Skip to content

Kein Dank für die Reichen?

Wir sehen die Großen dieser Erde im Besitz der Güter dieser Welt. Sie leben in Herrlichkeit und Überfluss, die Schätze der Kunst und der Natur scheinen sich um sie und für sie zu versammeln, und darum nennt man sie Günstlinge des Glücks.

Heinrich von Kleist


Die große Kirche hat gebrannt, Kulturdenkmal, französisches Nationaldenkmal, gar Welterbe der Kultur. Die „Großen dieser Erde“, vor allem aber reiche Franzosen, haben ihr Geld geben, um sie wieder aufzubauen. Der größere Teil der „Grande Nation“ dankt ihnen dafür.

Und während niemand fragt, warum der Vatikan seine prall gefüllten Schatullen unter Verschluss hält, machen all jene die Mäuler breit, die sich eine andere, vermeintlich bessere Verwendung der Gelder vorstellen könnten. Jedenfalls geben sie vor, es so zu sehen. Welcher Teil davon Gerechtigkeitssinn, welcher Unmut und welcher blanker Hass ist? Ich weiß es nicht.

Ich weiß aber, dass Hass billig zu haben ist. Viel billiger als Liebe.

Enteignung

Sicher kann man Wohnraum enteignen, wie es jetzt vonseiten der Aktivisten gefordert wird.

Da gilt nun mal wieder: Auf der Straße kann man schnell Forderungen stellen, doch ich hoffe, die Damen und Herren Demonstranten kennen den einschlägigen § 15 GG, Absatz drei, wenigstens in den Grundzügen. Wer ihn nicht kennt, sollte jetzt mal nachsehen.

Ist ein schneller Erfolg denkbar?

Mein erster Einwand gegen die Enteignungsinitiative: Es wird Jahre dauern, bis die erste Enteignung stattfinden kann. Bis dahin wird das jeweilige Bundesland das Vergnügen haben, Steuergelder für Prozesskosten zu verpulvern. Eure Gelder, liebe Leserinnen und Leser.

Wenn die Sache Erfolg hätte, wäre nichts gewonnen

Nehmen wir nun an, die Sache hätte Erfolg. Dann müsste “jemand“ das Geld aufbringen. In Berlin wird von laschen 30 Milliarden Euro gesprochen – die Aktivisten glauben ernsthaft, dass es auch darunter geht – viel Glück. Und sie verweisen süffisant darauf, dass ihr Land, das Land Berlin, ja nur sechs Milliarden davon aus der Kasse nehmen müsse, die erstlichen 24 Milliarden könnet man ja leihen. Was den Schuldenberg von Berlin auf etwa 80 Milliarden Euro wachsen lassen würde.

Sind Staatsdiener auch gute Immobilienverwalter?

Der neue Eigentümer - dann also wohl eine städtische Wohnverwaltung – hätte kaum weniger Kosten als der alte – ja, man kann davon ausgehen, dass unerfahrene Immobilienverwalter schlechter wirtschaften als kommerzielle. Und also wäre der wirkliche Nutzen nicht recht erkennbar: Vielleicht würden die Mieten nicht steigen, aber die Kosten für den Erhalt der Immobilien werden ja nicht geringer, sondern steigen immer stärker.

Tolle Demos mit null Nutzen?

Und somit wissen wir: Das Ganze hätte, wenn es überhaupt zustande käme, so gut wie gar keinen Effekt.

Ich denke, wenn Tausende auf die Straße gehen, sollten sie wenigstens einen Erfolg haben – den haben sie auch verdient. Aber für eine Sache auf die Straße zu gehen, die keinen Nutzen hat?

Meine Vermutung: Man will den Senat abwatschen – und ich meine durchaus, der hätte es verdient.

Aber Wohnraum bringt auch das nicht.

Die aktuelle Promi-Trennung und die Presse

Ich rede normalerweise nicht über „Promis“. Sie werden ohnehin bei Weitem überbewertet und in einer Art bewundert und vergöttert, die ihnen nicht zukommt.

Nun waren da aber „Thea und Thomas Gottschalk“. Thomas Gottschalk ist der der Mann, der für die Goldbären im Fernsehen wirbt. Vorher hat er auch mal etwas anderes gemacht.

Die Presse ist da mal wieder fix. Trennungsgrund sei ein Katzenklo, heißt es im TAGESSPIEGEL. Seriöse Presse sollte man meinen. Doch was Dr. Elisabeth Binder dort von sich gibt, spottet jeder Beschreibung, und es endet mit dem tollen Satz:

Wer als Kind ein spirituelles Training hatte, versteht es in der Regel auch als Erwachsener, Zeichen zu lesen.


Äh … hattet ihr als Kind "spirituelles Training"? Ich stelle mir das schrecklich vor … arme Kinder, die auch noch so etwas durchleiden müssen.

Die Berliner Zeitung hat das getan, was Journalisten mit Vorliebe tun, wenn sie nicht Genaues wissen, aber viel schreiben möchten: Sie befragen „Experten“.

Es treten auf: Zukunftsforscher Harry Gatterer, Familientherapeut Achim Haid-Loh und Lisa Fischbach, als Hauspsychologin von ElitePartner bekannt.

Und nachdem mal wieder alles zu nichts oder auch nichts zu allem gesagt ist, bleibt das verehrte Publikum ratlos zurück. Hauptsache, man hat darüber geschrieben.

Und mal Tacheles: Warum sich ein Paar nach einem Jahr scheiden lässt oder nach über 40 Jahren, geht die Öffentlichkeit einen Scheißdreck an.

AKK und die Bütt

Manche Menschen halten Fasching für Kultur. AKK hieße demnach vielleicht „Alternative Karnevals-Kultur“.

Nun gut – wer in die Bütt steigt, steigt in die Bütt. Das muss man nicht tun, und frau auch nicht. Also sollte man es besser bleiben lassen, wenn man sich nicht blamieren will. Schließlich könnte es ja sein, dass man morgen wieder wieder im Bundestag redet.

Die Gazetten sind voll von der AKK, der alternativen Karnevals-Kultur sprich: „Blöde Witze reißen“. Und von den anderen, die sich getroffen fühlten. Vielfältiger Aufschrei nicht nur bei der LGBT-Gemeinschaft, sondern auch bei jenen in den eigenen Reihen, die sich betroffen fühlten. Ei der Dotter, welcher Frevel – da hat jemand einen dummen Witz gemacht, und noch dazu im Karneval, wo kaum mehr als dumme Witze gemacht werden.

Jeder muss wissen, wie tief er sinken kann – Klobecken sind ja nicht besonders tief. Und der Karneval ist dankenswerterweise schnell wieder vorbei.

Die Liebe beginnt auf keinen Fall im Internet

Ein Liebespaar im Lustgarten
Wie kann ich, ein erklärter Befürworter des Online-Datings und jahrzehntelanger Beobachter der Kennenlern-Szenerie sagen, die „Liebe beginnt nicht im Internet?

Weil ein Teil von euch sich inzwischen einlullen ließ von Werbung oder von willfährigen Journalisten, die euch alles „schönreden“ wollen. Sie „verwechslen“ ganz bewusst alles mit allem und erschaffen eine Scheinwelt. Und ihr? Ihr fallt darauf herein, wenn ihr für Illusionen anfällig seid. Und wer wäre das nicht, wenn ihm die „Liebe“ versprochen wird?

Online-Dating ohne Illusionen ist positiv

Zunächst mal das Positive: Online-Dating bringt Menschen zusammen, die privat oder beruflich wenig Kontakte haben. Die Methode erlaubt Frauen und Männern, die in (immer noch) ziemlich „geschlechtsspezifischen“ Berufen arbeiten, in die Welt hinauszugehen, in der eine Vielfalt herrscht. Zudem gestattet Online-Dating den Schwierigen und Individuellen, einen passenden Partner zu finden. Und außerdem – fast das Beste – fördert diese Form der Partnersuche auch eine Durchmischung der Gesellschaft, selbst wenn dies manchmal bezweifelt wird.

Mit Illusionen ist Online-Dating nahezu unerträglich

Und warum gibt es dann keine „Liebe per Mausklick“ oder was die Werbefuzzis sonst noch erfunden haben?

Weil es sich nicht um Liebe handelt. Es geht darum, Menschen kennenzulernen, die frei und offen für eine Beziehung sind. Mit Liebe hat dies zunächst gar nichts zu tun – nicht einmal mit der Illusion von Liebe.

Die größten Probleme werden von Kunden erzeugt

Das Problem des Online-Datings, wie es heute von den sogenannten „seriösen“ Portalen praktiziert wird, liegt beim Kunden, auch „User“ genannt, also bei den partnersuchenden Frauen und Männern.

Ausnahmsweise will ich dazu mal Helen Fisher zitieren, die in der Vergangenheit etwas zwiespältig angesehen wurde, weil sie für ein Online-Dating-Unternehemen tätig ist. Nun sprach sie über Hoffnungen, Fantasien und Realitäten im Online-Dating. Und ich füge hinzu: Sie hätte auch von „Anspruchshaltung“ sprechen können. Ich zitiere Frau Fisher hier nach „The Dailey Targum“

Das Problem mit Online-Partnervermittlungsdiensten in der modernen Zeit ist jedoch, dass die Menschen zu lange auf den Webseiten (der Anbieter) bleiben.


Was bedeutet es also, lange Mitgliedschaften zu vereinbaren und sich „wirklich Zeit zu nehmen“, der richtigen Partner zu finden? Ist das nicht eher positiv?

Nein, sagt Frau Fisher, und weiter:

Je länger jemand bei einem Dating-Anbieter verbleibt, desto unwahrscheinlicher wird es, dass er einen potenziellen Partner persönlich trifft. Und wenn sich beide dann treffen, werden sie eher enttäuscht.


Und woher resultiert die Enttäuschung? Erneut Frau Fisher:

Wenn Sie sich zu lange auf einer Dating-Seite aufhalten, werden ihre Hoffnungen verstärkt und Ihre Fantasie erzeugt ein bestimmtes Bild von der Persönlichkeit (… hinter dem Profil). Der erste wirkliche Knackpunkt kommt dann beim Treffen in der Realität, wo sich herausstellt, dass die Person nicht ihren Erwartungen entspricht.


So, und nun stellt euch mal vor, wie so etwas aussieht, wenn es häufiger passiert – ein Frust ohne Ende. Immer wieder werden Erwartungshaltungen aufgebaut, und nach dem „persönlichen Begucken“ fallen Wünsche, Hoffnungen, Erwartungen und „Ansprüche“ zusammen wie ein Kartenhaus.

So – und all dies muss nicht sein. Aber um dies darzustellen, ist mehr Text notwendig, als der, den ich hier unterbringen kann.

Alle Zitate: "The Daily Targum"

Foto: © 2019 beim Autor.