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Das Lichterfest im zehnten Mond

Der zehnte Monat hat begonnen! Nun ja, hätte begonnen, wenn wir etwa 2173 Jahre zuvor gelebt hätten.

Denn damals war der Dezember noch der zehnte Monat. Weihnachten gab es zu diesen Zeiten noch nicht, und ob von den grimmigen Gestalten Nordeuropas damals schon Jul gefeiert wurde, wissen wir nicht. Doch weil das Jahr früher nach „Monden“ gezählt wurde, wurde der Dezmber zum „Julmond“.

Zwei Feste waren eines zu viel

Die auffällige Übereinstimmung von Wintersonnenwende, dem Festtag des römischen Sonnengottes Sol, dem ersten Tag des Weihnachtsfests und der Julfeiern ist kein Zufall. Man wollte nicht ständig neue Feste feiern und damit in Konflikte geraten. Nicht mit dem Volksglauben und nicht mit der beginnenden Allmacht der römischen Kirche. Besonders im Norden, vor allem aber in Skandinavien, hält sich die Jul-Tradition bis heute. Und überall wird im Grunde genommen die Wiederkehr des Lichts gefeiert, sei es nun ein „heidnischer“ Brauch oder nicht.

Die Kirche hat viel Zeit damit vergeudet, das Geburtsdatum des Religionsstifters zu ermitteln, hatte damit aber keinen Erfolg. So wurde es einfach „festgelegt“.

Feiern wir also - was auch immer.

Kanzlerin im Vorweihnachtsmodus

Nein, dies ist kein Spott. Aber es klingt in meinen Ohren so:

Der Bund will wohl mit drastischen Kontaktbeschränkungen noch vor Weihnachten die massiv steigenden Corona-Infektionszahlen in den Griff bekommen.

Heißt im Klartext: „Ihr müsst jetzt schön brav sein, dann dürft ihr vielleicht zu Weihnachten wieder eure Verwandten besuchen.“

Oder auch nicht. Es kommt eben darauf an, ob die Maßnahmen etwas nützen - so ganz selbsterklärend scheinen sie mir nicht zu sein.

Findet Weihnachten statt?

Spruch des Tages:

Den Bürgern müsse klar sein, dass sie heute entscheiden, ob Weihnachten in gewohnter Form stattfinden könne.

Den Satz (angeblich von Jens Spahn) muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Es geht darum, wie Weihnachten in diesem Jahr gefeiert werden kann. Darüber lässt sich diskutieren.

Aber Weihnachten findet in jedem Fall statt.

Quelle: Travelbook.

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Wenn das Ross entspringt und wiehert

Ja, ich weiß, Weihnachtslieder sind … na ja, beschissen getextet – vor allem, wenn man den Sinn oder Unsinn nicht versteht. Dann kann schon sein, dass man sich als Kind ernsthaft Gedanken darüber macht, warum das Ross entsprungen ist und es niemand wieder eingefangen hat. Denn ein Pferd ist doch ein wertvoller Besitz, oder etwa nicht?

Grundsätzlich folgt auf „das Weihnachtsfest“ eine mehr oder minder unheilige Zeit, die teils parallel zu den 12 Weihnachtsnächten, teils etwas abgetrennt davon zelebriert wird. Weil die Bräuche parallel zum religiös motivierten „Christfest“ ablaufen, hat die Kirche sie jahrelang bekämpft, so nach dem Motto: „Ey, ihr Heidenpack, dies ist unser Fest! Macht euch gefälligst vom Acker.“

Was die „Wiehen Nachten“, die Weihnachten, die Raunächte oder Raunächte eigentlich sind, ist verbürgt: die Zeit „zwischen den Jahren“. Das Mondjahr ist nicht gleich dem Sonnenjahr – es fehlen 12 Nächte.

Warum sie so gefährlich oder geheimnisvoll oder magisch sind, wurde nie genau geklärt. Sie gelten als Volksbräuche, und in manchen Gegenden ist es üblich, die „wilde verwegene Jagd“ der Geister durch den Gegenzauber von Lärm und Schabernack zu bannen. In der Nacht zwischen dem 31. Dezember und dem 1. Januar tun wir es mehr oder minder fast alle – oder ertragen es jedenfalls.

Der Gedanke, dass ein „Ros‘“ aus einer „Wurzel zart“ entsprungen ist, bringt mich heute noch zum Lächeln – auch zu der halben Nacht.

Mir ist es herzlich egal, was für ein Fest ihr feiert - ich erwarte die "Rückkehr des Lichts" jedenfalls sehnlich.

Ich freue mich immer wenn …

… ihr diese Zeilen lest,
die Gedanken zwischen diesen Zeilen erkennt,
und euch selbst Gedanken dazu macht.

Und für alle, die Niederdeutsch lesen können, meine Weihnachtsbotschaft an Nachdenkliche:

Wihnachenobend
denn goht wie no boben,
denn pingelt de Klocken,
denn danzt de Poppen,
denn piept de Müs‘
in Grooßvadder sien Hüs‘.


Ähnliche Gedanken kamen mir schon vor zwei Jahren ...

(Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich mit "denn" richtig zitiere, weil ich denn "denn" für "dann" nur selten gehört habe. Ich meine, ich hätte die Geschichte, in der dieses Gedicht immer wieder vorkommt, mit "dor" als "dann" gehört.

Das Zitat soll von Rudolph Kinau, einem niederdeutschen Schriftsteller, stammen)