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Gender und Geschlecht

Beide Wörter, „Gender“ und „Geschlecht“, haben ähnliche Wurzeln und ähnliche Bedeutung und sie werden in gleichem wie auch in unterschiedlichem Zusammenhängen gebraucht.

Im englischen entspricht „Gender“ (1) einerseits dem Wort „Sex“, das dort für „Geschlecht“ steht, andererseits aber auch dem Begriff „Art, Gattung, Sorte“. Im Deutschen wird „Geschlecht“ auf für „Herkunft“ verwendet. „Gender“ und „Geschlecht“ sind also nahezu bedeutungsgleich. Oder besser: Sie waren es.

Gender, Geschlecht, Sex

Das Wort „Gender“ wurde zunächst vom genaueren englischen Begriff „Sex“ abgespalten, um einen Freiraum für neue Sichtweisen zu schaffen. Das geschah hauptsächlich in den Jahren 1980 - bis heute (2020).

Während der Begriff „Geschlecht“ eher aus den Naturwissenschaften kommt und hauptsächlich zwischen „Frauen“ und „Männern“ unterscheidet, gilt „Gender“ heute eher in den Geisteswissenschaften, um das „soziale Geschlecht“ zu beschreiben. Dabei wird versucht, das biologisch gesicherte Wissen als „bloße Ansicht“ zu beschreiben:

... unsere Auffassung von dem, was biologisch ist, (hängt) ganz erheblich davon ab ..., was wir sozial als solches ansehen.

Spekulationen, Grundlagen und Selbstbestimmung

Unabhängig von dieser Kontroverse zwischen Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften ist unbestritten, dass die Eigenschaften eines Menschen nicht ausschließlich durch das Geschlecht gegeben sind, sondern sich im Laufe eines unbewusste und bewussten Lernprozesses entwickeln. So erreichen Frauen Kompetenzen, die einst nur Männern zugeschrieben wurden und Männer solche, die man früher allgemein Frauen zuschrieb. Man spricht in diesem Fall aber allerdings eher von der „Persönlichkeitsentwicklung“.

Gleich, anders oder was denn nun?

Die Frage, inwieweit Frauen und Männer „gleich“ oder „unterschiedlich“ sind, kann außer der Medizin (Gehirnforschung, Biochemie) heute niemand schlüssig beantworten. Alle anderen Auffassungen aus der Psychologie, Soziologie oder auch aus der Ökonomie spiegeln lediglich Auffassungen wider, die sich schnell ändern können. Mit anderen Worten: Die Entwicklung geht eigene Wege, und jede einzelne Person empfindet sich als mächtig genug, selbst zu wissen, was sie denken oder fühlen soll. Das heißt aber auch: die Wissenschaftler, die ständig neue Begriffe schaffen und dann selbst ihre Bedeutung definieren, erreichen kaum noch jemanden.

Warum sich das Wort "Gender" nicht durchsetzt

Außerhalb des akademischen Bereichs, der LGBT-Gruppen und anderen „Queeren“ Gruppierungen konnte sich das Wort „Gender“ nicht durchsetzen. Das liegt einerseits daran, dass es bildungssprachlich geprägt ist, andererseits aber auch daran, dass kaum jemand dem Sprachgebrauch der Soziologen folgen kann und will. Letztlich mag es auch daran liegen, dass gebildete Menschen sich nicht mehr „fremddefinieren“ lassen wollen, weil sie längst für sich selbst entschieden haben, wie sie sich definieren.

(1) Seit 1828 praktisch unverändert: Webster,
(2) Zitat und weitere Ausführungen zur abweichenden Auffassung; Genderkompetenz (PDF).

Ist Sexualität ein Thema für das Sehperd-Blog?

Wer über erotische Themen schreibt, die außerhalb der „gesellschaftlichen Norm“ sind (heißt de fakto: Nicht spießbürgerlich genug) wird schnell Opfer öffentlicher Kritik.

Sollte ich darüber nachdenken?

Falls Sie das meinen: Ich denke ständig darüber nach. Über Ihre Grenzen und über meine. Über das, was man schreiben darf und sollte. Dabei stelle ich immer wieder Unwissen und Halbwissen fest. Und fragwürdige Sichtweisen. Sie treten überall auf, aber in Fragen der Sexualität sind sie besonders verbreitet. Sexualität ist vor allem bilogisch und ökonomisch erklärbar. Und nicht durch fragwürdige „Wissenschaften“ wie die Psychologie, die sich nahezu überall einmischt, wo sie besser ihre freche Nase heraushalten sollte.

Darüber hinaus sorgen viele Journalisten und Journalistinnen dafür, dass immer mehr Halbwahrheiten verbreitet werden. Teils, um bestimmte Branchen zu sponsern, teils aus Unwissenheit – größtenteils aber aus Faulheit. Intensive Recherche kostet Kraft und Zeit. Und besonders unklar ist immer, wie die Lust eigentlich in die Organe kommt, über die sich Frauen und Männer ständig Gedanken machen: 90 Prozent von dem, was Sie darüber lesen, ist Bullshit.

So höflich ich auch zu sein versuche, und so zurückhaltend, wie es meiner Natur entspricht, gehört es doch zur Wahrheit, Menschen gelegentlich zu verletzen. Die Wahrheit kann peinlich sein, und sie kann schmerzen. Das hindert mich nicht, sie dennoch zu verbreiten.

Und weil ich viel über die Liebe schreibe: sie duftet nicht nur sanft nach Vanille und Aprikosen, sondern eben auch nach Sperma und Scheidenflüssigkeit. Sich ihr hinzugeben, ist immer und überall ein Abenteuer, und es birgt Lust und Gefahren. Typisch für die Verbildlichung der Lust sind all die Blödheiten, die im Namen der „Wissenschaft“ oder bestimmter Interessengruppen über die Partnersuche verbreitet werden. Mir gehen die Veröffentlichungen auf den Keks, die so tun, als sei „Partnersuche“ so etwas wie „Gottsuche“. So viele Fehleinschätzung einerseits und bewussten Lügen andererseits ertrage ich nicht. Partnersuche ist nahezu immer auch die Suche nach Lust. Wer das verleugnet, belügt sich letztendlich selbst.

Solange ich mich morgens im Spiegel ansehen kann, schreibe ich Ihnen, was ich für richtig halte. Und sage manches, was Sie empört. Fragen Sie sich doch einfach, warum es Sie empört. Und wenn Sie eine Antwort haben, dann sagen Sie mir, welche Antwort Sie für sich gefundene haben.

Dieser Artikel erscheint auf allen Webseiten, für die ich schreibe. Dieser Beitrag ist auf mein Blog "sehpferd" zugeschnitten.