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DFG knickt vor Kommentatoren ein

Die DFG besteht hundert Jahre - und zu jenen, die dazu einen Beitrag leistete, gehört auch Dieter Nuhr. Der schickt ein Videostatement, das bestens zu einer Forschungsgesellschaft passt - klare Ansprache, Würdigung, und einer Mahnung, Wissenschaft kritisch zu sehen, wörtlich:

(Wissenschaft ist) ... „keine Heilslehre, keine Religion, die absolute Wahrheiten verkündet.

Wer sich auch nur ein bisschen in der Wissenschaftsgeschichte auskennt, wird diesen Satz unterschreiben. Schulwissen reicht dazu völlig.

Der Mischung aus rechten und linken Fanatikern, die Nuhr seit Jahren angreift, waren diese Sätze offenkundig zu viel. In der für Internet-Benutzer üblichen Weise attackierten Sie den Beitrag - was an sich nichts Besonderes ist. Sie haben - wie verquer sie auch denken mögen - das Recht, ihre Meinung zu sagen.

Doch die DFG reagierte anders. Sie stellte sich auf die Seite der Kritiker und verfasste folgende Stellungnahme:

Liebe Community, wir nehmen die Kritik, die vielen Kommentare und Hinweise ernst und haben den Beitrag von Dieter Nuhr von der Kampagnenwebsite entfernt.

Die FAZ sagte das, was gesagt werden muss: Die DFG knickte vor der Meute ein. Die Grundsätze von Demokratie und Meinungsfreiheit, die Freiheit der Rede und der Forschung wurden mit einem Federstrich ausgehebelt.

Die DFG sah das anders und redete um den heißen Brei herum:

(Man sei) ... offensichtlich zu einer falschen Gesamteinschätzung seiner Haltung gegenüber Wissenschaft und der Bedeutung wissenschaftlicher Erkenntnisse gekommen.

Merkwürdig, dass die DFG nun die elitärere Arroganz hervorkehrt. Sie zeigt damit, dass sie in Wahrheit keine Kritik erträgt, auch nicht in Ansätzen.

Und das ist der eigentliche Skandal. Denn wie sollen wie als Bürger und Journalisten einem Institut vertrauen, das auch moderate und mithin berechtigte Kiritk als lästig empfindet?

Zitate aus der FAZ, der WELT und dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sowie aus "sozialen" Medien. Eine Verlinkung auf die WELT ist nicht sinnvoll, da der Online-Artikel dort nicht vollständig lesbar ist.

Ein Sieg für Liberalismus und Demokratie

Das Thüringer Verfassungsgericht hat entschieden, und ich hoffe sehr, dass nun kein Störfeuer von Links abgeschossen wird. Klartext:

Der Thüringer Verfassungsgerichtshof hat das Landesgesetz zur paritätischen Besetzung von Männern und Frauen auf den Wahllisten der Parteien für nichtig erklärt.

Die Wurzeln unseres Staatswesens sind Liberalismus und eine lebendige Demokratie, die auf freien Wahlen beruht. Manche Politiker aus dem Feminismus, der Linkspartei und den Grünen wollen offenbar einen Staat, in dem Abgeordnete nach Geschlechterproporz gewählt werden können. Damit wird das Prinzip der Persönlichkeitswahl weitgehen ausgehebelt. Was das Verfassungsgericht dazu sagt, ist eindeutig, wenngleich es auch dort abweichende Meinungen gab.

Es gilt: Wehret den Anfängen. Der liberale Staat darf nicht durch Ideologen und Populisten zerstört werden. Die Warnung könnte, was Ideologien betrifft, auch an die SPD gehen, und was Populismus angeht, durchaus an die CDU/CSU.

Ein Schönheitsfehler: Die Klage wurde von der AfD eingebracht. Warum eigentlich nicht von den Freien Demokraten?

Im Zweifel sollten wir uns immer für Liberalismus und Demokratie entscheiden, und nicht für ideologisierte Besserwisser.

Ein kleiner Nachtrag: Parität ist zweifellos sinnvoll und wer sie will, der soll sie auch verwirklichen. Aber nicht durch Druck auf Wählerinnen und Wähler, sondern durch ihre/seine Persönlichkeit.

Das ist wahre Demokratie.

Das Virus – ein Auftrag an die Welt?

Nicht nur die Extremisten, auch die Gutmenschen und Esoteriker versuchen, aus der gegenwärtigen Situation eine Aufbruchstimmung in eine „ganz andere Richtung“ zu erzeugen.

Die Apokalypse, die „selbstgebaute Weltuntergangsmaschinerie“ – es fehlt nicht an mächtigen Wörtern. Und „Normalität“ wird in den Augen mancher Autoren zu einem Schimpfwort:

Nichts könnte schlimmer sein als eine Rückkehr zur Normalität.

Die Autorin der „Financial Times” zum Beispiel, Arundhati Roy, setzt diesem Satz noch einen drauf:

Historisch gesehen haben Pandemien die Menschen gezwungen, mit der Vergangenheit zu brechen und sich ihre Welt neu vorzustellen. Diesmal ist es nicht anders. Es ist ein Portal, ein Tor zwischen einer Welt und der nächsten.

Abgesehen von der historischen und kulturellen Fragwürdigkeit, der aus diesem Satz hervorquillt, kling alles wie die Standardsprüche von Esoterikern, Ideologen, Revolutionären und Despoten. Alle haben uns etwas „versprochen“, aber niemals wirklich ausgeführt, wohin der Weg gehen soll.

Wahrscheinlich könnte sich jeder Mensch eine gerechtere Zukunft vorstellen, eine, die nicht so schwer zu verstehen wäre und eine, in der die Ressourcen sinnvoller und nicht so verschwenderisch genutzt würden.

Extremistin oder Prophetin?

Aber diejenigen, die uns an der Nase in eine ungewisse Zukunft führen wollen, sollten wissen, dass wir ihnen misstrauen – und dies durchaus aus Erfahrung. Selbst dann, wenn die Feuilletons die Autorin vergöttern und sie Preise aller Art erhalten hat.

Hinweis: Der Beitrag soll ähnlich auch in der ZEIT erschienen sein - ich fand den kompletten Artikel jedoch nicht.

Probleme durch Isolation? Nö, wir haben da einfache Lösungen

Erstaunlich, dass derzeit alle „Experten“ aus ihrer Versenkung auftauchen, die Lösungen für uns haben.

Bei Schulen und Kitas sprechen inzwischen alle mit. Es gibt Ärzte, die dafür sind, und Ärzte, die jetzt lauthals die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Eltern, die inständig darauf hoffen, dass beides endlich wieder in den „Normalbetrieb“ übergeht, während andere „die Wiederaufnahme des Schulbetriebs“ für verfrüht oder gar gefährlich halten.

Wer sich nicht in dieses Fettnäpfchen begeben will, der hat immer einen Trumpf in der Hand: Er muss auf die Wirtschaft schielen und ihre Öffnung verteufeln, zum Beispiel, wenn „die Regierung ... ausschließlich aus ökonomischen Gründen (handelt).

So gesprochen von Herrn Montgomery, seines Zeichens Weltärztepräsident, und weiter:

Die deutschen Grenzen sollten angesichts der fortdauernden Corona-Pandemie in beide Richtungen für Urlauber geschlossen bleiben.

Das war sogar dem ZDF und der „Deutschen Welle“ eine Meldung wert. Und was befürchtet Herr Montgomery?

Wenn jetzt wieder Touristen nach Deutschland kommen, steigt auch die Infektionsgefahr.

Wie gut, dass alle immer so tolle Lösungen haben - nur dass es immer die gleiche Leier ist: Am besten, wir verkommen daheim. Da verkommen wir wenigstens kontrolliert.

Aber ach, wir könnten ja nach Bayern fahren - das meinte jedenfalls Herr Söder. Der sagte das natürlich ganz uneigennützig - schließlich lebt ein Teil seiner Wirtschaft auch vom Tourismus. Und in Bayern ist es ja gänzlich unmöglich, sich mit irgendetwas anzustecken. Es sei denn, mit Arroganz.

Rechts: wo die Saat aufgeht ...

Die Saat der Rechtsextremisten geht auf. Jahrelang haben sie „Lügenpresse“ skandiert, wohlwissend, dass die Medien, die sie gemeint haben gar nicht dazugehören. Es war - und ist - schlicht eine Methode, Einfluss zu gewinnen. Die Bürger, die dies geglaubt haben, suchten nach einem anderen Medium, insbesondere im Osten. Dankenswerterweise sind auch hier die Tageszeitungen immun gegen die Stimmungsmache - Gratiszeitungen aber nicht unbedingt. Die zweite mögliche Informationsquelle wurde schnell entdeckt: Soziale Medien, in denen ohnehin der Redemüll von Hinz und Kunz landet. Hauptsache, „alternativ“ - den rechtsextremistischen Hintergrund erkennt man ja nicht sofort.

Nicht "rechtsextrem" - aber fern sinnvoller Information

Diese Menschen sind nicht „Rechtsextrem“. Sie wissen nur nicht viel und können mit ungewöhnlichen Umständen nicht recht umgehen. Zudem: Das Internet und seine Teilnehmer sind ihnen ein Buch mit sieben Siegeln. Ja, die meisten von Ihnen, wenn über 50, sprechen so gut wie kein Englisch - womit ihnen die wichtigsten wissenschaftlichen und ökonomischen Quellen entgehen. Eine Quelle verifizieren können sie ohnehin nicht - das fällt selbst dem Präsidenten der USA schwer.

Wer nichts weiß, sollte schweigen - das hilft

Was bleibt ihnen also? Sie könnten - zum Beispiel - schweigen. Sie könnte zum Beispiel einmal über den Segen von Impfungen nachdenken und sich nicht von falschen Gurus beeinflussen lassen, die darin eine Gefahr sehen. Denn ein Teil von ihnen lebt nur deshalb, weil andere sich impfen ließen.