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Kein Besuch von Außerdischen

Landung der Außerirdischen? Nein, Kondensstreifen in einer hellen Mondnacht
Es ist relativ unwahrscheinlich, dass sich die Außerirdischen eine zwar „irgendwie bekannte“, aber leider doch etwas bedeutungslose Stadt in Thüringen verirren. Die Verschwörungstheoretiker werden vielleicht Chemtrails vermuten, und im Mittelalter hätte man vielleicht noch Schuldige an solchen Phänomenen gefunden. Übrigens trat das Phänomen in der Nacht vom 28. zum 29. Oktober auf - das soll ja ein „Schicksalstag“ für unser Land gewesen sein.

Für die letzten Vernunftbegabten: Es handelt sich wirklich um nichts anderes als Kondensstreifen. Und optisch reizvoll sidn sie auch. Und ja, über dieser Stadt fliegen tatsächlich ab und noch Jets - auch in Covid-19-Zeiten.



Was JETZT wirklich nötig wäre

Maßnahmen, Maßnahmen, Maßnahmen ... sie mögen helfen, beruhigen oder ablenken. Ob sie objektiv wirksam sind, weiß niemand. Würde ich jetzt sagen: „Ich kann das Wort ‚Corona‘ nicht mehr hören“, dann würde ich derzeit unter die Bösewichte fallen, die angeblich gar nichts begreifen. Kritiker werden zu Gegnern abgestempelt, und Gegner werde - notfalls öffentlich - abgekanzelt. So funktioniert Politik offenbar dieser Tage. Eigentlich ist die Situation viel zu ernst, um sie so zu diskutieren, wie dies derzeit geschieht.

Doch was eigentlich nötig wäre, wissen Virologen (1), Allgemeinmediziner und die „Deutsche Stiftung Weltbevölkerung“ - und sie sagen es ohne Geschenkverpackung (2):

Damit Regierungen die grundlegende Gesundheitsversorgung - und damit das Menschenrecht auf Gesundheit - künftig in Krisenzeiten aufrechterhalten können, brauchen wir Investitionen in die Stärkung von Gesundheitssystemen - und zwar weltweit.

Sicher haben wir ein gutes Gesundheitssystem, das kurzfristigen Krisen standhält. Aber wir haben keine Perspektive, was geschieht, wenn wir es plötzlich ergänzen oder erweitern müssen. Zur Begründung des Lockdowns (3) wird uns mal gesagt, wir hätten nicht genügend medizinisches Personal, dann wieder, die Gesundheitsämter seien überfordert - Intensivbetten hingegen scheint es noch genügend zu geben.

Politiker müssen aus der Blah-Blah-Ecke herauskommen

Von Politiker erwarten wir Antworten, die über das übliche Blah-Blah hinausgehen : Wir würden gerne wissen, ob sie überhaupt Pläne für wirklich ernste Notfälle haben. Stattdessen wird uns gerade das neue "Weihnachtsmärchen" aufgetischt.

(1) Was ist richtig, was nötig? Arbeiten mit dem Überlastschalter.
(2) DSW, Jan Kruezberg
(3) Über den undemokratischen Geist des Lockdowns.

PS: Es lohnt sich, die Rede der Deutschen Bundeskanzlerin einmal auf Fakten und rhetorisch Phrasen abzusuchen. Und: Ach ja, die Gesundheitsämter - sie müssen häufig als Begründung für die Maßnahmen herhalten.

Kanzlerin im Vorweihnachtsmodus

Nein, dies ist kein Spott. Aber es klingt in meinen Ohren so:

Der Bund will wohl mit drastischen Kontaktbeschränkungen noch vor Weihnachten die massiv steigenden Corona-Infektionszahlen in den Griff bekommen.

Heißt im Klartext: „Ihr müsst jetzt schön brav sein, dann dürft ihr vielleicht zu Weihnachten wieder eure Verwandten besuchen.“

Oder auch nicht. Es kommt eben darauf an, ob die Maßnahmen etwas nützen - so ganz selbsterklärend scheinen sie mir nicht zu sein.

Dis in Cis - oder die Schande, Weiß zu sein

Im Thronsaal des weißen Cis-Mannes
Einmal angestoßen, spielt die alte Leier von selbst: Nur Frauen können diskriminiert werden, und wenn Männer überhaupt diskriminiert werden können, das sind es jene, „die nicht in das Modell von weißer, heterosexueller cis-Männlichkeit passen.

Das wären dann außer Frauen aller Schattierungen vor allem dunkelhäutige, homosexuelle transgender-Menschen. Oder jedenfalls einige davon.

Wenn sich ein weißer, heterosexueller Cis-Mann nun beklagen sollte, dennoch diskriminiert, sexualisiert und abgewertet zu werden, oder falls er gar daran zerbrechen sollte, gilt (Zitat):

Ein heterosexueller Mann kann zwar durch dieses System gebrochen werden. Doch zugleich setzt es ihn auf einen Thron, von dem aus er diesen Frust weitergeben kann. Darin besteht der feine und doch bedeutende Unterschied. Wer hat die Macht, aus dem Sexismus heraus zu diskriminieren, und wer nicht?

Nein, dieser Wust von Kauderwelsch kann nicht von mir stammen. Er wurde einem Gespräch mit einer einschlägigen Buchautorin entnommen. Aber vielleicht darf ich als heterosexueller, weißer CIS-Mann zu solchen Aussagen längst nicht mehr Stellung nehmen.

Ich lerne daraus: Jungs darf man „brechen“, weil sie anschließend auf dem Thron sitzen. Als Thron bezeichnete man früher auch die Toilettenschüssel. Vielleicht war ja die gemeint.

Mich verfolgt da gerade ein Gedanke: Das Buch, um das es geht, entstammt der Feder einer Professorin, die sich mit „Kritischer Weißseinsforschung“ („Critical Whiteness“) beschäftigt.

Ideologie als Wissenschaft?

Irgendwie erkenne ich persönlich noch die Grenze zwischen Wissenschaft und Ideologie. Und das ist nicht abhängig davon, ob jemand Weiß, heterosexuell oder „CIS“ ist, sondern vom klaren Verstand. Eigentlich, so denke ich nach wie vor, sollten schon Grundschüler zwischen Ideologien und Wissenschaften unterscheiden lernen. Später könnte es zu spät sein.

Milchmädchens Ratgeber

Nein, die Presse ist gegenwärtig nicht zu beneiden, besonders, wenn sie willfährig nachplappert, was „jetzt“ angeblich getan werden muss.

Gerade las ich sinngemäß „lasst uns handeln, bevor es zu spät ist“. Das kling wie aus Muttis Zitatenschatz – und ist deshalb sehr eingängig, nämlich:

Das Virus sucht sich seine Wirte, jeder Mensch, der nicht immun ist, kommt infrage.

Klar ist das so. aber das ist schon seit März so. Und eigentlich nicht wert, gedruckt zu werden.

Zitat: Süddeutsche Zeitung