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Die Nano-SIM

Ein neues Mobiltelefon benötigt eine SIM-Karte. Also wandert man im Lauf seines Telefonlebens von der Standard-SIM zur Mikro-SIM und von dort zur Nano-SiM.

Kein Problem? Ich wechselte vor längerer Zeit von der Normal-SIM zur Mikro-SIM und brauchte nur meinen Namen und ein kurzes Gespräch mit der Dame am Schalter, ein kurzes abchecken von Daten, um meine Identität zu beweisen, und dann kam das neue Karten-Trio. Ich sollte nicht vergessen zu sagen, dass ich inzwischen an einer andern Adresse wohnte. Nein, also kein Problem. Einige Tage später bekam ich alles per Post.

Nun aber ging es um eine andere Firma, ebenfalls sehr renommiert, mit einer Filiale am Ort. Und um eine Nano-Karte. „Haben Sie den einen Vertrag mit uns?“ Ja, natürlich, aber Prepaid – aber siehe: das ist für die Dame am Tresen und das Unternehmen, das sie vertritt, kein Vertrag.

Immerhin – da gab es eine Telefonnummer, die man anrufen konnte. Das ginge ganz problemlos. Ging natürlich nicht. Ewig besetzt – wie bei derartigen Unternehmen üblich. Also per SMS – die nächste Empfehlung. Das ging, aber unglücklicherweise fand sich der Vertrag nicht sofort. Nach etwas über einer halben Stunde und mehreren SMS war das Problem dann gelöst.

Ich meine: So etwas geht auch einfacher. Und warum so ein Problem nicht vor Ort gelöst werden kann, wissen offenbar nur die Chef- und Serviceetagen des Anbieters. Und die wollen Kohle machen – und nichts von Problemen mit so etwas Popeligem wie Prepaid-Karten belästigt werden.

Eine Welt ohne Small Talk und ohne Emotions-Klischees?

Ich fand diesen Gedanken so bemerkenswert, dass ich ihn – frei übersetzt – ans Licht der Welt bringen möchte:

Es ist einfach so … was die meisten Leute für wichtig halten, empfinde ich als schrecklich abgedroschen und phrasenhaft. Aber die Menschen legen so viel Dramatik, Energie und Gefühle (… in diese Aussagen …) hinein.


Die Autorin empfindet sich selbst als hart und führt es diese Auffassung auf ihre Introvertiertheit zurück. Aber es ist keine Härte – es ist die Auffassung, dass wir wahrhaftig sein sollten.

Aus meiner Sicht will ich es euch so erklären:

Die meisten Menschen fürchten sich davor, ehrlich zu sich selbst zu sein und auf die Sprache ihrer Empfindungen oder Gefühle zu achten. Ja, sie denken nicht einmal selbst, sondern spucken vorgefertigte Sätze und Meinungen heraus. Sie denken wahrhaftig in Phrasen, seinen sie nun von der Zeitung, dem Fernsehen, der „Yellow Press“ oder aus Frauenzeitschriften abgelesen. Sie glauben, über diese Phrasen Übereinstimmung mit Gleichgesinnten herstellen zu können – Kontroversen sind ihnen peinlich. Eigene Gefühle erfordern Selbsterfahrung, Selbsterkenntnis und Offenheit. – es ist viel bequemer, die Gefühle anderer zu zerreden, auch wenn es dabei gar nicht wirklich um Gefühle geht.

Ja, ich wünsche mir eine Welt ohne Small Talk und ohne die üblichen Emotionsklischees. Eine Welt, in der ich darüber reden kann, was möglich ist und was nicht, was man messen und wägen kann und was wahrscheinlich ist oder auch nicht.

Und wenn – ja wenn Gefühle betroffen sind, dann bitte die eigenen. Sie sind sehr wichtig und wertvoll, und ihr sollte damit umgehen wie mit teurem Schmuck: Zeigt ihn niemandem, der ihn euch neidet – und erfreut euch selbst daran, wann immer ihr könnt.

(Aussage aus dem Blog von P.G. ohne Verlinkung)