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Und es soll gesagt werden ...

Ich weiß nicht, ob meine Meinung für irgendeinen Menschen von Bedeutung ist. Doch ich hoffe täglich, dass mir jemand zustimmt, widerspricht oder möglicherweise sein Leben neu ausrichtet, weil er etwas von mir gelesen hat.

Kürzlich las sich anderwärts

Hier ist meine Meinung: Nimm sie hin, wie sie ist oder lies woanders.


Mittlerweile glaube ich nicht mehr, dass meine Stimme „über den höchsten Wipfeln schallt“ oder in die bedürftigsten Hirne eindringt. Und doch denke ich: Da gibt es viel zu viel Meinungen (und leider auch Tatsachen), die selten geäußert werden. Die meisten, die nicht mit den Wölfen heulen wollen, schweigen lieber. Und die meisten jener, die „alternative Wahrheiten“ herausbrüllen, verbreiten nichts als Fake News, Hass und Zwietracht.

Zwei Sätze aus meiner eigentlichen Heimat, beide ursprünglich in Niederdeutsch, prägen mein Verhältnis zur Öffentlichkeit bis heute:

- Schrei nicht mit den Massen.
- Tu, was du willst, die Leute reden sowieso über dich.


Für viele wird das, was ich sage und schreibe, absurd sein. Sie sollten sich Gedanken darüber machen, wie absurd das ist, was sie selber denken und fühlen, und wenn sie mir eine glaubwürdige Erklärung dafür geben können, warum ihre Meinung stichhaltiger ist.

Scheele Blicke, die auf mich gerichtet sind, verletzte Gefühle bei anderen – das muss ich in kauf nehmen. Ich hoffe nur, dass es einige dennoch erfreut, was ich schreibe.

Ostdeutschland – verlorenes Land für die aufgeklärte Demokratie?

Ein Großteil der Wähler im Osten Deutschlands hat der Demokratie eine Ohrfeige verpasst. Anders kann man es nicht nennen, wenn man überzeugter Demokrat und Liberaler ist und zudem geschichtsbewusster Bundesbürger. Auf der Suche nach der Verantwortung hörte man zwar oft den Namen „Angela Merkel“, dann wieder „die Asylanten“, aber oftmals auch einen völligen Unsinn über Politik und Demokratie. Ich habe jüngst in der „Berliner Zeitung“ gelesen, dass die Ostdeutschen Frust-Männer, die allein geblieben und abgehängten, die Ursache waren. Das mögen Zahlen von irgendwoher belegen, aber es ist nicht die Wahrheit: Die AfD steckt hier im Osten in den Familien, die die kürzlich stattgefundene „Kinderwahl“ eindeutig belegt.

Von Demoskopen erhobene Daten sind geduldig, aber nicht aussagefähig. Mit einer „inneren“ Trennung von Ost und West lässt sich viel beweisen und widerlegen. Doch ein wichtiger Aspekt wird selten genannt. Der Ex-Ministerpräsident Kurt Biedenkopf weißt darauf hin, dass

Viele Politiker in den alten Bundesländern (…) bis heute nicht verstanden … haben …, welche immense Leistung es ist, was hier nach 1990 geschaffen wurde. Und sie anerkennen auch nicht die Herausforderung der Politiker nach der Wende, für das neue politische System und um das Vertrauen der Menschen zu werben.


Und da liegt der Hase im Pfeffer: Viele Menschen im Osten haben das demokratische System von vornherein nicht begriffen, ja nicht einmal die Grundlagen des Wirtschaftssystems oder den Sozialstaat. Insofern muss selbst Biedenkopf widersprochen werden: Es gab keine Bürgerkurse für Ostdeutsche, um dererlei zu verstehen, womit ich nicht behaupte, dass Westdeutsche darin klüger sind. Aber: Sie haben jetzt seit 70 Jahren erfahren, dass sich dieses System bewährt hat. Das ist etwas anders als bei den Ostdeutschen, die nichts vom demokratischen System wissen und die freie Marktwirtschaft niemals begriffen haben. Stattdessen schreien sie bei jeder Gelegenheit nach dem Staat, ohne ihn jemals zu unterstützen. Wobei zu erwähnen bleibt, dass es im Osten keine politische Gesprächskultur gibt – nach wie vor werden Gespräche über Politik im Keim erstickt, indem blitzschnell andere Themen, meist nostalgischer Art, hervorgeholt werden.

Man könnte einen oft gehörten Satz verstehen, der da lautet: „Wir haben nun in 27 Jahren so viel aufgebaut, und nun wollen wir nicht, dass es jemand zunichtemacht.“ Davon kann allerdings nicht die Rede sein, denn die Menschen in den Neuen Bundesländern leben in einem neuen Luxus. Der zeigt sich vor allem darin, dass sich kaum noch jemand „die Hände schmutzig machen“ will – was konkret heißt: Handwerks-Azubis werden zur Seltenheit.

Ich bezweifle, dass die Menschen, die in den 27 Jahren seit der Wiedervereinigung wirklich sehr viel aufgebaut haben, den Staat und seine Regierung hassen. Sie hätten nämlich keinen Grund. Wer hasst also Staat und Regierung, und wer steht hinter den Scharfmachern? Ich weiß es nicht – es können nicht ausschließlich diejenigen sein, die „abgehängt“ wurden, denn wirklich „abgehängt“ wurde kaum jemand. Es muss diese grummelnde graue Masse an den Würstchenbuden sein, von der die Miesmacherei ausgeht.

Der Vorteil des Alters

Ich habe etwas gewonnen, das Sie sich während des Berufslebens nicht leisten konnte (obwohl es manchmal so schien, als könnte ich): Eigensinn.

Befreien wir uns doch vom "Mainstream"

Ich kann es sagen - also sage ich es
Vor allem die ständige Frage: „Ist das, was ich zu sagen habe, mit den gängigen Mainstream-Einflüssen in Einklang zu bringen?“ ist inzwischen abgehakt – was interessiert mich der „Mainstream?“ Er wechselt die Richtung wie der Eselsschwanz im Wind. Ich habe schon so viele Wahrheiten, Dogmen und Direktiven gelesen und gehört, dass ich sie inzwischen als Tinnef identifizieren kann. Es ist wirklich so: Was die Wahrheit ist, bestimmen diejenigen, die gerade die Macht haben, etwas zu publizieren. Andere Wahrheiten? Da wird Ihnen schnell beschieden, dass es sie nicht gäbe. Obgleich offenkundig ist, dass es „die Wahrheit“ gar nicht gibt. Früher einmal durfte man darüber ganz anderer Meinung sein. „Wie Wirklichkeit ist die Wirklichkeit“ oder „Die Möglichkeit des Andersseins“ waren zwar keine Bestseller, aber bekannte Bücher bei kritischen Intellektuellen.

Der Niedergang der Wahrheit durch Mainstream-Einflüsse

Die Psyche ist eines der Themen, die irgendwann zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem neuen Jahrtausend versandet ist. Diejenigen, die über sie sprechen, wissen, dass sie nur Meinungen vertreten und und igeln sich damit ein. Wer die Prinzipien auch nur halbwegs verstehen will, wir die Psyche in Beziehungen und anderen Formen der Wirklichkeit beeinflusst wird, hat kaum noch Chancen. Am besten wäre wohl, ein bisschen Ronald D. Laing zu lesen, aber dessen Worte verlangen schon wieder ein Gedankengebäude, das an der Schule nicht gelehrt wird: Schichten der Wahrnehmung, Metawahrnehmung, Blackbox-Prinzipien. Um Himmels willen, wenn man darüber reden würde! Dann würde Freud ja ad absurdum geführt. Die technisch begründete Logik (Kybernetik) zog beispielsweise nie in die Psychologie ein - wie schade. Sie wäre sehr erhellend gewesen.

Ach, ich will gar nicht mit Ihnen philosophieren. Ich sage nur dies: Eigensinn ist etwas Wertvolles. Versuchen Sie doch einfach, mal etwas anderes zu denken, als das, was der Mainstream Ihnen vorgibt. Das können Sie auch schon tun, bevor Sie altern.

Die Wahrheit suchen …

Die Wahrheit ist keine Hure, die sich anbiedert ... (1)
Nichts ist unbequemer, als die Wahrheit zu suchen. Sie müssen nicht nur das Unbekannte erforschen, sondern auch das Bekannte bezweifeln. Damit machen sie sich einerseits bei allen etablierten Forschern der sogenannten „Geisteswissenschaften“ sowie allen konservativen Kräften unbeliebt, die froh sind, wenn niemand ihre Kreise stört. Andererseits aber könnte die Suche nach der Wahrheit auch sogenannte „progressive“ Kräfte nerven, weil sich herausstellen könnte, dass sie nichts als ihre Meinung als Wahrheiten verkaufen. Das trifft insbesondere auf Sozialisten, Gutmenschen, Feministinnen und Genderforscher zu, die sich alle als Speerspitzen einer besseren Gesellschaft verstehen.

Damit gar kein Missverständnis entsteht: Ich toleriere ihre Meinungen, doch halte ich sie nicht für „wahrer“ als jede andere Meinung. Generell müssen wir ja endlich damit aufhören, überkommene „Wissenschaften“ wie Heiligtümer zu verehren und neue Wissenschaften von vornherein als „gültig“ anzusehen, nur weil sie von Akademikern ausgeübt werden.

Sie dürfen sicher sein, dass der erste Weg zur Wahrheit der Zweifel ist und nicht der Glaube. Das gilt auch für die Berichterstattung des Fernsehens, des Rundfunks und den Druckmedien.

Wer die Wahrheit sucht, sitzt zwischen allen Stühlen – nicht ungewöhnlich für mich. Und warum tue dich das? Weil ich es tun muss. Es gibt nicht Schöneres, als die Wahrheit zu suchen, Ideen zu überprüfen, Fakten zu finden und Wahrscheinlichkeiten auszuloten.

(1) Die Wahrheit ist eine so spröde Schöne, dass selbst wer ihr alles opfert, noch nicht ihrer Gunst gewiss sein darf. (Nach Schopenhauer)

Wenn etwas wahr ist, kann das Gegenteil auch wahr sein

sehpferd kämpft gegen massenverblödung
Wahrscheinlich kennen Sie diese Geschichte, die ich Ihnen hier erzähle:

Zwei Juden kommen mit einem Streitfall zum Rabbiner. Nachdem der Erste sein Anliegen vorgetragen und der Rabbi ausreichend geklärt hat, was zu antworten sei, sagt er dem Mann: „Du hast recht.“ Wenig später kommt der Gegner jenes Streithahns, und wieder klärt der Rabbi, um dann zu sagen: „Ja, du hast recht“. Die Rebbetzin, die all das mit angehört hat, konnte nicht ertragen, was ihr Mann da aus dem Talmud herausgelesen haben wollte, und so klärte der Rabbi erneut, um schließlich seiner Frau zu sagen: „Und du hast auch recht.“


Warum ich Ihnen diese alte Geschichte präsentiere? Weil sie Ihnen die Augen erhellen soll: Wenn eine Sache wahr ist, kann das "Gegenteil" auch wahr sein.

Warum?

Weil das „Gegenteil“ im Grunde gar nicht gemeint war. Sehen Sie, wir sind gewohnt, blödsinnige Systeme zu verwunden: Dies ist so – und das Gegenteil ist anders. Im Grunde machen wir den Fehler, das „Gegenteil“ zu suchen.

Süß als Beispiel

Was ist das Gegenteil von „Süß“? Na?

Wenn es süß wie Zucker ist, kann es vielleicht sauer sein … aber dann kann es auch süßsauer sein, wie beim Chinesen.

Oder sollte es bitter sein? Etwas Bittersüßes kommt ja noch in der Erotik vor, also passt auch nicht als Gegenteil von Süß.

Salzig passt schon gar nicht, und hässlich? Eigentlich auch nicht.

Sehen Sie, schon wurden Sie erwischt: Das Gegenteil ist gar kein Gegenteil, sondern bezeichnet etwa anderes.

Menschliches - Partner suchen und finden

Bei diesem beiden markanten und oft mit Vehemenz vorgetragenen Volksweisheiten ist dies ebenso der Fall:

„Gegensätze ziehen sich an“
„Gleich und Gleich gesellt sich gerne“.

Können beide Aussagen wahr sein?

Selbstverständlich – denn sie schließen einander nicht aus. Die Frage ist hier: Was suche ich im Anderen? Kann ich es eher finden, wenn ich mich auf Gegensätze einlasse, oder finde ich das Gesuchte her unter „Gleichen“? Im Grunde müssten wir die Aussagen eigentlich neutralisieren: Wie viele Gemeinsamkeiten suche ich, und welche Ergänzungen würden mit nützen? Dann wäre die Dummheit aus den Volksweisheiten genommen.

Schwierig wird die Sache, wenn ein Umstand etwas verändern soll, das Gegenteil aber auch. Der Volksmund ist auch hier wieder auf dem Holzweg:

„Suchet und ihr werdet (die Liebe) finden“
„Wer nicht sucht, der findet die Liebe.“


Sind das Gegensätze? Auf den ersten Blick mag man sie dafür halten. Das Problem liegt hier im Wort „suchen“ und in dem Zusammenhang, indem die Sätze gebraucht werden. Falls Sie dem zweiten Satz zustimmen, überlegen sie bitte, ob Sie auch diesem Satz zustimmen würden:

„Wer nicht sucht, der findet Arbeit.“

Nun werden Sie sagen: „Was für ein Blödsinn!“, während Sie vorher noch gedacht haben mögen: „Ja, das kenne ich von Freundinnen.“

„Suchen“ kann in diesem Fall alles ein: eine mentale Einstellung, eine Strategie, eine Tätigkeit und sogar eine Manie. Und falls es zur Manie geworden ist, dann stimmt „wer nicht sucht, macht sich frei, um zu sich selbst zu finden – und damit zur Liebe.“

Das einzige Mittel gegen Desinformation, neuerdings auch „alternative Fakten“ genannt, besteht darin, selbst zu denken, statt zu glauben, was wir hören oder lesen. Und es wäre wirklich schön, wenn sich unsere Schulen mehr darum kümmern würden, Logik zu vermitteln. Übrigens ist der größte Verhinderer der Logik die Religion, weil wir in ihre auch das Unlogische „glauben“ müssen, wenn wir „dazugehören“ wollen.

"Sehpferd kämpft gegen Dummheit." erscheint unregelmäßig. Es ist mein Beitrag, um Gedankenlosigkeit im Alltag zu bekämpfen.