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Warum Damen nicht dämlich sind

Frauen können „fraulich“ sein, dann sind sie schon etwas „reifer“ oder haben „weibliche Formen entwickelt“, wie man auch sagt. Sind Weiber recht weiblich, dann sind sie heute feminin, auch wohl, weil man das Wort „Weib“ einfach nicht mehr verwendet.

Vom Weib über die Frau zur Dame

Als „die Weiber“ im 20. Jahrhundert zu „Frauen“ wurden, setzte sich sogleich „Damen“ davon ab. Jene allerdings gab es nur als Höflichkeitsform, dann wurden sie mit kurzem „a“ bezeichnet, wie etwa in „meine Damen und Herren“. Die Damen mit langem „A“, etwas nasal gesprochen, waren eigentlich keine, sondern Schönheitstänzerinnen (1) oder Tischdamen (2) in zwielichtigen Lokalen.

So schnell kann also das Prädikat „Dame“ für eine adlige Frau zum Begriff für eine Animierfrau aka „Tischdame“ verkommen.

Damen sind auf keinen Fall das Vorbild für das Wort "dämlich"

Immerhin steht eines fest: Damen sind auf keinen Fall dämlich. Denn das Wort „dämlich“ leitet sich nicht von den Damen ab, sondern hat seinen Ursprung im „Dämel“, der wieder dem „Dussel“ sehr ähnlich ist.

Man sagt auch Dämelack, und jeder Dämelack ist eben dämlich, das heißt, sein Gehirn ist reichlich vernebelt.

„Dämisch“ oder „Dämelig“ sind weitere, historische oder mundartliche Schreibweisen.

Quelle (unter anderem) Wörterbuchnetz (Grimm)
(1) Die "Schönheitstänzerin" ist ein nahezu vergessener Name für eine "Stripperin".
(2) Eine Animierfrau (Tischdame) ist in Rotlichtlokalen eine Frau, die den Mann veranlasst, teure Getränke zu bestellen.

Der Mob soll auch „Mob“ genannt werden

Gestern versuchte der Mob in den USA, die Demokratie zu unterhöhlen. Joe Biden sprach das Wort aus, das wir von deutschen Politikern auch gerne einmal gehört hätten, hier im ganzen Satz:

Das ist kein ... (politischer) ... Widerspruch, es ist Unordnung. Es ist Chaos. Es grenzt an Aufruhr und muss jetzt enden. Ich fordere diesen Mob auf, sich zurückzuziehen und die Arbeit der Demokratie voranzutreiben.


Ich hörte die Rede via BBC, als ARD und ZDF gerade Schlafstündchen eingelegt hatten. Schade, sehr, sehr schade, wenn einem der Bestand der Demokratie wenig wert ist - denn was die beiden Sender zu berichten wussten, war wirklich zweitklassig.

Text via CNN.

Virologen, Rauch und Pessimismus

Nein, Virologen sind bestimmt keine Feindbilder von Menschen, die noch bei Verstand sind. Wenn nun Herr Droste zum erzgebirgischen Räuchermännchen geworden ist, dann ist dies bestenfalls seiner Popularität geschuldet – nichts mehr verbirgt sich dahinter. Immerhin hat man im Erzgebirge auch schon andere Prominente gedrechselt:

Angela Merkel …, Helmut Kohl, Horst Schlemmer, August den Starken, Asterix und Obelix und den Baron von Münchhausen.
Nein, auch das ist kein Witz, sondern ein Auszug aus der „Sächsischen Zeitung“ – ich dachte schon immer, dass Helmut Kohl und der Baron von Münchhausen gewisse Ähnlichkeiten hatten.

Die „Leipziger Volkszeitung“ (1) meint, dass ein anderer vielleicht noch besser in die Sammlung gepasst hätte: Der Herr Lauterbach. Nach Aussage der Kolumnistin der „Leipziger Volkszeitung“ hätte er besser in die Gilde der Räuchermännchen gepasst, denn (so Janina Fleischer):

Arbeitet nicht Karl Lauterbach … hartnäckig am Aufstieg zu einer Räucherfigur, indem er überall stänkert?
Wobei das Wort „stänkern“ natürlich despektierlich ist. Doch wie soll man einen Menschen nennen, der in Zeiten der Angst und der gedrückten Stimmung ständig eine bessere Zukunft infrage stellt? Bevor Herr Lauterbach, ob seiner Aussagen überhaupt ins Visier der Kabarettisten geriet, schrieb der Tagesspiegel Tacheles zum Thema Lauterbach:

Es ist leicht, den Hardliner zu spielen, wenn man selber für die Folgen nicht haften muss.


Das gilt natürlich auch für all jene, die sich als Amateur-Virologen aufspielen und ebenfalls die Hardliner geben.

Bliebt jedoch die Frage, inwieweit Politiker, insbesondere dann, wenn sie Ärzte sind oder jedenfalls einmal waren, die Psyche niederdrücken sollten.

(1) Printausgabe vom 4. Januar 2021.

Schnee wird als Schnee identifiziert

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Schnee ohne Sonnenschein wirkt immer wie Watte. Aber wenn er schon mal liegt, muss er auch fotografiert werden. Und was sagt die automatische Motiv-Erkennung? Schnee. Was sonst?

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Lockdown - Besonnene, Zweifler, Scharfmacher

Den Lockdown zu verlängern, ist risikoreich. Tun die Regierungen nichts, werden sie bezichtigt, die „Fallzahlen“ in die Höhe zu treiben und „das“ Gesundheitswesen zu Fall zu bringen. Tun sie zu viel, so werden sie dafür verantwortlich gemacht, dass Existenzen vernichtet und soziale wie auch psychische Probleme aller Art erzeugt werden.

Scharfmacher und Besserwisser

Die „Kommentatoren“ aus dem Volke trennen sich in mehrere Lager. Da wären zunächst die konservativen Scharfmacher. Sie sagen, der Lockdown hätte „wesentlich früher“ kommen müssen und er hätte „wesentlich schärfer“ ausfallen müssen. „So wie die Stadtmauern, die früher durch Tore geschlossen werden konnten“, las ich sinngemäß in einem Kommentar.

Es sind immer die anderen ...

Das zweite Lager macht das Volk selbst verantwortlich. Ihre Vertreter stellen sich außerhalb des Volkes und rotten sich zu Gruppen von Edelmenschen zusammen. Sie sagen: Diejenigen sind Schuld, die keine Vorsicht walten lassen - es sind immer die anderen. Selbst kann man nicht dazugehören, weil man ja "Edelmensch" ist. Man ruft nach der Ordnungsmacht: Ja, da sind die bösen Buben - und ihnen soll es an den Kragen gehen.

Die Faktensucher

Ein drittes Lager sagt: Es war einfach falsch, vom Lockdown Wunder zu erwarten. Man muss nun abwägen, was wirklich nützt und was nicht. Und man braucht endlich Konzepte, die auf belastbaren Fakten beruhen. Zum Beispiel, wer sich jemals wo und wann infiziert hat. Man hat diese Fakten nicht - und vor allem haben es die beide vorgenannten Gruppen so leicht, ihre Windeier in die Nester zu legen.

Die Leugner

Ach - und es gibt die Leugner, die sich nicht nur mit Verschwörungstheorien arbeiten, sondern auch einfach mit Ignoranz. Um das eigene Gedankengebäude rechtfertigen zu können, greifen sie andere an - beispielsweise Menschen, die sich in ihren Aussagen einmal nachweisbar geirrt haben. Dazu setzen sie ihr Pokerface mit aufgemaltem Grinsen ein. Ach, weiß großartig muss man sich fühlen, wenn man alles zu wissen glaubt, aber in Wahrheit nicht einmal bereit ist, Risiken für andere zu erkennen?

Der Lockdown spülte nun alle möglichen und unmöglichen Meinungen an die Oberfläche. Das Einzige, was den Besonnenen übrig bleibt, ist das Abwägen. Und sie haben es mit Sicherheit derzeit am schwersten.