer klagen über zu hohe Dieselpreise. Sie tun das sicher nicht für sich, sondern für ihre Hintermänner, die ihrerseits wieder Druck auf die Regierung ausüben wollen. Da blockiert man schon mal die Autobahn und sorgt für noch mehr Chaos, als es ohnehin schon gibt.

Den liberalen Staat unterstützen

Es geht nicht darum, was dabei „berechtigt“ ist und was nicht. Es geht darum, die Menschen zu vereinen. Und ich bin in Versuchung, Kennedy zu zitieren: „Frag nicht, was dein Staat für dich tun kann - frag, was du für deinen Staat tun kannst.“

Journalisten als Heißsporne

Manche Kommentatoren der Presse summen derzeit, als wäre Deutschland ein Bienenstock. Womit ich den Bienen sicherlich unrecht tue. Die müssen summen. Aber von den Damen und Herren Kommentatoren erwarte ich etwas weniger Selbstherrlichkeit und einen kühlen Kopf.