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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Würde, Tugend, Zurückhaltung als Waffen gegen den Liberalismus?

Der Angriff auf den Liberalismus kommt von ungewöhnlicher Seite: Die Journalisten und Autorin Louise Perry hat ein Buch geschrieben, dessen Klappentext klar aussagt, wer die Verlierer einer „zeitgenössischen, hypersexualisierten Kultur“ sind: Frauen, die gezwungen sind, die Exzesse männlicher Lust zu akzeptieren. Lesen sollten ihr Buch Frauen und Männer, die sich über die „abgeschmackten Denkweisen“ unserer „ultraliberalen“ Gesellschaft Sorgen machen.

„Ultraliberale Gesellschaft“? Ich muss lange suchen, um in Deutschland ein „ultraliberale Gesellschaft“ zu entdecken oder eine andere übertrieben freiheitliche Gesinnung. Übrigens ist interessant, was im Klappentext ihres Buches als Alternative zur freiheitlichen Gesinnung angeboten wird: Würde, Tugend und Zurückhaltung. Das klingt auf den ersten Blick natürlich sehr „edel“ – doch was passiert, wenn wir unsere Emotionen wieder zurückfahren? Kommen wir dann auf die bürgerliche Gesellschaft des 19. Jahrhunderts zurück, in der genau diese Werte auf den Etiketten standen, während im Inneren durchaus häufig Willkür, Gewalt und Unterdrückung herrschten?

Ihr Buch: The Case Against the Sexual Revolution

Die Pseudo-Narzisstin

Die meisten Menschen, die als „Narzissten“ bezeichnet werden, sind in Wirklichkeit keine. Gewöhnliche Mitmenschen verpassen ihnen das „Etikett“, und klebt es einmal auf einer Person, so ist sie bereits abstempelt.

Reden wir also von Pseudo-Narzisstinnen und Pseudo-Narzissten. Die meisten Autorinnen und Autoren setzen beim Geschlecht den Hebel an: Frauen sind dabei grundsätzliche „andere Narzissten“ als Männer. Beispielsweise so:

Sie denken, dass sie nur gemocht werden, wenn sie etwas Besonderes sind. Die äußere Fassade sei ihnen extrem wichtig. Schönheit, Schlankheit, Jugendlichkeit – alles müsse perfekt sein.

Vielfach wird gesagt, Frauen seien eher „innere Narzisstinnen“. Sie fühlen sich glücklich, wenn sie bewundert und anerkannt werden, und dazu gehöre nun eben auch „das Aussehen“ und „oberflächliche Werte“, die andere an ihnen bewundern. Diese Aussage ist allerdings so allgemein, dass sie für Pseudo-Narzisstinnen und auch für Frauen gilt, die von Psychiatern so eingestuft werden.

Narzissten - anderes Geschlecht, andere Eigenschaften?

Die Trennung nach Geschlechtern könnte darauf zurückzuführen sein, dass zu einem „richtigen“ Narzissten ein machtvoller Job gehört. Die gottähnliche Großartigkeit, die viele männlich Manager an den Tag legen, ihr neurotisches Potenzial und ihre innere Unsicherheit sind oft beschrieben worden. Diejenigen, die solche Tendenzen haben, erkennt man schnell: Sie fordern Bewunderung ein, manipulieren, kanzeln andere ab und holen sich ihre private Selbstbestätigung durch Kindereien.

Frauen als Managerinnen - Größenwahn inklusive?

Handeln Frauen, die solche Positionen annehmen, wirklich anders? Vergessen wir nicht, dass „Narzissmus“ häufig bei „großen Mackern“ festgestellt wurde – von diesen stammen auch letztlich die Kriterien. Dabei ergibt sich die Frage, ob solche Positionen überhaupt angestrebt werden, wenn die Person nicht von vornherein einen Größenwahn verspürt. Überhaupt war und ist die Frage, wie viel Selbstherrlichkeit eine Person haben soll, darf oder kann, die auf einer hohen Hierarchiestufe steht.

Ja mehr Frauen in Führungspositionen kommen, umso mehr wird sich erweisen, wie eiskalt, unberechenbar und unbelehrbar sie sind. Oder, im positiven Sinne gesprochen, wie visionär, fordernd oder gar messianisch ihre Ausstrahlung ist. Sie werden aller Voraussicht nach nicht von „weiblichen Motiven“ geprägt sein und nicht wegen ihrer schönen Beine oder ihres schönen Hinterns bewundert werden wollen.

"Weiblicher" Narzissmus?

Was jetzt über „weiblichen Narzissmus“ geredet wird, spricht eher für das Mode-Püppchen, das Körper und Klamotten spazieren führt. Oder für die Edelschlampe, die stolz daraus ist, dass jeder Mann sich die Finger nach ihr leckt. Oder eben auch für die „klassische“ Zicke oder „Drama Queen“ die sich daran freut, wenn andere ihre Allüren aushalten müssen.

Das „Innere“? Die Psychologie spricht von „fehlendem Selbstwertgefühl“ und meint damit, dass sich die Person ihres eigenen Wertes nicht bewusst ist. Diese Personen beziehen ihre Wertigkeit aus der Bewunderung durch andere. Ob man sie bewundert, hasst oder belächelt – sie wertend dies als Bestätigung ihrer Sucht, auf der Rampe zu stehen und ihre Show abzuziehen - im Bösen wie im Guten.

Spalten Presseerzeugnisse die Gesellschaft?

Was soll ich von einer Presse halten, die versucht, die Gesellschaft zu spalten? Was von „seriösen“ Redakteurinnen und Redakteuren, die Ideologien unter Wahrheiten mischen?

Politisch klar - erzkonservativ oder links-sozialistisch

Klar – die linke Presse ist bekannt dafür, einen Keil zwischen „Arm“ und „Reich“ zu treiben. Das gehört sozusagen zu „ihrer DNA“. Und auch klar, dass es nicht die Armen sind, die ihnen nachlaufen, sondern die Unzufriedenen, die Systemkritiker und die übrig gebliebenen Kommunisten. Nicht besser ist die rechtskonservative Presse, die am liebsten sehen würde, wenn „das Deutsche Wesen“ wieder in die Gesellschaft einziehen würde. Klar, dass solche Presseerzeugnisse sich „hart am rechten Rand“ entlangarbeiten.

Neue Ideologien aus der Soziologie schöpfen?

Doch was bringt Redakteurinnen (und manche Redakteure) dazu, sich in Wort, geistiger Haltung und emotionaler Ausrichtung ganz im Sinne der „Genderideologie“ zu äußern? Und warum werden dabei häufig Keile zwischen „Frauen und Männer“ getrieben? Und nicht zuletzt: Warum weisen diese Leute den Männern die Schuld an allen Miseren zu?

Ich las gerade, dass immer mehr Männer ungewollt single bleiben und „selber schuld daran sind“. (1) Diese „Zuweisung der Schuld“ an einem ungewollten sozialen und emotionalen Zustand entspringt nicht nur einer Ideologie, sondern ist – mit Verlaub – ein rotzfrecher Übergriff. Ich bin ganz sicher, dass sich die entsprechenden Schreiber(innen) dabei voller Empörung auf „Wissenschaftler“ berufen werden. Das ist ja die „neue Masche“ – ideologisierte Thesen als „wissenschaftliche Wahrheiten“ zu vermarkten. Und zwar immer gerade so, dass man den Hintergrund nicht erkennen kann.

Manchmal entlarven sie sich, zum Beispiel, wenn Wörter verwendet werden, die nur im Sozilogenjargon existiere, wie etwa die Umwertung der Misogynie als allgemeines Kulturphänomen. Zitat:

(Das Wort zielt heute auf …) die tiefe gesellschaftliche Verankerung von Frauenfeindlichkeit, die oft durch individuelles Verhalten verdeckt wird. Dieses Begriffsverständnis mein die strukturelle Benachteiligung von Frauen, die Nicht-Beachtung von Frauen, fehlende Empathie für Frauen oder die geringe Anerkennung der Arbeit von Frauen. Auch internalisierte Misogynie, also die Geringschätzung von Frauen durch Frauen, ist eine Erscheinungsform.

Schreiben im Soziologen-"Neusprech"?

Wenn eine Autorin oder ein Autor den Begriff „das soziale Geschlecht“ verwendet, wo jeder andere Mensch an das biologische Geschlecht denken würde, ist ebenfalls Vorsicht geboten. Diese Leute benutzen den Begriff ja nicht „zufällig“ so, sondern in der Absicht, „Neusprech“ aus dem Soziologen-Jargon durchzusetzen.

Wie das alles kommt? Ich denke, traditionell neigen sogenannte „Intellektuelle“ dazu, das mathematisch-naturwissenschaftliche Denken oder gar das logische Denken generell als „minderwertig“ zu bezeichnen. Stattdessen wird ein stark koloriertes Meinungswissen aus der Geisteswissenschaft vertreten, das dem „Deutschen Intellektuellen“ als höherwertig gilt.

(1)Auf den Beitrag der NOZ kann ich nicht verlinken, da er vom Verleger für Eigenwerbung genutzt wird, die Inhalte aber unterdrückt werden.

Frauen gewinnen an Macht – und Männer?

Das Prinzip, Macht zu gewinnen, besteht in zweierlei: Zum einen ist es die eigene geistige, mentale und körperliche Kraft, die wir bei etwas Geschick in Macht ummünzen können. Zum anderen aber ist es die Fähigkeit, scheinbar passiv auf andere einzuwirken und so unsere Macht zu vergrößern.

Frauen und der Zugewinn an Macht

Über Frauen wurde jahrhundertelang behauptet, sie nutzten ihre Möglichkeiten vor allem, um die Macht „durch die Hintertür“ zu erlangen, zum Beispiel, indem sie jemandem ihre Gunst bezeugten oder entzogen. Nach und nach gewannen Frauen intellektuelle und wirtschaftliche Macht – was nun aber nicht hieß, dass ihre emotionale Macht schwand. Bricht man dies auf das Individuum herunter, so ergeben sich drei Varianten:

1. Sie nutzen überwiegend ihre ursprüngliche Macht, die auf dem Umgang mit Emotionen beruht. Dazu kämen geschickt gewobene Netzwerke.
2. Sie nutzen mehr und mehr die Macht von Bildung, wirtschaftlichem Erfolg und finanzieller Unabhängigkeit.
3. Sie nutzen die alten wie die neuen Mittel parallel.

Männer und das Bröckeln der Macht

Von Männern wird nach wie vor gesagt, ihre Macht würde auf wirtschaftlichen und finanziellen Stärken sowie der Körperkraft beruhen. Heute stellen wir fest, dass die Macht, die ihnen einstmals durch akademische Ausbildung zufiel, nach und nach bröckelt. Ihre Möglichkeiten werden zudem dadurch eingeschränkt, dass sie auf nahezu allen gebieten in Konkurrenz zu Frauen treten – was früher selten der Fall war. Was sie auf der einen Seite verlieren, können sie aber auf der anderen Seite nichts hinzugewinnen.

Zwar könnten Männer ihre Emotionen in gewisser Weise schärfen, doch erkennen sie darin keinen Nutzen, denn das Honorar dafür bleibt aus. Und viele Männer haben sogar erleben müssen, dass ihre emotionale Sensibilität eher kontraproduktiv für ihr Lebensglück ist. „Passiv“ Macht auszuüben, wird in den letzten Jahren (und nur bei Männern) oft als „toxisches Verhalten“ bewertet. Der Begriff „Narzisst“ wird immer häufiger für Männer verwendet, die ihr Ego über Manipulationen aufwerten wollen – auch über emotionale. Die meisten Männer denken nicht darüber nach, dass sie auf eine veränderte Welt treffen, in der Frauen ihren Herrschafts- und Durchsetzungsanspruch lebhaft anmelden und verteidigen. Ein Teil hat aber bereits festgestellt, dass es sowohl im beruflichen Umfeld wie auch in private Beziehungen Verwerfungen gibt, wenn sie sich nicht anpassen. Sie reagieren im Wesentlichen so:

1. Sie handeln und denken, wie sie wollen und nehmen dafür in Kauf, angegriffen zu werden.
2. Sie bleiben, was sie sind und handeln wie sie wollen, sind aber bereit, Kompromisse einzugehen, wenn sie einen Nutzen davon haben.
3. Sie versuchen, sich in vielen Bereichen anzupassen, ziehen sich aber auf sich selbst oder ihre Gruppe zurück, wenn der Erfolg ausbleibt.

Ausnahmen - liberal, unabhängig, selbstzufrieden

Sowohl Frauen wie auch Männer verweigern sich, irgendwelchen Trends, Deutungen oder Etikettierungen zu folgen. Dazu ist aber eine große soziale, emotionale und auch wirtschaftliche Unabhängigkeit nötig.

Das Fazit?

Männer haben bereits einen Teil ihrer Macht an Frauen verloren. Sie reagieren darauf sowohl mit Anpassung wie mit Abwehr, aber auch mit stoischem erdulden, abwarten und ähnlichen Reaktionen. Es scheint aber so, als ließe sich der „verlorene“ Teil in den meisten Fällen nicht kompensieren. Das heißt konkret: Männer haben verloren, und der Kampf, etwas vom verlorenen Terrain zurückzugewinnen, ist ziemlich aussichtslos.

Frauen haben zwar objektiv gewonnen, sind aber oft nicht zufrieden mit der Rolle, die sie heute einnehmen. Anspruch und Wirklichkeit, Macht und Sehnsucht, Bildung und einfache Emotionen? Das Leben muss neu organisiert, vielleicht gar neu definiert werden. Die alleinige Verantwortung für das Handeln zu haben, aber auch für das innere Wohlgefühl? Das ist jedenfalls nicht das, was sich die Mehrheit vorgestellt hat, als sie ihren Weg begonnen hat. Übrigens nutzen fast alle Frauenzeitschriften den Konflikt: Sie sagen ihren Leserinnen, dass sie eben nicht für alles verantwortlich sind, was sie selbst betrifft. Das wäre nicht verwerflich, wenn diese Blätter nicht suggerieren würden, dass es Männer sind, die sie am Glück hindern.

Wenn Männer wie kleine Jungs ermahnt werden

Ich lese: "Vielleicht brauchen die Parteien eine Frauenquote, um sich zu verändern."

Wer so etwas schreibt, der glaubt offenbar, dass Frauen automatisch die Welt verbessern, sobald sie an der Macht sind. Und dies würde bedingen, dass Frauen die besseren Menschen sind.

Ich bin es leid, solche Artikel zu lesen, aber ich habe es bis zum Schluss geschafft. Und das finde ich die Lösung, wörtlich zitiert liest sich das so:

Wenn man all diese Dinge zusammenfasst, bleibt der Schluss, Frauen wollen Veränderung schon sehr lange. Männer nicht. Und das ist ein Problem. Man kann es aber ändern. Männer können ihre Einstellung ändern.

„Frauen wollen Veränderungen schon sehr lange?“ Sie haben sie nicht nur, sie fordern sie für sich und ihre Töchter Tag für Tag erneut ein. Und sie haben damit durchaus Erfolg. Erfolg ist schön,denn er bringt Anerkennung und manchmal auch Macht und Ruhm.

Ich sage wahrscheinlich nichts Neues, wenn ich euch verrate: Schon das Leben im mittleren Management ist hart, und je weiter „nach oben“ man (oder frau) will, umso härter wird es. Ich kenne wahrhaftig genug Männer, die dem nicht gewachsen waren und aufgeben mussten.

Männer, liebe Frauen, sind nicht „das Problem“. Und ändern kann jeder alles, der gute Willens ist und dabei etwas zum gemeinsamen Fortschritt beiträgt. Aber das bedeutet nicht, dass Männer „ihre Einstellung ändern“ müssen. Sie können es - und sie tun es situativ in vielerlei Hinsicht.

Nur würden die Männer gerne sehen, wenn sie nicht ständig wie kleine Jungs dazu aufgefordert würden. Auf Dauer nervt das kolossal.

Zitate In der "Berliner Zeitung" nachzulesen.
Hinweis (Nachtrag) Nach heutiger Recherche kann der Artikel nicht mehr kostenfrei nachgelesen werden. In diesem Zusammenhang lege ich Wert auf die Tatsache, dass ich diese Zeitung in keiner Weise bewerbe und keine wirtschaftlichen Kontakte zu ihr unterhalte.