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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Der Kanzler und die Niederlagen der CDU

Wieder einmal hat sowohl der Kanzler wie auch die CDU als Gesamtpartei die Lage in Deutschland völlig falsch eingeschätzt.

Und nicht nur das – was der Kanzler gestern kurz nach 18 Uhr im Fernsehen sagte, war völlig überflüssig und in keiner Weise hilfreich. Nach allgemeiner Auffassung soll Merz dabei lediglich versucht haben, eine „vorzeitige Diskussion“ über seine Person und seine Kanzlerschaft zu vermeiden.

Nur einige Stunden später zeigte sich die reine Wahrheit: Die CDU fliegt erstmals aus dem Landtag von Mecklenburg-Vorpommern – mit einem erbärmlichen Ergebnis von 4,9 Prozent.

Nicht die Wahl fiel „desaströs“ für den Kanzler und die CDU aus. Das eigentliche Desaster besteht darin, nicht auf das Volk zu hören, sondern auf – ja, auf wen denn nun eigentlich?

Siehe auch: Falschen Baum anbellen.

Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt

Ja, ich schreibe etwas „nach der Wahl“. Zunächst gab es eine überraschend hohe Wahlbeteiligung. Das ist aus vielen Gründen gut. Einer davon: Kaum noch jemand kann sich darauf hinausreden, dass „die da oben“ machen, was sie wollen. Die AfD jubelt verständlicherweise. Manche ihrer Wähler jubeln mit ihr, manche reiben sich die Augen – das sind diejenigen, die den anderen Parteien einen „Denkzettel“ verpassen wollten. Das ist weniger gut und politisch nicht sonderlich klug, egal, wer der Empfänger des „Zettels“ ist.

CDU - der Niedergang einer Partei

Die CDU kommt nicht aus ihrer Misere heraus. Die lange Ära Merkel und die Versäumnisse der Vergangenheit kleben an ihr. Erst jetzt wird deutlich, wie schlecht die CDU in der Nach-Merkel-Ära dasteht. Da ist niemand, der sich hinstellt und sagt; „Hier, ich und meine tollen Leute, wir schaffen das moderne Deutschland.“ Klar, es gibt Politiker, die uns ein besseres Deutschland versprechen – aber da ist im Grunde nur das „alte“ Deutschland, das real nirgendwo mehr existiert.

Was fehlt der CDU eigentlich?

Genau genommen alles. Sie hört nicht hin, wenn die Menschen reden, so als wären es nicht mehr „ihre Menschen“. Und wenn sie hinhören, dann verstehen sie nicht, dass es vielen Bürgern um die Existenz geht. Die eigen oder die der kommenden Generationen. Stattdessen werden von „oben herab“ Reformen vorgenommen, die kein Bürger wirklich mitträgt. Uns fehlen Lehrer, Psychotherapeuten, Ärzte und Naturwissenschaftler - und überhaupt Menschen, die an unserer Zukunft arbeiten. Natürlich brauchen wir auch Maurer, Schreiner und Elektriker. Kurz: Wir benötigen Könner.

Nur Politiker mit leeren Versprechungen - die brauchen wir nicht.

Übrigens: Bei der BBC könnt ihr nachlesen, welcher Name für die gegenwärtige Misere der CDU steht.

Friedrich Merz?

Friedrich Merz? Das Einzige, was diesem Mann zugutegehalten werden kann, ist der schwere Start. Jeder Kanzler (oder auch jede Kanzlerin) hätte es schwer gehabt, die Interessen der CDU neu zu ordnen und zielsicher umzusetzen.

Ja, man suchte einen „Mann, der es kann“, und aus vielerlei Gründen glaubten viel in der CDU und außerhalb, dass dieser Mann „Wirtschaftskompetenz“ hätte. Ob das heute noch jemand in der CDU glaubt?

Einer der Kommentatoren drückte es dieser Tage vornehm aus:

„Friedrich Merz hinterlässt ein Vakuum im charismatischen Bereich und auf der Sachebene werden keine guten Ergebnisse erzielt."

Nein, kein weiterer Kommentar von mir. Macht euch selbst euren Reim darauf.

Quelle: Hendrik Wieduwilt in n-tv.



Auf den Kanzler kommt es an … leider

„Starker Kanzler – starkes Deutschland. Der Richtige zur richtigen Zeit.“

Ihr erinnert euch? Das war eine Wahlpropaganda aus uralten Zeiten, die man dem Herrn Merz aufgedrückt hat, der damit später Bundeskanzler wurde.

Inzwischen fallen die Zustimmungswerte für Herrn Merz rapide. Demoskopen stellten fest, dass nur noch 16 Prozent der Befragten mit seiner Arbeit zufrieden sind.

Doch es ist nicht nur eine Frage der Zufriedenheit. Mehr und mehr wird auch die Kompetenz infrage gestellt, vor allem bei der Kommunikation des Kanzlers: Gerade mal 14 Prozent der Befragten sagten kürzlich, dass Merz „überzeugend kommuniziert“.

Das hat – mit anderen Worten und unter erheblicher Presseschelte – auch schon sein Vorgänger über ihn gesagt:

Fritze Merz erzählt gern Tünkram. (1)

Eigentlich ist es nicht die Zeit für Scherze. Denn die Frage ist nun, wie Herr Merz aus dem Keller wieder herauskommen will, in den er nun geraten ist.

Er selbst schweigt dazu, sieht dies offensichtlich anders, rechtfertigt sich gerne. Gerade die Rechtfertigungen aber sind es, die bei den Bürgern überhaupt nicht „ankommen“ - und in seiner Partei offenbar auch nicht.

(1) Gemeint war „Tüdelkram“, niederdeutsch für „Lappalien“.

Die Vernunft siegte im zweiten Wahlgang

Merz im zweiten Wahlgang zum Kanzler gewählt


Offenbar haben sich die „Abtrünnigen“, wer immer sie waren und was immer sie bewogen hat, sich doch noch besonnen.

Im zweiten Wahlgang wurde Friedrich Merz als Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt.

Quelle: ZDF