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Virologen, Rauch und Pessimismus

Nein, Virologen sind bestimmt keine Feindbilder von Menschen, die noch bei Verstand sind. Wenn nun Herr Droste zum erzgebirgischen Räuchermännchen geworden ist, dann ist dies bestenfalls seiner Popularität geschuldet – nichts mehr verbirgt sich dahinter. Immerhin hat man im Erzgebirge auch schon andere Prominente gedrechselt:

Angela Merkel …, Helmut Kohl, Horst Schlemmer, August den Starken, Asterix und Obelix und den Baron von Münchhausen.
Nein, auch das ist kein Witz, sondern ein Auszug aus der „Sächsischen Zeitung“ – ich dachte schon immer, dass Helmut Kohl und der Baron von Münchhausen gewisse Ähnlichkeiten hatten.

Die „Leipziger Volkszeitung“ (1) meint, dass ein anderer vielleicht noch besser in die Sammlung gepasst hätte: Der Herr Lauterbach. Nach Aussage der Kolumnistin der „Leipziger Volkszeitung“ hätte er besser in die Gilde der Räuchermännchen gepasst, denn (so Janina Fleischer):

Arbeitet nicht Karl Lauterbach … hartnäckig am Aufstieg zu einer Räucherfigur, indem er überall stänkert?
Wobei das Wort „stänkern“ natürlich despektierlich ist. Doch wie soll man einen Menschen nennen, der in Zeiten der Angst und der gedrückten Stimmung ständig eine bessere Zukunft infrage stellt? Bevor Herr Lauterbach, ob seiner Aussagen überhaupt ins Visier der Kabarettisten geriet, schrieb der Tagesspiegel Tacheles zum Thema Lauterbach:

Es ist leicht, den Hardliner zu spielen, wenn man selber für die Folgen nicht haften muss.


Das gilt natürlich auch für all jene, die sich als Amateur-Virologen aufspielen und ebenfalls die Hardliner geben.

Bliebt jedoch die Frage, inwieweit Politiker, insbesondere dann, wenn sie Ärzte sind oder jedenfalls einmal waren, die Psyche niederdrücken sollten.

(1) Printausgabe vom 4. Januar 2021.

Wandel

Die Parade - außen die Attraktion, innen die Frustration
Mein Leben hat sich mehrfach durch mutige Veränderungen nachhaltig verbessert, und „Changes Are Chances“ ist für mich keine ungewöhnliche Formel.

Ich hoffe und wünsche, dass dies für alle Menschen zutrifft, denn bekanntlich ist nichts so beständig wie der Wandel. Allerdings ist dazu nötig, Tendenzen zu folgen, die eindeutig in die Zukunft führen. Jedem beliebigen Modetrend zu folgen ist hingegen abwegig.

Heute sehen manche Menschen Veränderungen auf uns zukommen, weil es offenkundig eine Krise durch die Pandemie gibt. Und dies gibt ihnen den Anlass, sich als wichtigtuerische Mahner aufzuspielen, so wie es falsche Propheten üblicherweise tun.

Einige von ihnen sind einfach Wichtigtuer, die verdächtig den Kartenschlägern, Kristallkugelglotzern und Handlesern ähneln. Das ist sozusagen „Zukunftsforschung Lite“, und dazu sind kaum Kenntnisse nötig. Krisen verändern immer irgendetwas bei irgendjemandem. So weit die Schwätzer - sie sind leicht zu entlarven.

Gefährlicher sind die ideologisierten Rechthaber. Sie haben eine einfache Formel entwickelt: „Da ist eine Krise, und wir müssen nun dafür sorgen, dass wir nun unsere Meinung möglichst ganz vorne auf die Bühne bringen.“ Mich erinnert dieses Verhalten an die Schaubuden des Jahrmarkts vergangener Tage, als die Damen des fahrenden Volks noch frierend in Tüllgardinen auf der Parade standen. Sie glauben, dass die Krise den Kapitalismus besiegt, wenn nicht gar das ganze marode, menschengemachte System, das längst dem Höllenfürsten verfallen ist.

Was ist wirklich passiert?

Es ist noch nicht einmal sicher, dass es in der weiteren Zukunft, also etwa über zwei Jahre, irgendwelche einschneidenden Änderungen geben wird, und ebenso nicht, wie sie sich auswirken werden. Und in diesem Zusammenhang sollte ich erwähnen, dass Änderungen zwar Chancen beinhalten, dass wir sie aber auch nutzen müssen. Das heißt: Die Änderungen sind nicht bereits Chancen als solche: Sie ermöglichen uns nur, den Weg neu zu bestimmen. Und dies auch nur, wenn wir den richtigen Trends folgen. Allein das Wort „Chance“ lehrt uns, dass wir dabei sowohl erstaunliche Erfolge wie auch bittere Rückschläge erleben können.

Die Chancen der Zukunft kann nur wahrnehmen, wer sich jederzeit bewusst ist, dass er Gewinn oder Verlust damit einfahren kann. Es gibt keine Garantiescheine, aus einer Krise als Gewinner hervorzugehen.

Das alles interessiert die Ideologen, Extremisten und andere rückwärtsorientierte Randsiedler und Weltuntergangspropheten offenbar nicht. Wir lösen neue Probleme nicht, indem wir auf alte Standpunkte zurückfallen.

Ich will es noch einmal sagen: Veränderungen sind Chancen - aber nur, wenn wir sie ergreifen, Erfolg damit haben und sie einsetzen, um die Zukunft zu sichern, sofern dies menschenmöglich ist.


Überbietungswettbewerb, Kontaktbeschränkungen und Herrschaft der Familien

Überbietungswettbewerb, Kontaktbeschränkungen und Herrschaft der Familien

Obgleich es Familien in Deutschland derzeit nicht leicht haben, und man einander sicher auch oftmals „auf den Wecker geht“, plant die Obrigkeit weiterhin, Singles zu bevormunden. Zwar gilt die Verordnung, „bis zum 29. Juni die Kontaktbeschränkungen zu verlängern“, für alle, doch betroffen sind insbesondere Singles. Wenn der Herr Söder aus Bayern nun von „Überbietungswettbewerb“ spricht, dann spricht er Unwörter gelassen aus – und wirft Deutschland zurück in eine Kultur, wie wir längst als überwunden angesehen hatten. Staat, Bürgerstand und Familien bilden die „Guten“, die Alleinlebenden, Unabhängigen und Sehnsüchtigen die „Bösen“.

Sicher, diese Aussage ist wohlmeinend gedacht (Zitat Bundesregierung)

die Zahl der Menschen, zu denen man Kontakt hat, möglichst gering zu halten und den Personenkreis möglichst konstant zu belassen.

Allerdings nützt dies dem Single, der derzeit Menschen kennenlernen will, überhaupt nichts – er muss weiterhin auf die absonderlichen Angebote von „Video-Chats“ eingehen, die im Grunde nur den Betreibern von Single-Börsen nützen.

Wir lesen (erneutes Zitat, Redaktion Bayrischer Rundfunk):

Auch bei privaten Treffen zu Hause in geschlossenen Räumen sollten die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden, hieß es.

Womit klar wäre: Singles müssen weiterhin darben. Partnersuchende sind seitens der Regierenden zu Berlin gegenwärtig gar nicht vorgesehen – egal, wie groß die „Anzahl der Menschen“ ist, „zu denen sie Kontakt haben.“

Man kann es auch so sagen: Singles sind offenbar nicht systemrelevant, es sei denn als Arbeitskräfte und Beitragszahler. Irgendwie kommt mir das bekannt vor – ja, so ähnliche wie damals bei Adenauer.

Systemrelevanz und Frauen in der Krise

Theater im ersten Weltkrieg - auch systemrelevant?
Aus allen Kanälen der Frauenbewegung höre ich derzeit ein dumpfes Grummeln - nun, so heißt es vielfach, könne man ja erkennen, dass die Emanzipation stecken geblieben sei.

Begründet wird dies mit der Systemrelevanz der Frauen einerseits und der Dreifachbelastung durch Homeoffice, Haushalt und Kinder. Die Krise würde zeigen, dass die Emanzipation sozusagen ein „Schönwetterphänomen“ sei – in der Krise aber würde sie versagen.

Ethische Mängel treten hervor.

Was daran wahr ist: In der Krise zeigt jedes System genau die Mängel auf, die wir in guten Zeiten tolerieren, weil wir einen Gewinn daraus ziehen können. In schlechten Zeiten aber wird uns bewusst, wo wir Schwachstellen genutzt haben, obgleich wir wussten, dass sie nicht gängigen ethischen Standards entsprechen. So weit, so schlecht mag es sein.

Und dennoch gewinnen die meisten von uns am Mangel

Wenn ich nun „dennoch“ sage, dann, weil der Spargelstecher aus Osteuropa einen Gewinn daraus zieht, hier Spargel stechen zu dürfen. Freilich gewinnen auch der Landwirt und das Budget für Nahrungsmittel. Kurz: Alle gewinnen, obgleich das Verhältnis „schräg“ ist.

Frauen wertschätzen - immer nur in Krisen?

Die größten Krisen des vergangenen Jahrhunderts waren die beiden Weltkriege und die Nachkriegszeiten. In beiden Kriegen und der Zeit danach mussten Frauen „tüchtig“ sein. Das heißt, sie mussten die Arbeiten durchführen, die ansonsten ausschließlich die Männer ausführen.

Nach beiden Weltkriegen wurde die Rolle der Frau, die während der Kriege „hochgehalten“ wurde, weil sie „systemrelevant“ waren, wieder zurückgefahren auf die Rolle der Hausfrau und Mutter. (1)

Sich frei entscheiden können - und dazu stehen

Der Unterschied zu heute kann gar nicht oft genug betont werden: Heute haben Frauen alle Freiheiten, sie sich selbst alleine, in flexiblen Beziehungen oder in festen Beziehungen zu verwirklichen, ohne dass irgendjemand Druck auf sie ausübt. Niemand hält sie dazu an, zu heiraten oder ledig zu bleiben, einen anspruchsvollen Beruf auszuüben oder eine „Tätigkeit auf Zeit“.

Klartext: Frauen müssen nicht Busfahrer werden, weil kein Mann da ist, der einen Bus fahren kann – ja nicht einmal Spargelstecherin, weil kein deutscher Mann jemals mehr Spargel stechen wird. Und ja, Frauen werden weiterhin Altenpflegrinnen und Altenheim-Besitzerinnen, Krankenschwester oder Chefärztin – und manche werden eben Friseurinnen und Putzfrauen. Sie alle wurden frei und gleich geboren und hatten die Möglichkeit der freien Berufswahl – und niemand zwang sie jemals, einen Partner zu haben.

Und nun bitte nochmal die ganze Diskussion auf null – wo bitte, ist das Problem?

(1) Einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg eher in der BRD als in der DDR.
Bild: "Hick's Operettentheater.angeblich Ankündigung einer Show vor britischen Soldaten, WW 1.

Profilieren über die Corona-Krise und trügerische Zahlen

Die Quellen für objektive Informationen in der Corona-Krise sind rar. Eigentlich wissen wir nur, dass die Infektion massenhaft in Pflegeheimen aufgetreten ist, und neuerdings auch in Unterkünften, die den Namen nicht verdienen: Dort leben offenbar EU-Fleischer dicht-an-dicht. Wie üblich, kann man dafür die Raffgier der Schlachthöfe verantwortlich machen, aber eben auch den Konsumenten, für den Fleisch „nix kosten“ darf.

Und während das so ist, versuchen einzelne Personen, unter ihnen auch Ärzte, sich zu profilieren.

Profilieren ist an sich nicht nichts Schlechtes. Jede neue Entwicklung auf beliebigen Gebieten benötigt neue Experten, die das interpretieren was sonst unverständlich bliebt.

Doch in den letzten Wochen sind Gegenmeinungen beliebt geworden, und weil sie nicht einmal die Boulevardpresse verbreiten will, nutzt man soziale Medien, vor allem Youtube.

Informationen? Besser, ihr lest bei Corrective. Jedenfalls besser als irgendwo in den „Sozialen Medien“.

In den nächsten Wochen wird alles um „Neuinfektionen“ gehen. Die Zahlen sind nicht viel wert, solange wir nicht wissen, wie viele Tests durchgeführt wurden – und das wird nicht veröffentlicht. Und genau aus dem Grunde sind die Zahlen, die auch ich täglich erhalte, im Grunde für den Arsch, Pardon „nicht besonders aussagefähig“.