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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Unvernunft und Corona in Deutschland

Dieser Tage wurde ich provokativ gefragt, warum die geimpften Menschen so „fahrlässig“ wären, einfach ihre Privilegien zu nutzen.

Im Grunde bewegt unser Land eine ganz andere, wesentlich ernstere Frage, auch wenn sie selten gestellt wird: Können wir mit „einem Drittel ungeimpfter Personen“ durch die Pandemie kommen?

Was, wenn wir die Frage mit „wahrscheinlich nicht?“ beantworten würden? Wäre des den Impfgegnern „völlig wurscht?“ Und falls die Antwort „Ja“ wäre, würden sich dennoch jeden Tag, der jetzt vergeht, aus der Verantwortung herauszustehlen udn sich auf ihre „Freiheitsrechte“ berufen?

Was bedeutet „Verantwortung“ jetzt?

Eine der verborgenen Fragen wäre natürlich: Geht es wirklich „ausschließlich“ um das „Drittel von Impfverweigerern“? Oder geht es sowohl bei Geimpften wie auch bei Ungeimpften darum, sich nicht aus purem Leichtsinn oder aus Vergnügungssucht in Gefahr zu begeben? Beides zeugt nicht unbedingt für Gemeinsinn oder Verantwortungsbewusstsein. Und währen die „Durchimpfung“ messbar ist, kann die Verantwortungslosigkeit so wenig gemessen werden wie der Leichtsinn.

Mehr Impfwillige sind wichtig - auch Konsequenz bei 2G

Immerhin gibt es gegenwärtig deutlich mehr „Impfwillige“, oder sagen wir mal, Menschen, die sich nun doch (endlich) impfen lassen.

Der folgende Dialog mag typisch dafür sein:

Patient: Ich brauche einen Impftermin!

Rezeptionistin: Wie haben bereits eine lange Warteliste, deshalb kann ich Ihnen heute noch nicht sagen, wann wir sie impfen können. Aber Sie können jederzeit zum Impfzentrum gehen, wenn Sie sofort geimpft werden wollen.

Patient: Ich will ja gar nicht geimpft werden, aber ich verliere meinen Job, wenn ich mich nicht impfen lasse.


Weniger Impfverweigerer und mehr Vernunft sind gefragt

Deutschland wird mit einem Restsatz von Impfverweigerern durchaus aus der Pandemie herauskommen - andere Länder haben dies schon bewiesen. Die Frage ist aber, mit viel Unvernunft, Eigensinn und bewusster Risikoignoranz wir rechnen müssen - und dabei müssen wir auch auf jene achten, die bereits geimpft sind.

Gedanken zu Kabarettisten, Schauspielern und Meinungsfreiheit

Ihr wollt verschämt vorbeihuschen, liebe Kabarettisten? Oder einen Schauspieler mal schnell niedermachen, weil er seine Meinung sagt? Ein bisschen Cancel-Culture spielen? Warum?

Ich war erst überrascht, dies alles zu erfahren. Dann dachte ich: Nun ja, offenbar verwechselt ihr eure Berufe mit dem des Hofnarren. Ein bisschen Spaß darf man machen, solange es den Regierenden nicht lästig wird, klar. (1)

Warum Jan Josef Liefers ernst genommen werden sollte

Jan Josef Liefers gebührt der Dank, deutlich zu sagen: Wir dürfen der Bevölkerung nicht ständig Furcht einjagen. Denn das allein ist die Botschaft, die Liefers verbreitete, und sie ist wahr und richtig. Und bitte: das hat weder etwas mit Corona-Leugnung zu tun noch mit den sogenannten Querdenkern, die ich für Nichtdenker halte. Und schon gar nichts mit dem rechten Rand der politischen Landschaft.

Freie Meinungsäußerung ist ein Kulturgut

Also: Ich, für meinen Teil, halte die freie Meinungsäußerung nicht nur für ein Grundrecht, sondern für ein unverzichtbares Kulturgut. Und deswegen sage ich, wie viele andere auch, "Danke" an Josef Liefers. (Dieser Link führt zu Twitter).

Ich muss nicht sagen, was ich von jenen halte, die auf ihre freie Meinungsäußerung „nachträglich verzichtet haben“, oder? (2)

(1) Ich hätte hier vielleicht sogar auf "BILD" verlinkt, aber im Grunde reicht auch dieser Hinweis auf einen Artikel über die Heute-Show, der hier jüngst erschien.
(2) Ich bin empört über die Lobgesänge von Journalisten, die diejenigen feiern, die sich nachträglich "herausgeredet" haben. Wenn das Schule macht, können wir das Recht auf freie Meinungsäußerung begraben.

Warum soll ich Menschen zuhören, deren Worte hohl klingen?

Diese blühte schon im März - mittlerweile hat sie fast ein Dutzend Knospen
Falls ihr mich fragen solltet, warum ich derzeit keine Stellung beziehe zur CDU, zu Herrn Spahn, Frau Merkel, Herr Laschet oder Herrn Söder: Die reden alle viel zu viel, sagen aber viel zu wenig aus. Hohlworten zuzuhören ist Zeitverschwendung für mich. Und für die anderen? Sie brauchen Vernunft, Zuversicht und Impfstoff, kein Geschwafel.

Ich höre den Fernsehgesichtern einfach nicht mehr zu, und ich weiß auch nicht, zu wem sie eigentlich sprechen. Zu mir jedenfalls nicht.

Und solange das so bleibt, höre ich lieber Jazz aus dem Radio, beobachte das Wachstum meiner Passionsblumen und schreibe für die Menschen, die sich wirklich für das Leben interessieren.

Laschet, der Brückenmann

Nur noch über die Brücke ...
Die CDU gibt in der Corona-Pandemie ein Bild des Jammers ab. Das mag teilweise am Virus liegen, das sich eigentlich nie um das gekümmert hat, was Politiker oder auch Wissenschaftler weissagten. Andererseits liegt es aber auch an denjenigen Politikern, die immer wieder sinngemäß herumtröteten:

Wir müssen jetzt noch einmal durch das dunkle Tal, den siehe, bald werden wir das Ende des Tunnels erreichen.
Falls ihr euch noch erinnert: Daraus wurde nichts. Nach Weihnachten sollte die Welt schon wieder erstrahlen wie zuvor, was leider scheiterte. Dann wurde uns mitgeteilt, dass es nur noch eines kurzen, überschaubaren Zeitraums bedürfe - und spätestens Ostern sei alles wieder wie im Paradies.

Nun war zwar schon Ostern, aber vielleicht waren die Damen und Herren ja orthodoxen Glaubens - da ist Ostern später.

Eine Brücke, eine Brücke ...

Nun also kommt der Mann aus NRW, der sich einbildet, mal Kanzler werden zu können. Und der weiß, dass wir nicht durch einen Tunnel, sondern über eine Brücke gehen müssen. Darbend, versteht sich. Von zwei oder drei Wochen war die Rede bei dem Herrn aus NRW. Übrigens hat ihm der eine oder andere Redakteur deutlich hörbar Beifall geklatscht, und der Mann aus München hat sogleich die Urheberschaft dafür reklamiert.

Woher nimmt denn nun Herr Laschek die Zeitspanne? Das sagt er dem Morgenmagazin:
Wir erkennen, dass schon in ganz kurzer Zeit 20 Prozent, danach 30, 40 Prozent der deutschen Bevölkerung geimpft sind.

Die „ganz kurze Zeit“ haben und die CDU-Fernsehgesichter schon oft versprochen. Und wie kommen diese Zahlen zustande?

Äh , ach so ... irgendwie. Ich schreibe dies zu einer Zeit, in der die Impfquote (Erstimpfungen) bei 12,6 Prozent liegt. Das wäre schon angebracht, mal „Butter bei die Fisch“ zu geben, lieber Herr Laschek.

Über sieben Brücken musst du gehen ... wie kommt mir nur dieser Schlager in den Sinn?

Kompetenzen in Zeiten des Virus

Dieser Tage machen viel von sich reden ... vom allgegenwärtigen SPD-Mitglied mit Virologenvergangenheit bis zum Professor mit Immunologenvergangenheit.

Da ich irgendwie eben doch auf „twitter“ bin, bekomme ich von dort auch immer wieder „Larifari-Informationen“, die andere ohne Zweifel als "fake news" identifizieren würden. Wie sagte doch einst der Radio-Bremen Redakteur Jochen Grabler? (liegt schon etwas zurück, ist aber gleichwohl gültig):

16 Jahre sind im Wissenschaftsbereich Jahrhunderte.

Oh, ich bin seit ziemlich genau 15 Jahren (welch Zufall) nicht mehr aktiv in der Welt der professionellen, industriell genutzten Software unterwegs - doch ich sitze immer noch auf dem Hochsitz, um zu beobachten, was heute möglich ist.

Sollte mich das als „ausgemachten IT-Spezialisten“ auszeichnen? Auf keinen Fall würde ich wagen, mich heute als solchen zu bezeichnen. Dann müsste ich ja wenigstens wissen, wo sich das Modul befindet, in das ich eingreifen wollte. Weiß ich aber nicht. Und insofern halte ich die Klappe, wenn von derartiger Software die Rede ist.

Sollten vielleicht einige Leute auch tun, wenn von aktuellen medizinischen Entwicklungen die Rede ist, oder?