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Vermuten, Errechnen und Codeschlösser

Gestern sah ich ausnahmsweise mal RTL, die Show, bei der eine Frage das Motto ist: „Wer wird Millionär“.

Herr Jauch stellte die Frage, wie viel Zeit ein Codeknacker wohl benötigen würde, um einen vierstelligen Code herauszufinden, konkreter:

Wie lange ein Dieb für das Öffnen eines Zahlenschlosses mit vierstelligem Code maximal braucht, wenn er pro Sekunde eine Kombination schafft.

Ich muss sagen, dass ich an der Frage nicht sonderlich interessiert war: musste man eben errechnen. Wie viele Sekunden hat eine Stunde? Ja, ja, das sollte man wissen, klar. Aber auch mir fiel es nicht sofort ein. Ich beschäftige mich nicht den ganzen Tag mit Zahlen.

Vermutungen kontra Zahlen

Der Pfarrer vermutete zunächst falsch, und ließ sich zunächst auch nicht davon abbringen, auf seinen Vermutungen zu beharren. Das Interessanteste aber war, dass er sich nicht zum Rechnen bewegen ließ. Denn „so etwas“ ließe sich natürlich relativ leicht errechnen. Doch die einzige Hürde bei den möglichen Antworten war, dass man Sekunden in Stunden umrechnen musste, um in die Nähe der Antwort zu gelangen. Das hätte vollends gereicht. Schließlich half ein Joker mit der Formel aus, die man dazu benötigen würde - sie ist sehr einfach.

Im Internet erklärt dies eine Mathematikseite durchaus richtig, aber es wäre auch einfacher gegangen: Die höchste Zahl, die sich auf einem vierstelligen Codeschloss, das im Zehnersystem (1) arbeitet, eingeben lässt, ist 9999. Nun muss man aber berücksichtigen, dass theoretisch auch die „0000“ möglich wäre, also wären es auch auf diese Weise 10.000 Möglichkeiten. Dennoch ist die höchste darstellbare Zahl mit vier Ziffern eben „9999“.

Doch warum schreibe ich dies? Weil Fakten vor Vermutungen gehen sollten. Eine „gefühlt große Zahl“ ist kein Argument, egal, wie unsere Themen gerade heißen. Gerade dieser Tage interpretiert jeder in jede Zahl das hinein, was er gerade herauslesen möchte - und das gilt für viele Bereiche.

(1) Wenn ein Code vier Stellen hat, bedeutet dies nicht automatisch, dass er im Dezimalsystem arbeiten muss.

Der neue Gesundheitscomputer am Armband

Sie macht sogar hervorragende EKGs
Seit 20 Tagen schmückt dieser kleine Gesundheitscomputer meine Hand. Er gibt mir allerlei Informationen und erstellt außerdem ein 30-Sekunden-EKG . Die Zeit zeigt er natürlich auch an, und er verbracht nur sehr wenig Energie.

Und das Erstaunliche: Diese Uhr ist tatsächlich mit meinem Chinesischen IQOO Smartphone kompatibel und "verträgt" die App "Health Mate".

Bild: Mit dem IQOO erstellt.

Karwoche und Ostern

So ist es denn Karfreitag, oder Charfreitag. Wer genau wissen will, was welcher Tag der „Karwoche“ oder der „Heiligen Woche“ bedeutet, muss die Katholische Kirche fragen – die weiß es nicht nur genau, sondern hat auch strenge Regeln dafür aufgestellt, was die gegenwärtigen Feiertage bedeuten. Der Volksmund sagt auch dann und wann „Karwoche“, zählt sie aber ab Montag. Auf diese Weise entstanden neben dem Karfreitag (Charfreitag) auch noch der Charmontag, der Chardienstag und der Charmittwoch … und sogar der „Charsamstag“. Einen „Chardonnerstag“ gibt es allerdings nicht – er heißt allgemein „Gründonnerstag“.

Ostern

Kein Zweifel: Ostern steht an, und die Frage „Hase“ oder „Christ“, wird einmal mehr vom Hasen entschieden werden. Und Hase und Huhn mögen untereinander auswürfeln, wer der Schöpfer des Ostereis ist.

Wahrscheinlich wisst ihr, dass der Ostersonntag nach einer Formel errechnet wird, jedenfalls in katholischen und evangelischen Gegenden. Die Orthodoxe Kirche hat andere Ideen über den Zeitpunkt. Das kann nachlesen, wer will oder mag. Und wer in der Schule fein die Ohren gespitzt hat, weiß auch, dass es beim "Osterfest" eigentlich um den christlichen Religionsstifter geht.

Der Tag heute

Also gut. Es ist Karfreitag, es gab einen moderaten Kälteeinbruch, und neben allen, die sowieso geschlossen haben, blieben auch einige Backstuben kalt. Die IT-Leute sind dafür umso emsiger, weil sie zwischen Karfreitag und Ostermontag Ernstfälle durchspielen oder neue Programmversionen installieren. Dazu gibt’s meistens das Grundnahrungsmittel der Programmierzunft, die Pizza.

Egal, was ihr gerade tut und wo ihr euch befindet – ich wünsche ein vergnügliches Osterfest. Vermutlich am 4. April, falls ihr der Westkirche angehört oder sie den Kalender bestimmt. Ansonsten am 2. Mai.

Virologen, Rauch und Pessimismus

Nein, Virologen sind bestimmt keine Feindbilder von Menschen, die noch bei Verstand sind. Wenn nun Herr Droste zum erzgebirgischen Räuchermännchen geworden ist, dann ist dies bestenfalls seiner Popularität geschuldet – nichts mehr verbirgt sich dahinter. Immerhin hat man im Erzgebirge auch schon andere Prominente gedrechselt:

Angela Merkel …, Helmut Kohl, Horst Schlemmer, August den Starken, Asterix und Obelix und den Baron von Münchhausen.
Nein, auch das ist kein Witz, sondern ein Auszug aus der „Sächsischen Zeitung“ – ich dachte schon immer, dass Helmut Kohl und der Baron von Münchhausen gewisse Ähnlichkeiten hatten.

Die „Leipziger Volkszeitung“ (1) meint, dass ein anderer vielleicht noch besser in die Sammlung gepasst hätte: Der Herr Lauterbach. Nach Aussage der Kolumnistin der „Leipziger Volkszeitung“ hätte er besser in die Gilde der Räuchermännchen gepasst, denn (so Janina Fleischer):

Arbeitet nicht Karl Lauterbach … hartnäckig am Aufstieg zu einer Räucherfigur, indem er überall stänkert?
Wobei das Wort „stänkern“ natürlich despektierlich ist. Doch wie soll man einen Menschen nennen, der in Zeiten der Angst und der gedrückten Stimmung ständig eine bessere Zukunft infrage stellt? Bevor Herr Lauterbach, ob seiner Aussagen überhaupt ins Visier der Kabarettisten geriet, schrieb der Tagesspiegel Tacheles zum Thema Lauterbach:

Es ist leicht, den Hardliner zu spielen, wenn man selber für die Folgen nicht haften muss.


Das gilt natürlich auch für all jene, die sich als Amateur-Virologen aufspielen und ebenfalls die Hardliner geben.

Bliebt jedoch die Frage, inwieweit Politiker, insbesondere dann, wenn sie Ärzte sind oder jedenfalls einmal waren, die Psyche niederdrücken sollten.

(1) Printausgabe vom 4. Januar 2021.

Das Fest, der Baum

Was tut der Fisch im Tannenbaum?
In meiner Geburtsheimat, also weder der inneren Heimat noch in der Heimat meiner ursprünglichen Herkunft … oh ich schweife ab. Also beginne ich erneut.

Das Norddeutsche

Gemeint ist das „Norddeutsche“ in mir. Für wen ist denn „Weihnachten“ tatsächlich das Fest zur Geburt des Religionsstifters? Für die protestantischen Kirchenchristen, Katholiken und noch ein paar anderen, die nicht nur zu Weihnachten in die Kirche gehen, sondern auch sonst?

Für einen Norddeutschen ist Weihnachten eben immer noch „Wiehnachten“ – manchmal im Singular, dann ist der sogenannte „Heiligabend“ gemeint, oder als „Weihnachtszeit“, dann ist ein variabler Zeitraum vom 22. Dezember (oder noch früher) bis zum 6. Januar (selten noch später) gemeint. Klar kommt da auch der Religionsstifter ins Spiel, schließlich drehen sich ja die Weihnachtsliedern um ihn.

Der Baum

Man kennt hier zwar einen Weihnachtsbaum, doch warum sollte man zu Weihnachten einen anderen Baum kaufen, auspacken, mausen oder schlagen als einen Weihnachtsbaum? Also fragt einer den anderen: Hast du schon einen Baum?. Und wenn man lange wartet oder sich in Lumpen hüllt, wird der Baum vielleicht auch noch billiger und krummer. Das war jedenfalls früher so.

Klar ist: Wer zu Weihnachten einen Baum kauft, der will keinen Apfelbaum. Und deswegen reicht „der Baum“. Der „Christbaum“, um ihn zu erwähnen, wird nur in Verbindung mit Leuten gebraucht, die einen Dachschaden haben. Bekanntlich haben die „nicht alle auf dem Christbaum.“

Das Fest

Auf den Straßen ruft man sich „Frohes Fest“ zu. Ist ja klar, dass man das Weihnachtsfest meint – was sonst? Redet nicht jeder jetzt ausschließlich vom „Weihnachtsfest“? Also kann nicht Ostern gemeint sein. Im Winter, wenn es schneit (und auch wenn nicht), heißt das Fest eben „Weihnachten“, besser noch „Wiehnachten“ – wie denn sonst?

Der Duden macht es uns auch nicht leicht: Der Schwabe sagt „an Weihnachten“ wie er „an Ostern“ sagt, und sogar der Duden redet die „die Weihnacht“ schön, sagt aber, „Weihnachten“ sei eigentlich sächlich (Neutrum). Und dann wäre da noch der Plural … da steige ich aus, echt.

Frohes Fest - einfach und klar

Seht mal, und deswegen macht es sich der Norddeutsche leicht: „Frohes Fest!“ richtet sich an die „echten“ Christen, die Kalenderchristen und diejenigen, die einfach wissen, dass „jetzt“ Weihnachten ist. Und „schöne Festtage“ richtet sich auch an Andersgläubige und sogar an „Heiden“.