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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Der Wert des Doktor-Grads und die Frage der KI

In einer Zeit, in der alles beforscht wurde und vieles davon öffentlich zur Verfügung steht, darf man sich getrost fragen, ob der Doktorgrad noch den gleichen Wert hat, wie vor 50 oder 100 Jahren. In meiner Jugend wurden nur Ärzte und Anwälte so angeredet, auch wenn es noch einige andere Menschen mit Doktortitel gab. Die Bedeutung des Titels war also vergleichsweise gering.

Plagiate und KI - das neue Thema

Wobei auch die Frage ist: Was ist ein Plagiat, wenn sich jeder beliebige Text durch KI so verändern lässt, dass die Quellen textlich nicht mehr erkennbar sind? Müsste dann nicht jede These auf den Sinngehalt untersucht werden?

Heute reicht es, ein paar Zeilen einer Doktorarbeit uns Internet einzugeben, um ein Plagiat zu finden. Aber was tun wir, wenn die KI an der Doktorarbeit fleißig mitgewirkt hat? Benötigen wir dann eine KI, um festzustellen, welche andere KI hinter dieser Arbeit stand?

Der Doktortitel kann zu Geld gemacht werden

Der Doktorgrad bringt ohne Zweifel Geld ein – für Informatiker soll es fast 18 Prozent sein (sagt übrigens eine KI, die ihre Quelle nicht nennt). Doch die gesellschaftliche Bedeutung des Doktortitels sinkt erkennbar.

Gerade wurde einem deutschen Ministerpräsidenten der Doktortitel aberkannt. Das ist auch anderen Politikern schon passiert, und die polternde Häme der Presse folgte solchen Ereignissen früher auf dem Fuß.

Und heute? Entscheidend für eine Person ist, was sie anderen bedeutet – und nicht, ob sie einen Doktortitel hat. Nur im engeren Kreis der Konservativen zählt der ideelle Wert des Titels.

Ich las und hörte, dass der „Doktor“ vor allem als Experte für Problemlösungen angesehen wird. Hoffentlich wissen dies alle, die den Titel tragen.

Gibt der Herr Lindner jetzt den deutschen Musk?

Also, erst mal: Das Wahlross hat sich geweigert, über diesen Tüdelkram zu schreiben. Und was bei dem durchfällt, das landet im Kaninchenloch. Also, da gehen wir jetzt mal hin, oder?

Irgendwie ist doch bald Wahl – und da prescht Herr Lindner damit vor, doch noch mal schnell einen „Plan“ vorzulegen, der viel Geld in die Kassen des Bundes spülen soll. Der will Behörden zusammenlegen, damit alles billiger kommt.

Im SPIEGEL heißt es dazu:

Von den Maßnahmen verspricht sich die FDP eine effizientere Verwaltung und Milliarden-Einsparungen.

Oh, ich bin nur ein Kaninchen. Aber ich weiß, dass es unglaublich teuer kommt, solche Pläne umzusetzen. Da muss man doch wissen, dass zwar alle Kaninchen in Löchern leben, aber nicht alle gleich sind. Und man muss umziehen, andere Kaninchenlöcher suchen und überhaupt – das klingt nach Chaos. Das ist wie bei den Menschen, nur dass die Menschen glauben, sie hätten mehr Verstand als Karnickel. Also, ich wäre mir da nicht so sicher.

Was ich noch sagen wollte: Viele Zauberer nutzen ja Kaninchen, die sie aus dem Hut holen und dann wieder verschwinden lassen. Ich weiß aber, dass es die Kaninchen alle noch gibt. Und sie Fressen weiter Karotten und Grünzeug. Was das mit den Behörden zu tun hat? An denkt mal nach, Menschen – ihr habt schließlich die größeren Köpfe.

Quelle und Zitat: DER SPIEGEL.

Die Zeit um das Jahr null und die römische Besatzung - Weihnachten mal anders

Als wir noch gerne Märchen hörten und an den Weihnachtsmann „glaubten“, sagten uns biblische Texte gar nichts, denn sie rauschten nur so an uns vorbei wie alle Legenden.

Damals hörten wir auch diese Geschichte (Luther, 1912):

„Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger von Syrien war.“ (1)

Klar – das NT, aus dem der Satz stammt, ist kein Geschichtsbuch. Und als das Lukas-Evangelium entstand, gab es kaum noch Zeugen der Ereignisse, denn das Buch wurde erst im Jahr 90 (2) geschrieben. Falls es noch Zeitzeugen gab, musste sie also über 100 Jahre alt geworden sein. Das ist auch der Grund, warum Lukas eine präzise Zeitangabe brauchte – und auf diese Weise wurden Geschichten in Geschichte umgeschrieben. Und der Mensch Cyrenius war im Jahr 6 (2) eine Art Statthalter (Landpfleger) der römischen Besatzungsmacht, was nun auch erklärt, warum er die Grundlagen für die Besteuerung durchführen musste. Das korrespondiert auch mit der Amtszeit des Kaisers Augustus, der bis zum Jahr 14 regierte. (2).

Also:

1. Das Land, das im NT beschrieben wurde, war römisches Besatzungsgebiet.
2. Die erwähnten römischen Personen haben tatsächlich gelebt und übten unter anderem die Steuerhoheit über dieses Gebiet aus.
3. Die Einwohner waren überwiegend unzufrieden mit der Besatzungsmacht. Sie hassten vor allem die Steuereintreiber, im NT „Zöllner“ genannt.
4. Der Rest der Geschichte beschäftigt sich mit der Rückbesinnung und Erneuerung der Religion, die im NT anhand von Beispielen ausführlich beschrieben wird.
5. Es gibt weitere Schriften, die sich mit der Ausbreitung der christlichen Religion beschäftigen. Doch erst im Jahr 337 (2) wurde klar, dass sich das Christentum als Staatsreligion eignete.

Die germanischen Länder und ihre Traditionen

Das Weihnachtsfest selber ist in germanischen Ländern deshalb mit dem Christentum verbunden, weil es hier auf den Zeitpunkt der Wintersonnenwende fällt – beinahe das wichtigste Ereignis im Kalender. Dabei geht und ging es um alles, was das Licht zurückbringt und damit die Möglichkeit, Ackerbau zu betreiben und das Leben leichter nehmen zu können.

Und das ist schließlich auch ein Grund, Weihnachten zu feiern. In diesem Sinne:

Ein frohes und friedliches Weihnachtsfest, God Jul, Glædelig Jul, Merry Christmas und was ihr sonst noch sagt. Die längste Bezeichnung fand ich in Xhosa (Südafrika): "Siniqwenelela Ikrisimesi EmnandI Nonyaka Omtsha Ozele Iintsikelelo Namathamsanqa, wörtlich nach automatischer Übersetzung: "Wir wünschen euch frohe Weihnachten und ein neues Jahr voller Segen und Glück".

Quellen und Hinweise:

(1) Lutherbibel, 1912.
(2) Nach heutiger Zeitrechnung.
Nähere Einzelheiten auch in der Frankfurter Rundschau.
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In die Zukunft mit Freud und Jung?

Die Töchter der Bürger - ausgehfertig gegen 1912
Manchmal kommen in Foren Themen auf, die ich nicht einmal im Entferntesten für relevant halte. Zum Beispiel der Konflikt zwischen dem Herrn Freud, Sigmund, und dem Herrn Jung, Carl Gustav.

Meist glaubt jemand, einer von beiden habe etwas gesagt, was unglaublich wichtig wäre – und der jeweils andere habe es widerlegt.

Wenn wenigstens die Zuweisungen und Zitate stimmen würden – es ginge noch. Oftmals aber werden reine Annahmen zu religionsähnlichen Gebilden erhoben. Da Entstehen plötzlich Eisberge in unserer Persönlichkeit, die später hinzugefügt wurden – soweit zu Annahmen über Freud. Und die Persönlichkeit selber kann durch Test sicher kartografiert werden, so die entsprechenden Annahmen zu Jung.

Magier in einer völlig anderen Welt?

Könnten wir vielleicht damit beginnen, einmal einen Blick in die Zeit von Freud oder Jung oder jedem anderen frühen Psycho-Magier zu schauen? Kann man einer jungen Studentin oder einem jungen Studenten überhaupt noch klar machen, wie die bürgerliche Gesellschaft jener Zeit funktionierte? Wird darauf überhaupt noch Bezug genommen? Welche Annahmen beider (und vieler anderer) entstammen der Zeit, sind gar typisch für sie?

Waren nicht alle, Therapeuten wie auch Klienten, in ein Leben eingebunden, das für uns heute gar nicht mehr vorstellbar ist?

Die schreckliche Vereinnahmung des Einhorns

Ein Einhorn weiß selbst, dass es eines ist
Kann man ein Einhorn vereinnahmen? Ach, ihr fragt euch, was ein Einhorn eigentlich ist, nicht wahr?

Es ist kein Fabeltier - es geht um die Lust

Nein, es ist nicht das Fabeltier. Es ist eine junge Frau, die ihre sexuellen Lüste daraus bezieht, ein Hetero-Paar aufzusuchen, wobei in der Regel gegenseitige Wünsche zwischen allen drei Beteiligten erfüllt werden.

Von der Beschreibung des Einhorns zur Ideologie

Nahezu alle Menschen, die keiner politischen, sozialen oder sexuellen Weltanschauung angehören, sagen in diesem Fall: „Aha, die machen einen Dreier.“ Wer es präziser formulieren wollte, könnte sagen: „Ganz klar - dabei handelt sich dabei um einen MFF-Dreier, bei dem die Geschlechterschranken aufgehoben wurden“. Nach der offiziellen leseweise ist es eine sexuelle Begegnung zwischen einem festen, heterosexuell veranlagten Paar und einer bisexuellen Frau, die dazukommt.

Soweit die Manie, alles zu etikettieren. Doch tatsächlich ist es kaum mehr als die Lust an einer erotischen Begegnung zu dritt. Welche sexuellen Präferenzen das Paar hat, von dem alles ausgeht, steht in Wahrheit gar nicht fest. Es sind Zuschreibungen. Und dazu gehört auch, den weiblichen Gast als „bisexuell“ zu bezeichnen. In Wahrheit handelt es sich um eine heteroflexible Person, die in dieser konkreten Situation Handlungen vornimmt, die man „bisexuellen“ Frauen zuschreibt.

Die Vereinnahmung des Einhorns

Nun kommen zwei Gruppen ins Spiel, die solche sinnlichen Begegnungen gar nicht mögen – und erstaunlicherweise handelt es sich nicht um konservativ-bürgerliche Moralisten.

Nun allerdings mischen sich zwei Fraktionen ein: Die einen sind die Polyamourösen, die anderen die LGBT-Gemeinschaften.

Den Vertreter der Polyamorie missfällt, dass es sich nicht um eine „echte Liebesbeziehung“ handelt, sondern um eine kurze Begegnung. Eine solche böte aber keine wirkliche Erfüllung – und damit ist ihr Urteil gefällt. Warum sie sich in das Thema einmischen? Vermutlich, weil sie sich für alle sexuellen Beziehungen zuständig fühlen, die über zwei Person hinausgehen.

Die LGBTQ- Bewegung fühlt sich ebenfalls zuständig und beklagt vor allem die Würdelosigkeit, mit der das „Einhorn“ angeblich behandelt wird. Sie behaupten, dass solch ein weibliches Einhorn „wie ein Sexobjekt behandelt wird“, das „halt mal ausprobiert wird.“ Die Kompetenz, dies zu sagen, entnehmen sie dem Schutz homosexueller oder bisexueller Frauen, von denen sie annehmen, dass sie in Wahrheit eine Freundin suchen.

Der Griff nach der Definitionsmacht

Fragt ihr euch, worum es wirklich geht?

Offensichtlich beanspruchen beide Gruppen die Definitionsmacht für den Begriff „Einhorn“. Eine Gruppe meint, dass sie definieren müsste, was eine echte amourös oder erotische Beziehung zwischen mehr als zwei Personen ist.

Die andere Gruppe versteht sich als Hüter der sexuellen Definitionen. Eine Frau, die sich gelegentlich mit einem Paar trifft, muss ihrem Schema entsprechen. Sie kann nicht einfach sagen, sie sei „heteroflexibel“, und sie sollte von anderen möglichst nicht so betrachtet werden.

Beide Gruppen bekommen durch die Medien sehr viel Resonanz, sodass es bisweilen so scheint, als würden sie bestimmen können, wie Beziehungen zu bewerten sind.

Das können sie aber nur, solange die Medien nachplappern, was dort behauptet wird. Die Frage bliebt, ob die Mehrheit der Gesellschaft ihnen folgen sollte.