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Herr Trump, die Presse und ein paar rechtsgerichtete Dänen

Journalisten sind gelegentlich scheußlich geschwätzig. Sie hängen an ein paar Papierfetzen, und sie verbreiten dann das, was darin steht. Aber das ist nicht alles: Wenn Herr Trump etwas äußert, dann stehen sie stramm und glauben, diese Äußerungen kommentieren zu müssen – ob positiv oder negativ.

Und so überhöht die WELT dann auch die dänischen Rechtspopulisten, die sich ihrerseits zu Herrn Trumps jüngsten Äußerungen zu Wort meldeten. Am Ende wird dadurch die Meinung erzeugt, Herr Trump, der Allwissende, habe recht: Frau Merkel habe einen schweren Fehler begangen. Selbst wenn das so sein sollte: Das geht Herrn Trump nicht die Bohne an. Der muss erst einmal zeigen, was er kann, und zwar in den USA.



Wenn Beurteilungen als nicht relevant angesehen werden ...

Lebenswert: ja. Aber nicht auf die Zukunft vorbereitet. das ist Altenburg
Wenn Beurteilungen als nicht relevant angesehen werden, ist etwas nicht in Ordnung. Entweder mit den Urhebern der Beurteilung oder mit den Beurteilten.

Das Altenburger Land, in dem ich lebe, steht in zwei namhaften Ranking-Listen leider unter den letzten fünf Prozent – grob in absolute Zahlen gepresst also unter den letzten 20 von 400. Und das ist noch sehr milde gerechnet.

Das Überraschende ist: Das stört hier in Altenburg offenbar niemanden, und nur wenige werten es als Hinweis darauf, dass man den Landkreis mit Klugheit und Sachverstand aufwerten müsste. Denn es ist im Grunde nicht nötig, so weit hinten zu stehen. Man hätte Möglichkeiten - so sieht es auch der Kommentator der örtlichen Zeitung.

Doch, was passiert? Das Ranking wird als „nicht relevant“ abgewertet, und offenbar ist dies das Einzige, was man von offizieller Seite hört. Der Oberbürgermeister der Stadt Altenburg ist der Meinung, und die IHK ist es auch. Jedenfalls nach Presseberichten.

In Wahrheit entspricht ein solches Ranking allerdings einem Zeugnis mit lauter Fünfen und Sechsen – selbst wenn dann eine einzelne „Drei“ für das Kulturschaffen vergeben würde, wäre nichts gewonnen. Aber das will man hier nicht einsehen.

Schade eigentlich. Meine Erwartungen an die Politiker waren höher. Und ich frage nicht einmal, wie das Schlamassel entstehen konnte, sondern wie man da wieder herauskommt.

Katastrophen und Fernsehen – saugen im Vakuum

Im Grunde ist das "offizielle" Fernsehen inzwischen eine durch und durch verkommene Institution. Statt zu informieren, führt zu uns ein Kaspertheater vor: Der Experte XY weiß nichts Genaues. War aber wohl gerade verfügbar. Der nächste Experte YZ weiß alles besser, was ihn auch nicht gerade auszeichnet. Im Grunde sind es nur Personen, die Hohlsprüche ablassen.

Noch schlimmer sind die „Journalisten vor Ort“. Mal werden sie vor den Orten des Geschehens abgefilmt, wenn sie nichts zu sagen haben, dann wieder vor Bildwände gestellt, wo sie auch nichts zu sagen haben. Und jeder, der noch halbwegs denken kann, wird sich fragen: Wie soll denn der Tollpatsch im Wintermantel wissen, was die Polizei gerade ermittelt? Man saugt im Vakuum, wo es nichts zu saugen gibt. Das ist mieser Journalismus, auch wenn’s die Konkurrenz vormacht.

Man kann, wie es eine Zeitkolumnistin treffen sagte, etwas tun, und zwar dies:

Es war jedenfalls ein interessanter Moment zuzuschauen, wie wenigstens die Regierungsspitzen des Bundes und Landes es einfach taten: rausgehen, sich blicken lassen und einfach mal nichts sagen.

Einfach mal nichts sagen – das hätte diesem Herrn Seehofer gut getan. Und dem Herrn Andreas Scheuer hätte gut angestanden, wenigstens dazu zu schweigen. Aber nicht einmal das brachte er fertig.

Hey, Bayern: Es mag ja sein, dass wir mal über unser Land diskutieren müssen (das übrigens über Bayern hinausreicht). Aber dann bitte nicht im Angesicht des Todes und nicht mit diesen ewigen austauschbaren Sprüchen, sondern bitte mit Fakten und detaillierten Umsetzungsmöglichkeiten der Vorschläge. Und wenn es sein kann: im Parlament. Dort findet Demokratie statt.

Trump-Orakel überall

Im Moment haben die politischen Kartenschläger, Glaskugelgucker und Astrologen ihre Sternstunde: Jeder darf mal prognostizieren, was Mr. Trump will. Und da wird jedes Sandkörnchen an Mr. Trumps Schuhen zu einem Universum der Spekulationen.

Das wird auffällig, wie … und da sahen wir doch, dass … und er bedroht dies und er glaubt nicht an jenes. Und so weiter, und so weiter.

Liebe Journalisten, tut uns allen bitte einen Gefallen: Redet über etwas, wenn ihr etwas wisst, und haltet ansonsten euer selbstgefälliges Maul. Und hört auf, diesen unendlichen Bullshit zusammenzuschreiben und zusammenzustottern, wenn ihr nicht wisst. Ihr verängstigt mit eurem dümmlichen Geschrei die Menschheit. Trump wird Präsident der USA. Punkt. Und bevor er da nicht irgendetwas bewirkt hat: Gebt mal eure billigen Wahrsagekarten dahin zurück, wo ihr sie hergenommen habt.

Warum eigentlich Frauen?

Warum wollen Sie eigentlich Frauen in der Politik?

Niemand verwehrt einer Frau, sich für ein Amt, ein Mandat oder eine Aufgabe in der Wirtschaft zu bewerben. Langfristig betrachtet – und dafür gibt es genügend Beispiele – sind Frauen in Führungspositionen so umstritten wie Männer.

Warum also sollte Hillary Clinton die bessere Präsidentin gewesen sein? Mir geht die Frage nicht aus dem Kopf, warum so viele Menschen glauben, Frauen seien in Führungspositionen so viel bessere Kanidaten als Männer. Haben sie es jemals bewiesen? Nein. Aber es gibt auch keinen Gegenbeweis. In Deutschland versucht Angela Merkel weiterhin, eine Variante von Kohls „Aussitzpolitik“ zu verkaufen, was ihr immer mehr zum Verhängnis wird. Gibt es überhaupt ein „feminines Verhältnis zur Macht“, das sich vom allgemeinen Umgang mit der Macht unterscheidet?

Ach, Gutmenschen, Quotenfrauen, Feministinnen und Möchtegern-Machthaberinnen: Verschont uns doch bitte mit der Behauptung, Frauen seien die besseren Präsidenten, Kanzler, Ministerpräsidenten, Minister oder Manager.

Ich wäre euch dankbar, wirklich.