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Oktober 2008

Wo war ich im Oktober 2008? Auf verschiedenen Veranstaltungen. Als Begleiter auf einem Botschaftsempfang, als Zuschauer bei einer Modeschau, und in einer Privatgalerie.

Offizielles ...


Die Modenschau
Wintermode


Die Galerie
Alles von allen in allem

Das Pigging und die Frauen-Onlinepresse

Das Schwein udn das Schweinen
Wer Frauenmagazine oder Frauenzeitschriften liest, trifft leicht auf Nachrichten, die „Fake News“ auffällig ähneln.

Da las sich doch gerade in einem dieser Frauen-Online-Magazine:

Neuerdings gibt es einen Dating-Trend, der alles bisherige an fiesen Verhaltensweisen toppt. Es ist eher eine miese Challenge, als dass es irgendwas mit Dating zu tun hätte: Pigging.


Ah, eine „miese Challenge“. Eine „Challenge“ ist im Englischen so gut wie alles, was irgendwie mit einer „Herausforderung“ zu tun hat – von der „Anforderung“ bis zum „Problem“. Also ist eine „miese Challenge“ eine absolut schlechte Herausforderung. Das Wort „Challenge“ kommt übrigens aus dem Altfranzösischen und heißt dort chalongier.

Nun wissen wir es also. Und was ist dann bitte „Pigging“? Nun, das ist nicht so einfach, denn das Urban Dictionary, sonst stets geschwätzig, und vielfältig auskunftsbereit, sieht die Definition des „Pigging“ im Dating-Bereich erst auf Platz Fünf:

„Pigging bedeutet, dass du eine fette Tussi abschleppst, um sie zu vögeln.“


(Die Wortwahl (1) stammt nicht von mir, im "Urban Dictionary" schreibt man so, wie der Schnabel gewachsen ist.)

Der korrekte Begriff steht auch im Urban Dictionary“, und er heißt: „To Pull a Pig

Und wie war das mit der Wahrheit? Sollte da jemand den „Telegraph“ vom Oktober 2017 gelesen haben? Oder gar die Liebe Pur?

Nein … es ist doch ein „neuer, fieser Datingtrend, der eigentlich kein Datingtrend ist“ … und blah, blah, blah …“.

Ob er wirklich von „To Pick a Pig“ abgleitet, wurde? Hoffentlich nicht. Denn dort sagt uns das „Urban Dictionary“, es bedeute „eine zahnlose Hure zu besuchen“. Na denn. Viel Vergnügen.

Im Slang-Lexikon steht übrigens unter „to pig out“ „zu Fressen wie ein Schwein“.

Ja und wie war das eigentlich 2017, als die Nachricht über das „Pigging“ wirklich mal „neu“ war? Ja, da gab es einen Fall, der die Tränendrüsen rühren sollte. Stand alles in der britischen Boulevardpresse (Independent) – allerdings 2017.

Tja - der Oktober 2017 liegt leider nur schon gut zwei Jahre zurück. Es war also nichts mit dem Trend.

(1) Original: Pigging is when you pick up fat chicks with the entention to screw them.

Fremdenhass und Fremdenliebe

Manchmal lohnt es sich, einen Blick in alte Lexika zu werfen. Oder; warum eine übermäßige Liebe so falsch sein kann wie ein übermäßiger Hass, und es dennoch verwerflicher ist, zu hassen.

Xenomisie und Xenophilie sind Verirrungen des Geselligkeitstriebes im Bezug auf fremde Personen, Sprachen, Sitten Moden etc. Denn die Fremdheit an sich kann uns weder zum Hasse noch zum Lieben (… in …) vernünftiger Weise bestimmen. Wer also Fremdlinge und Fremdartiges hasst oder liebt nur um der Fremdheit willen, handelt in beiden Fällen unvernünftig, wiewohl das Hassen immer noch tadelnswerter ist als das Lieben. Personen und Sachen soll man immer nach ihrem wahren Werte oder Unwerte schätzen oder nicht schätzen. Indessen entstehen freilich unter Völkern wie unter einzelnen Menschen oft Sympathien oder Antipathien, deren die Vernunft nicht immer mächtig werden kann.


Professor Wilhelm Traugott Krug, 1834.

Warum #MeToo nun selbst missbraucht wird

Vor einem Jahr gab es den „Großen Knall“, den die Presse sofort ausweidete: Unter dem Hashtag #MeToo klagten Frauen öffentlich an, die von Männern missbraucht wurden. Und nun folgt die „offizielle Version der Presse:

(Teilten) … Tausende Frauen auf der ganzen Welt unter dem Hashtag #MeToo ihre Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt (…), mit Sexismus und Diskriminierung. Im Büro, in der U-Bahn, beim Date. Ein Jahr ist es her, seit diese geteilten Erfahrungen eine große gesellschaftliche Debatte ausgelöst haben.


Für einige war damit der Krieg der Geschlechter ausgebrochen, für andere wurde er nur auf neue Art geführt, und die weitaus meisten ließ das Thema unberührt, weil ihr Alltag aus anderen Themen bestand. Gewonnen hat vor allem die Presse, die darüber endlos schreiben konnte, gewonnen hat Twitter, weil man dort abermals beweisen konnte, dass ein Tweet genügt, um die Volksseele zum Kochen zu bringen. Wem es sonst genützt hat, ist zweifelhaft.

Kürzlich meldete sich der Geschlechtersoziologe (ja, so etwas gibt es) Rolf Pohl zu Wort – und seine Aussagen wurden in weiten Teilen der eher unkritischen Presse wohlwollend aufgenommen. Nicht untypisch für Soziologen, wusste er wohl viel über „männliche Sexualität“ zu sagen, aber wenig zur Lösung beizutragen.

Das liest sich dann so (2):

Ich denke bloß, dass männliche Sexualität thematisiert werden muss – aber eben nicht als dieses archaische Erbe, das der Mann überwinden muss. Wenn man meinen Thesen folgt, lautet die Antwort: Männer müssen lernen, Abhängigkeiten zu ertragen.


Das wäre also die Lösung?

Männer ertragen Abhängigkeiten. Die meisten Männer sind mehrfach abhängig: von erwünschten und unerwünschten Kameraden, gesellschaftlichen und beruflichen Zwängen, denen sie sich willig unterwerfen, und der Willkür der Frauen, sie zu erwählen oder auch nicht.

Mann, oh Mann … es, ging doch bei #MeToo nicht um Kinkerlitzchen, sondern um massive Übergriffe, die teils als Vergewaltigungen vorkamen. Es ging darum, dass Frauen unter Androhung des Entzugs Ihrer Existenzgrundlagen zum Geschlechtsverkehr gedrängt oder gezwungen wurden. Das hat nichts damit zu tun, dass (heterosexuelle?) Männer keine Abhängigkeiten ertragen können.

Übrigens: „Die große gesellschaftliche Debatte“, die angeblich durch #MeToo ausgelöst wurde, war, ist und bleibt eine elitäre Debatte. Mag sein, dass es die „alten weißen Männer“ waren, die sie auslösten, aber die Diskussion wird gleichfalls unter selbstgefälligen Eliten geführt – nur unter anderen Eliten als zuvor.

Ich hoffe sehr, dass es seither viel weniger Missbrauch der Macht der Männer gab - denn das war ja das Problem, mit dem die Frauen antraten. Doch sobald sich in die Debatte das Wort „Sexismus“ einnistet, wird sie entwertet.

Was wirklich Sinn hat (und das passiert auch) ist der Mut, in einen Dialog einzutreten. Aber das ist erst möglich, wenn wir Begriffe wie „Sexismus“ zur Hölle schicken. Oder mit anderen Worten: Mit Neo-Schlagwörtern zur Abwertung, wie Kapitalismus, Rassismus oder Sexismus erschlägt man alles, was zu diskutieren wäre.

1) Zuerst in der "Süddeutschen Zeitung" veröffentlicht, dann von einigen anderen Zeitungen übernommen.
(2) Der Geschlechtersoziologe Rolf Pohl im bereits genannten Artikel.

Wenn die Peitsche knallt

Diese Peitsche knallt . die Zuschauer waren in sicherer Entfernung
Eine Peitsche knallt nur, wenn ... das habt ihr in Physik gelernt, nicht wahr? Diese Peitsche knallte jedenfalls heute.