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Plot

Ein Plot ist ein Hergang, bezeichnet aber auch die Entwicklung einer Handlung. Das ist eigentlich schon alles. Der Rest wir von literarischen Schulmeistern, Bloggern oder Schreibschulen eingemischt. Der „Ur-Plot“ ist sehr einfach und besonders vom Blues, von einfachen Volksliedern oder vom Bänkelgesang bekannt. Er ist in der Regel dreiteilig und wenig spektakulär.

Zuerst wird die Situation geschildert, in der deine Figur sich befindet, und das kann sehr knapp ausfallen oder ausführlich ausgebreitet werden. Dann folgt der Abschnitt, in dem eine Veränderung eintritt. Schließlich wird die veränderte Situation kurz dargestellt und ein Ausblick gegeben.

Plots sind kein Selbstzweck

Wir sehen: Plots (Hergänge) sind kein Selbstzweck und kein Regelwerk. Wer jemals über sie geschrieben hat und dabei als klug und belesen gilt, hat lediglich vorhandene Werke der Literatur analysiert und die Hergänge so verdichtet, dass sie beschreibbar werden. Das heißt: Es gibt keinen Zwang, einem Plot zu folgen, einen eigenen Plot zu entwerfen, bevor man schreibt. Man benötigt auch keinen Handlungsrahmen, um sich daran zu orientieren.

Alternative zum Plot: Sich an den Figuren orientieren

Die Alternative besteht darin, sich auf die Figur zu konzentrieren und sie mit inneren Freiheiten auszustatten, die über das hinausgehen, was die Autorin (vielleicht du, die du dies liest?) sich selbst gestatten (oder zumuten) würde.

Ich will euch dies an einem nicht-literarischen Beispiel erläutern:

Du bist Expertin auf deinem Arbeitsgebiet, erreichst jedoch bei deinem Arbeitgeber mit deinen innovativen Ideen fast gar nichts. Du bewirbst dich anderwärts, und du bekommst mehrere Angebote: aus deiner Stadt, aus einem Nachbarort und aus der dänischen Metropole Kopenhagen. In Kopenhagen hast du völlig freie Hand, und du weißt wahrscheinlich, dass Frauen in Dänemark bessere Chancen haben als in Deutschland.

Fallt dir etwas auf? Was passieren könnte, falls du nach Kopenhagen gehst, ist völlig offen. Nur du selbst kannst dir das Leben dort einrichten und ausgestalten. Du gehst also „ohne Plot“.

Genau so kann es sein, wenn du eine Figur in die literarische Welt setzt, die etwas erleben will. Stell sie einfach auf - und lass sie laufen. Ohne die Grenzen, die du dir selber setzt, wird sie erstaunliche Abenteuer erleben.

Deine Meinung interessiert mich. Schreib mir einfach, wenn du etwas sagen willst.

Hinweis:

Falls ihr euch fragt, (könnte ja vorkommen, oder?) warum ich mich über Literatur auslasse, ohne ein Buch geschrieben zu haben: Ich sammele Meinungen und vergleiche sie mit der Wahrscheinlichkeit, sie umsetzen zu können. Das halte ich für sinnvoller, als bei einem einzigen Schreibtrainer lechzend auf den Treppen zu sitzen und seinen (oder ihren) Worten zu lauschen.