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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Warum „Dating“ keine Kultur ist

Als ich gestern über die Kultur geschrieben habe, fiel mir ein, dass die Öffentlichkeit etwas als „Kultur“ bezeichnet, das den Namen nicht verdient: Dating.

Das Kennenlernen an sich ist zwar eine Kulturleistung – doch sie beruht auf dem natürlichen Bedürfnis, sich zu paaren. In Deutschland mag es viele „Rituale“ geben, die damit zusammenhängen, aber es gibt hier keine Dating-Kultur.

Was davon in Deutschland übrig blieb, war ein Abklatsch eines US-Teenagerkults. Er passte bestens ins Konzept der ursprünglichen Online-Dating-Anbieter und wurde deshalb auch von ihnen propagiert.

Genau genommen ist die US-amerikanische Datingkultur schon vorüber gewesen, als sich Online-Dating durchsetzte. Auf dem Höhepunkt der Hype um Online-Dating wurde bereits geschrieben, dass „moderne Partnersuche“ den altmodischen „Dating-Regeln“ widersprach.

Im Grunde war es Teil eines Generationenkampfes – die modernen Autorinnen und Autoren wollten das jugendliche Publikum und seine Verhaltensweisen dort „abholen“, wo es war.

Überraschenderweise wurde eine der ersten Publikationen darüber 2012 von einem Online-Dating-Unternehmen gefördert, das heute kaum noch bekannt ist. Die Thesen von damals sind allerdings bis heute gültig.

Quelle und Referenz „Modern Dating – A Field Guide“. Ontario 2013

Wie wir Musik hören – ist MP3 eine Gefahr für die Jugend?

Musik konnte man vor 50 Jahren über ein Radio, eine Schallplatte oder eine Magnetbandaufnahme hören. Manchmal hörten wir sie ganz ohne „Medium“ – in Freiluftkonzerten, die jeweils im Sommer veranstaltet wurden, in Stadien und Mehrzweckhallen und gelegentlich natürlich auch in traditionellen Konzertsälen.

Sehr unterschiedliche Qualitäten, egal, aus welcher Quelle die Musik kam

Wer dies getan hat, weiß recht gut, wie unterschiedlich die Qualität der Klänge war. Ein Radio? Da brauchte man eine gute Antenne, vielleicht sogar einen Antennenrotor. Das Ergebnis war aber nicht das, was sich der „ernsthafte Musikfreund“ wünschte. Auch der Hinweis, dass der UKW-Rundfunk (FM) ja den ganze Frequenzbereich des Gehörs umfasste, wurde mild lächelnd abgetan.

Waren die Musik-Freaks von damals mit anderen Tonquellen zufriedener?

Ein Tonband oder eine Kassette? Spitzenqualität? Ja, im Studio- und bei Geräten, die im halbprofessionellen Bereich eingesetzt wurden. Schließlich war einige Jahrzehnte lang jede Schallplatte vorher ein Tonband – stark vereinfacht und sehr salopp gesagt. Nach der Aufnahme wurde dann die Version hergestellt, die später eine Schallplatte oder eine CD wurde.

Die Schallplatte und Hi-Fi - idealer Klang?

Womit wir zunächst bei den Schallplatten wären. Sie galten bei jeder Hi-Fi-Vorführung als Krönung der Musikwiedergabe. Die Musikliebhaber glaubten, feinste Töne aus ihnen heraushören zu können. Selbst wenn sie es konnten: Schallplatten rauschen gelegentlich, knistern leider oftmals, und sie altern durch Abnutzung. Von „Abtastfehlern“ war viel die Rede, und diejenigen, die davon sprachen, behaupteten, es gäbe Geräte, die fast ohne solche Fehler arbeiteten. Um mal etwas sinnvollen Zynismus zu verwenden: Nur eine Schallplatte, die niemals oder nur einmal abgespielt wurde, war absolut frei davon, den „taufrischen“ Klang wiederzugeben. Ich will nicht behaupten, dass es keine Mittel gegen die Abnutzung gab – etwas Abtast-Systeme, die sensibler mit der empfindlichen „Rille“ umgingen. Und dennoch muss dieser dazu gesagt werden: Die meisten Musikkenner hören keine „Schallplatten“, sondern die Musik, die in die Rillen eingepresst wurde, auch wenn die Wiedergabe gewisse Mängel hat.

Die Mythen rund um die Schallplatte

Über den Tonträger „Schallplatte“ könnte man noch mehr sagen – er ist von Mythen durchdrungen. Dazu gehört nicht nur die Botschaft, dass sie „weicher klingen“, sondern auch allerlei andere Behauptungen. Beispielsweise die Überzeugung, dass alleine Schallplatten „den natürlichen, analogen Ton“ wiedergeben.

Gute Schallplatte - Gute CD - Gefahr durch MP3?

Von der Schallplatte ging es zur CD – und über verschiedene Techniken dann zu so etwas wie „MP3“ oder andere Formate. Soweit der Stand heute.

Seit einigen Jahren wird ein Streit angefacht: Verlieren die jungen Leute, die Generation „Z“ oder wer auch immer, den Zugang zur Musik, weil sie „MP3“ hören.

Ein Einwand gegen viele „naturwissenschaftliche“ Erklärungen: Musik, die vom Gehirn „genau abgetastet“ führt immer zu mehr Anstrengung. Oder mal mit anderen Worten: Free Jazz zu hören ist anstrengender als Dixieland. Die wesentliche Rolle beim Hören, vor allem aber beim „Erkennen“ der Strukturen von Klängen, spielt immer die Musik selbst – nicht die Wiedergabe.

Jeder hört anders

Und zuletzt noch diese: Jeder von uns hört anders. Viele Menschen, die noch „das alte Dampfradio“ in Luxusausführung kannten, bevorzugen bis heute einen weichen „Sound“ und glauben, dass genau dieser Klang ideal ist. Sollten sie jemals in einen Konzertsaal gehen, denn würden sie sich wundern, wie „scharf“ dort die Streicher klingen.

Quellen:

Kritisch über MP3: Deutschlandfunk, Die Welt .

Empfohlen: Wissensblog (ausführlich und objektiv).

Die okkulte Seite der Musik - wo steckt die Mystik?

Jeder, der sich mit Musik beschäftigt, wird irgendwann einen Hinweis darauf finden, dass ihre Wirkung in Wahrheit auf Mystik beruht. Wenn man einen solchen Satz einmal gefunden hat, nehmen die Erklärungen dazu kein Ende mehr.

Auch die Psychologie kennt einen solchen Zweig, nach dem die Psyche eine Art „Urform“ hat, das sogenannte „kollektive Unterbewusstsein“. Stimmt es also, dass die Wirkung von Musik eine Art „Zauberei“ auslöst?

Der gemeinsame Ursprung von Musik und Sprache

Wenn wir über diese Begriffe reden, nehmen wir aus streng wissenschaftlicher Sicht eher an, dass es sich um Naturphänomene handelt. Wir können es bereits in der Frühzeit der Evolution verorten, weil wir sie mit zahlreichen Lebewesen teilen. Die Laute, also hörbarer Schall, Infraschall oder Ultraschall, dienten zunächst ausschließlich der Kommunikation oder der Orientierung. Für den Menschen ist der hörbare Schall am wichtigsten.

Dabei können wir getrost davon ausgehen, dass die Elemente der Kommunikation, gleich ob als Sprache oder als Musik, sowohl Zeichen wir auch Strukturen benötigen. Das Gehirn versucht stets, Strukturen aufzunehmen, um sie später mit neuen Erlebnissen zu vergleichen. Dabei können bemerkenswerte „Assoziationen“ entstehen. Das wären zum Beispiel zwei Denkprozesse, die zunächst keine logische Verbindung erkennen lassen.

Laute können Emotionen auslösen

Jeder Mensch hat einmal erlebt, dass Laute, Wörter oder Sätze bei ihm etwas „auslösen“ – das ist keine Mystik, sondern der Sinn von Sprache und Musik. Laut und leise, sanft oder heftig – der Klang spielt eine enorme Rolle. Wer „miteinander redet“, erkennt anhand der Struktur, welche Sinne er selbst oder der jeweils andere anspricht, um Gefühle zu erzeugen.

Das ist in der Musik keinesfalls anders. Manche Musikliebhaber haben längst vergessen, dass Musik in den Ursprüngen aus Rhythmen, natürlichen Sprachelementen und Melodien besteht. Je natürlicher die Sprache klingt, umso mehr kommen Klang und Worte beim Hörer an. Nichts deutet darauf hin, dass zur Erklärung dieses Phänomens „Mystik“ nötig wäre.

Musik bewegt - und löst Emotionen aus

Die Sprache kann in vielfältiger Weise Emotionen auslösen – und mancher hat schon erfahren, dass Musik es mindestens genauso gut kann. Und dennoch sind es immer wieder die eingehenden „Muster“, die mit dem Bekannten vergleichen werden und auf diese Weise auch wieder Stimmungen erzeugen. Das stille Sitzen und innige „Hineinhören“ in die Welt der Töne ist ohnehin nicht die einzige Art, Musik zu genießen oder ihren Sinn zu erfahren. „Emotionen“ sind bewegte Gefühle, und die Bewegung löst auch Aktionen aus – sei es Zuneigung, Tanz oder irgendetwas anderes.

Das Fazit - Musik existiert auch ohne "Mystik"

Mystik ist eine Denkweise, die behauptet, es gäbe etwas, das über das Erklärbare hinausgeht. Darüber kann man streiten – das Thema berührt die Religion, die Psychologie wie auch sehr viele kreative Menschen, die Kunst schaffen. Nicht alles, was unerklärlich ist, ist deshalb mystisch. Wenn „etwas“ überhaupt erkennbar wird, dann kommt es durch unsere Sinne in uns hinein und wird vom Gehirn verarbeitet. Letztlich entscheidet das Gehirn, ob wir emotional bewegt werden, ob wir die Klänge überhaupt bemerken oder ob alles in der „inneren Ablage“ verschwindet.

Objektivität und Musikwiedergabe – das ist der Wurm drin

Du wirst im Internet Artikel finden, in denen zunächst einige akustische, physikalische oder gehörpsychologische Begriffe erklärt werden. Diese Artikel lesen sich so, als würden sie aus einer objektiven Sicht geschrieben und sie werden aus diesem Grund auch mit physikalischen, mathematische oder ähnlichen Fakten belegt.

Am Ende wird ein Produkt hervorgehoben

Wenn du sie tatsächlich bis zum letzten Drittel durchliest, wirst du finden, dass die Autoren mit jedem Satz auf ein Produkt hinsteuern, das die Musikwiedergabe angeblich verbessert.

Auch wenn die Fakten stimmen, können die Zusammenhänge falsch sein

Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass die Fakten meist stimmen – aber nicht die Zusammenhänge.

Zumeist werden diese Behauptungen im Zusammenhang mit Lautsprecherboxen aufgestellt. Das ist verständlich, weil die Händler an einer Box, die mehrere Tausend Euro kostet, wesentlich mehr verdienen als an einer Box, die gerade mal 200 Euro kostet. Der Wurm in der Sache: Eine Lautsprecherbox muss man hören – und zwar in den eigenen vier Wänden und mit der Musik, die man wirklich kennt. Erst dann zeigt sich, ob sie für den Raum, in dem sie stehen soll, wirklich geeignet ist.

Falls ihr zweifelt: Selbstverständlich gibt es physikalische Fakten - aber die sind allen Herstellern bekannt und die meisten handeln danach.

Psychologie als Verstärker des Zeitgeistes?

Psychologie ist ein seltsames Gemisch aus Fakten, Ansichten und Interpretationen. Die „Gesellschaft“ und auch der „Zeitgeist“ fließen in sie ein und sorgen durch Rückkoppelung wieder dafür, dass die Thesen und Meinung weitgehend akzeptiert werden.

Wie es funktioniert - Psychologie als Handlanger des Zeitgeistes

Sobald in der Gesellschaft eine Tendenz erkannt wird, beispielsweise die Gleichheit und Ungleichheit der Geschlechter, kümmern sich Psychologen darum, dazu Thesen und Antithesen aufzustellen. Was die Wissenschaft dann über populäre Kanäle „zurückspielt“, wird als „Beweis“ oder „Gegenbeweis“ für diese Thesen verstanden – und wandert so erneut in die Gesellschaft ein. Der unbefangene Mensch nimmt dann an, dass „die Wissenschaft“ die Inhalte der Tendenz bestätigt hat.

So etwas funktioniert sehr gut, solange der „Mainstream“ oder eine andere „populäre Strömung“ in der Gesellschaft diese Meinungen als „wahr“ akzeptiert.

Thesen - wahr, falsch oder "unerwünscht"?

Die Frage ist allerdings: Glauben die Psychologen in Person wirklich, was sie da in die Welt setzen? Oder anders ausgedrückt: Können grundlegende Erkenntnisse der Biologie, der Medizin oder der Evolution durch den Zeitgeist verfälscht werden?

Kürzlich wurden einigen ausgewählten Professoren danach gefragt, ob sie eine Anzahl von Thesen für „wahr“ oder „falsch“ hielten. Doch nicht nur das: Sie wurden auch befragt, ob sie diese Thesen selbst vertreten würden.

Das Ergebnis war verblüffend (hier zittere ich wörtlich):

Je stärker die Befragten eine These für wahr hielten, desto eher berichteten sie, ihre Meinung für sich behalten zu wollen. Angst vor sozialer Ausgrenzung, Beschimpfungen und Attacken in den sozialen Medien waren die häufigsten Gründe für Selbstzensur.

Sieht man sich nun die Themen an, so spielen Genderfragen und evolutionäre Thesen eine große Rolle in der Befragung.

Kontroversen dazu waren typischerweise bei den Fragen nach Geschlecht und Gender zu erkennen (geordneten nach Prozent der Selbstzensur).

50 %

Die Neigung zu sexualisierter Gewalt ist wahrscheinlich entstanden, weil sie Männern evolutionäre Vorteile brachte. (Wahrheitsgehalt 53 %)

47 %

Eine Transgender-Identität ist manchmal das Ergebnis sozialer Einflüsse. (Wahrheitsgehalt 56 %)

43 %

Für die Mehrheit der Menschen gilt, dass das biologische Geschlecht binär ist. (Wahrheitsgehalt 66 %)

Wenn unerwünschte Wahrheiten unterdrückt werden, erwachen die Manipulateure

Die Beispiele zeigen, dass die Wahrheit in vielen Fällen als „unerwünscht“ gilt. Man kann daraus durchaus schließen, dass es deshalb deutlich weniger Beiträge im Internet gibt, die „wahre“ oder wenigstens „wahrscheinliche“ Thesen unterstützen. Und je weniger die Wahrheit gewürdigt wird, umso mehr Beiträge zum Thema mit Halbwahrheiten, Manipulationen und Ideologien können gefunden und technisch ausgewertet werden.

Ich wiederhole mich ungern: Aber vor allem griffige, gängige und einfache Thesen sind ein „gefundenes Fressen“ der KI, die eben auch dafür sorgt, dass Wahrheiten „neu bewertet“ werden.

Zitat und weitere Informationen: Spektrum