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Was bedeuten die "aktuellen Infektionszahlen" wirklich?

Die Rate positiver Covid-19-Tests nach Laborberichten beträgt etwa 2,5 Prozent – und ist damit höher als in jeder beliebigen Septemberwoche des Jahres 2020. Worauf die Steigerung zurückzuführen ist, konnte bisher nicht ermittelt werden. Rechnet man dies auf die Bevölkerung hoch, so ergäbe sich als Kennzahl für die tatsächliche infizierten etwa zwei Millionen Menschen in Deutschland. Das ist freilich die reine Spekulation. Harte Fakten dazu gibt es nicht.

Warum Infektionszahlen alleine nichts wert sind

Und nun kommt der Fetisch der Politiker – das, worauf alle starren wie die Kaninchen auf die Schlange der „gemeldeten Neuinfektionen“ Statt sie als Zahl und mögliches Kriterium für Entscheidungen zu betrachten (was realistisch wäre) wird ihnen sogleich ein „Wert“ beigemessen. Für die Presse ist es offenbar ohnehin üblich geworden, mit Argumenten wie „drastischen Steigerungen“ oder „Rekordwerten“ zu argumentieren.

Schürt die Politik die Angst mit Zahlen?

Die Politiker schüren die Angst mit einem „zweiten Lockdown“ und machen ihre Mitbürger, die gegenwärtig offenbar als „Untertanen“ herhalten müssen, für die höheren Zahlen verantwortlich. Sie sind nicht einmal zu rügen, wenn selbst die Bundeskanzlerin von „historischen Dimensionen“ spricht.

Lockdown in Abhängigkeit von Willkür?

Wobei wir beim Lockdown wären. „Maßnahmen“, so wurde beschlossen, sollten nicht „erst“ bei 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner beschlossen werden, sondern bereits bei 35 – eine Idee bayrischen Ursprungs.

Tatsächlich geben diese Werte nichts her – sie sind ein Teil der „instrumentalisierten Willkür“ als Folge der gegenwärtigen Verunsicherung.

Gibt es die "enorme" Steigerung wirklich?

Übrigens gibt es nach Laborberichten erst seit der Kalenderwoche 41 (also seit dem fünften Oktober 2020) eine deutliche Steigerung der Infektionszahlen – aber sie halten keinen Vergleich aus mit dem, was im April 2020 geschah. Damals lag die Positivrate bei etwa neun Prozent.

Die Willkür der Zahlenspiele

Zurück zu den Zahlen: Ob 35 oder 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner – diese Werte geben nichts her. Wenn 1.000 Menschen einer Region getestet werden, dann könnten wir bereits bei etwa 25 Fällen sein. Würden hingegen mehr als 2.000 Menschen getestet, dann wäre der Wert möglicherweise schon überschritten. Ob dies Einschränkungen in unserer Bewegungsfreiheit oder gar ein „Lockdown“ rechtfertigt?

Hinweise:

Zahlenwerke: Sehpferd hat ausschließlich Zahlen verwendet, die überprüfbar sind und solche als Spekulation gekennzeichnet, die auf unsicheren Hochrechnungen beruhen. Es handelt sich bei diesem Artikel nicht um eine medizinische Bewertung, sondern um eine reine Analyse öffentlich zugänglicher Zahlenwerke.
Politik: 35/50-Regel
Labortests: RKI.

Corona - Sprüchemacher sind nicht willkommen

Die neuen Corona-Regeln müssen dem Volk verlauft werden, Ich sehe ein, dass die nicht einfach ist. Aber muss man sich auf diese Ebene begeben? Zitat:

Es sei „vielleicht nicht mehr fünf vor Zwölf, sondern Schlag Zwölf“


Ja, das haben wir gerade lesen müssen. Da schlägt es bei mir bereits Dreizehn. So blöd ist das Volk nun auch wieder nicht.um sich mit Sprüchen abspeisen zu lassen.

Das gleiche Spiel wir im Frühjahr - mal was machen

Ich habe von „neuen Maßnahmen“ gehört und glaube dennoch, dass wieder das Spiel vom Frühjahr aufgelegt wird. Wenn sie nützen, waren es die Regierenden, die uns gerettet haben, Wenn nicht, dann waren es wieder einmal die Menschen, die keine Disziplin gehalten haben.

Daten - für wen?

Was ist Willkür? Was ist nötig? Niemand weiß es wirklich. Wir geben unsere Daten bei jedem Restaurantbesuch preis - aber niemand kann sagen, ob sie im Bedarfsfall überhaupt ausgewertet werden können.

Wer sollte es tun? Die Gesundheitsämter? Neulich zeigte das Fernsehen all die hübschen Ordner, die dort in irgendwelchen Regalen stehen. Da stehen sie gut – und wahrscheinlich werden sie dort noch viele lange Jahre stehen. Aber was hat das mit der Verhinderung von Infektionen zu tun?

Zitat: Welt

Ostdeutsch?

Nur wenige feiern den Tag der Einheit ...
Ostdeutsch? Am Vorabend des Gedenktages sollte man Tacheles reden: es wird Zeit, den Begriff zu überdenken.

Dreißig Jahre deutsche Einheit? Dreißig Jahre denken zu dürfen, was man will, sagen zu dürfen, was man denkt und reisen zu dürfen, wohin man will (von den letzten paar Monaten einmal abgesehenen?)

Den meisten sogenannten „Ostdeutschen“ ist das keine Feier wert. Wobei es im Grund gar keine Ostdeutschen gibt, und erst recht keine Ossies. Und genau aus diesem Grund sollte auch niemand seine „ostdeutsche Identität“ vor sich hertragen. Gerade dieser Tage ist es groß in Mode, von genauer dieser, also der „ostdeutschen“ Identität zu sprechen, und dann kann man natürlich auch so etwas in die blaue Luft hinausblasen (Zitat):

Die meisten Studien hätten bisher ergeben, dass ein Teil der Ostdeutschen Erfahrungen aus DDR-Zeiten, ihre Prägung und Herkunft, aber auch Erfahrungen in der Umbruchzeit abgewertet empfinden.

Die gefühlte Prägung

Das mag „gefühlt“ so sein. Aber Hallo: Die DDR hat als Staat existiert, „Ostdeutschland“ ist aber ein geografischer Begriff. Definieren sich die Menschen jetzt über willkürliche geografische Bezeichnung? Und die anderen?

Leute, hört mal her: Es gibt Menschen, die sich als typische Norddeutsche definieren, und solche, die sich als typische Süddeutsche definieren. Und meinetwegen könnt ihr euch als „typische Ostdeutsche“ definieren - nur hat das überhaupt keine Aussagekraft. Und auch das Gewäsch von der „Ostdeutschen Heimat“ kann ich nicht mehr hören. Geht es nicht etwas präziser? Ist Heimat nicht der Ort, an dem man aufgewachsen ist?

Kult, Kultur und angebliche Ignoranz

Ich höre derzeit viel von der Kultur der DDR (und damit ist nicht das Ampelmännchen gemeint), die nach dem Zusammenbruch nicht genügend „gewürdigt“ wurde. Macht mal halblang, Leute. „Die“ Kultur gibt es nicht, bestenfalls kulturelle Strömungen, und je höher sie aufgehängt werden, umso weniger interessieren sie die Menschen der alten wie der neuen Republik. Was letztlich heißt: Die „hohe“ Kultur wird von ganz wenigen Menschen wahrgenommen - sie ist eine Sache, über die man gelegentlich im Feuilleton liest, die aber sonst kaum jemanden kümmert.

Das kann man jammerschade finden - aber niemand kann gezwungen werden, ständig die „hohe“ Kultur zu verehren. „Westdeutsche Ignoranz gegenüber der Kultur aus dem Osten?“ Der MDR nimmt den Mund ganz schön voll. Aber offenbar kommen solche Sätze noch gut an. Elite-Diskussionen sowieso - da müssen wir offenbar vor Ehrfurcht zittern.

Was sollten wir uns für Deutschland wünschen?

Was sollen wir uns wünschen? Das wir uns alle als „Deutsche“ bezeichnen? Als Bremer oder Erfurter? Als „Meeres- oder Gebirgs-Anrainer“?

Es wäre schön, wenn wir endlich klare Sicht darauf bekämen, wer wir eigentlich sind. Und die „Identität“ mag auch die Scholle beinhalten, die man nie wirklich verlassen hat. Aber wenn die „Identität“ nur ein relativ ungenaues verortetes geografisches Gebiet ist - dann gute Nacht, liebe Mitbürger.

Umstände ändern sich schnell, Mentalitäten langsam

Ich besitze das Privileg, über viele Jahre zurückblicken zu können. Dabei kommt mir zugute, dass ich mich seltener „betroffen“ fühle und häufiger die Position des Zeitzeugen annehme.

Heute begebe ich mich aufs Glatteis und spreche über die Auswirkungen der Frauenemanzipation in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Deutschland: der neue Anfang in der Stunde Null

Am Anfang war alles öd und leer … so beginnt sinngemäß die Genesis. Aber eigentlich begann alles mit einem Scherbenhaufen. Man hatte in Deutschland keinen Staat, keine verlässliche Währung und nur wenig Hoffnung. Die Menschen kümmerten sich um das, was ihnen nahelag: ein Platz zum Wohnen, etwas Material zum Heizen, etwas zum Essen, um den allgegenwärtigen Hunger zu stillen.

Die Jugend rebelliert

Später, in den 1950ern gab es zahllose Aufbrüche - einige betrafen die Kultur, andere die Wirtschaft. Die Umstände änderten sich damals schnell, die Mentalität allerdings sehr langsam. Die Generation, die damals über 40 Jahre alt war, tat sich schwer mit der neuen Zeit. Noch immer galten Gesetze und Verordnungen, die sich auf die Nazis zurückführen ließen, und der „Zeitgeist“ war konservativ-katholisch. Die Jugend begann zu rebellieren - nicht erst 1968, sondern schon viel früher.

Ein "zweiter Neubeginn" wird nötig - die 1968er

Die Folgen der 1968er werden heute noch von den konservativen Betonköpfen ignoriert. Es war nicht nur richtig, das „System“ infrage zu stellen, sondern es war eine kulturelle Notwendigkeit. Die Reste des verkrusteten Bürgertums im Westen (also der BRD) waren damals nicht in der Lage, aus sich selbst heraus kulturell innovativ zu werden. Wozu auch? Man hatte inzwischen wieder ein erträgliches Auskommen, und das „Bekannte“ war bürgerlichen Kreisen allemal lieber als das „Neue“. Noch heute ist es so, dass einige Mitbürger den „guten alten Zeiten“ nachtrauern, in denen es für alles und jedes festgelegte Regeln des Verhaltens gab. Man wollte wissen „woran man war“. Alternative Verhaltensweisen irritierten, und was irritierte, galt als Gefahr.

Bewegte Frauen als Folge der 1968er

In den 1970ern gab es - teils als Folge der 1968er, teils als Trend westlicher Kultur - eine neue Frauen-Emanzipationsbewegung. Auch sie war nötig, denn die sozialen Strukturen hatten sich nur wenig verändert, ebenso wie die Ideale, die nach wie vor aus der bürgerlich-konservativen Ecke kamen.

Diese Bewegung hatte die Vor- und Nachteile aller Bewegungen: Sie rüttelte auf, und um dies zu tun, übertrieb sie. Im Nachhinein lächeln alle über die Übertreibungen und die weiblichen Heißsporne, die als Frontfrauen dienten. Aber die Erfolge sprachen für sich, egal, zu wie viel Prozent die einzelnen Ziele erreicht wurden. Das Wichtigste: Die berufliche, finanzielle und soziale Eigenständigkeit wurde nicht nur angestrebt, sondern auch tatsächlich erreicht.

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Die gewillkürte Renaissance der Ehe durch Corona

„Corona bewirkt eine Renaissance der Ehe“ radebrechte n-tv (1) dieser Tage. Ursprung der Meldung war offensichtlich eine Nachricht der „Deutschen Presse Agentur“, in der ein Zukunftsforscher (Horst W. Opaschowski) behauptet, Belege dafür zu haben.

Die Faktenlage ist mehr als dürftig

Erlebt die Ehe nun eine „Wiedergeburt“? Und ist sie auf die Pandemie zurückzuführen? Und falls dies so sein sollte, mit welchen Mitteln kann nun „auf die Zukunft“ geschlossen werden?

Zunächst einmal: Wieso eigentlich Renaissance? Das Wort bedeutet Wiedergeburt - also war die Ehe zuvor bereits tot?

Auf gar keinen Fall. Im Jahr 2015 wurden in Deutschland 400.115 Ehen geschlossen, 2019 waren es 416.324. Erheblich mehr waren es im 25-Jahre-Vergleich nur in den 1990er-Jahren. (2,3)

Die Zustimmung zur Ehe ist derzeit hoch

Die Zustimmung zur „Ehe mit Trauschein und Kindern“ liegt in der Bevölkerung laut dem zitierten Zukunftsforscher bei 64 Prozent. Andere als „repräsentativ“ bezeichnete Umfragen liegen noch höher. Auf die Frage „Ist es noch zeitgemäß, zu heiraten“ votierten demnach 74 Prozent der Befragten in Deutschland mit „Ja“ (4).

Die Trends wären aufgrund der Faktenlage auch ohne Befragungen festzustellen gewesen, und zwar sowohl bei der Befragung, die durch Horst W. Opaschowski (5) veranlasst wurde wie auch durch jene, die „Readers Digest“ (4) durchführen ließ.

Pandemie-"Erfolge" sind reine Spekulation

Ob die Pandemie, also „Corona“ Einfluss auf die Eheschließungen haben wird, kann zu diesem Zeitpunkt (September 2020) überhaupt noch nicht abgeschätzt werden, zumal noch keine Zahlen für 2020 vorliegen. Zudem müsste sich ein Teil der Paare, die im nächsten Jahr heiraten werden, ja erst kennenlernen. Bekanntlich ist dies wegen der reduzierten Kontaktmöglichkeiten nur eingeschränkt möglich.

Woher also wollen Zukunftsforscher wissen, wie sich die Pandemie auf die Eheschließungen auswirkt? Und wann diese Auswirkungen eintreten? Gab es nach den vorausgegangenen Wirtschaftskrisen (Bankenkrise) wirklich mehr Eheschließungen?

Nicht einmal, falls die Pandemie zur Wirtschaftskrise werden sollte, stimmt irgendetwas an der Zukunftsprognose. Und falls sie, wie wir alle hoffen, nicht zur Wirtschaftskrise führt, sondern nach zwei Jahren wieder abebbt? Was dann?

Etwas Zurückhaltung bei "Corona-Erfolgen" wäre angebracht

Ich finde, Forscher sollten den Mund nicht so voll nehmen. Und Zeitungen und Zeitschriften sollten sich hüten, Meldungen solcher Art zu verbreiten. Unkritisch gelesen, sagt eine Überschrift wie „Forscher: Corona bewirkt eine Renaissance der Ehe“ aus, dass sich Wissenschaftler einig darin sind, dass die Corona-Krise einen unmittelbaren Einfluss auf die Eheschließungen hat. Zwar sagt der Text uns etwas anderes - aber manche Menschen lesen eben nur die Überschriften und glauben das, was sie dort lesen.

(1) n-tv
(2) Destatis
(3) Statista.
(4) Readers-Digest-Umfrage.
(5) Ausführlich nachzulesen und ohne Schnörkel in der "Volksstimme"