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Wahl ohne Themen?

In vierzehn Tagen soll Wahl sein? Manchmal kann ich es mir gar nicht vorstellen. Die Presse langweilt mit Trends, die allesamt ohne Bedeutung sind. Die „großen Themen“ gab es nicht – jedenfalls waren sie nicht zukunftsträchtig. Migration und Asyl war das Hauptthema des „Duells“ – und es wurde maßgeblich vom Journalismus ins Zentrum geschoben. Wie einfältig! Die Konflikte sind größtenteils auf einen (oder gar mehrere?) Fehler der Vergangenheit zurückzuführen - wir wählen aber für die Zukunft.

Wem es gut geht, dem soll es auch gut gehen

Das dumme Geschwätz darum, dass „soziale Themen“ oder gar die „soziale Gerechtigkeit“ ausgegrenzt wurde, interessiert bestenfalls noch Kabarettisten (Ja, ich habe die Heute-Show gesehen). Den meisten Deutschen geht’s gut – so gut, dass selbst diejenigen, die „prekär“ beschäftigt sind, frohlocken können.

Prekär - ein Versuch, manche Arbeitsverhältnisse zu diskreditieren

Überhaupt „prekär“. Ein „prekäre“ Beschäftigung ist nicht „prekär“ im üblichen Sinne, sondernd der Begriff wurde umgedeutet, damit er bösartig klingt und sich so negativer darstellen lässt – das spielt den Sozialisten in die Hände.

Dennoch – befristete Arbeitsverhältnisse sind nicht gut, und sie schaden der eigenen Zukunftssicherung. Doch unsere Kasperles und Gretels auf der Politbühne sagen und ja bestenfalls, dass solche Beschäftigungen überhand nähmen, aber nicht, wie wir wieder von diesen Zahlen loskommen könnten. Und deswegen ist das Thema absoluter Müll.

Armut - ein statistischer Wert oder eine ehrliche Debatte?

Bei der Armut schließlich ist nicht einmal klar, wer wirklich arm ist und wer nur „statistisch zu wenig verdient“ – da argumentieren die Sozialisten gerne damit, dass wie ja „so ein reiches Land“ hätten das wenigstens die „Kinderarmut“ beseitigen könnte. Auch hier wird mit Zahlen und angeblichen „Fakten“ herumgeworfen, die nicht immer stichhaltig sind. Zwar werden die Folgen immer grau-in-grau ausgemalt, doch wie und warum Kinder arm bleiben, wird selten publiziert. Auch hier wäre zu fragen: Welche Maßnahmen schlagen die Parteien nun eigentlich konkret vor, um Kinder explizit besserzustellen? Soll die Gießkanne noch einmal hervorgeholt werden, um Geld auszustreuen? Oder sollte es konkretere Maßnahmen geben, um Kinder zu fördern? Bei all dem Gedröhne über Asyl und soziale Gerechtigkeit - wer mag da noch von der Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland reden? Über Bildung, Schulen, Straßen, Brücken und Wirtschaftsunternehmen? Über Innovationen und Ziele, die noch erreicht werden müssen? Über die Zukunft der Arbeit und der Freizeit?

Leute – IHR wollt doch in der Zukunft leben. Und eure „kleine Lili“ wird nicht sagen: „Schön, dass ihr damals AfD gewählt habt“ (1), sondern sie wird fragen: „Wie kann ich am besten meine Karriere planen und dabei glücklich werden?

Die Wahl wird mit Scheinthemen, Halbwahrheiten und Vergangenheitsbewältigung zugepflastert. Wie blöd für alle, die in der Zukunft leben wollen.


(1) Slogan der AfD: „Mit 18 freut sich Lili noch mehr, dass ihre Eltern AFD gewählt haben“ – dahinter steht der Kölner Dom.