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Weihnachten unbeschadet überstanden

An dem, was wir den „ersten Weihnachtsfeiertag“ nennen, hat mir jemand „Frohe Weihnachten“ gewünscht, was mich sichtlich überrascht hat. Warum sollte mir ein Fremder „Frohe Weihnachten“ wünschen? Erst nach und nach fiel mir ein: „Ah, so will es die Tradition“. Dann haben mir noch ein paar Leute „Frohe Weihnachten“ gewünscht. Ich nehme das so hin. Sollen sie doch, wenn es ihnen Freude bereitet.

Was mag das Besondere an Weihnachten sein?

Ich denke, es ist ganz hübsch, einen Lichterbaum in der Wohnung zu haben.
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Weihnachtsbaum und Kultur

Diese Woche haben wir uns einen Weihnachtsbaum gekauft, und heute wird er aufgestellt. Ich habe diese Tradition von meinen Eltern übernommen und immer wieder belebt, wenn ich in mich in einer Beziehung geborgen gefühlt habe.

Es ist wirklich ein Weihnachtsbaum, und aus meiner bescheidenen Sicht ist ein Weihnachtsbaum ein Lichterbaum. In jedem Fall ist es kein Christbaum. Die Verbindung von Christus und Baum lässt sich ohnehin nicht herstellen. Das Einzige, was mit rund um den „Christbaum“ einfällt, ist die Redensart: „Du hast wohl nicht alle auf dem Christbaum“, gleichbedeutend mit „Du hast wohl nicht alle Tassen im Schrank“.

Übrigens ist heute Wintersonnenwende. Diese an sich wundervollen Feiertag haben einstmals die Nazis für sich okkupiert, und seither mag ihn niemand mehr feiern. Aber in Wahrheit liegen uns die Kulturen der Germanen (Wintersonnenwende), Skandinavier (Jul) und Römer (Sol) näher als die vom Katholizismus übernommenen und deutlich veränderten Einflüsse aus dem Orient.

Nun gut, sie sollen alle leben und feiern, was sie für richtig halten.

Dummbacken, mal herhören – Weihnachten und deutsche Schulen

Zu den Vorgängen um das Elite-Gymnasiums Lisesi

Kommentatoren können so doof sei, wie sie wollen – plappern kann jeder, sogar über das deutsche Auslandsschulwesen. Und über Weihnachten weiß ja auch jeder was, nicht wahr? Und darüber, was Kultur ist: Freikörperkultur, zum Beispiel.

Warum Weihnachten Kultur ist

Da fangen wird doch mal an mit der Nachhilfe für Dummbacken: Weihnachten hat zwar mit Religion zu tun, aber eben auch mit Kultur. Bekanntlich feiern Christen die Geburt ihres Religionsstifters – und allein, dass sie das tun, ist Kultur und nicht Religion. Religiös sind nur die Inhalte und die tiefere Bedeutung für die Gläubigen. Zudem ist das Weihnachtsfest deswegen Teil der Kultur, weil es in jedem Land aus einer anderen kulturellen Sicht gegangen wird. Wer über sein Örtchen in Bayern oder Sachsen nicht hinausgekommen ist, kann das natürlich nicht wissen.

Deutsche Kultur zu vermitteln heißt auch Weihnachten zu vermitteln

Wer deutsche Kultur vermitteln will, muss also etwas über das wissen, was vom Christentum in den deutschen Alltag eingegangen ist, und das ist je nach Sichtweise leider oder lobenswerterweise recht viel. Und die deutsche Eliteschule in der Türkei hat eindeutig den Auftrag, dort deutsche Kultur zu vermitteln. Im Übrigen wird niemand gezwungen, dorthin zu gehen. Die Menschen, die dort Schüler sind, streben überwiegend steile Karrieren in Europa an.

Dummbacken, hört mal - Kulturaustausch in Schulen heißt, dass die Menschen die Kultur des anderen Volkes tiefgründig verstehen lernen. In manchen Ländern gib es dazu Integrationsschulen. Da lernen zum Beispiel deutsche Schüler ungarische Kultur und Ungarn deutsche Kultur – und zwar in der Tiefe - auch durch gegenseitige Kontakte.

So und nun zu der besagten Schule ind er Türkei: Dort lehren überwiegend Deutsche und die Schüler sind ausschließlich Türken, die in deutscher Sprache unterrichtet werden. Der Transfer der Kultur ist also nur eindimensional möglich.

Lehrpläne und Freiheit der Lehre

Und Lehrplan hin, Lehrplan her: Lehrpläne dürfen nicht dazu genutzt werden, die Lehr- und Informationsfreiheit einzuschränken. Soweit mir bekannt, geschah dies auch bisher nicht. Dass es jetzt geschieht, ist ein nach Meinung ortsnaher Beobachter Teil der Islamisierung der Türkei.

Und: Fragen wir uns doch einmal rein hypothetisch, was passieren würde, wenn Deutschland die mit den Steuergeldern deutscher Bürger bezahlten Lehrer aus Istanbul abziehen würde? Es wäre das Ende der Eliteschule und ein weiterer Schritt, das Verständnis türkischer Eliten für Deutschland zu beeinträchtigen. Und gerade die türkischen Eliten bilden noch ein gewisses Gegengewicht gegen die „Erdoganisierung“.

Nachtrag: Der SPIEGEL (online) enthüllte später, was tatsächlich passiert ist.