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Kein Dank für die Reichen?

Wir sehen die Großen dieser Erde im Besitz der Güter dieser Welt. Sie leben in Herrlichkeit und Überfluss, die Schätze der Kunst und der Natur scheinen sich um sie und für sie zu versammeln, und darum nennt man sie Günstlinge des Glücks.

Heinrich von Kleist


Die große Kirche hat gebrannt, Kulturdenkmal, französisches Nationaldenkmal, gar Welterbe der Kultur. Die „Großen dieser Erde“, vor allem aber reiche Franzosen, haben ihr Geld geben, um sie wieder aufzubauen. Der größere Teil der „Grande Nation“ dankt ihnen dafür.

Und während niemand fragt, warum der Vatikan seine prall gefüllten Schatullen unter Verschluss hält, machen all jene die Mäuler breit, die sich eine andere, vermeintlich bessere Verwendung der Gelder vorstellen könnten. Jedenfalls geben sie vor, es so zu sehen. Welcher Teil davon Gerechtigkeitssinn, welcher Unmut und welcher blanker Hass ist? Ich weiß es nicht.

Ich weiß aber, dass Hass billig zu haben ist. Viel billiger als Liebe.

Kindergeld an alle Berechtigten zu zahlen ist gerecht

Ach, wie schlimm: Deutschland zahlt Kindergeld. Wieso das angeblich schlimm ist? Weil Deutschland das Kindergeld an Ausländer zahlte – genau genommen auf ausländische Konten.

Wie ich hörte, zahlt Deutschland insgesamt etwa „jährlich mehr als 30 Milliarden Kindergeld aus.“ Ins Ausland wurden 2017 davon 343 Millionen Euro überwiesen.

Das bedeutet nun keinesfalls, dass die Kinder „im Ausland leben“, denn (Zitat).

Die allermeisten Kinder mit ausländischer Staatsbürgerschaft, für die Kindergeld gezahlt wird, leben in Deutschland. So wurde 2017 für 588.000 türkische Kinder in Deutschland Kindergeld gezahlt, für 155.000 polnische und für 110.000 rumänische Kinder.


Und nun wäre natürlich die Frage: Könnte Deutschland nicht weniger Kindergeld an „Ausländer“ zahlen, deren Kinder im Ausland leben?

Da wäre nun einzuwenden, dass Deutschland nicht nur wegen lukrativer Arbeitsplätze von vielen wirklichen und sogenannten Ausländern gewählt wird, sondern auch, weil hier das beinahe höchste Kindergeld in der EU gezahlt wird. (Noch höher ist das Kindergeld nur in Luxemburg). Das wollen Deutsche natürlich nicht wahrhaben. Nicht nur, aber auch, weil die Familienverbände versuchen, durch Lobbyarbeit kinderlose Bürger und Paare gegen Familien auszuspielen und immer mehr Geld (oder weniger Steuern) für Familien fordern.

Und was sagt uns das?

Im Grunde wird einmal mehr eine neue Neid-Diskussion angezettelt.

Das Leben des Deutschen, der hier lebt und arbeitet, wie auch das Leben eines Ausländers, der hier lebt und arbeitet, wird von Abgaben an den Staat und von Zuwendungen des Staates bestimmt. Und schon deshalb ist es völlig absurd, einen Keil zwischen „Deutsche“ und „Ausländer“ zu treiben.

Quellen: Süddeutsche. Zitat aus rnd news

Lindner - das Versagen des Strahlemannes und die Häme

Lindner – ein trauriges Kapitel in der Geschichte der FDP

Es ist eine Sache, grandios zu siegen. Das mag man der FDP immer noch gönnen. Eine ander Sache ist, grandios zu versagen und alles erreichte sinnlos zu vergeigen - das Kunststück hat gerade Herr Lindner vollbracht. Nun aber macht dieser Herr Lindner den alles entscheidende Fehler: Er behauptet, nicht versagt zu haben, über keine Selbstkritik, sonder zeigt weiterhin öffentlich seine Selbstherrlichkeit vor.

Was passiert in so einem Fall?

Alle, die der FDP eine Chance geben wollten, und fast, alle, die jetzt FDP gewählt haben – sie alle werden der Partei nun den Rücken kehren. Diejenigen, die glaubten, den deutschen Kabarettisten und FDP-Gegnern wenigstens für ein paar Monate ihre schnöselige Selbstgefälligkeit austreiben zu können, stehen nun mit dem Rücken zur Wand. Denn all die Kabarett-Schnösel sollten recht behalten: Mit dieser FDP und dieser Führungsspitze ist kein Staat zu machen.

Spott und Häme – das begleitet die FDP seit Jahren. Und man muss gerechterweise sagen, dass dies im Wesentlichen an den Führungspersönlichkeiten neuerer Zeit lag. Lindner hätte die Chance gehabt, das Blatt zu wenden.

Nun wird die Häme der Kabarettisten, der Presse und der Politiker über ihn hereinbrechen – und diesmal zu Recht. Und mancher, der die FDP im Sinne des liberalen Geistes gewählt hat, wird nun erkennen, dass zwischen der FDP-Sicht der Dinge und dem Liberalismus inzwischen Welten liegen. Und Lindner hat keine Chance, aus dieser Falle wieder herauszukommen.

Mehr in SPON.

Politikerwahn: Wölfe und Sexismus

Mich wundert nicht, dass die Parteien jetzt von den wichtigen Themen der Zeit ablenken wollen: die Zukunft Deutschlands und die Zukunft der EU. Stattdessen wird, wie mittlerweile üblich, Kasper, Gretel und Krokodil gespielt – und tatsächlich greift’s die Presse auf. Die Kasper sind diesmal die Machos, klartextlich: alle Männer außer dem eigenen (wenn frau einen hat), die Gretels die „#MeeToo“-Bewegung, und die Krokodile die – Wölfe.

Kaspertheater: die Klatsche raus

Ei, ei, wie lustig doch das Kasperletheater ist. Nur dass diesmal der nicht der langnasige Spaßmacher mit der Klatsche auftaucht, um böse Räuber und Krokodile anzuwatschen. Nein, da müssen erst mal die Gretels ran, um den Männern was vor den Latz zu knallen - undifferenziert, wie üblich. Und nun kommt ein Schafhirt daher, und der sagt: Das Wichtigste ist jetzt, dass wir die gottverfluchten Wölfe wieder loswerden.

Seltene Exemplare: durchgeknallte Machos und reißende Wölfe

Mal Hand aufs Herz: Haben Sie schon mal einen Wolf in freier Wildbahn gesehen? Oder besitzen Sie eine Schaf- oder Ziegenherde? Oder: Wie viele extreme Machos kennen Sie, die arme, wehrlose Frauen verbal so belästigen, dass sie die Flucht ergreifen müssen?

Spalten und Verunsichern statt das Volk zu versöhnen?

Es ist eine Schande, dass es niemanden gibt, der das verunsicherte Deutschland wirklich versöhnen will. Stattdessen baut man neue Spaltpilze auf, wie das Thema „Frauen sind alle brav, edel und anständig, und Männer haben alle Schweineneigungen.“ Folgt abermals die Neidschafdiskussion: Die Hammel haben ihre eigenen Cliquen, deshalb sind sie so mächtig. Und so weiter … und diese Politiker(innen) sollen wir wirklich ernst nehmen?

Ich las viel dazu - unter anderem die ZEIT.

Debattenkultur und Hasskommentare

Nahezu alle Zeitungen und Zeitschriften haben heute mit Kommentaren zu kämpfen, die an Radikalität weit über die Grenzen des Vertretbaren hinausgehen. Dazu heißt es auf einer neuen Webseite:

Die Debattenkultur im Netz ist aus den Fugen geraten. Nutzerkommentare auf Nachrichtenseiten sind häufig ideologisch, beleidigend und zum Teil hasserfüllt. Mit hohem Moderationsaufwand filtern Redaktionen die schlimmsten Beiträge heraus - und werden als Zensoren beschimpft. Andere Redaktionen kapitulieren und schränken die Kommentarfunktion ein.


Kein Wunder, dass man versucht, Methoden der Auto-Moderation mithilfe von Software zu entwickeln. Das ist trotz der Fortschritte bei der Programmierung „künstlicher Intelligenz“ ein schwieriges Unterfangen, weil man dabei immer ganze Sätze untersuchen muss. Wie schwierig es ist, und wie verwirrend es ist, wenn es dennoch getan wird, kann man häufig anhand der Textanalysen der Universität Leipzig sehen.

Nun hat das Institut für Wirtschaftsinformatik der WWU Münster ein Projekt ins Leben gerufen, das einen Beitrag zur automatischen Textanalyse als Voraussetzung zur Moderation von Online-Diskussionen leisten will.

Es läuft im Netz unter dem Stichwort „Cyberhate-Mining“ und dem Hashtag #HateMining.

Ich wünsche Glück und Erfolg.