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Was wissen wir über die Liebe wirklich?

Ich arbeite seit mehr als 20 Jahren an Themen „über die Liebe“ und „zur Liebe“ und besitze so viele Bücher darüber, dass ich nicht einmal alle bis zum Ende gelesen habe. Da die Liebe zwischen Paaren auch die Sexualität beinhaltet, kann man sie aus der Beobachtung nicht verbannen - dass Soziologen und Theologen es dennoch oftmals tun, zeugt nur von ihrer Arroganz.

Und nun bin ich froh, diese Botschaft erhalten zu haben (Zitat von Klaus Heer):

... bei diesem Thema gibt es naturgemäß keine gesicherten Daten ... jede Menge Spekulationen und Presse-Fake-News. Wir tun gut daran, uns nicht vollquatschen zu lassen.

Ich kann nur raten: Glaubt keinem Artikel, vor allem in der Bürger-, Boulevard- oder Frauenpresse, der angeblich neueste Kenntnisse aus den Bereichen von Lust und Leidenschaft interpretiert.

Die Forscher, die dort zitiert werden, haben oftmals mit wenigen Probanden gearbeitet, haben Studenten als bereitwillige Versuchskaninchen genommen oder haben in ihre Forschungsberichte Einschränkungen ihrer Aussagen aufgenommen. Der Presse ist so etwas weitgehend egal. Um der Sensation willen wir jeder Unsinn veröffentlicht. Wer da Parallelen zur Pandemie sieht, liegt im letzten Punkt völlig richtig.

Ein bisschen Fakt, ein bisschen Fake

Manche Nachrichten zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht grundsätzlich falsch sind, sondern dass ihre Inhalte auf bestimmte Klientel „angepasst“ werden.

Alsdann: Höret, ihr Frauen, der Weg ist gefunden ..., denn nun behauptet eine Frauenzeitschrift, sie könne mithilfe einer Studie …

… endlich Lichts ins Dunkle der Dating-Welt bringen und uns wissen lassen, ab wann deutlich wird, in welche Richtung es mit unserem männlichen Objekt der Begierde verläuft.


Leider sagt die Studie dies aber gar nicht aus. Und auch nicht, dass es bis zum zwanzigsten Date deutlich wird, ob es eine gemeinsame Zukunft gibt.

Denn die „Kurve der Begierde“ fällt nach dieser Studie bereits ab dem zehnten Date ab, wenn man voraussichtlich nicht zusammenbleiben wird. Und natürlich hat das ganze mit „männlichen Objekten der Begierde“ nur insoweit zu tun, als Frauen und Männer von der Studie erfasst wurden. Und was noch fehlt: Die Entscheidung, eine bereits laufende Beziehung dennoch zu beenden, fällt schleichend – und nicht knallhart.

Knallhart ist nur die Konsequenz, sich wieder zu trennen – und weiterzusuchen.

Wen es interessiert: die Studie kann eingesehen werden. Und was sich daraus ergibt, weiß die Liebeszeitung.

Blödsinn aus der Wissenschaft – Attraktivität

Ich habe schon mehrfach darauf hingewiesen, dass „wissenschaftliche“ Studien über die Partnersuche hart an der Grenze zu „Fake News“ sind. Der Trick: man forscht auf einem Terrain, auf dem man kaum Fakten vorfindet, und ersetzt sie durch Annahmen. Das geht so:

1. Man hat keine Kriterien für Attraktivität.
2. Man kann nun solche annehmen ...
3. Das ist aber nicht fein genug für einen Forscher.
4. Also nimmt man etwas anderes an, was glaubhafter udn wissenschaftlicher klingt.
5. Aufgrund der Annahme wird eine Studie erstellt.
6. Aus den meist mageren Ergebnissen werden reichlich Schlussfolgerungen gezogen.
7. Journalisten greifen das Thema begierig auf und versuchen, sie als „Tatsachen“ an die Leser zu bringen.

Also, wie messen wir Attraktivität? (1)

(Indem wir) ... messen, wer die meiste Aufmerksamkeit von wem bekommt.


Ich denke mal, das entspricht in etwa der Aussage: Die besten Äpfel sind immer diejenigen, die am meisten gekauft werden.

Klar, dass nun jeder noch etwas dazu zu sagen hat … und im Titel vieler Zeitungen taucht eines der fragwürdigen Ergebnisse dann so auf: „Suchende überschätzen sich beim Dating“, oder „Online-Dating: Mehrheit sucht außerhalb der eigenen Liga“.

Kalter Kaffee auf der ganzen Linie. Dass Menschen ihre Attraktivität überschätzen, ist ein alter Hut. Es geht dabei um das Phänomen, sich stets als „Überdurchschnittlich“ einzustufen, obgleich viel wahrscheinlicher ist, dass man „Durchschnitt“ ist. Heißt Overconfidence-Effekt und ist wirklich ein ganz alter Hut.

Und beim sogenannten Online-Dating ist das Problem, nicht nur die Attraktivität zu überschätzen, sondern sich selbst generell als „wertvoller“ einzustufen, als es der Partnermarkt hergibt.

(1) Derartige Aussagen erschienen in zahllosen Zeitungen, u.a. in der MAZ und der NWZ.



Gender-Forschung – nichts als eine Glaubensgemeinschaft?

Gender-Fortschung ist eine Forschung ohne konkrete wissenschaftliche Grundlage. So etwas nennt man sonst eine „Glaubensgemeinschaft“, und wie alle anderen Glaubensgemeinschaften, können Sie Fluch oder Segen für die Menschheit sein - solange sie nicht versuchen, zu missionieren.

In CICERO, eine Zeitschrift, die man mögen oder hassen kann, die aber gelegentlich mutig gegen den Strom schwimmt, kann man lesen:

Nun, eine so demaskierte Glaubensgemeinschaft schlägt zurück. Am besten in einer konzertierten Aktion. Wie man das macht? Ganz einfach: Indem man Tatsachen abstreitet, Kritiker diffamiert und sich bemüht, angeblich falsche Vorwürfe zu entlarven. Und wenn die entsprechenden Vorwürfe gar nicht falsch waren, dann muss man Logik und Wissenschaft so lange strapazieren, bis das keinem mehr auffällt.


Gemeint ist die Gender-Ideologie, die wie eine ganz normale Wissenschaft an Universitäten gelehrt wird. Na schön, die Lehre ist frei, und nachdem sie manche Irrtümer mannhaft (oder frauhaft?) weggesteckt hat. Ist sie auch weitgehend resistent gegen Kritik geworden. Man forschelt so vor sich hin, ob sinnvoll oder nicht – wenn juckt es?

Geisteswissenschaften - begrenzt wissenschaftlich

Die Geisteswissenschaften sind ohnehin auf dem absteigenden Ast – vieles von dem, was sie je angenommen oder verbreitet haben, ist ein Konglomerat von Annahmen, Behauptungen, Glaubenssätzen und sehr, sehr wenigen Tatsachen, die den Tag überdauern. Und um es klar zu sagen: Die Krone der Wissenschaft gebührt ihnen ohnehin nicht.

Es gibt ohne jeden Zweifel auch im Bereich der Geisteswissenschaften Forschungsgebiet, die lohnend sind. Zu erforschen, wie wir lernen und verlernen, und wie wir mit dem Erlernten umgehen, ist unglaublich wichtig.

Natur, Ökonomie des Lebendigen und Kybernetik als Alternative

Doch wo es neben der Geisteswissenschaft eine vergleichbare Naturwissenschaft gibt, kommen wir an der Priorität des Lebendigen nicht vorbei – hier benötigen wir Tatsachen. Die Biologie des Menschseins, des Denkens und Handelns ist zwar noch wenig erforscht, aber dennoch müssen wir diese Forschung jenen überlassen, die nach Fakten suchen und nicht jenen, die Meinungen verbreiten. Was wir wirklich tun sollten, ist, die Denkprozesse, die daraus folgende oder verweigerte Kommunikation und deren Folgen für die menschliche Entwicklung zu untersuchen.

In der Gehirnforschung sind wir heute, was das Denken betrifft, noch auf dem Stand der Alchemisten, über Kommunikation im Sinne der Entstehung, Übermittlung und Verarbeitung von Zeichenfolgen forschen nur weinige. Und wenn Sie heute einem Forscher sagen, dass ein Zusammenhang zwischen der natürlichen Entwicklung, der Ökonomie und der Kybernetik besteht, lassen sie entweder Kopfschütteln oder Fragezeichen zurück.

Jeder Hund weiß besser, was das Geschlecht bedeutet

Und das Geschlecht? Es ist nicht beliebig definierbar. Jeder Straßen-Köter könnte ihnen das sagen, wenn er sein Revier abschnüffelt und markiert. Nur das menschliche Gehirn verbiegt Tatsache nach belieben.

Und dann ändert sich das Gehirn, oder es bleibt, wie es ist

Ein Zitat, das mehr sagt als tausend Worte:

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Videospiele vorteilhaft oder nachteilig für das System des Hippocampus sein können, abhängig von der verwendeten Navigationsstrategie und dem Genre des Spiels.


Sehr aufschlussreich, nicht wahr? Zumal, wenn man in der Überschrift dichtet:

Diese Videospiele vernichten wichtige Gehirn-Masse im Hippocampus-Areal

Quelle (unter anderem): Nature.
Heilpraxis (Der Text wird im Quelltext lesbar)
Hippocampus (Wikipedia)