Skip to content

Es wurde beobachtet

Ich öffne mein E-Mail-Postfach und finde einen Satz vor, der mit „es wurde, beobachtet“ beginnt.

Wie beobachtet eigentlich „es“?

National

Irgendwie sind gerade alle wuschig. Von rechts kennen wir das ja: Nationalisten von echtem Schrot und Korn, die zwar kaum Ausländer kennen, aber dennoch in jedem „Fremden“ den Feind sehen. Egal, ob seine Hautfarbe braun, gelb oder gar weiß ist. Es reicht, wenn man „irgendwie aussieht, als wäre man nicht von hier.

Und nun die Linken, die mit "Aufstehen" eine neue Masche auffahren. „Wird sind ja so deutsch, wir stolzen deutschen Arbeiter.“ Fehlt nur noch „… und Bauern“. Die Kommunisten werden eben nicht klug – die glauben immer noch, sie hätten einen großen Teil der Arbeiterschaft hinter sich. Gestern noch die „Internationale Solidarität“, heute deutsche Arbeitsplätze schützen. Wie albern.

Rechts? Links? Angeblich hat die „Mitte“ versäumt, „einen deutschen Nationalismus von innen“ aufzubauen. Ach ja? Haben die das? Wie, bitte schön, baut man den „einen Nationalismus von innen“ auf, wenn ein Land zwei Mal am Nationalismus gescheitert ist – und zwar restlos? Mit einer gescheiterten Nationalelf? Mit Kaiser und König, Goethe und Schiller?

Ach, höre ich immer, die Franzosen haben ihn doch, und die Briten … nicht zu vergessen, die Ungarn und Polen, die ständig ihren Nationalismus in den Vordergrund stellen. Na und? Niemand hindert einen Deutschen, zu den positiven Seiten seiner Geburtsstadt, seines Geburtslandes oder gar zu deutschen Bundesrepublik zu stehen. Jeder darf die guten und positiven Eigenschaften Deutschlands ins Ausland tragen. Und wirklich – jeder Deutsche darf sein Land und seine Kultur loben.

Ein neuer Nationalismus, der von innen kommt? Da lachen ja die Hühner.

Oder darf man mal fragen, wie das gehen soll?

Warum ich fröhlich verantwortungslos sein darf

Es waren ernste Menschen – Redakteure, Politiker und sogar ein Bundespräsident. Und sie alle warnten Deutschland, die Deutschen und Ihresgleichen, auf keinen Fall „fröhlich verantwortungslos“ zu sein“.

Ich kann, und ich darf verantwortlich sein, und zwar genau dann, wenn ich dies erwähle oder mich wählen lasse, um es zu tun.

Und ich darf eben auch verantwortungslos sein, weil ich nicht für das Wohl und Wehe des gesamten Volkes oder einer großen, mir aber weitgehend unbekannten Gruppe zuständig bin.

Und dabei denke ich: Was diese beckmesserischen Autoren stört, ist ja gar nicht das Wort „verantwortungslos“. Sondern das Wort „fröhlich“. Um Himmels willen, Brüder und Schwestern, seid bloß nicht fröhlich! Wie könnt ihr nur fröhlich sein?

Niemand darf in diesem Land fröhlich sein. Kein Einheimischer, kein Asylsuchender, keine Frau und klein Mann. Und natürlich erst recht kein Politiker, kein Experte und kein Redakteur. Die sogenannten Gutmenschen sorgen dafür, dass wir alle mit ernsten, ja gar besorgten Gesichtern herumlaufen müssen.

Vor Jahrzehnten (ja, Jahrzehnten) habe ich mal ins Gespräch gebracht, dass wir keine besorgten, engstirnigen und besserwisserischen Experten benötigen, sondern fröhliche, freizügige denkende und - so weit es möglich ist - optimistische Kenner.

Doch damit bin ich gescheitert. Wer heute als Experte etwas gelten will, muss ein sehr, sehr ernstes Gesicht machen. Das reicht. Ein klein wenig Wissen aus einem Studium, um Himmels willen kein Erfahrungswissen, eine gewisse Einseitigkeit – das genügt. Und dann Bücher schreiben, Interviews geben und viel Blech reden – das wirkt..

Nein, nein … der fröhliche Kenner schadet euch nicht. Und wer fröhlich ohne Verantwortung dasteht, schadet euch auch nicht. Euch schaden jene, die mit ernster Mine Unwahrheiten verkünden.

Das Versagen

Ja klar, da gibt es diese Typen (auch Typinnen), die immer siegen. Hochnäsig und rotznasig erklären sie jedem, der es (meist nicht) wissen will, warum Sie so hoch hinauskamen. Doch kein ausgesprochen erfolgreicher Mensch, den ich kenne, redet so. Das Glück wirkt nicht ausschließlich dem Tüchtigen, und das Unglück trifft nicht immer die Unfähigen. Der Kaufmann alter Schule weiß, dass er täglich gewinnen und verlieren kann – und jeder andere sollte es auch wissen.

Das Versagen gehört zum Leben wie der Erfolg. Der Kampf um die schönste und sinnlichste Frau ist zumeist aussichtslos, und der bestbezahlte Job in der Firma winkt nicht dem, der sich am intensivsten darum bemüht.

Wer versagt, ist kein Versager. Die Geschichte der „Sieben Faulen“ lehrt, dass Menschen durchaus versagen dürfen, wenn sie dies nicht „demotiviert“, wie man heute sagt. Und viele andere neuere Geschichten von „Stehaufmännchen“ (und „Stehauffrauchen“) lehren uns, dass wir uns durchaus einmal irren dürfen, versagen dürfen und aussetzen dürfen.

Heute wird viel über Rasensport geredet werden, und wie werden viele Geschichten darüber hören, wer, wie und wann versagt hat.

Das ganze Reden wird nichts nützen. Und obgleich „die Nation“ nun den Kopf hängen lässt: vielleicht könnte sich Deutschland auch mal über etwas Sinnreicheres definieren als über Fußball.

Frau Wagenknecht und der „Kontrollverlust“

„Kontrollverlust“ ist ein düsterer Buchtitel des Autors Thorsten Schulte. Der ist ein rechtspopulistischer Erfolgsautor – woran man sehen kann, dass Rechtspopulismus außerordentliche einträglich sein kann, wenn man zur rechten Zeit auf den fahrenden Zug aufspringt.

Eigentlich bezeichnet Kontrollverlust allerdings den Verlust der bewussten Steuerung des der Emotionen, des Denkens und des Handelns.

Und nun fragt sich, was Frau Wagenknecht wohl gemeint hat, als sie der „Passauer neuen Presse“ sagte:

Der "Kontrollverlust", den es im Herbst 2015 gegeben habe, "hat dieses Land verändert, und zwar nicht zum Besseren.


Nun hat es erstens „im Herbst 2015“ keinen Kontrollverlust gegeben, sondern eine Entscheidung. Zweitens hat dies vor allem die Rechte Szene ausgenutzt, während sich für die meisten Bürger fast gar nichts verändert hat. Und drittens kann ein tatsächlicher Kontrollverlust niemals „zum Besseren“ führen, sondern immer nur zu Verschlechterungen.

Es wäre wirklich gut, sich zu überlegen, was man sagt, wenn man der Partei „Die Linke“ angehört. Denn ob die damalige Entscheidung klug oder unklug war – das Wort „Kontrollverlust“ ist in dem genannten Zusammenhang eine üble Beschimpfung.