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Wie war das mit „Kokosfett als Superfood“?

Ich hasse Begriffe wie „Superfood“, vor allem, wenn es unbedingt Exoten sein müssen. In diesem Fall ist auch Wikipedia erstaunlich objektiv, denn dort heißt es:

Superfood ist ein Marketingbegriff, der Lebensmittel mit angeblichen Gesundheitsvorteilen beschreibt.


Natürlich wäre dann der Apfel Superfood, weil er in der Schale wertvolle Flavonoide enthält, aber das ist den Marketing-Fuzzis, die den Begriff erfunden haben, viel zu popelig, weil Äpfel viel zu billig und für jedermann erschwinglich sind.

Also müssen Exoten her – egal wie, und egal was. Zum Beispiel die Kokosnuss. Deren Fett solle angeblich gesundheitliche Wunder bewirken – aber: Kardiologen warnen seit Jahrzehnten vor Nahrungsmitteln mit gesättigten Fettsäuren. Und wirklich sinnvolle Nahrungsmittel, die sich nach Auskunft von Kardiologen positiv auf die Herzgesundheit auswirken, kann man hier besichtigen.

Die Frage ist natürlich, durch welche Marketingtricks, Behauptungen und möglicherweise sogar Fake-New-Scheiber die Kokosnuss zu der Ehre kam, „Superfood“ zu sein.

Das Erstaunlichste: Die Falschbehauptungen im Internet werden aus Marketingründen immer wieder gepflegt - die Wahrheiten hingegen kommen selten zum Tragen.

Dieseln tut not?

Die Wirtschaft“ hat es sich in der Vergangenheit beim "Diesel" leicht gemacht, und nun, da es um die Gesundheit der Bürger Großstädten München und Stuttgart geht, weint sie Krokodilstränen, falls es zu einem „Dieselverbot“ kommen würde.

Dabei wäre es nun wirklich sinnvoll, wenn im Stadtgebiet München nur noch Lieferfahrzeuge und einige andere, für die Versorgung und die Dienstleistungen, den Nahverkehr und die Rettungsdienste unbedingt nötige Fahrzeuge dieseln dürften. Und wenn der privat genutzte Diesel einige Tag im Jahr in der Garage sehen bleiben muss? Dann bricht die Wirtschaft noch lange nicht zusammen, und auch die „vielen Pendler“ könnten durchaus Wege finden, das Verkehrsmittel zu wechslen.

Doch da gib es Leute, die ganz offensichtlich andere Meinung sind. Sie fühlen sich werde betroffen noch bieten sie Alternativen an, sondern sagen mit bedrohlichem Unterton: (Zitat „WELT“)

Ein Drittel der oberbayerischen und die Hälfte der Münchner Handwerksbetriebe wären in ihrer Existenz bedroht, sagte der Sprecher der Handwerkskammer München und Oberbayern, Jens Christopher Ulrich. Das Dieselverbot wäre «eine Katastrophe».

Für wenn reden diese Leute eigentlich? Natürlich wäre das Dieselverbot eine „Katastrophe“ für die Pkw-Hersteller, die weiter vom Diesel träumen. Aber für viele Handwerker und ortsnahe Lieferdienste gäbe es längst Elektrofahrzeuge. Und den Handwerkern, derzeit bestens beschäftigt und nicht gerad am Hungertuch nagend, wäre zuzumuten, ihre Flotten wenigstens mittelfristig auf Elektrofahrzeuge umzustellen.

Doch was tun sie stattdessen? Lamentieren. Und das ist offenbar etwas, das sie als positiven Beitrag zum Gesundheitsschutz der Bürger ansehen.

Der 2. Juni 1967

Vor 50 Jahren erschoss ein Polizist aus nie vollständig geklärten Gründen einen Studenten auf offener Straße von hinten mit seiner Dienstwaffe. Der Student hatte nichts getan, als von seinem Demonstrationsrecht Gebrauch gemacht. Der Polizist? Er wurde zwar vor Gericht gestellt, aber nicht verurteilt.

Dieser 2. Juni 1967 verändere die Bundesrepublik Deutschland. Noch heute glauben rechtskonservative Menschen, namentlich auch CDU-Anhänger, die darauf folgend „68er Revolution“ sei ein Irrweg der Geschichte gewesen, der Deutschland geschadet habe. In Wahrheit waren rechtskonservative die eigentlichen Verursacher, weil sie sich gegen alle Änderungen zur Wehr setzten. Die Bürger hatten sich zuvor zwar die Maske der Entnazifizierung aufgesetzt, aber tief im inneren waren sie eben immer noch die „Gestrigen“. Keine bekennenden Nazis mehr, aber heimliche Sympathisanten mit der Moral des braunen Sumpfes.

Der gewaltsame Tod von Benno Ohnesorg vor 50 Jahren war (wie makaber das auch klingen mag) ein Meilenstein, der Westdeutschland veränderte. Dies war damals dringend nötig … und heute ist es nötig, darüber zu schreiben.

Sogar die WELT schreibt heute darüber.

Klimaabkommen

Der US-amerikanische Präsident geht auf Isolationskurs. Da kündigt man mal eben das Klimaabkommen von Paris, um den maroden US-amerikanischen Kohlebergbau zu retten. Wie das alles begründet wurde? Lesen Sie selbst.

Inzwischen wissen wir, dass es außer „America First“ bei Mr. Trump noch zwei weiter Hohlfloskeln gibt: Jobs und Fairness.

Mehr „Jobs“ sind natürlich gut – aber sie wachsen nur dann, wenn es genügend Brachen gibt, die möglichst viel weitgehend unqualifiziertes Personal benötigen. Solche „Jobs“ entstehen natürlich auch, wenn die Wirtschaft als solche gewaltige Sprünge nach vorn macht – sozusagen als „Nebeneffekt“. Doch wo sind die „gewaltigen Sprünge“? Und vor allem – wo sind die Produktionsstätten, die angelernte oder andere schwach qualifizierte Personen benötigen?

Noch dazu: Wenn die USA nicht bei alternativen Energien und energiesparenden Maschinen, Automobilen und anderen Produkten mitmachen wollen, werden sie technologisch abgehängt. Und damit möglicherweise auch wirtschaftlich. Wer nun sagt, dass die US-Amerikaner Hochtechnologie produzieren, solltet wissen: Die geistige Leistung, die dahintersteht, ist kurzfristig transferierbar, und die Produktionsstätten sind es langfristig auch.

Und Fairness? Davon reden außerhalb des Sports immer die Menschen, die ihre eigentlichen Absichten verschleiern wollen. Alle anderen reden von Kompromissen, Vereinbarungen und Verträgen, die das gegenseitige Miteinander regeln.

Zurück zum Klimaabkommen. Es bleibt in Kraft, und man kann es ohne die USA verwirklichen. Es ist eine Frage des Wollens. Hoffen wir mal, dass sich wenigstens Deutschland daran hält – was übrigens stark bezweifelt wird.

Jetzt, Europa – zeig, was du kannst!

America first? Na schön, dann mach mal, Mr. Trump. Wirst schon sehen, wie weit du damit kommst. Die Trump-nahe Presse ist zwar der Auffassung, dass alles ganz normal wäre und „Frau Merkel“ sich nur aus wahlkampftaktischen Gründen für ein neues, stärkeres und selbstbewussteres Europa einsetzte. Aber das ist die übliche Trump-Propaganda. Und auch der Hinweis, Angela Merkel habe in der Vergangenheit „Fehler gemacht“ beruht auf dem Starrsinn einiger US-Pressefritzen, die keine Ahnung haben, wie die Demokratie in Europa tickt. Zumal "Fehler machen" den US-Amerikanern und ihren Regierungen ja nicht ganz unbekannt sein dürfte.

Jetzt aber los, Europa!

Europa muss jetzt zeigen, was es kann. Und es ist nicht Frau Merkel, die das beweisen muss. Besonders Ungarn und Polen müssen einsehen, dass die dortigen Anti-Europa-Parolen sowohl der Demokratie wie auch der Wirtschaft schaden. Und im Inland ist es die Partei „Die Linke“, die endlich zu dem Europa stehen muss, das existiert und nicht zu einem kommunistisch unterlegten Zerrbild von Europa. Natürlich sind sie es nicht allein, aber spätestens seit dem organisierten Protest gegen TIPP zeigte sich, dass der freie Handel sowohl den Sozialisten und Kommunisten als auch den Rechtsradikalen und den „Weltverbesserungsparteien“ missfällt.

Das "Vereinigte Königreich" - Touristenattraktion oder Wirtschaftsfaktor in Europa?

Fragt sich noch, was die Briten tun werden: Sie haben die Wahl, auf ein Touristenparadies mit viel Geschichte zurückzufallen oder sich Europa wieder anzunähern. Vielleicht wird sich der Rauch, der über dem Brexit liegt, ja einmal verziehen – und bei klarer Betrachtungsweise wird auch die Briten wieder auffallen, wie wertvoll der freie Austausch von Waren, Dienstleistungen und Humanressourcen ist.