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Gibt es Chemnitz?

Wie ihr sicher wisst, liebe Kinder, gibt es Bielefeld nicht. Das ist eine Stadt im Westen, die angeblich ungefähr 333.333 Einwohner hat und das Kennzeichen BI – und so etwas kann es nun mal nicht geben.

Und Chemnitz ist eine Stadt im Osten, die der Opa noch als Karl-Marx-Stadt in Erinnerung haben dürfte. Sie hat angeblich etwas weniger Einwohner, nämlich so gut wie 246.246, trägt das Kennzeichen „C“ und existiert ebenfalls nicht.

Dass sie überhaupt Erwähnung findet, ist einem Fehler der bösen, bösen Journalisten zu verdanken, die hier ein ruhiges und beschauliches Sachsenstädtchen zu „Chemnitz“ umfunktioniert haben. Dieses war – wie ich beunruhigt nachlas, einstmals von tropischen Regenwäldern überwachsen, und nichts als ein paar ausländische Jäger und Fischer trauten sich dorthin.

Kürzlich nun behauptete die liederliche West-Presse im Rahmen ihres ständigen Saxony-Bashings, in Chemnitz sei es zu einem merkwürdigen Schauermarsch gekommen.

Und jetzt wissen wir, dass es gar nicht wahr ist. Sagt der Herr Ministerpräsident des Freistaats Sachsen.

Es gab keinen Mob, es gab keine Hetzjagd und es gab keine Pogrome in dieser Stadt.


Natürlich nicht, weil es Chemnitz gar nicht gibt, warum sonst?

Die bösen Journalisten müssen auf die Couch

Und all die bösen, bösen Journalisten und all die anderen, die nicht wissen, was sie sagen, sollen jetzt auf die Couch. Denn das weiß einer dieser weisen, bärtigen Männer, die man auch als Psychotherapeuten bezeichnet. Und einer davon sagte den „Dresdner Neuesten Nachrichten“

Die Kritiker der Sachsen gehören auf die Couch. Gerade im Westen herrscht überhaupt kein Verständnis gegenüber dem Protest, der aus Sachsen kommt.


Ja, wenn das ein Psychotherapeut sagt – dann muss es wahr sein. „Kein Verständnis gegenüber dem Protest …“ ei, ei … der Mann kennt offenbar "den Westen", so wie es schcon im Lied vom "Alten Häuptpling der Indianer" hieß: "Wild ist der Westen, schwer ist der Beruf. Uff."

Nicht im schönen Sachsen!

Wie gesagt, liebe Kinder, es gibt ja gar kein Chemnitz. Jedenfalls nicht in Sachsen. Und Sachsen gibt es ja auch mehrfach: in Sachsen, in Sachsen-Anhalt, in Niedersachsen und sogar in Angelsachsen. Alles muss ganz woanders passiert sein … aber "nicht hier bei uns im schönen Sachsen!"

Und nun, liebe Kinder, schlaft recht schön. Der Onkel Ministerpräsident und der Onkel Psychotherapeut wissen schon, was gut und richtig für euch ist.

Buttnase und die Politik Anno 2018

Warum erinnere ich mich angesichts der Auftritte gewisser Politiker (durchaus unterschiedlicher Parteien) eigentlich derzeit an Knut Buttnase?

Buttnase aus Dösenbüttel an der Döse, war Gründer der „Moralsoziologogischen Deutschen Vortschritts-Partei“, kurz MDVP, und die hatte ähnliche ulkige Ziele wir diese Rechtskasper heute (wie bereits gesagt, durchaus unterschiedlicher Parteien).

Nein, ich vergesse nicht zu sagen, dass Knut Buttnase die Erfindung eines Radiomoderators war.Heute würde man Buttnase wohl eher Gamsnase nennen, und Alois würde besser zu ihm passen als Knut. Und er könnte aus Verrottungen an der Rotte stammen.

Sagt nun bloß nicht: Gibt’s schon.

Lebensepisode Berufswahl

Ich galt in meiner frühesten Jugend als genial, später allerdings nur noch als äußerst talentiert, aber leider zu vielseitig. Also gab man mir den freundschaftlichen Rat, ich möge doch zur Berufsberatung gehen.

Ich schwankte zwischen einem kreativen und einem technischen Beruf, doch bei der Berufsberatung entdeckte man, dass ich sehr talentiert im Bleistiftspitzen war, jedoch wenig geeignet für die Bedienung von Bleistiftspitzern. Als es nun an die persönliche Beratung ging, empfahl man mir, doch einen Beruf zu suchen, in dem ich denn Bleistift nutzen könne. Da sei der Beruf des Kaufmanns ganz hervorragend geeignet, und ich müsse auch keinesfalls meine technische Ader aufgeben, denn es gäbe doch den Beruf des Industriekaufmannes. Zudem – dies sei nur am Rade bemerkt und wurde nicht gesagt – herrschte in diesem Bereich ein Mangel an männlichem Personal unter 50.

Kreativ und Technik? Technik und Kaufmann? Kaufmann und kreativ? Oh, es verwies sich, dass man von Handlungsgehilfen, namentlich von Lehrlingen, alles andere als Kreativität erwartete. Ja, man sah jeden, der über die Grenzen des eigenen Schreibtisches hinausblicken wollte, als zerstörerisch für diesen Beruf an.

Wenn sie diese Arbeit schnell erledigen würden, könnten wir Ihnen interessantere Arbeiten geben“, sagte einmal einer dieser verknöcherten, selbstherrlichen Männer zu mir, die man im kaufmännischen Bereich Prokuristen nennt. Interessanter? Es gab nur öde Arbeiten und schrecklich öde Arbeiten. Und mich, der sich für alles andere interessierte als für die Ablage.

Und so kam es, das ich auf die große Karriere bei dem Nämlichen, hier besser ungenannten Unternehmen verzichten musste. Man schämte sich dort noch lange Zeit, mich jemals als Lehrling akzeptiert zu haben.