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Wenn das Ross entspringt und wiehert

Ja, ich weiß, Weihnachtslieder sind … na ja, beschissen getextet – vor allem, wenn man den Sinn oder Unsinn nicht versteht. Dann kann schon sein, dass man sich als Kind ernsthaft Gedanken darüber macht, warum das Ross entsprungen ist und es niemand wieder eingefangen hat. Denn ein Pferd ist doch ein wertvoller Besitz, oder etwa nicht?

Grundsätzlich folgt auf „das Weihnachtsfest“ eine mehr oder minder unheilige Zeit, die teils parallel zu den 12 Weihnachtsnächten, teils etwas abgetrennt davon zelebriert wird. Weil die Bräuche parallel zum religiös motivierten „Christfest“ ablaufen, hat die Kirche sie jahrelang bekämpft, so nach dem Motto: „Ey, ihr Heidenpack, dies ist unser Fest! Macht euch gefälligst vom Acker.“

Was die „Wiehen Nachten“, die Weihnachten, die Raunächte oder Raunächte eigentlich sind, ist verbürgt: die Zeit „zwischen den Jahren“. Das Mondjahr ist nicht gleich dem Sonnenjahr – es fehlen 12 Nächte.

Warum sie so gefährlich oder geheimnisvoll oder magisch sind, wurde nie genau geklärt. Sie gelten als Volksbräuche, und in manchen Gegenden ist es üblich, die „wilde verwegene Jagd“ der Geister durch den Gegenzauber von Lärm und Schabernack zu bannen. In der Nacht zwischen dem 31. Dezember und dem 1. Januar tun wir es mehr oder minder fast alle – oder ertragen es jedenfalls.

Der Gedanke, dass ein „Ros‘“ aus einer „Wurzel zart“ entsprungen ist, bringt mich heute noch zum Lächeln – auch zu der halben Nacht.

Mir ist es herzlich egal, was für ein Fest ihr feiert - ich erwarte die "Rückkehr des Lichts" jedenfalls sehnlich.

Ich freue mich immer wenn …

… ihr diese Zeilen lest,
die Gedanken zwischen diesen Zeilen erkennt,
und euch selbst Gedanken dazu macht.

Und für alle, die Niederdeutsch lesen können, meine Weihnachtsbotschaft an Nachdenkliche:

Wihnachenobend
denn goht wie no boben,
denn pingelt de Klocken,
denn danzt de Poppen,
denn piept de Müs‘
in Grooßvadder sien Hüs‘.


Ähnliche Gedanken kamen mir schon vor zwei Jahren ...

(Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich mit "denn" richtig zitiere, weil ich denn "denn" für "dann" nur selten gehört habe. Ich meine, ich hätte die Geschichte, in der dieses Gedicht immer wieder vorkommt, mit "dor" als "dann" gehört.

Das Zitat soll von Rudolph Kinau, einem niederdeutschen Schriftsteller, stammen)

Weihnachten unbeschadet überstanden

An dem, was wir den „ersten Weihnachtsfeiertag“ nennen, hat mir jemand „Frohe Weihnachten“ gewünscht, was mich sichtlich überrascht hat. Warum sollte mir ein Fremder „Frohe Weihnachten“ wünschen? Erst nach und nach fiel mir ein: „Ah, so will es die Tradition“. Dann haben mir noch ein paar Leute „Frohe Weihnachten“ gewünscht. Ich nehme das so hin. Sollen sie doch, wenn es ihnen Freude bereitet.

Was mag das Besondere an Weihnachten sein?

Ich denke, es ist ganz hübsch, einen Lichterbaum in der Wohnung zu haben.
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Weihnachtsbaum und Kultur

Diese Woche haben wir uns einen Weihnachtsbaum gekauft, und heute wird er aufgestellt. Ich habe diese Tradition von meinen Eltern übernommen und immer wieder belebt, wenn ich in mich in einer Beziehung geborgen gefühlt habe.

Es ist wirklich ein Weihnachtsbaum, und aus meiner bescheidenen Sicht ist ein Weihnachtsbaum ein Lichterbaum. In jedem Fall ist es kein Christbaum. Die Verbindung von Christus und Baum lässt sich ohnehin nicht herstellen. Das Einzige, was mit rund um den „Christbaum“ einfällt, ist die Redensart: „Du hast wohl nicht alle auf dem Christbaum“, gleichbedeutend mit „Du hast wohl nicht alle Tassen im Schrank“.

Übrigens ist heute Wintersonnenwende. Diese an sich wundervollen Feiertag haben einstmals die Nazis für sich okkupiert, und seither mag ihn niemand mehr feiern. Aber in Wahrheit liegen uns die Kulturen der Germanen (Wintersonnenwende), Skandinavier (Jul) und Römer (Sol) näher als die vom Katholizismus übernommenen und deutlich veränderten Einflüsse aus dem Orient.

Nun gut, sie sollen alle leben und feiern, was sie für richtig halten.