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Der Spreewald – im Herbst eine ruhige Attraktion

Eigenartige Lichteffekte im Herbst - Spreewald
Solltet ihr jemals in den Spreewald kommen, dann könnt ihr erwarten, durch den Wald zu schippern, oder euch schippern zu lassen. Was zu Wasser geht, geht auch zu Fuß: Spazieren gehen und wandern sind ebenfalls angesagt, nicht nur im eher „wilden“ Spreewald, sondern auch durchaus entlang der schön anlegten Spreeufer in den Städten.

Hübsche, saubere Städte - aber ungeeignet für Städtetourismus

Falls euch jemand etwas von schönen Städtchen erzählt hat: Ja, sie sind sauber und hübsch – die Region hat dank des Tourismus mehr Geld als andere Städte im Osten. Aber das war es auch schon. Wegen der Städte sollte man wirklich nicht hierher reisen – das tut auch kaum jemand. Jetzt, in der Nachsaison, ist es ohnehin eher ruhig – und dennoch kann man sich vorstellen, was hier in der Hauptsaison geschieht. Dann nämlich, wenn der Rubel so richtig rollte und die Menschen bei den Kähnen anstehen, um geschippert zu werden.

Raddusch ist ein Kleinod

Ich war in einem sehr ruhigen Ort – im Ortsteil Raddusch des Örtchens Vetschau. Der Platz kann empfohlen werden, weil er nicht so überlaufen ist, wie beispielsweise Burg im Spreewald, wo ein Touristenlokal in das nächste übergeht. Das Hotel am Radduscher Hafen ist durchaus empfehlenswert, wenn man ländliche touristische Maßstäbe anlegt. Die Zimmer sind eher von einfacher Art, bieten aber alles, was der Gast braucht – inklusive kostenlosem WLAN. Das Frühstück kann empfohlen werden, vor allem, wenn ihr deftige, regionale Kost liebt – die gibt es reichhaltig und in vielen Variationen. Die Betten halte ich hingegen für eher gewöhnungsbedürftig – aber das schieben wir mal auf die moderaten Preise für die Übernachtung. Am Service war nichts auszusetzen – alle sind hier wirklich überaus freundlich und zuvorkommend.

Regionale Küche bevorzugen

Regionale Speisen bevorzugen
Die Spreewald-Küche ist keinesfalls eine Gourmetküche, wie auf manchen Touristik-Seiten behauptet wird, sondern basiert auf Speisen der Region, die man durchaus probieren sollte. Der Ausdruck „Gourmetregion“ mag ja auf einzelne Lokale zutreffen, ist aber eher eine touristisch aufgemachte Übertreibung.

Wenn ich etwas anraten darf: Bestellt die Speisen der Region und der Jahreszeit, und lasst die Finger von den Experimenten der Küchenchefs. Ich aß beispielsweise ein Radduscher Gurkengulasch, das wirklich ausgezeichnet schmeckte, und kostete manche Süßspeise (Spreewälder Hefeplins) wie auch eine Kürbissuppe.

Insgesamt: Hinfahren und den Mainstream-Tourismus meiden. Regionale Besonderheiten würdigen, aber ihnen nicht nachlaufen. Und möglichst das essen, was in der Region erzeugt wird. Dann kann nichts schiefgehen.