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    <title>Sehpferd - Ein sinniges Meinungsmagazin (Artikel mit Tag deutsch)</title>
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    <description>unbequemes über presse, politik und wissenschaft</description>
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    <pubDate>Thu, 27 Aug 2026 08:57:51 GMT</pubDate>

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    <title>RSS: Sehpferd - Ein sinniges Meinungsmagazin - unbequemes über presse, politik und wissenschaft</title>
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    <title>Keine Politik mehr auf Sehpferd?</title>
    <link>https://sehpferd.de/index.php?/archives/2228-Keine-Politik-mehr-auf-Sehpferd.html</link>
            <category>demokratie</category>
            <category>deutsch</category>
            <category>liberal sein</category>
            <category>sehpferd</category>
    
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    <author>nospam@example.com (sehpferd)</author>
    <content:encoded>
    Jeder von uns ist Staatsbürger, und also bleiben wir politisch, ob wir uns nun dazu äußern oder nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was mich stört, sind die Massen, aus denen dauernd das graue Grummeln zu hören ist:&lt;em&gt; „Dies ist nicht (mehr) unsere Welt.“ &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Was ist eigentlich &quot;eure Welt&quot;?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wäre es schön, wenn die Grummler unter euch wenigsten sagen könnten, wie ihr die Welt denn gerne hättet. Konkret, wenn es sein kann. Nein, ich will nicht wissen, was ihr alle wollen würdet, lieber nicht sehen würdet – und was euch daran stört, wenn ihr es dennoch anseht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hingegen würde ich gerne wissen, was jeder von euch  für sich, die Zukunft seine Familien, sowie den  Staat und Europas Einheit und Zusammenhalt tut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten werden noch grauer, wenn man sie danach fragt. Ihre Familien? Ja, ja, darum kümmern sie sich. Der Staat? Um den sollen sich gefälligst andere kümmern. Und Europa – „ach so, nein, nein, das brauchen wir nicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Politik für alle, die guten Willens sind?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politik auf Sehpferd? Ja – möglicherweise bald wieder. Aber nicht gegen Gruppen, Untergruppen, Minderheiten und Andersdenkende. Sondern wirklich für den liberalen Staat, die freie Gesellschaft und das Recht, alles zu sagen, ohne andere zu verdammen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ach ja, da war noch „Deutsch“ sein. Tja, liebe Mitmenschen, dann erinnert euch mal, ob ihr wenigstens sagen könnt, was für euch „Deutsch“ ist. Und dann überlegt mal, ob ihr selbst dem entsprecht.  
    </content:encoded>

    <pubDate>Thu, 27 Aug 2026 08:52:00 +0000</pubDate>
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    <category>deutsch</category>
<category>politik</category>
<category>zukunft</category>

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    <title>Ach, die Deutschen ... können sie wirklich alles besser?</title>
    <link>https://sehpferd.de/index.php?/archives/2196-Ach,-die-Deutschen-...-koennen-sie-wirklich-alles-besser.html</link>
            <category>anders denken</category>
            <category>deutsch</category>
            <category>schreiben und bloggen</category>
            <category>sehpferd</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Gebhard Roese)</author>
    <content:encoded>
    Alles besser wissen, alles besser können, alles richtiges Beurteilen – das ist immer noch das Bild unsrer Politiker, Manager, Fußballfans und vieler, vieler anderer Menschen in Deutschland. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Manager und Politiker, die in wesentlichen Fragen viel zu spät handelten, weil sie selbstherrlich auf dieses Land blickten und dabei Innovationen übersahen, ist sehr lang. Aus ihr stechen einige prominente Namen hervor, die stets mit großer Ehrfurcht genannt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Wirtschaft ist es nicht ganz so einfach. Der Niedergang bestimmter Produkte war absehbar, und das Schema war immer gleich. Die Marke und ihre Tradition samt Präzision und Qualität wurde solange hervorgehoben, bis man am Rande des Abgrunds stand. Erst dann sah man sich um, ob innovative Ideen, neue Technologien und vor allem andere Denkansätze helfen könnten. Das war (und ist) sehr klug, nur hatten die anderen bereits solche Gedanken, Techniken und Denkansätze verwirklicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch gibt es sie, die Vor-, Quer- und Diagonaldenker. Doch diese Lokomotiven in Politik und Wirtschaft, Geist und Kultur haben es immer schwerer, sich durchzusetzen. Im Zug „Deutschland 2026“ ist das Bremserhäuschen nach wie vor ein beliebter Platz, um den Zug zu verlangsamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich höre immer wieder, dass Deutsche dazu neigen, Probleme nicht zu lösen, sondern zu „behandeln“. Das mag ja eine ganz nette Idee sein, aber sie verlangsamt die Möglichkeit, die anstehenden Probleme schnell und sicher zu lösen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wäre immerhin ein Ansatz. 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sun, 28 Jun 2026 09:28:00 +0000</pubDate>
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    <category>deutsch</category>
<category>deutsche</category>
<category>ideenlos</category>
<category>konservativ</category>
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    <title>Einigkeit zum Tag der Wiedervereinigung</title>
    <link>https://sehpferd.de/index.php?/archives/2134-Einigkeit-zum-Tag-der-Wiedervereinigung.html</link>
            <category>demokratie</category>
            <category>deutsch</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Gebhard Roese)</author>
    <content:encoded>
    Gespaltenes Deutschland? Ja, in den Medien, wo jeder Spaltungsversuch in den Vordergrund geschoben wird. In der Bevölkerung leider gelegentlich auch. Der Grund liegt lange zurück: Die Versprechungen von Helmut Kohl konnte die Politik nicht erfüllen. Aus meiner heutigen Sicht: Es war von Anfang an sehr unwahrscheinlich, dass sie erfüllt werden konnten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Deutsche sind überraschend einig &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie eine neue Umfrage wissen will, sind sich Deutsche in vielen Punkten einig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die tatsächlichen Unterschiede zwischen Ost- und Westansichten liegen demnach in den überspitzten Forderungen von der rechten, linken und sogar der liberalen Seite. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Wissenschaftler, die sich damit beschäftigt haben, sagen salopp dazu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Dabei treffen Akteure - wie Klimaaktivisten und marktliberale SUV-Fahrer - aufeinander, die mit ihren starken Positionierungen &quot;in ihrer Lautstärke und Zuspitzung von den Medien aufmerksamkeitsökomisch prämiert werden&quot;.&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Heißt: Wer für „Pro“ und Contra“ herum dröhnt, kommt in die Presse, wer „nur“ darüber nachdenkt, verliert seine Stimme in der Öffentlichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht nur die Boulevardpresse folgt diesem Trend – sogenannte „seriöse“ Zeitungen tun das gleiche, wenn auch in anderem Tonfall. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer mehr (und vor allem mehr Tatsachen) wissen will, ist derzeit bei der ARD bestens aufgehoben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Normalerweise bewährt sich – in Ost wie in West, die Zukunft aktiv zu gestalten und den Einflüsterungen von Rechts, Links und anderen ideologisch verklärten „Auffassungen“ zu widerstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ja – ich wurde im Norden geboren und lebe in Thüringen – und es gibt regionale Unterschiede in der Denkweise – so wie zwischen Schleswig-Holsteinern und Bayern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zitate und weitere Informationen: &lt;a href=&quot;https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/deutschland-einigkeit-streitthemen-100.html&quot;&gt;ARD&lt;/a&gt;. 
    </content:encoded>

    <pubDate>Fri, 03 Oct 2025 10:05:00 +0000</pubDate>
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    <category>deutsch</category>
<category>einigkeit</category>
<category>wiedervereinigung</category>

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    <title>Gewertschätzt – gedummschwätzt? </title>
    <link>https://sehpferd.de/index.php?/archives/2121-Gewertschaetzt-gedummschwaetzt.html</link>
            <category>deutsch</category>
            <category>wissenschaftskritik</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Gebhard Roese)</author>
    <content:encoded>
    Dummsprache entsteht, wenn wir hirnlos nachplappern, was die Pseudo-Eliten uns ihrer hochgeschraubten Sprache auf die Trommelfelle dröhnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beginnen wir mal mit dem Wert. Den hat, ethischen Gesetzen folgend, jeder Mensch. Eine Gruppe denkt jetzt sofort an die &lt;em&gt;„inneren Werte“&lt;/em&gt; und meint die &lt;em&gt;edlen, hilfreichen und guten Seiten&lt;/em&gt; des Menschen. Eine andere Gruppe hat eher die Fähigkeiten und Fertigkeiten im Sinn. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Idealisten, Alltagsmenschen und Werte &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Internet gibt es Diskussionen darüber, warum wir Menschen „wertschätzen“ sollten. Sie ist esoterisch, sozial, altruistisch und auch ethisch angehaucht.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch was bewegt den Alltagsmenschen? Etwas geht kaputt. Wer kann es reparieren? Der Zahn schmerzt – wer hat die Fähigkeit, den Schmerz zu stillen? Wo gibt es Karotten, die noch den typischen Eigengeschmack haben? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir schätzen Menschen, wenn sie besondere Fähigkeiten in Körper, Emotionen und Geist haben. Klar, davon beißt die Maus keinen Faden ab. Aber was wären wir ohne jene, die wissen, wie man eine Wasserleitung repariert? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Die eigenen Werte&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden uns fragen müssen, welche Werte wir selbst haben. Ich höre immer wieder: „Mit mir kannst du viel Spaß haben“, wenn es um Beziehungen geht. Na schön, wenn das dein einziger „Wert“ ist … dann ist die Klage nicht mehr weit, dass sich kein Mensch für dich interessiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hast du eine Liste deiner Werte? Und weißt du, welche Werte du in anderen suchst?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja – dann schreib sie auf. Nenne wenigstens fünf davon. Mehr sind in diesem Fall besser. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und bitte: Stell dich nicht vor eine Gruppe oder gar ein Mikrofon und sagen: „Alle Menschen wollen gewertschätzt werden“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wollen sie nicht. Sie wollen für die Werte geschätzt werden, die sie an sich kennen und die sie für wertvoll halten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Dummes Geschwätz um Wertschätzung &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sagt etwa eine Mutter zu ihren Kindern: „Ich habe euch stets gewertschätzt?“ Nein. Wenn es eine gute Mutter ist, dann sagt sie: „Ich habe euch dafür geliebt, dass es euch gibt.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also: „Gewertschätzt“ ist keine Aufwertung, sondern eine Abwertung – und ein entsetzliches, arrogantes Dummdeutsch.  
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 16 Aug 2025 09:56:00 +0000</pubDate>
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    <category>deutsch</category>
<category>geliebt</category>
<category>gewertschätzt</category>

</item>
<item>
    <title>Geschwätzige Wertgeschätzte und Gewertschätzte </title>
    <link>https://sehpferd.de/index.php?/archives/2068-Geschwaetzige-Wertgeschaetzte-und-Gewertschaetzte.html</link>
            <category>deutsch</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Gebhard Roese)</author>
    <content:encoded>
    Fangen wir mal mit der Vorsilbe „ge-„ an. Sie drückt nach allgemeiner Auffassung &lt;em&gt;„den Beginn, das Ende oder die Punktualität einer Handlung aus“&lt;/em&gt;. Das macht die Erklärung nicht einfacher. Wer eine Maus fangen will und dabei Erfolg hat, hat sie letztlich gefangen. Eine Dame, die von einem Herrn begehrt wird, bildet sich ein, &lt;em&gt;geliebt&lt;/em&gt; zu werden. Ob es der Beginn einer sinnlichen Liebe, deren Ende oder nur die Punktualität (Eigenschaft) der Lage ist? Möglicherweise besteht ein Unterschied zwischen „er hat mich in dieser Nacht ungewöhnlich intensiv geliebt“ und „er gab mir das Gefühl, geliebt zu werden“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Überhöhte Höflichkeit - die wertgeschätzte Frau, der wertgeschätzte Herr &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wie war das mit der Frage, gewertschätzt zu werden? Oder eben wertgeschätzt zu werden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schauen wir uns, woher der Begriff kommt. Wir erkennen schnell: Es ist eine stark überhöhte Höflichkeitsformel in der Anrede einer Person. Die „werte“ Person wurde dann mit Begriffen &lt;em&gt; wehrt-geschaͤtzter&lt;/em&gt; Freund oder &lt;em&gt;werthgeschätzte&lt;/em&gt; Freundin bezeichnet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann aber auch eine Ausrede sein, um die wahren Gründe einer Entscheidung zu verbergen. Beispielsweise wenn jemand behauptet, eine andere Person „wertzuschätzen““, aber in Wahrheit verborgene Gründe hat, ihn dennoch nicht zu akzeptieren: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Er versicherte, dass er sie wertschätze, dass er aber der Heirat mit seinem Sohn nicht zustimmen könne.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Werte werten - das &quot;Wertschätzen&quot; &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also: Wertschätzen und Wertachten sind die Begriffe, die wir zuerst behandeln sollten. In ihnen verbirgt sich auch ohne den hervorgehobenen „Wert“ etwas Wertvolles. Wer jemanden achtet, der erkennt die andere Person an. Wer sie darüber hinaus schätzt, der hat zumindest eine innere Beziehung zu den Gedanken oder Gefühlen dieser Person. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Wertgeschätzt - ein unscharfer Begriff, der Bildung vortäuschen soll &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun haben wir also eine „geschätzte Person“, die zudem noch mit einem Wert befrachtet wird, die „wertgeschätzte Person“. Und schon ergibt sich die Frage: Um welche Werte geht es eigentlich? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Antwort ist leider: um etwas völlig Unscharfes. Eine Quelle verrät uns, dass die Wertschätzung auf Zugewandtheit, Interesse, Aufmerksamkeit und Freundlichkeit beruht. Anders wäre es, wenn ein Mensch sagt: „Ich schätze ihn (sie), weil er/sie mir in einer Notlage half.“ Oder weniger spektakulär: Ich schätze diese Person, weil sie stets freundlich und zuvorkommend ist.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine&lt;em&gt; „gewertschätzte Person“&lt;/em&gt; oder eine &lt;em&gt;„wertgeschätzte Person“&lt;/em&gt; gilt demnach eine Person, die für den Urheber der Aussage eine gewisse Bedeutung hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Weg mit &quot;gewertschätzt&quot; und &quot;wertgeschätzt&quot; &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allemal einfacher und verständlicher wäre:  „Ich schätze dich wegen …“, oder “überwiegend schätzen ihn die Leser/innen seiner Werke, weil…&quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erkennst du den Unterschied? „Wertschätzen“ ist ein Sammelbegriff für allerlei unscharfe Eigenschaften – und die abgeleiteten Begriffe &lt;em&gt;gewertschätzt&lt;/em&gt; oder &lt;em&gt;wertgeschätzt&lt;/em&gt; bedeuten daher sehr wenig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Wortungetüme gäbe es viele ... &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fall du dies alles nicht akzeptierst, weil du selber ein Freund / eine Freundin der „Bildungsbürgersprache“ bist. Versuche bitte mal, das Wort „Liebe“ in „geliebtschätzt“ oder „liebgeschätzt“ umzuwandeln und diesen Wörtern dann eine Bedeutung zu geben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Quellen:&lt;br /&gt;
Die meisten Beispiele wurden Grimms Wörterbuch (1) entnommen und teilweise etwas bearbeitet, um sie lesbarer zu machen. &lt;br /&gt;
(1) Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 492, Z. 3.&lt;br /&gt;
Weitere Informationen &lt;a href=&quot;https://www.dwds.de/wb/wertsch%C3%A4tzen&quot;&gt;DWDS&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Zur Rechtschreibung und Konjugation.: &lt;a href=&quot;https://www.duden.de/konjugation/wertschaetzen&quot;&gt;Duden&lt;/a&gt;.&lt;/em&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sun, 09 Feb 2025 11:00:00 +0000</pubDate>
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    <category>bildungsbürgerdeutsch</category>
<category>deutsch</category>
<category>gelehrtendeutsch</category>
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    <title>Das Sagbare </title>
    <link>https://sehpferd.de/index.php?/archives/1945-Das-Sagbare.html</link>
            <category>deutsch</category>
            <category>schreiben und bloggen</category>
            <category>sehpferd</category>
    
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    <author>nospam@example.com (sehpferd)</author>
    <content:encoded>
    Sagbar soll sein, was einen Wert hervorbringt, also was erwähnenswert ist oder ganz einfach wichtig zu wissen ist. Ein möglicher anderer Ausdruck dafür wäre „erklärbar“. Etwas, das sich mit Worten erfassen lässt, das ist „sagbar“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dummerweise ist das Wort in die Gosse gefallen, dort, wo man alles für „sagbar“ hält, was inzwischen völlig wertlos ist. Die Literatur ist auch nicht besser – sie sollte wissen, was sagbar ist und nicht vom hohen Ross herunter nach Fremdwörtern suchen, um dies zu sagen: Es gibt nichts Unsagbares. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Das Sagbare, das Unsagbare und das Unsägliche &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir verlassen jetzt den hyperintellektuellen Teil unseres Landes und wenden uns den Graswurzeln zu. Dort wird das Sagbare vom Unsagbaren abgesondert wie das Eiweiß von dem Dotter. Sagbar ist demnach, was jemand mit eigenen Worten beschreiben kann, also möglichst etwas, wovon er etwas versteht. Um es noch zu erwähnen: Manchmal sagt jemand etwas unter erröten oder sonst wie schamhaft, weil das Sagbare für ihn unsäglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Unsagbare hingegen ist fast bedeutungsgleich mit dem Unsäglichen, dem Ungeheuerlichen oder dem „Fremden“. Es gibt einige angeblich&lt;em&gt; bedeutungsgleiche&lt;/em&gt; Wörter für „unsäglich“, aber die meisten weisen darauf hin, dass diese Wörter  etwas ausdrücken sollen, was sich nicht ausdrücken lässt. Beispiele wären &lt;em&gt;„entsetzlich“&lt;/em&gt;, &lt;em&gt;„unbeschreiblich“&lt;/em&gt; oder „&lt;em&gt;ungeheuerlich“&lt;/em&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Gute Beispiele?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer gute Beispiele für die Anwendung von „unsagbar“ oder „unsäglich“ sucht, findet sie fast ausschließlich in alten Lexika, so wie hier:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Das träge Leben des Mannes wechselt mit den größten Strapazen: Er durchzieht die Wüste unter den unsäglichsten Entbehrungen Hunderte von Meilen weit und erträgt Hunger, Durst und die Sonnenglut mit stetem Gleichmut.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Oder:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Der unsagbare Mystizismus der Atmosphäre eines Ankleidezimmers.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Was zu sagen bleibt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unsägliche Mühe, die ich mir auferlegte, um das Sagbare und das Unsagbare zu erklären – hat sie sich gelohnt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das, liebe Leserinnen und Leser, überlasse ich nun ganz euch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quellen: &lt;a href=&quot;www.woerterbuchnetz.de/DWB/unsagbar&quot;&gt;Grimms Lexikon&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;https://www.retrobibliothek.de/retrobib/seite.html?id=100925&quot;&gt;Retrolib&lt;/a&gt; und weitere Quellen. 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 04 Nov 2023 16:44:00 +0000</pubDate>
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    <title>National bleibt National - egal, was du dran hängst  </title>
    <link>https://sehpferd.de/index.php?/archives/1917-National-bleibt-National-egal,-was-du-dran-haengst.html</link>
            <category>tacheles - zur sache</category>
    
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    <author>nospam@example.com (sehpferd)</author>
    <content:encoded>
    Es ist egal, ob du rechtsnational, linksnational, nationalliberal, nationalkonservativ oder sonst etwas mit „National“ bist - „National“ zu denken schränkt immer ein, und es ist der erste Schritt dazu, radikal zu werden. Wenn du dein Land wirklich magst, dann bist du weltoffen und liebst das Land, das dir als Heimat bekannt ist. Vielleicht solltest du mal bedenken, dass es Zufall ist, in welchem Ort, Landstrich oder in welcher „Nation“ du geboren wurdest.  
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 29 Jul 2023 13:37:00 +0000</pubDate>
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    <category>deutsch</category>
<category>national</category>
<category>rechtsnational</category>

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    <title>Sind Sie Westdeutscher? </title>
    <link>https://sehpferd.de/index.php?/archives/1916-Sind-Sie-Westdeutscher.html</link>
            <category>deutsch</category>
    
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    <author>nospam@example.com (sehpferd)</author>
    <content:encoded>
    &lt;em&gt;&quot;Sind Sie Westdeutscher?&quot; ist ein fiktives Gespräch zwischen einem Thüringer und  mir. Dieses Gespräch hat nicht genauso  stattgefunden. Aber Fragmente daraus sind durchaus authentisch. &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Sie sind wohl nicht von hier?“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Nein, bin ich nicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ich merke das an Ihrer Sprache … sind Sie aus Westdeutschland?“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Nein, mein letzter Wohnsitz in Deutschland war zuvor in Süddeutschland.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fremde schaut verwirrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und wo da?“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In Südbaden – an der der Schweizer Grenze.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fremde kramt weiter im Gehirn, man sieht es ihm an. Wo, zum Teufel, ist Südbaden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Sie sprechen aber nicht … Süddeutsch?“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Nein, und ich spreche auch kein Alemannisch – so nennt man den Dialekt dort.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Dann stammen Sie doch aus dem Westen…?“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Nein, aus dem Norden. Ich wurde in Norddeutschland geboren.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fremde ist weiterhin verwirrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Dann sind Sie doch Westdeutscher, oder?“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Nein, ich bin geborener Bremer, Hanseat und Norddeutscher. Deutscher bin ich vor allem auf Ämtern und im Ausland – ansonsten bin ich überzeugter Europäer.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und genau so ist es auch.  
    </content:encoded>

    <pubDate>Thu, 27 Jul 2023 13:40:00 +0000</pubDate>
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    <category>deutsch</category>
<category>europäisch</category>
<category>hanseatisch</category>
<category>norddeutsch</category>
<category>westdeutsch</category>

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    <title>Wir sind nicht nur „ein Volk“ - wir sind viel mehr </title>
    <link>https://sehpferd.de/index.php?/archives/1673-Wir-sind-nicht-nur-ein-Volk-wir-sind-viel-mehr.html</link>
            <category>demokratie</category>
            <category>deutsch</category>
            <category>liberal sein</category>
    
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    <author>nospam@example.com (sehpferd)</author>
    <content:encoded>
    Angesichts der oft gutgläubigen Protestierer, die heute wieder an diesen angebliche „Spaziergängen“ teilnehmen wage ich zu sagen: „Ja, wir sind ein Volk.“ Aber - ihr seid es nicht allein, denn das Volk besteht aus einer Vielzahl von Menschen. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Wenn ich euch an die Nationalhymne erinnern darf: Dort heißt es &lt;em&gt;„Einigkeit und Recht und Freiheit“&lt;/em&gt; - und zwar für alle - diejenigen, die heute mit euch „spazieren gehen“, aber auch für diejenigen, die es nicht tun. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Gemeinsam  Werte stärken &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dieses Volk besteht nicht aus Ost und West, nicht aus Links und Rechts und im Grunde schon gar nicht aus unüberbrückbaren Gegensätzen. Dies ist ein wundervolles Land in Europa, und die Menschen in Deutschland können stolz auf das sein, was dieses Land ausmacht. Wir bestärken die Werte des Humanismus, und sie ergänzen sich bestens mit einigen christlichen Vorstellungen. Jeder man daraus das Weltbild wirken, das er mag. Das ist Demokratie, das ist Liberalismus, das sind Werte, die uns verbinden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Deutsch sein und  Deutschland repräsentieren &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sind nicht ausschließlich „Deutschland“. Wir sind auch EU, und wir haben Freunde in aller Welt, die ähnlich denken wie wir, weil sie ebenfalls in der humanistischen Tradition stehen. Wir sind deshalb ein weitaus größeres Volk als jener Teil, der in Deutschland lebt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Versuche mehr zu erfahren als &quot;Deutscher in Deutschland&quot; zu sein &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Wer als Deutscher in Deutschland lebt und nie irgendwo sonst Deutschland vertrat, sei es in beruflicher oder politischer Mission, der weiß nur, was Deutsche in Deutschland über Deutsche denken. Was du als Deutscher wirklich bist - im Guten wie im Bösen - weißt du erst, wenn du im Ausland warst und dort die Interessen eines deutschen Unternehmens oder einer deutschen Einrichtung wahrgenommen hast. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Wenn du die Chance jemals haben solltest: Nimm sie wahr. Wenn du sie niemals gehabt hast: Hol sie nach. Dein Bild dieser Welt wird sich verändern, und du weißt dann, was du wirklich bist: Ein deutscher Europäer, dessen Fähigkeiten geschätzt werden und dessen Werte auf Einigkeit und Recht und Freiheit beruhen. Oder auf Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit.  
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 21 Feb 2022 16:12:00 +0000</pubDate>
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    <category>deutsch</category>
<category>deutsch sein</category>
<category>deutscher</category>
<category>humanismus</category>
<category>werte</category>

</item>
<item>
    <title>Laternengänger, Sportler und Volkswirschaften </title>
    <link>https://sehpferd.de/index.php?/archives/1666-Laternengaenger,-Sportler-und-Volkswirschaften.html</link>
            <category>demokratie</category>
    
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    <author>nospam@example.com (sehpferd)</author>
    <content:encoded>
    Hallo, liebe Laternengänger - immer noch nicht müde von ständigen „im Kreis gehen“?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unser Land hat in diesem Moment viele Probleme. Wahrscheinlich weiß jeder von euch,  dass derzeit viele Sportler an Corona erkrankt sind. Das &lt;em&gt;macht die Mannschaften schwächer&lt;/em&gt; - habt ihr ja mitgekriegt, oder? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was, wenn in einer Volkswirtschaft zu viele Menschen „in Quarantäne“ sind oder im Krankenhaus - oder wenn sie gar aus dem Leben gerissen wurden? Macht uns das stärker? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon mal darüber nachgedacht, dass ihr euch möglicherweise selber schadet?  Und vielen anderen auch, die sich nicht äußern - weder auf der Straße noch im Stillen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir ein Volk sind, eine Mannschaft, ein Deutschland - dann reiht euch bitte wieder ein in jene, die unsere Gesellschaftsordnung zusammenhalten. Ihr werdet dort benötigt.  
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 24 Jan 2022 14:56:00 +0000</pubDate>
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    <category>demokratisch</category>
<category>deutsch</category>
<category>kosequent</category>
<category>liberal</category>
<category>solidarisch</category>

</item>
<item>
    <title>Gefühle im Bildungsbürger-Deutsch: die Empathie  </title>
    <link>https://sehpferd.de/index.php?/archives/1645-Gefuehle-im-Bildungsbuerger-Deutsch-die-Empathie.html</link>
            <category>fünf sinne ohne blödsinn - aber mit fotos </category>
            <category>tacheles - zur sache</category>
            <category>wissenschaftskritik</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Gebhard Roese)</author>
    <content:encoded>
    Heute bin ich - nicht zum ersten Mal - über die „Verwissenschaftlichung“ der Sprache gestolpert. Sie begann, als sich betuchte Bürger aus den (damals sehr teuren) Konversationslexika informierten und dieses Wissen oder Halbwissen dann bei Begegnungen lebhaft verwendeten. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts steuern Psychologie und Soziologie zahllose Begriffe bei, deren Bedeutung eher „nebulös“ ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Unwort &quot;Empathie&quot;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Nun - mein Wort für heute war „Empathie“. Das Wort steht für eine Fülle von Gefühlen, die mit dem „Verständnis für andere“ zusammenhängen. Wahrscheinlich könnte man Buch über diese Vorgänge schreiben. Es würde von der Entstehung über die Möglichkeiten und Auswirkungen reichen bis zu den Prozessen, die nötig sind, um solche Gefühle zu haben, zu erfühlen oder zu übermitteln.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das macht aber kaum jemand. Stattdessen wir plakativ behauptet, dies oder jenes sei „Empathie“.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ei, ei - da ist Widerspruch angebracht - denn das Wort existierte bis weit nach 1900 nicht einmal im Bildungsbürgerdeutsch. Die Tatsache ist leicht, zu beweisen, weil es in den gängigen Konversationslexika fehlt. Bis etwa 1990 (!) kam es auch in der Presse kaum vor - und heute ist es zu einem Modewort geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Ist das Etikett weg, steht der Begriff nackt da&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Wenn man das Wort entzaubert und die „Verwissenschaftlichung“ wegnimmt, also das Etikett abzieht, entdeckt man dahinter einen großen Strauß von Gefühlen. Alle basieren mehr oder weniger auf dem Versuch, andere Menschen in ihrem Sein und Fühlen besser zu verstehen.Oder, wie jemand schrieb, die „schwierige und berechnende Aufgabe wahrzunehmen, sich in andere hineinzuversetzen. Das ist eine brauchbare Formulierung, die den üblichen „Gefühlskitsch“ vermeidet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Erläutern statt Psycho-Geplapper &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Der verlinkte Artikel zeigt, dass wir alle verlieren, wenn wir das übliche „Psychogeplapper“ verwenden. Was wirklich nötig ist? Wir müssen uns (auch wenn das sehr rational klingt) über die Prozesse klar werden, die wir benutzen, wenn wir Gefühle verstehen wollen oder von anderen in unseren Gefühlen verstanden werden wollen. Und nur nebenbei: „Verstehen“ ist erlernbar, und ebenfalls erlernbar ist, jemandem das Gefühl zu geben, verstanden zu werden. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Und was sagt uns das? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Je mehr wir Begriffe nachplappern, die wir nicht verstanden haben, umso mehr Schaden richten wir an. Wollen wir hingegen Nutzen stiften, so tun wir gut daran, die Hintergründe menschlicher Gefühlsregungen zu begreifen und unser Verständnis zu vermitteln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Quellen und zum Weiterlesen: &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Ausführliche Beschreibung der Empathie - &lt;a href=&quot; https://gedankenwelt.de/empathie-die-schwierige-und-bereichernde-aufgabe-sich-in-andere-hineinzuversetzen/&quot;&gt;Gedankenwelt&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
Inflation des Begriffs: &lt;a href=&quot;https://www.dwds.de/r/plot/?view=1&amp;corpus=zeitungen&amp;norm=date%2Bclass&amp;smooth=spline&amp;genres=0&amp;grand=1&amp;slice=1&amp;prune=0&amp;window=3&amp;wbase=0&amp;logavg=0&amp;logscale=0&amp;xrange=1946%3A2021&amp;q1=%E2%80%9EEmpathie%E2%80%9C&quot;&gt;dwds&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Häufigkeit und Verwendung heute:&lt;a href=&quot;https://corpora.uni-leipzig.de/de/res?corpusId=deu_news_2020&amp;word=Empathie&quot;&gt; Uni Leipzig&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Für Menschen, die sich mit Fremdwörtern schmücken wollen: &lt;a href=&quot; https://bildungssprache.net/bildungssprache-wortliste-adjektive/&quot;&gt;Bildungssprache&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Referenz Konversationslexika: Meyers, Leipzig 1994.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Wed, 10 Nov 2021 10:44:00 +0000</pubDate>
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    <category>bildungsbürger</category>
<category>deutsch</category>
<category>empathie</category>
<category>fremdwörter</category>
<category>sprachkritik</category>
<category>veschleierung</category>
<category>wissenschaftskritik</category>

</item>
<item>
    <title>Zum 3. Oktober</title>
    <link>https://sehpferd.de/index.php?/archives/1636-Zum-3.-Oktober.html</link>
            <category>deutsch</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Gebhard Roese)</author>
    <content:encoded>
    Ich feiere gerade die Einheit. Ein wundervoller Spätsommertag, inmitten von Ost- und Westdeutschen. Unter Menschen, die Toleranz leben und sich ganz sicher sind, dass es die Demokratie bereits gibt. Kurz: Unter Personen, die sich sehr unterschiedlich definieren, sich aber bewusst sind, allesamt Deutsche zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und manchmal – ganz still – denke ich daran, wie viele „Deutsche“ ihr Deutschsein niemals hinterfragen mussten. Das müssen jene sein, die auf Plakaten die Begriffe „Deutsch“ und „Deutschland“ missbrauchen, um ihre Ideen manipulativ unters Volk zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder anders ausgedrückt: Es ist leicht, in Deutschland zu behaupten, deutsch zu sein. Wesentlich schwerer ist, außerhalb Deutschlands zu erklären, was „Deutsch sein“ bedeutet. &lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sun, 03 Oct 2021 15:25:00 +0000</pubDate>
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    <category>deutsch</category>
<category>deutsch sein</category>
<category>einheit</category>

</item>
<item>
    <title>Das erstaunlich schwache Wissen über Kommunikation</title>
    <link>https://sehpferd.de/index.php?/archives/1528-Das-erstaunlich-schwache-Wissen-ueber-Kommunikation.html</link>
            <category>verborgenes wissen </category>
    
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    <author>nospam@example.com (Gebhard Roese)</author>
    <content:encoded>
    Das Wissen über Kommunikation in Deutschland ist, wie ich dieser Tage feststellte, auf einem erschreckend niedrigen Niveau. Viele unserer Mitbürger meinen, es reiche aus, sich auf die „häusliche Erziehung“ zu verlassen. Sie nehmen also an, dass sie dieses Wissen sozusagen mit der Muttermilch einsaugen oder oder durch „Abgucken“ erlernen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nichts gegen „Learning by Doing“. Aber auf diese Weise lernen wir die Gesetze der Kommunikation nicht einmal im Ansatz. Ich hatte ja gehofft, dass man dergleichen in der heutigen Zeit vor allem in den allgemeinbildenden Schulen erlernt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist das Wissen verloren gegangen? Es wäre deshalb schade, weil wir den Höhen und Tiefen der Kommunikation mindestens bei wichtigen Begegnungen ausgesetzt sind. 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 17 Apr 2021 09:19:00 +0000</pubDate>
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    <category>deutsch</category>
<category>kommunikation</category>

</item>
<item>
    <title>Der Deutsche und die Angst vor dem Kompromiss</title>
    <link>https://sehpferd.de/index.php?/archives/1518-Der-Deutsche-und-die-Angst-vor-dem-Kompromiss.html</link>
            <category>demokratie</category>
            <category>liberal sein</category>
            <category>tacheles - zur sache</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Gebhard Roese)</author>
    <content:encoded>
    Als Antwortgeber zu kritischen Fragen  muss man manche Kröte schlucken: Einmal wird man mit „Alternativfragen“ gefoppt, dann wird eine Behauptung hinter ein „Warum“ gehängt. Jüngstes Beispiel aus meiner Praxis (1):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Warum ist ein Kompromiss nur ein guter Kompromiss, wenn alle leiden?&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Ich habe mir lange überlegt, wie „deutsch“ die Frage ist – doch während meiner (theoretischen wie praktischen) Beschäftigung mit der Partnerwahl oder Partnersuche bin ich dem Begriff oft in negativem Zusammenhang begegnet. Dort hieß es dann oftmals, &lt;em&gt;„Kompromisse kommen für mich nicht infrage.“&lt;/em&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Wenn kein Kompromiss infrage kommt, gibt es oft auch keine Lösung &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sache ist wirklich eigenartig: Wenn für beide keine Kompromisse infrage kommen, werden beide nicht lange zusammenleben können. Was letztlich heißt: Kompromisslosigkeit bedeutet dauerhafte Beziehungslosigkeit. Und bevor ihr fragt: Mein, ich kann das nicht exakt statistisch beweisen. Aber ich höre oft das Lamento jener, die „kompromisslose“ Beziehungen wollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Die Abwertung des Kompromisses in Deutschland - erst im 20. Jahrhundert?  &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zurück zu anderen Kompromissen und der Frage: Ist es einfach „deutsch“, Kompromisse abzuwerten? Offenbar war das nicht immer so. Das deutsche Kaiserreich bestand zwischen 1871 und 1918. In diese Zeit fallen auch meine ersten Quellen, die nicht darauf hindeuten, dass „Deutsch sein“ auch „Kompromisslos sein“ bedeutet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So meint Meyers: (1885-1892)( Anm. 2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;(Ein Kompromiss ist) … im Allgemeinen jede Übereinkunft zum Behuf der Beilegung eines Streits.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Brockhaus (1894 – 1896) sieht es kaum anders:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Ein gegenseitiges Versprechen, Vereinbarung … sich unter wechselseitigem Nachgeben über eine Angelegenheit verständigen.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wann der wichtige und menschenfreundliche Kompromiss in die Schmutzabteilung gekommen ist, kann ich nicht eindeutig sagen. Ich zitiere jedoch &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Kompromiss&quot;&gt;Wikipedia&lt;/a&gt;. Das Lexikon bleibt hinsichtlich des genauen Zeitpunkts unsicher und verwendet das Wort „früher“: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Der Kompromiss wurde früher als „undeutsch“ gebrandmarkt.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geben andere mehr Aufschluss)? Ich zitiere (3):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;In Kaiserzeit und Weimarer Republik galt der Kompromiss als ‚undeutsch‘. Man setzte sich durch, ganz oder gar nicht: Kompromisse waren etwas für Weicheier. Auch in der Politik.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Man erkennt den Widerspruch zwischen den Lexika des 19. Jahrhunderts und der vorausgegangenen Aussage: Nein, die „Kaiserzeit“ kann es nicht gewesen sein. Wahrscheinlicher, dass der Begriff des Kompromisses erst in der Weimarer Republik gebrandmarkt wurde. Immerhin soll sich dies nach 1945 geändert haben (4):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Deutschland war bis 1945 ein kompromissfeindliches Land; ein politischer Kompromiss galt als Verrat - als Verrat der Ideale, als Produkt ängstlichen Einknickens und als Ergebnis fehlenden Rückgrats.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was änderte sich wirklich nach 1945? An den Lebensumständen sicherlich sehr viel, doch der Geist meiner Mitmenschen in deutschen Landen haderte weiterhin mit dem Begriff des sinnvollen oder gar segensreichen Kompromisses. Der Begriff des „faulen Kompromisses“ steckt noch tief in manchen Hirnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Ein kleiner Lichtblick - der Kompromiss wird heute etwas positiver gesehen &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dafür sprechen auch die Untersuchungen der Uni Leipzig (5): Sie verzeichneten sie als „linken Nachbarn“ des Wortes „Kompromiss“ immer noch in hohem Maße das Negative. Immerhin 2622-mal erwischten sie „faul“ neben dem Kompromiss. Dennoch ergab sich in den letzten Jahren eine Trendwende, denn „rechte Nachbar“ wie „gut“, „vernünftig“ und „tragfähig“ kamen immerhin gemeinsam auf 3171 Erwähnungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hoffen wir, dass sich überall in der deutschen Sprache durchsetzt, den Begriff „Kompromiss“ als das zu sehen, was er ist: Ein Ausgleich der Interessen. &lt;br /&gt;
&lt;em&gt;(1) Quora-Anfrage&lt;br /&gt;
(2) &lt;a href=&quot;https://www.retrobibliothek.de/retrobib/seite.html?id=130033&quot;&gt;Retrolib&lt;/a&gt;, Brockhaus aus gleicher Quelle.&lt;br /&gt;
(3) &lt;a href=&quot;https://www.demokratiegeschichten.de/das-lied-vom-kompromiss/&quot;&gt;Demokratiegeschichte&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
(4) &lt;a href=&quot;https://www.sueddeutsche.de/politik/essay-ein-hoch-auf-den-kompromiss-1.2927339-0&quot;&gt;Süddeutsche Zeitung&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;
(5) &lt;a href=&quot;https://corpora.uni-leipzig.de/de/res?corpusId=deu_newscrawl-public_2018&amp;word=Kompromiss&quot;&gt;Uni Leipzig&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;/em&gt; 
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    <pubDate>Tue, 30 Mar 2021 10:37:00 +0000</pubDate>
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    <category>ausgleich</category>
<category>deutsch</category>
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<category>irrtümer</category>
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<category>vorurteile</category>

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    <title>Die Ciskriminierungswelle </title>
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            <category>liberal sein</category>
            <category>schreiben und bloggen</category>
            <category>sehpferd</category>
    
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    <author>nospam@example.com (sehpferd)</author>
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    &lt;strong&gt;&lt;em&gt;Die Ciskriminierungswelle - ja, ihr habt recht gelesen.Ich fühle mich ciskriminiert. Das ist natürlich Blödsinn - aber wa sist derzeit kein Blödsinn? &lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit „Weiß“, so lese ich jetzt vielfach, ist eine Einstellung gemeint. Und mit „Schwarz“ auch. Die Presse betont es. Das heißt, sie übernimmt Formulierungen von Ideologen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da &lt;a href=&quot;https://www.rnd.de/politik/weltfrauentag-alice-hasters-kritisiert-privilegien-weisser-frauen-BLN4FB3QEVBZVPQXKNHUUJ4IIQ.html&quot;&gt;zitiere&lt;/a&gt; ich doch mal:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Das Wort „Schwarz” (mit großgeschriebenem S) ist in diesem Interview eine Bezeichnung, die nicht die Hautfarbe meint, sondern eine Verbundenheit mit ähnlichen rassistischen Erfahrungen.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Können wir das bitte noch mal präzisieren? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also sind Schwarz und Weiß keine Hautfarben, sondern Einstellungen. Die Schattierungen von Grau? Oh, hätte ich besser nicht erwähnt, dabei handelt es sich um&lt;em&gt; Soft-Pornografie&lt;/em&gt; für Frauen in mittleren Jahren“. Ich nenne sie hier mal nicht MILFs. Demnächst ist ja Frauentag, da ducke ich mich mal weg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grau ist so witzlos. Weiß auch. Schwarz ebenso. Und farbig? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur nicht farbig! Da könnet ja die Schwarz-Weiß-Malerei auf der Strecke bleiben. Ich hörte schon lange nichts Differenziertes mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwie verliere ich die Orientierung. Bin ich nun „weiß“, weil meine Hautfarbe recht hell ist? Oder weil man Haar mittlerweile die gleiche Farbe angenommen hat? Pardon, weiß ist gar keine Farbe. Die Gegenstände in „weiß“ reflektiert nur das gesamte Spektrum des Sonnenlichts. Also ist weiß alles, weil weiß alles widerspiegelt. Und Schwarz ist ebenso wenig eine Farbe, weil „schwarz“ die Abwesenheit von Licht repräsentiert. Und mit der Haut hat das recht wenig zu tun. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Die Ciskriminierung des Weißen Mannes &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Letztes Jahr war ich also Mann, Weiß und CIS. Das ist in summa der letzte Dreck. Ich lese und lese aber ich kann nicht finden, dass Frau, Schwarz und queer durchgehend positiv bewertet wird - großgeschrieben oder nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Ich diskriminiere dich, du diskriminierst mich ... &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei mir überschneiden sich mehrere Arten von Diskriminierungen. Die Schlimmste ist, dass ich alt bin. Das ist wirklich ein Manko. Die Zweitschlimmste, dass ich anders denke als die meisten  - das macht mich verdächtig. Und  und die Drittschlimmste, dass ich in Ostdeutschland wohne - noch dazu in der Provinz. Oder vielleicht, dass ich einst IT-Fuzzy war. Ich muss also gar nicht weiß, männlich und CIS sein. Die übrigen Vorurteile reichen auch. Für die Ostdeutschen bin ich übrigens ein Exot, mehr noch als andere Wessis, die man hier zähneknirschend duldet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Merkwürdigerweise fühle ich mich nicht diskriminiert, selbst wenn ich gelegentlich angeschaut werde, als sei ich ein Besucher vom Mars. Man fragt sich: Was will der hier, wo doch fast alle von hier wegwollen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich lasse die Leute denken, was sie wollen. Hier jedenfalls werde ich nicht Ciskriminiert.  
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    <pubDate>Sat, 06 Mar 2021 14:53:00 +0000</pubDate>
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