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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Katholiken, Naturwissenschaften und der Körper als "Leib"

Ich habe mit großem Interesse gelesen, dass die katholische Kirche versucht,

.... wissenschaftliche Erkenntnisse zum Geschehen auf der körperlich-hormonalen Ebene ...

in die katholische Ethik einzubeziehen. Allerdings wird kurz danach argumentiert, dass die „Theologie des Leibes“ dabei in jedem Fall zu berücksichtigen sei.

Nun ist es ein enormer Fortschritt, dass die katholische Kirche wenigstens die „körperlich-hormonalen“ Effekte anerkennt. Aber mir scheint, dass die „Theologie des Leibes“ sozusagen eine „Parallelkultur“ bildet, die sich wissenschaftlich in keiner Weise begründen lässt und streng theologisch, so weit mir bekannt, ebenso wenig.

Nun könnte man sagen: „Was geht mich das an - ich bin ja kein Katholik.“ Aber damit bin ich nicht allein. Denn wenn die Behauptung aufgestellt wird, es gäbe eine „Theologie des Leibes“, dann würde sie für alle Menschen gelten, die in den gesellschaftlichen Traditionen des „christlichen Abendlandes“ aufgewachsen sind - und also für alle „Ureinwohner“ Europas und vieler anderer Länder.

Zitat aus einer katholische Zeitung.
Erklärung der "Ethik des Leibes" und die Entstehung des Begriffs bei katholisch.de

Wie bitte? Die Psychoanalyse soll "unsere" Probleme lösen?

Der erste Blick in meinen RSS-Briefkasten verdutze mich: Da stand allen Ernstes die Überschrift „Nur die Psychoanalyse löst unsere Probleme“. Wie schön, wie einfach. Aufschlussreich ist möglicherweise, welche Stichwörter der Artikel verwendet:

Freud, Sigmund (1856-1939), Zizek, Slavoj, Lacan, Jacques, Mitscherlich, Alexander, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, Psychoanalyse, Verhaltenstherapie, Sex, Frankfurter Universität, Tilman Habermas, Johann Wolfgang Goethe, Sigmund Freud Institut, Alexander Mitscherlich, Psychoanalyse.

Darf man fragen, liebe WELT, lieber Herr Žižek, woher Sie die Beweise für diese kühne These nehmen? Außer, dass Sie als Autor bestimmte Feindbilder haben, verrät uns auch die Welt (ohne Abonnement) nicht, welche Gründe es geben mag, die Psychoanalyse so zu verehren.

Was wir Nicht-Abonnenten lesen duften, ist, dass ein Krieg tobt. Psychoanalytiker auf der einen Seite, Verhaltenstherapeuten und Gehirnforscher auf der anderen. Und ein paar Ideologinnen werden auch noch eingemixt: die wahrhaftig grauenhaften und erbärmlichen Thesen von alten weißen Männern.

Zweifel trotz des großen Namens

Könnte es vielleicht sein, dass sich in der Psychoanalyse zu viel „Beiwerk“ angesammelt hat, das keiner Überprüfung standhalten würde? Oder dass biologische Fakten von der Psychoanalyse als ausgewiesener „Geisteswissenschaft" konsequent ignoriert werden?

Nein, ich konnte den Artikel nicht „ganz“ lesen - die „Welt“ verhindert ja, dass er öffentlich zugänglich ist. Immerhin ist der Herr Žižek, wie ich gelesen habe, eine namhafte Größe in der Philosophie des 20. Jahrhunderts und ein rhetorisch sehr begabter Mann.

Nun - je länger ich an diesem kurzen Artikel saß, fragte ich mich: Ist das Thema nicht irgendwie lächerlich?

Zitat: Auszug aus der Adressierung der "WELT" an den Leserkreis, der angesprochen werden soll.

Fake News im Namen der Techniker-Krankenkasse

Wer mit absoluten Zahlen statt mit der Bewertung von Daten und Fakten herumhantiert, hat bei den „bildungsfernen“ Menschen ein leichtes Spiel. Und irgendwie können sich die Einrichtungen, die davon betroffen sind, nicht einmal wehren gegen die Fake News (1) in den sogenannten „Sozialen Medien“. Dieser Tage flatterte wieder einmal eine Gratiszeitung ins Haus, die dies belegt. Die Rede ist von „Impfschäden“.

Die Wahrheit ist: Es handelt sich nicht um Impfschäden, sondern um Verdachtsfälle. Wer geimpft wurde, der weiß ohnehin: auf Impfnebenwirkungen wird stets hingewiesen - die meisten der Fälle landen aber nicht beim Arzt.

Falls sie dort doch bekannt werden, rechnet der Arzt sie ab. Was abgerechnet wird, kann zwar ausgewertet werden, ist aber höchst unscharf.

Die neutrale Bewertung ist daher (Zitat):

Die Abrechnungsdaten der Techniker Krankenkasse lassen keinen Rückschluss auf die Schwere der Nebenwirkungen zu und sind kein Beleg, dass die Covid-19-Impfungen gefährlicher sind als andere Impfstoffe.

Allerdings lassen sich viele Menschen von großen Zahlen ohne Zusammenhang beeinflussen. Und genau an diesem Punkt setzt die Desinformation ein.

Wer wirklich etwas Konkretes wissen will, muss sich schon die Mühe machen, die Fakten herauszufinden. Zum Beispiel in diesem Faktencheck, aus dem auch das Zitat stammt..

(1) Als Fake News werden nicht nur Falschmeldungen, sondern auch wissentlich fehlerhafte Interpretationen bezeichnet.

Selbsttäuschung

Was haben manche Gurus gemeinsam mit Finanzberatern, Ratgeberautoren, Sektengründern und sogar Betrügern?

Die Antwort ist ernüchternd:

Sie täuschen sich in sich selbst, indem sie andere täuschen. Und der Erfolg, andere zu täuschen, verstärkt ihre Selbsttäuschung.

Die meisten (sicher nicht alle) wollen zu Anfang gute Menschen sein. Sie glaubten an die Prinzipien, die sie irgendwo aufgegriffen haben. Sie wollten das Beste geben, was sie hatten, und wussten doch, dass die Sache einen Haken hat.

Denn das, was sie rieten oder taten, funktionierte entweder nur für kurze Zeit oder bei sehr wenigen Menschen. Nach einiger Zeit ahnten oder wussten sie, was sie mit ihrem Rat anrichten würden. Aber sie blieben dabei. Sie wollten um jeden Preis gute Menschen bleiben, die nur immer das Beste gegeben haben.

Die System wackeln - und die Grundlagen sind oft windig

Geld, Macht und Erfolg sind die Angebote, manchmal auch Glück und Liebe. Beim Geld wird am deutlichsten, dass die Konzepte wacklig, windig oder gar kriminell sind. Und dennoch werden immer wieder „verdeckte Schneeballsysteme“ angeboten und weitergetragen.

Beim Erfolg ist es ähnlich – aber die Verluste sind nicht so hoch. Wer Erfolgskonzepte verkauft, sieht sich oftmals als „Retter der Loser“. Das ist nicht schwer zu verstehen, denn die Schöpfer solcher Systeme fühlen sich als Verkünder geheimer Lehren, ähnlich wie Esoteriker und Religionsfanatiker. Sie müssen daran glauben, dass ihre Lehren funktionieren, denn sie haben nichts in der Hand, was dies belegen könnte.

Wie falsche Beweise konstruiert werden

All dies Leute werden dir jetzt sagen: „Oh doch, ich habe Beweise dafür….“ Sie werden die ein paar Namen nennen, und sie lügen dabei nicht einmal, sondern verfallen der Täuschung, die sie selber inszeniert haben. Ja, Herr X. oder Frau Y. konnten nach dem Buch, das man ihm/ihr sandte oder dem Kursus, den er/sie besuchte, einen Erfolg vorweisen. Nur ist keinesfalls sicher, auf dies auf die Methode zurückzuführen war, trotz der Methode wirkte oder ganz andere Ursachen hatte.

Bewiesen ist eigentlich nur: Wer sich bewusst ist, ein bestimmtes Problem zu haben, und sich sinnvoll damit beschäftigt, hat mehr Chancen, es auch zu lösen als jemand, der nichts daran tut.

Lösungen kommen von innen

Was wir oft vergessen, ist dies: Lösungen für Probleme kommen nicht von außen, sondern von innen. Und das auch nur, wenn man die eine oder andere Werkzeugkiste öffnet, die zu Lösungen führt.

Die Gurus und all die anderen, Pfarrer wie Lebensberater, wissen dies natürlich auch. Aber sie würden sich selbst und ihren „Überbau“ infrage stellen, wenn sie es zugeben würden. Und Selbsttäuschung ist das beste Mittel, um mit sich im Einklang zu bleiben.

Ich las einen Artikel der BBC von David Robson. Er enthält zahllose Facetten zur Selbsttäuschung und bietet wesentliche tiefere Einsichten.

Plädoyer für die Wahrheit

Dieser Tage beschäftigt mich wieder die Wahrheit. Für einen Blogger (insbesondere einen Ex-IT-Berufler) gibt es sicher ebenfalls einige Dutzend Meinungen, aber nur wenige Wahrheiten.

Der Glaube als Ursprung für die Existenz von "Parallelwelten"

Leider beginnt dies schon mit der vorherrschenden Religion, die sich mit Verhaltensweisen einerseits und Mythen anderseits beschäftigt. Regeln für Verhaltensweisen festzulegen oder vorzuschlagen, mag ihre ursprüngliche Aufgabe gewesen sein. Die Behauptung hingegen, dass es hinter einem nahezu undurchdringlichen Vorhang noch eine Parallelwelt gäbe, in der sich eine „alternative Wahrheit“ befindet, ist überheblich. Wir finden sie in der Esoterik wieder und leider auch in Teilen der Psychologie.

„Die Wahrheit“ zu finden ist schwer, und vielleicht sogar unmöglich. Aber es nicht wenigstens zu versuchen, ist völlig inakzeptabel.

Unterstützt den Journalismus von ARD, ZDF und namhaften deutschen Zeitungen

Was jetzt wichtig ist: den offiziellen Journalismus, der unter Mühen recherchiert, zu unterstützen. Und wir sollten endlich unserem öffentlich-rechtlichen Fernsehen vertrauen. Es ist sicher manchmal etwas „tantenhaft“, aber es ist weiterhin ein verlässliches Informationsmedium.

Die Feinde der Demokratie halten die Presse für "linksversifft"

Die Gegner der Demokratie versuchen gerade in öffentlichen Foren, nahezu die gesamte deutschsprachige Presse als „linksversifft“ zu diffamierten. Abgesehen von der Beleidigung, „versifft“ zu sein, ist die Ausrichtung „links“ nicht genau definiert. Sicher ist aber, dass die meisten Zeitungen weder sozialistisch noch kommunistisch sind.

Die Minderheiten versuchen, die Mehrheiten umzudeklarieren

Was hingegen eindeutig ist: Die Minderheiten schwingen sich überall auf, die Mehrheiten umzudefinieren. Und die Mehrheiten wehren sich nur gelegentlich dagegen. Doch wir müssen klare Worten finden: Ihr dürft über euch denken, was ihr wollt, verbreiten, was ihr wollt und euch frei, gleich und angenommen fühlen in der Gesellschaft der Mehrheit. Aber es ist völlig unerträglich, die Mehrheiten abzuwerten und den Mehrheiten neu, von Ideologien getriebene Etiketten aufzukleben.

Die angebliche „Spaltung der Gesellschaft“ existiert nicht wirklich. Sie wird derzeit von Menschen betrieben, die bewusst einen Keil in die Gesellschaft treiben wollen. Die meisten handeln aus Selbstsucht, missionarischer Wut oder ideologischer Verblendung. Und leider werden viele von ihnen hofiert oder gar wie Juwelen zwischen Glasperlen angesehen, die man (auch presseseitig) um Himmel willen nicht angreifen darf.

Den Übergriffen entgegentreten

Nein, angreifen sollte man sie nicht. Doch es ist Zeit, ihnen klar zu machen, dass wir (die Mehrheiten also) weder ihre Meinungen teilen noch ihre Übergriffe tolerieren.