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Mal wieder Spargel

Irgendjemand wird ihn wohl stechen. Und so, wie alle Jahre wieder, kommt er in den Handel: Mal krumm, mal gespalten, mal mit deutlich sichtbaren Flecken, mal halbwegs nach Größe sortiert, mal wirr durcheinander.

Und wieder der dummdreiste Vermarkter-Spruch: Der wächst halt, wie er wächst. Genau wie im Vorjahr. Die Kunden goutieren dies sogar: Egal, was der Spargel kostet, wer ihn will, der kauft jede beliebige Qualität.

Das alles wäre nicht so schlimm, und es würde mir zudem kaum auffallen, wenn ich nicht über zwölf Jahre meines Lebens in einer Spargelgegend verbracht hätte, in der Qualität über alles zählt. Da gab es nicht nur sortierte Qualitäten, sondern diejenigen, die es gab, entsprachen auch den Handelsklassen, die drauf standen. Das einzige Problem: die besseren Gaststätten kaufen die „Extra“ Qualität gleich weg - das ist der Grund, warum man manchmal keine wirklich geraden, einheitlichen Spargel bekommt. Und es ist zugleich der Beweis dafür, dass sie eben doch vorab sortiert werden - nur unterhalb der Qualität „Extra“ ziemlich beliebig.

Immerhin ist der Spargel auf dem Markt wenigstens frisch,und je nach Händler oder Erzeuger teilweise sogar recht ansehnlich. Das ist dann wieder sehr beruhigend.

Siesta

Verlässliche Rasenmäher bei der Siesta
Die Temperaturen waren heute eigentlich nicht für eine Siesta geeignet. Aber wenn man ein dickes Fell hat ... dann geht alles.

Women in Jazz Replacement

Gestern habe ich beim MDR reingehört: „Women in Jazz“ ist ja eigentlich eine Konzertreihe, aber diesmal kam alles „vom Band“ - im MDR.

Obgleich ich die Idee ganz gut fand, konnte den meisten Interpretinnen nicht viel abgewinnen. Die Studio-Aufnahmen wirkten teils seltsam „künstlich“, und sie wurden zu allem Überfluss noch vom gleichen Tonträger aneinandergereiht. Vielleicht tat man dies, um Konzerte zu simulieren, aber es ist lästig, wenn man der Interpretin nun so gar nichts abgewinnen kann.

Was mir auffiel: Wenn ich Jazz höre, will ich wirklich keine Töne ertragen, die im Studio „geschönt“ wurden. Mit anderen Worten: Das Instrument soll für sich selber sprechen, und die Stimme sowieso. Und das meiste, was ich hörte, war - in meinen Augen - nicht unbedingt das, was ich unter Jazz verstehe.

Mit „weiblich“ oder „männlich“ hat das wenig zu tun. Im Jazz spricht der Interpret/die Interpretin durch das Instrument zu mir. Am Ende möchte ich Emotionen hören, keinen Singsang oder „interessante Tonfolgen“.

Ich weiß, dass Jazz heute auf „Vielfalt“ setzt - mal schicker Schlager, mal Weltmusik, mal Experiment. Doch - jedes Mal, wenn ich die „Jazz Lounge“ beim MDR höre, denke ich: „na ja, ein bisschen Jazz war ja heute dabei“.

Ich hörte etwa eine Stunde lang intensiv zu - eine Offenbarung war es nicht.

Selber mal hören? Hier.

Wellenreiter und Kristallkugeln

Neuerdings profilieren sich Viren-Forscher als Wellenreiter - sie versuchen, etwas über die erste, zweite und möglicherweise dritte Welle des inzwischen sattsam bekannten Virus herauszufinden.

Wie so oft, kann man den Forschern nicht anlasten, dies zu tun. Sie selbst, das Gesundheitswesen als solches und die Politiker müssen nun Szenarien entwerfen, was sie tun werden, falls ... best case? worst case?

Völlig übliche, solche Szenarien aufzubauen und Simulationen darüber aufzubauen.

Schauen wir mal, was die Wahrheit ist Zitat "Tagesspiegel"

Dabei räumen die Forscher ein, dass nicht einmal die erfahrensten Gesundheitsexperten weltweit vorhersagen konnten, wie schnell sich Sars-CoV-2 verbreiten und die „schwerste globale Gesundheitskrise seit über 100 Jahren“ auslösen würde. Dementsprechend unklar sei die zukünftige Entwicklung der Seuche, es gebe keine „Kristallkugel“, die das vorhersagen und einen Weg zur Kontrolle der Pandemie offenbaren könne.

Eine klare Ansage ist erforderlich: Dies alles sind Spekulationen, die ihre Berechtigung haben, aber es handelt sich nicht um Tatsachen - und die allgegenwärtige Presse sollte sie nicht nutzen, um erneut „in Panik zu machen“.


Die Szenarien sind:

1. Welle und Tal

Es wird immer wieder kleinere Wellen des Ausbruchs geben, danach folgen ruhige Zeiten. Dabei wird die Pandemie schwächer, bleibt aber im Hintergrund gefährlich. Es wird dauern, bis das Virus kaum noch eine Rolle spielen wird. Wo und wann die Wellen auftreten, konnten die Forscher nicht voraussagen.

2. Neue große Welle, dann ein Tal

Das ist das Szenario, mit dem gegenwärtig auch Horrorvisionen verbreitet werden: Nach der Welle, die jetzt abebbt, könne eine große Welle auf uns zukommen, etwa im Winter 2020/2021. Die könnten unsere Gesundheitssysteme nicht aushalten. Das Ganze basiert auf der „Spanischen Grippe“ von 1918/1919, über die wenig zuverlässige Daten vorliegen. Es ist also lediglich ein Modell.

3. Wellen, die plätschern

Das beste Szenario: Es gibt nach den Tälern wieder kleinere Wellen, die aber nicht überschwappen.

Alles, was ich hier beschreibe, habe ich Teilen der Presse entnommen, die um Objektivität bemüht sind.

Den deutschen Virologen kann ich nur empfehlen, ihr Ego nicht dauernd in den Wind der Presse zu hängen - dann gibt es auch keinen Anlass mehr, sich zu beklagen.

Wer einfachere Schaubilder über die Szenarien sucht, findet sie mit deutschen Kommentaren auf OE24, wer das Originallesen möchte, findet es hier (PDF).

Am Rande der Krise - merkwürdige Zwischenrufe

Nun wissen wir es also aus „berufenem“ Munde (1):

Wenn manche Bürger trotz der Informationsfluten die Lage immer noch nicht ernst (... nähmen, dann sei dies ...) eine Angstverdrängung und die Reaktion darauf (... sei ...) dann die Verharmlosung.

Könnt es vielleicht sein, Frau Diplompsychologin, dass die Menschen von der Informationsflut als solche verunsichert worden sind, insbesondere davon, täglich Meldungen zu hören, die von denen vom Vortag abweichen? Könnte es nicht auch sein dass sie sich nicht wie in einem geordneten Krisenmanagement, sondern in einer Geisterbahn fühlen, in der man nicht weiß, was morgen aus dem Fernseher tönt?

Sorge um die Demokratie

Sagen wir doch mal klipp und klar: Wir haben zuerst Vorschläge gehört, dann Appelle und nun also Verbote. Gelegentlich hört man sogar, dass die Gesetze außer Kraft gesetzt werden sollen und sich mancher wünscht, nun mit einer Notstandsverordnung regieren zu dürfen.

Das Gerede von der Angst und die tatsächliche Furcht

Bliebe noch die Angst, und da spricht die Dame aus der Psychologie gleich mal von „Angstverdrängung“ ohne zu sagen, wovor die Menschen in den Regionen Angst haben: Natürlich davor, infiziert zu werden - aber auch davor, die Grundlage ihrer Existenz zu verlieren. Beides ist eine reale Bedrohung, und sie trifft die Menschen unterschiedlich: Manche sind bedroht, und handeln vernünftig und - hoffentlich - nicht unvernünftig. Andere können jetzt gar nicht „unvernünftig“ oder „vernünftig“ handeln, weil ihnen der Staat das Gesetz des Handelns aus der Hand genommen hat. Und weil der Begriff der „Angst“ gefallen ist: Mancher spricht schon von einer „Coronaphobie“. (2) Das mag übertrieben sein - aber die Politik bleibt uns die Antwort schuldig, was sie außer den Appellen und Verboten noch im Sack hat.

Wir sind gerne vernünftig - auch ohne Psychologie-Lehrbuch

Es kann ja sein, dass all die Einschränkungen notwendig sind. Und das Volk sieht auch gerne ein, dass es manchmal nötig ist, einen unbequemen Weg zu gehen, um am Ende wieder glücklich lachen zu können.

Doch wie hoch muss der Beobachtungsplatz hoch über den Wolken eigentlich sein, um einem Volk zu sagen, es verdränge die Angst, um die Situation zu verharmlosen? Steht das so im Lehrbuch? Hat die Psychologin das anhand der Kontakte, die sie sicher trotz des Virus hat, jüngst beobachten können? Und wenn ja, an wem?

Es ist sicher sinnreich, Menschen zu erklären, was Viren sind, wie sie wirken und wie man sich gegen sie schützen kann. Aber ich denke, mit unserer Angst oder mit der Bewältigung unsere Angst, inklusive der Verdrängung, muss jeder selbst umgehen.

Appelle müssen sein - aber bitte sinnvoll

Halten wir mal fest: „Die Lage“ gibt’s nicht, auch wenn dies aus vielen Mündern herausquillt. Jeder ist in einer anderen Lage, hat andere Befürchtungen und andere Hoffnungen und immer noch hat jeder die Möglichkeit, gewisse Freiheiten zu genießen. Und das, was die Fernsehgesichter und jetzt sagen, sind Appelle und nicht etwas ewige Wahrheiten. Der sinnvollste Appell kam im Übrigen vom Bundespräsidenten (3,4) - also jemandem, der nicht nötig hat, vor der Kamera nach Popularität zu heischen, während andere Politiker dies dieser Tage durchaus tun.

Ich habe diese Appelle gehört - und alle anderen inzwischen wohl auch. Und ich hoffe, dass möglichst viele Menschen sie nach ihren Möglichkeiten befolgen.

Wenn ihr mich persönlich fragen solltet: ja, ich habe schon am Freitag damit begonnen, nachdem ein umsichtiger Mensch die Vernunft besaß, eine Veranstaltung abzusagen.

(1) Zitat aus "Hart aber Fair"
(2) Heise kritisiert Coronaphobie
(3) Der Stern berichtete über die Rede - andere taten nicht einmal das.
(4) Die Rede in Text, Ton und Bild.