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Die eingängige Dummheit des Stammtisches

Jungmädchenkleider, Deutschland, gegen 1910
Gestern wurde ich mit Volkes Meinung konfrontiert. Das hörte sich sinngemäß etwa so an:

So freizügig, wie sich die Frauen in der Öffentlichkeit zeigen, ist es doch kein Wunder, dass sie angemacht werden.


Nun herrscht Meinungsfreiheit, und das, was ich hörte, entspricht Volkes Stimme. Auf den ersten Anhieb klingt das ja auch sehr plausibel: hier Ursache – da Wirkung. Kaum jemand merkt, dass es sich um die Logik der Dummheit handelt. Wieso sollen Übergriffe die unmittelbare Folge sinnlicher Präsentationen sein? Und sollen sich Frauen aus diesem Grund verhüllen wie ihre (Ur-)Großmütter?

Ja, der Satz geht den Männern runter wie süffiges Bier, und sie biedern sich damit bei anderen Stammtischbrüdern an – doch siehe: Auch Frauen denken so. Auch sie nicken solche Sätze ab. Differenzierungen sind nicht erwünscht.

Das Bürgertum spielt falsch: nur die anderen sind gemeint

Das Milieu, in dem solche Meinungen verbreitet sind, ist das „gute Bürgertum“, das sich durch ideologische und emotionale Jalousien schützt. Denn die Frauen, die sich „so in der Öffentlichkeit zeigen“ sind nicht die Ehefrauen, Töchter, Enkelinnen und Schwiegertöchter der Stammtischredner – es sind immer „Andere“.

Kleidung bedeutet weder Ablehnung noch Aufforderung

Was Frauen auch bewegen mag, sich freizügig zu zeigen oder sich in lange Gewänder zu verhüllen – es ist weder die Ablehnung eines Flirts noch die Aufforderung dazu. Es ist ein Spiel mit der Schönheit, dem Verhalten und sicher auch mit manchen Risiken (1), die zu Chancen oder Gefahren werden können.

Die Fehler der Kampagnenreiterinnen

Oh nein, ich bin kein „Feminist“ und auch kein Verräter, denn ein Satz fehlt noch: einer mit „Leider“. Denn leider hat die aggressive und männerfeindliche Art und Weise, mit der insbesondere die MeToo-Bewegung letztlich Popularität gewann, zur Isolation der Protagonistinnen geführt. Die Kampagnen-Führerinnen wissen nicht, was das Volk denkt, und das Volk weiß nichts mit den Botschaften, Attacken und Hasstriaden der betroffenen Feministinnen anzufangen.

Der Psycho-Krieg wird allenthalben inszeniert

Manchmal, so scheint mir, versuchen Interessengruppen, das Volk bewusst zu spalten und eine pressewirksame „psychologische Kriegführung“ zu inszenieren: Arm gegen Reich, Deutsche gegen Ausländer, Heteros gegen Homosexuelle, Frauen gegen Männer und schließlich Elfenbeinturm-Eliten gegen den Rest des Volkes.

Und die Stammtischredner? Sie fühlen sich sicher in der Wagenburg bürgerlichen Wohlanstands. Eigentlich eine erbärmliche Haltung.

(1) Risiken bezeichnen das Potenzial, etwas Wichtiges zu gewinnen oder zu verlieren.

Sehpferd gibt sich ein neues Motto

Egal, wie das Ergebnis ausfällt - nimm es ohne Furcht hin


Mein altes Motto ist gut, und es wird auch nicht völlig ersetzt:

Nur das Leben ist das Leben, und es findet JETZT satt.


Doch die Zeiten ändern sich. Hinterhältige politische Lügen heißen jetzt „Fake News“, und durch die „kreative Gestaltung“ von „Allgemeinen Geschäftsbedingungen“ ist es möglich geworden, Kunden zu übertölpeln. Das ist ganz normal und fällt vielen Kunden nicht einmal auf.

Doch das Schlimmste sind die „Wölfe“, die Kreide gefressen haben. Oder in Abwandlung von Charles Perrault (1):

Da gibt es welche, die ganz zart, ganz freundlich leise, ohne Böses je zu sagen, gefällig, mild, mit artigem Betragen die Dummen scharf ins Auge fassen.


Um diesen Wölfen und anderen unerträglichen Gestalten zu begegnen, braucht man mehr, als das Leben zu genießen und im JETZT seinen Platz zu suchen. Denn wer den Machern von Fake News und den Prinzessinnen der Marke „Goldzünglein“ entgegentreten will, muss den Mut zur eigenen Meinung haben. Und nicht einmal das reicht. Er muss auch den Journalistenkollegen (und manchmal gar Freunden) auf die Füße treten, die sklavisch nachlabern, was man ihnen als Futter hinwirft.

Das klingt kämpferisch – ist es aber nicht. Es ist ein Plädoyer für die Wahrheit. Und es gibt ein Motto, das gut darauf passt (und das mich und meine Denkweise widerspiegelt):

Unterstelle nichts –
Glaube niemandem -
Überprüfe alles -
… und fürchte dich nicht vor dem Ergebnis.


Es ist absolut ernst gemeint.

Ich hoffe und wünsche, dass mir meine Leser dabei folgen – und besonders meine Noch-nicht-Leser. Ich bin mir bewusst, dass Sie nicht alle damit zurechtkommen, niemandem zu glauben. Aber denken Sie dabei dran, dass „glauben“ vor allem „nichts wissen“ bedeutet.

Und es ist gut, alles infrage zu stellen, was uns als Informationsfraß hingeworfen wird. Denn auch dies gilt, wenngleich es kein Motto ist: Gelegentlich ist es mutiger, das Bekannte zu bezweifeln als das Unbekannte zu erforschen. Und deshalb: Bezweifeln Sie Aussagen, die angeblich plausibel klingen. Fragen Sie danach, wer es zu welchem Anlass gesagt hat. Und vor allem: Fragen Sie nach Daten, Fakten und Beweisen, die über das hinausgehen, was ihnen wie eine Karotte vor die Nase gehalten wird.

Sie haben bis hierher gelesen? Dann haben Sie den ersten Schritt zu einer Veränderung bereits getan.

(1) Aus "Rotkäppchen" (Französisches Original, die Grimms waren Plagiatoren). Allerdings heißt es dort wirklich "die jungen Damen" (les jeunes Demoiselles).

Fakes - locken mit Gratis-Paket "Ritter Sport"

SPAM im E-Mail-Postfach
Offenbar glauben ein paar Clowns im Internet, sie müssten nur eine Fake-E-Mail mit dem andren austauschen, dann würden die Leute schon drauf hereinfallen.

Dies war letzte Woche in meinem Postfach.

Zuvor war es ein Probierpaket von Milka, das Internet-Betrüger anboten.


Herr Özil - geht der mich etwas an?

Der Tag beginnt und mir wird ein Herr Özil pressemäßig um die Ohren gehauen, so, als ob es um die nationale Sicherheit ginge. Klar ist Sommerflaute, Sommerloch, Sauergurkenzeit und dergleichen, aber warum muss ich wissen, wie Herr Özil denkt und fühlt und was Herr Hoeneß und andere darüber denken?

Soll doch der Herr Özil machen, was er will. Er ist ein freier Mensch, soweit man dies von Fußballstars überhaupt sagen kann.

Was uns betrifft – oder Ausländer sind immer so ausländisch

Was uns betrifft – oder: Ausländer sind immer so ausländisch. Ja dürfen die denn das?

Was betrifft uns eigentlich? Wo hinein müssen wir unseren Rüssel hängen und Diskussionen lostreten?

Für die einen sind es „die Asylbewerber“, für die anderen ist es „der Islam“ der nach Deutschland kommt und dann entweder dazugehört oder auch nicht. Und für die Dritten sind es Ansichten und Lebensweisen, die nicht zu Deutschland gehören und deshalb – möglichst gar juristisch – unterbunden werden müssen.

Merkwürdigerweise „betrifft“ es Menschen, die gar nicht betroffen sind. Sie fühlen sich betroffen, weil sie Deutsche sind, weil sie Christen sind oder weil sie einfach nicht zulassen wollen, dass Menschen aus dem Orient oder sonst wo her anders denken und dieses andere Denken auch noch für richtig halten. Das Neue: Es sind viele Intellektuelle unter ihnen. In ihrem Inneren kann nicht sein, was anders ist, auch wenn sie sich nach außen als liberal darstellen.

„Solange sie uns nicht schaden“. würde der liberale Geist noch sagen, und der konservative Geist würde ergänzen … „besonders, wenn sie uns nützen.“ Doch dann folgt nahezu auf dem Fuß: „Es wäre natürlich besser, wenn sie sich vollständig integrieren würden.“

Wollen wir, dass Menschen in unser Land kommen, die anderen Religionen anhängen, andere Lebensweisen praktizieren und unsere Normen tolerieren, aber nicht als ihre eigenen ansehen? Falls ja, dann müssen wir ihre Andersartigkeit anerkennen und nur noch darauf achten, dass unser Rechtssystem dadurch keinen Schaden erleidet. Das ist übrigen schon seit Jahrzehnten so, bevor jemand die Asyldebatte lostrat.

Falls wir das nicht wollen, müssen wir uns auf unser Deutschsein zurückziehen und niemandem mehr einreisen lassen. Und das ist weder sinnvoll noch klug. Und überhaupt ziemlich schädlich für Deutschland.