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Die kleine Verfälschung: die Gesellschaft ist das Problem

Die Welt der „Wohlbetrachter“ geht davon aus, dass dein Verhalten niemals die Ursache deiner Probleme ist. Dann heißt es beispielsweise (1):

Du bist nicht das Problem. Aber die Gesellschaft hat dir lange genug eingeredet, du wärst es.

Richtig daran ist: Du selbst bist nicht das Problem. Aber allein die Tatsache, dass du bemerkst, ein Problem zu haben, ist der Beweis, dass dich etwas stört. Und nun kannst du genauso gut sagen: „Etwas an mir stört mich.“

Nun kommt „die Gesellschaft“ ins Spiel. Sie ist nicht gemein und hinterhältig, sondern sie interessiert sich kaum für dich. Und das Schlimmste: Sie ändert sich nicht in der Weise, die du ihr vorgibst. Im Gegenteil: Sie fordert dich auf, entweder deine Schwierigkeiten beizubehalten und dich mit den Sorgen abzufinden, die daraus entstehen. Oder aber sie sagt die vielstimmig, aber sehr leise: „Versuche doch mal, etwas zu verändern.“

Verändern - warum eigentlich nicht?

„Etwas zu verändern“ hat nichts mit „Selbstoptimierung“ zu tun. Das Schlagwort von der „Selbstoptimierung" beschreibst, wie du „besser werden“ kannst und damit dem vermeintlichen Zeitgeist näher kommst. Wenn du etwas veränder willst, dann tust du das ausschließlich, um glücklicher oder zufriedener zu werden - oder einfach, um mit einem lächelnden Gesicht aus dem Haus zu gehen. Manchmal musst du dich nicht einmal verändern, sondern nur akzeptieren, dass du so bist und dass die anderen eben anders sind.

Mein Rat: Glaube keinen Extremisten, nur weil sie weiblich sind. Einsicht ist keine feminine oder maskuline Eigenschaft, und Probleme sind Warnzeichen, die uns zum Nachdenken zwingen sollen. Männer übrigens auch.

Zitat von Michèle Loetzner ,aus ihrem Buch, zitiert nach ze.tt.

Mal wieder Spargel

Irgendjemand wird ihn wohl stechen. Und so, wie alle Jahre wieder, kommt er in den Handel: Mal krumm, mal gespalten, mal mit deutlich sichtbaren Flecken, mal halbwegs nach Größe sortiert, mal wirr durcheinander.

Und wieder der dummdreiste Vermarkter-Spruch: Der wächst halt, wie er wächst. Genau wie im Vorjahr. Die Kunden goutieren dies sogar: Egal, was der Spargel kostet, wer ihn will, der kauft jede beliebige Qualität.

Das alles wäre nicht so schlimm, und es würde mir zudem kaum auffallen, wenn ich nicht über zwölf Jahre meines Lebens in einer Spargelgegend verbracht hätte, in der Qualität über alles zählt. Da gab es nicht nur sortierte Qualitäten, sondern diejenigen, die es gab, entsprachen auch den Handelsklassen, die drauf standen. Das einzige Problem: die besseren Gaststätten kaufen die „Extra“ Qualität gleich weg - das ist der Grund, warum man manchmal keine wirklich geraden, einheitlichen Spargel bekommt. Und es ist zugleich der Beweis dafür, dass sie eben doch vorab sortiert werden - nur unterhalb der Qualität „Extra“ ziemlich beliebig.

Immerhin ist der Spargel auf dem Markt wenigstens frisch,und je nach Händler oder Erzeuger teilweise sogar recht ansehnlich. Das ist dann wieder sehr beruhigend.

Siesta

Verlässliche Rasenmäher bei der Siesta
Die Temperaturen waren heute eigentlich nicht für eine Siesta geeignet. Aber wenn man ein dickes Fell hat ... dann geht alles.

Women in Jazz Replacement

Gestern habe ich beim MDR reingehört: „Women in Jazz“ ist ja eigentlich eine Konzertreihe, aber diesmal kam alles „vom Band“ - im MDR.

Obgleich ich die Idee ganz gut fand, konnte den meisten Interpretinnen nicht viel abgewinnen. Die Studio-Aufnahmen wirkten teils seltsam „künstlich“, und sie wurden zu allem Überfluss noch vom gleichen Tonträger aneinandergereiht. Vielleicht tat man dies, um Konzerte zu simulieren, aber es ist lästig, wenn man der Interpretin nun so gar nichts abgewinnen kann.

Was mir auffiel: Wenn ich Jazz höre, will ich wirklich keine Töne ertragen, die im Studio „geschönt“ wurden. Mit anderen Worten: Das Instrument soll für sich selber sprechen, und die Stimme sowieso. Und das meiste, was ich hörte, war - in meinen Augen - nicht unbedingt das, was ich unter Jazz verstehe.

Mit „weiblich“ oder „männlich“ hat das wenig zu tun. Im Jazz spricht der Interpret/die Interpretin durch das Instrument zu mir. Am Ende möchte ich Emotionen hören, keinen Singsang oder „interessante Tonfolgen“.

Ich weiß, dass Jazz heute auf „Vielfalt“ setzt - mal schicker Schlager, mal Weltmusik, mal Experiment. Doch - jedes Mal, wenn ich die „Jazz Lounge“ beim MDR höre, denke ich: „na ja, ein bisschen Jazz war ja heute dabei“.

Ich hörte etwa eine Stunde lang intensiv zu - eine Offenbarung war es nicht.

Selber mal hören? Hier.

Wellenreiter und Kristallkugeln

Neuerdings profilieren sich Viren-Forscher als Wellenreiter - sie versuchen, etwas über die erste, zweite und möglicherweise dritte Welle des inzwischen sattsam bekannten Virus herauszufinden.

Wie so oft, kann man den Forschern nicht anlasten, dies zu tun. Sie selbst, das Gesundheitswesen als solches und die Politiker müssen nun Szenarien entwerfen, was sie tun werden, falls ... best case? worst case?

Völlig übliche, solche Szenarien aufzubauen und Simulationen darüber aufzubauen.

Schauen wir mal, was die Wahrheit ist Zitat "Tagesspiegel"

Dabei räumen die Forscher ein, dass nicht einmal die erfahrensten Gesundheitsexperten weltweit vorhersagen konnten, wie schnell sich Sars-CoV-2 verbreiten und die „schwerste globale Gesundheitskrise seit über 100 Jahren“ auslösen würde. Dementsprechend unklar sei die zukünftige Entwicklung der Seuche, es gebe keine „Kristallkugel“, die das vorhersagen und einen Weg zur Kontrolle der Pandemie offenbaren könne.

Eine klare Ansage ist erforderlich: Dies alles sind Spekulationen, die ihre Berechtigung haben, aber es handelt sich nicht um Tatsachen - und die allgegenwärtige Presse sollte sie nicht nutzen, um erneut „in Panik zu machen“.


Die Szenarien sind:

1. Welle und Tal

Es wird immer wieder kleinere Wellen des Ausbruchs geben, danach folgen ruhige Zeiten. Dabei wird die Pandemie schwächer, bleibt aber im Hintergrund gefährlich. Es wird dauern, bis das Virus kaum noch eine Rolle spielen wird. Wo und wann die Wellen auftreten, konnten die Forscher nicht voraussagen.

2. Neue große Welle, dann ein Tal

Das ist das Szenario, mit dem gegenwärtig auch Horrorvisionen verbreitet werden: Nach der Welle, die jetzt abebbt, könne eine große Welle auf uns zukommen, etwa im Winter 2020/2021. Die könnten unsere Gesundheitssysteme nicht aushalten. Das Ganze basiert auf der „Spanischen Grippe“ von 1918/1919, über die wenig zuverlässige Daten vorliegen. Es ist also lediglich ein Modell.

3. Wellen, die plätschern

Das beste Szenario: Es gibt nach den Tälern wieder kleinere Wellen, die aber nicht überschwappen.

Alles, was ich hier beschreibe, habe ich Teilen der Presse entnommen, die um Objektivität bemüht sind.

Den deutschen Virologen kann ich nur empfehlen, ihr Ego nicht dauernd in den Wind der Presse zu hängen - dann gibt es auch keinen Anlass mehr, sich zu beklagen.

Wer einfachere Schaubilder über die Szenarien sucht, findet sie mit deutschen Kommentaren auf OE24, wer das Originallesen möchte, findet es hier (PDF).