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The Loo in Leipzig

Ich weiß nicht, ob Sie gelegentlich auswärts pinkeln müssen. Falls ja, dann suchen sie ein Klo, einen Abort, eine Toilette. Im Leipziger Hauptbahnhof versteckte man die Toilettenanlagen sehr geschickt in einer der äußerten Ecken – sie sollen ja nicht auffallen, nicht wahr?

Nun weiß ich ungefähr, in welche Ecke man sie versteckt hält, die Aborte. Wenn Sie's nicht wissen, kann ich Ihnen versprechen, dass sie Geduld brauchen. Und also schlage ich die bekannte Richtung ein, und da grinst mich ein Waschbär an. Mensch, denke ich, ist da jetzt das Büro vom Zoo hingekommen? Dann muss das Pinkulatorium ja wohl woanders sein.

The Loo

Doch nein – das Klo war da, wo das Klo ist. Nur heißt es jetzt anders, nämlich „Loo&Me“. Nun weiß ich als auslandserfahrener Mensch natürlich, was ein „Loo“ ist. Es ist britisches Englisch und lässt sich relativ einfach mit „Klo“ übersetzen. Die Wortherkunft ist fragwürdig – manche meinen, es sei eine Verballhornung von „Waterloo“- hoffen wir, dass wir dort nicht mal unser Waterloo erleben, was ja bei der Deutschen Bahn gelegentlich vorkommen soll. Eine andere Ansicht sagt aus, dass es vom französischen „Eau“ kommt – vom Wasser. Spricht sich übriges wie "Luh" oder "Lou".

Das Loo in Leipzig

Mit so viel Wissen ausgestattet sind nun leider nicht alle Besucher des Leipzigers Hauptbahnhofs, und deshalb gab es eine Einführung in die Loologie. Und siehe – es heißt ja auch nicht einfach nur irgendwie „Loo“ – sondern eben „Loo&Me“ – das Klo und ich.

Ich war ja schon froh, nicht irgendwo Mitglied werden zu müssen, damit ich bei Loo pinkeln durfte. Rufen Sie gerne die Seite im Internet auf – aber schalten Sie bitte vorher den Lautsprecher ab, sonst bekommen Sie einen Riesenschreck.

Falls Sie das Klo jemals suchen sollten: Es befindet sich im ziemlich abgelegenen hinteren Teil des Bahnhofs, auf der Ebene des Fernverkehrs, gegenüber Bahnsteig 24.

Traditionshase, Pfeffernase, morgen kommt der Osterhase

Kein Ostern ohne Osterkaninchen
Rechts ist da, wo man kurz vor dem Abgrund steht. Zum Beispiel, wenn man hört, dass Millionen Deutsche sich aus purem Anpassungswahn arabische Ziffern an die Haustür kleben und die Rechte dies für eine Abkehr von der christlichen Kultur hält.

Ostern - das Kaninchenfest, das Hasenfest, das Eierfest

Nun war es kürzlich das jedes Jahr stattfindende Kaninchenfest, das im Westen nach der Berechnung des Johann Carl Friedrich Gauß heuer auf den ersten April fällt. Also, um es klar zu sagen: Zum Kaninchenfest hoppelt der Hase wieder, weshalb sich das Volk beeilte, ein Hasenfest daraus zu machen. Und weil die Hühner im Winter eigentlich keine Eier legen, und sie damit im Frühjahr wieder beginnen, ist es auch ein Eierfest. Sind die Eier schön bunt, oder gar nie mit Hennen in Berührung gekommen, dann sind es Ostereier. Und die bringt – nun fällt das Wort endlich, der Osterhase.

Das Heidentum lässt sich nicht wegblasen

Ähnlich wie Weihnachten, fand mit der Einführung des Christentums auch für Ostern eine Kulturverdrängung statt – das heißt, die „heidnischen“ Bräuche wurden durch (angeblich) christliche Bräuche ersetzt. Im Norden (und in Deutschland) wird dies ganz deutlich bei Weihnachten. Da ist Weihnachten sogar Weihnachten geblieben, und eigentlich sagt man immer noch „die Weihnachten“, weil es mehr Nächte sind, nämlich die „wihen Nahten“. Diese Nächte wurden im Christentum zu heiligen Nächten, und so wird es dann eben im Lied „bald Heilige Nacht“ – allerdings im Singular. Woanders weiß man noch, dass Weihnachten eigentlich „Jul“ heißt und der Wintersonnenwende verdächtig nahe ist.

Eigentlich ist Ostern sehr naturnah - aber darf das sein?

Nun aber kommt Ostern, das sich eigentlich nicht in diesem Dilemma befindet. Es ist so schrecklich naturnah, „heidnisch“ und direkt spürbar, dass es schon noch einiger Tricks bedurfte, um es zu christianisieren – was übrigens bis heute nicht recht gelungen ist. Allerdings weiß man Ostern zeitlich zu zu lokalisieren: Die christlichen Bücher sagen uns, dass es mit dem Pessachfest zusammenfiel – weshalb es denn auch in den meisten Ländern ähnlich klingende Namen trägt. Und nun aber Ostern? Niemand bezweifelt, dass dieser Name germanischen Ursprungs ist. Das wäre fatal, denn dann würden wir ja ein Heidenfest feiern. Und also wird mal schnell bezweifelt, dass ein gewisser Beda Venerabilis den Begriff richtig beschrieben hat. Und da er sogar noch eine Göttin, die Ostara, dahinter vermutete, zogen sogar die Gebrüder Grimm die Notbremse und bezweifelten schon mal, dass es die Göttin jemals gegeben hatte. Wie konnte denn ein Kulturvolk eine Naturreligion haben? Die hatten doch nur die Heiden?
Da macht der Osterhase dicke Backen
Der Traditionshase taucht auf

Nachdem heutzutage ziemlich klar sein dürfte, dass der Osterhase das Rennen um die Ostergunst um Längen gewinnt, ist ein Ereignis eingetreten, dass die Welt des Rechtsextremismus in den Tiefen aufgewühlt hat. Der Osterhase wurde als „Traditionshase“ verkauft, gelegentlich wohl auch „Schmunzelhase“ oder sonst was. Aber eben nicht als Osterhase.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Der Hase ist kein christliches Symbol, ja er wurde von den Kirchen gelegentlich so bekämpft wie Luzifer persönlich. Und die Rechtsextremisten fragen denn schon mal: „Wie viel von unseren Bräuchen wollen sie uns eigentlich noch nehmen?“ Nein, sie haben nicht geschrieben: „Der Traditionshase gehört nicht zu Deutschland“, denn der ist ja eigentlich ein Schokohase.

Ja, was gehört denn nun zu Deutschland? Die Religion, die hier als „Mainstream“ praktiziert wird, gehört so eindeutig zur Levante, dass daran gar kein Zweifel besteht. Und sie gehört dennoch zur deutschen „Leitkultur“, so wie der Osterhase und der Weihnachtsmann, weil vieles davon vom Deutschen verinnerlicht worden ist. Wem der Satz unangemessen erscheint, der darf als Erster die Ohren vom Osterhasen vernaschen und sich damit rühmen, ein Stück Kultur verinnerlicht zu haben.

Noch nicht genug? Corrective.org liest den Rechtspopulisten die Leviten.

Der Ariernachweis - mal ohne Arier

Männliche Eheschließende in Baden-Württemberg mussten einst (längst in den Zeiten der bundesdeutschen Demokratie) eine Staatsbürgerkunde vorweisen. Das heißt – eigentlich mussten sie dies nicht, denn wie mir mein damals zuständiger Standesbeamte nach langen und vergeblichen Bemühungen erläuterte, wäre dies nicht wirklich nötig. Er müsse, so beschied er mich, ein Paar auch ohne Staatsbürgerurkunde trauen. Immerhin wurde mir seitens der zuständigen Behörde später schriftlich und eindringlich angeraten, dennoch eine solche Urkunde zu besorgen – sie sei Voraussetzung, um in Baden-Württemberg Beamter zu werden. Da reichte auch nicht, dass ich meine männlichen Ahnen bis ins 17. Jahrhundert nachweisen konnte. Und – ich wollte auf keinen Fall Beamter im Schwabenland werden, schon, weil ich die vorherrschende Landessprache niemals wirklich verstand.

Deutscher, in Deutschland geboren, aber nicht deutsch?

Der Unterschied zum Arierpass

Mein Vater, damals noch höchst lebendig und schon immer äußert kritisch, bezeichnete das angeblich erforderliche Dokument sogleich als „Arierpass“. Vor allem, weil in ihm praktisch genau das Gleiche verlangt wurde wie im sogenannten „Dritten Reich“ – außer, dass sich der Name geändert hatte und sich der Nachweis nicht mehr gegen Juden richtete.

Was stand wirklich im Arierpass?

Und was stand in einem Ariernachweis der Nazi-Diktatur? Eine lange Liste von Vorfahren samt des Nachweises ihrer Existenz in den Kirchenbüchern vergangener Zeiten. Und eine Erläuterung, die ich Ihnen nicht vorenthalten will. Hier der Text, den ich bei Missy gefunden habe

Die im Nationalsozialismus verwurzelte Auffassung, dass es oberste Pflicht eines Volkes ist, seine Rasse, sein Blut frei von fremden Einflüssen rein zu halten und die in den Volkskörper eingedrungenen fremden Blutseinschläge wieder auszumerzen, gründet sich auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Erb- und Rasselehre. Dem Denken des Nationalsozialismus entsprechend, jedem anderen Volke volle Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, ist dabei niemals von höher- oder minderwertigen, sondern stets nur von fremden Rassen die Rede.“


Heute würde man dies wohl anders formulieren, „Ethnien“ statt „Rassen“ und „Gesellschaft“ statt „Volkskörper“ und statt „ausmerzen“ vielleicht „zurückführen“ sagen. Auch würde man sich nicht mehr auf die Erb- und Rassenlehre berufen (die übrigens sogenannte „Wissenschaftler“ unabhängig von den Nazis ausgetüftelt hatten).

Aber ansonsten könnte der Text samt des beschwichtigenden Anhangs auch heute noch von manchem Deutschen goutiert werden – obgleich dies natürlich völliger Unsinn ist, denn es gibt kein „rein deutsches Blut“.

Die PKV-Spam-Masche wurde jetzt öffentlich gemacht

Die Flut von unseriösen und anderen dubiosen Spam-E-Mails hat verschiedene Organisationen wachgerüttelt, unter anderem den „Verband der Privaten Krankenversicherung“ und die „Stiftung Warentest“ und die auch die FAZ berichtete nun darüber.

Zwar sei die Werbung, für die sogenannten „Krankenversicherungs-Vergleich“ illegal, zumal es sich dabei am Ende nur um eine Datensammlung handele, doch sei den Spammern kaum beizukommen, denn:

Da die Urheber ihren Firmensitz jedoch häufig im außereuropäischen Ausland haben, ist eine rechtliche Verfolgung nahezu aussichtslos.


Das Schlimmste daran: der Firmen sitzt ist oft gar nicht erkennbar, weil man von Portalen aus arbeitet, die der Verschleierung der Urheber Tür und Tor öffnen.

Der Hinweis mancher Verbraucherschützer, SPAM-Filter würden schützen, ist nicht ganz richtig: Etwa ein Fünftel bis zu einem Viertel des lästigen E-Mail-Mülls ist so geschickt verschleiert, dass sie SPAM-Filter nicht identifizieren können.

Was wirklich hilft: E-Mail von Unbekannten zu ignorieren. Kein normaler E-Mail-Empfänger bekommt ungefragt seriöse Angebote von privaten Krankenversicherungen.

Übrigens: Sehpferd hatte es zuerst gesehen - da haben andere noch geschlafen.