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Frankfurter Rundschau: Der Herr Nuhr und die Linksdenker

Dieter Nuhr wird immer einseitiger, die Frankfurter Rundschau dafür umso parteiischer. Warum ich darüber nicht mehr schreiben will? Also wirklich - ich lechze nach anderen Themen.

Links ist ist nicht besser, sondern nur anders.

Nur vielleicht noch ein Hinweis an die FR: Links ist nicht besser, sondern nur anders. Und deshalb haben linke Soziologen nicht immer recht. Sie sehen die Dinge eben anders. Und das - man darf staunen - ist ebenso erlaubt, wie dieselben Dinge auch mal von einer anderen Warte aus zu sehen. Man nennt so etwas Meinungsfreiheit. Sich von ein paar Hanseln aus der Soziologen-Szene auf der Nase herumtanzen zu lassen und deshalb zu schweigen, nennt man „Schere im Hirn“ oder „vorausschauende Zensur“.

Ich weiß nicht, was Weiß ist

Ich weiß nicht, was Weiß ist - und DU wahrscheinlich auch nicht. Es sei denn, du wärst ideologisch verblendet. Ein Versuch, Ideologen zu widersprechen.

Ich weiß nicht, was weiß ist. Ich erfuhr dies, nachdem Dieter Nuhr etwas blindschleichenhaft recherchiert hatte. Das sollte er lieber bleiben lassen. Sein Opfer war in diesem Fall Alice Haruko Hasters. Sie ist Journalistin und Buchautorin und sie und Ihr Verlag (Hanser) hatten sicherlich einen guten „Riecher“, als sie 2019 das Buch „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten“ veröffentlichen. Perfektes Timing, kein Zweifel. Und das Buch war ein Riesenerfolg - nur leider nicht in den USA - da hatte sich Herr Nuhr geirrt. Das ist schon peinlich für den oberlehrerhaft auftretenden Kabarettisten.

Was ich bis dahin nicht ahnte, hat nun Lady Birch Ray, bürgerlich Reyhan Şahin, nachgeliefert. Jene ist ebenso belehrend, und sie schreib auf Twitter (wo sonst?) Nuhrs Aussagen seinen nicht „nur“ (Zitat)

Ignorant, boomerhaft und rassistisch, sondern auch total unprofessionell, sonst würde er wissen, dass „weiß“ keine Hautfarbe, sondern eine politische Kategorie ist, die mit Macht- & Herrschaftsstrukturen einhergeht.

Wie das so über die Lippen kommt ... „Macht und Herrschaftsstrukturen“ ... eines dieser Klischees, das uns ständig von Soziologen um die Ohren gehauen wird. Doch am meisten wundere ich mich, dass „Weiß“ keine Hautfarbe ist, sondern eine Ideologie - denn eine „politische Kategorie“ ist weiß sicher nicht.

Fehlt nur noch „Weiß, CIS und männlich“ - auch eine dieser neuen negativen Zuweisungen, die als Waffen verwendet werden.

Ich weiß in Wahrheit, was Weiß ist. Es ist eine Farbe - und auch eine Hautfarbe wie jede andere. Aber mit Sicherheit keine Einstellung. Wer das behauptet, ist ein Sprachfälscher.

Die politisch korrekten Falschmünzer

Mal verstecken sie sich hinter der Maske des seriösen Journalisten, mal sind sie glühende Verfechter der Gender-Theorie, gelegentlich auch einfach Männerhasser.

Gemeint sind diejenigen, die in „sozialen“ Netzwerken, Blogs, links ausgerichteten Zeitungen oder Alternativblättern ständig ein Etikett verwenden:

Alte weiße Männer.

Das neue Super-Feindbild - alt, weiß, hetero, Mann

Falls es sich um Gender-Verfechter handelt, kommt noch „cis“ oder „heterosexuell“ dazu. Doch während „alt“ und „weiß“ Begriffe sind, die wenigstens etwas halbwegs Genaues beschreiben, deutet die Ergänzung „cis“ auf die Gender-Szene hin.

Ein Wut-Begriff aus den USA - höchst umstritten

Ich bleibe mal bei „alten weißen Männern“ - die Damen und Herren Redakteure/Blogger/Netzwerker haben diesen Begriff aus den USA aufgeschnappt - dort ist er Thema - und das aus vielen Gründen. Unter anderem deshalb, weil der Anteil der „blütenweißen“ Bevölkerung (ohne Menschen mit südamerikanischen Wurzeln) dort nur gegen 60 Prozent beträgt.

Doch was zeichnet einen „alten weißen Mann“ in Deutschland aus? Dass er eine weiße Hautfarbe hat?

Weiß, frei und als männlich geboren - was ist daran falsch?

Aber Hallo, wir wurden so geboren, und die Hauptunterschiede eines „weißen Mannes“ liegen hierzulande in dem, was er in völliger Freiheit aus seinem Leben macht. Und der Mann? Auch er wurde so geboren und will größtenteils auch bleiben, was er war. Kurz: „Alte weiße Männer“ zu diffamieren, grenzt hart an Volksverhetzung. Was ist denn bitte das gloriose Gegenteil von (beispielsweise) beispielsweise „alten weißen Cis-Männern? Ich kann es euch zufälligerweise sagen: „Junge schwarze Transfrauen“. Es gibt sie - und sie haben es gewiss nicht leicht. Aber was ist an ihnen „besser“ als an „alten weißen Cis-Männern?

Das alle könnte noch als marginale Sprachverwirrung abgetan werden, wenn die Adepten dieser „neuen Religionsbewegung“ ihre Meinung nicht mit dem Heilgenkranz der Neuzeit schmücken würden:

Politische Korrektheit.

Politische Korrektheit ist nur bedingt politisch und keinesfalls korrekt

Politische Korrektheit? Eigentlich, ach ja eigentlich, sollte sie mit „sozialer Korrektheit“ übersetzt werden, und darüber hinaus handelt es sich um eine willkürliche Sprachkorrektur. Einst sagte man noch „Neusprech“ dazu (1984) und bestimmte Sekten oder Weltanschauungsgruppen wurden gescholten, wenn sie stehende Begriffe in ein Kauderwelsch verwandelten.

Heute versuchen sogenannte „Eliten“ (auch Journalisten glauben gelegentlich, Eliten zu sein) die Sprache nach ihrem Geschmack zu gestalten und ihr die Essenz zu nehmen.

Keine korrekte Bewertung - nur eine Umwertung

Dass „politische Korrektheit“ nicht wertfrei ist, sondern nur umwertet, sollte ein Journalist eigentlich wissen. Und vielleicht sollte man seitens der Presse auch einmal überlegen, wie viel sie bereits dazu beigetragen haben, diese Umwertungen zu verbreiten.

Was soll ich beispielsweise mit diesem Spruch anfangen? (Frankfurter Rundschau)

Dass solch ein Begriff (soziale Korrektheit) überhaupt negativ besetzt sein kann, sollte eigentlich mindestens Grund zum Kopfschütteln geben.


Mehr als Kopfschütteln - wehrt euch gegen die "Neo-Etiketten"

Das „eigentliche Kopfschütteln“ tritt bei den Menschen ein, die deswegen abgewertet werden, weil sie sind, wie sie sind und was sie sind. Zum Beispiel bei „alten weißen Cis-Männern“ oder auch nur bei „alten weißen Männern“.

Politische Korrektheit begünstigt vor allem sprachliche Falschmünzer, zumal es gar nicht um wirkliche Korrektheit geht, sondern um neue, abmildernde und weniger diskriminierende Etiketten.

Was wir heute erleben, ist eher das Gegenteil: Randgruppen manipulieren die Mehrheiten. Und falls es dazu eines Beweises bedarf: Es sind jene „alten weißen Männer“, die heute das Etikett des verwerflichen Menschen bekommen.

Und das ist eine unglaubliche Frechheit.

P.S: Übrigens: die harsche Kritik der "Frankfurter Rundschau" galt eigentlich eine jungen, weißen Frau - nämlich Monika Gruber. Und die war wirklich gut. Der Begriff des "alten weißen Mannes" war für das Feuilleton-Schreckgespenst der FR reserviert: Dieter Nuhr.

DFG knickt vor Kommentatoren ein

Die DFG besteht hundert Jahre - und zu jenen, die dazu einen Beitrag leistete, gehört auch Dieter Nuhr. Der schickt ein Videostatement, das bestens zu einer Forschungsgesellschaft passt - klare Ansprache, Würdigung, und einer Mahnung, Wissenschaft kritisch zu sehen, wörtlich:

(Wissenschaft ist) ... „keine Heilslehre, keine Religion, die absolute Wahrheiten verkündet.

Wer sich auch nur ein bisschen in der Wissenschaftsgeschichte auskennt, wird diesen Satz unterschreiben. Schulwissen reicht dazu völlig.

Der Mischung aus rechten und linken Fanatikern, die Nuhr seit Jahren angreift, waren diese Sätze offenkundig zu viel. In der für Internet-Benutzer üblichen Weise attackierten Sie den Beitrag - was an sich nichts Besonderes ist. Sie haben - wie verquer sie auch denken mögen - das Recht, ihre Meinung zu sagen.

Doch die DFG reagierte anders. Sie stellte sich auf die Seite der Kritiker und verfasste folgende Stellungnahme:

Liebe Community, wir nehmen die Kritik, die vielen Kommentare und Hinweise ernst und haben den Beitrag von Dieter Nuhr von der Kampagnenwebsite entfernt.

Die FAZ sagte das, was gesagt werden muss: Die DFG knickte vor der Meute ein. Die Grundsätze von Demokratie und Meinungsfreiheit, die Freiheit der Rede und der Forschung wurden mit einem Federstrich ausgehebelt.

Die DFG sah das anders und redete um den heißen Brei herum:

(Man sei) ... offensichtlich zu einer falschen Gesamteinschätzung seiner Haltung gegenüber Wissenschaft und der Bedeutung wissenschaftlicher Erkenntnisse gekommen.

Merkwürdig, dass die DFG nun die elitärere Arroganz hervorkehrt. Sie zeigt damit, dass sie in Wahrheit keine Kritik erträgt, auch nicht in Ansätzen.

Und das ist der eigentliche Skandal. Denn wie sollen wie als Bürger und Journalisten einem Institut vertrauen, das auch moderate und mithin berechtigte Kiritk als lästig empfindet?

Zitate aus der FAZ, der WELT und dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sowie aus "sozialen" Medien. Eine Verlinkung auf die WELT ist nicht sinnvoll, da der Online-Artikel dort nicht vollständig lesbar ist.

Mal wieder Dieter Nuhr

An sich bin ich ja ein geistiger Verwandter dieses Herrn Nuhr, der und „Nuhr im Ersten“ produziert und präsentiert. Allerdings hat der Mann seit einiger Zeit ein Problem: Er versucht, ebenso beständig wie unsinnig Umweltthemen ins Lächerliche zu ziehen - und dies insbesondere, wenn sie von Menschen vertreten werden, die jünger sind als er selbst.

Klar, diesen Fehler hat schon „Old Conny“ (1) gemacht, nur war jener wesentlich älter, wesentlich einseitiger und wesentlich starrsinniger als der Herr Nuhr.

Also, wenn ich dies mal bemerken darf: Mehr Humor, auch scharfer - aber nicht immer mit dem erhobenen Zeigefinger des Schulmeisters.

(1) Konrad Adenauer, einst deutscher Bundeskanzler (15. September 1949 bis 16. Oktober 1963, bekannt als Feind der Jugend und aller Veränderungen, die von ihnen ausgingen,