Skip to content

Tatort – der Schwabe und der Stau

Der Blick ins Tal ist ziemlich schick – doch für die Autofahrer ist die Weinsteige in Stuttgart immer wieder eine Herausforderung, vor allem im Winter. Nun, diesmal war’s nicht Winter, und die Tatort-Kommissare suchen nach einem Täter, der kurz zuvor ein junges Mädchen so angefahren hat, dass sie auf einen Stein aufschlug und starb. Der tragische Tod soll nun schnell aufgeklärt werden: Täter oder Täterin müssen noch irgendwo im Stau stecken, denn es führt kein anderer Weg nach Stuttgart.

Im Grunde kommen nur wenige Menschen als Täter infrage, weil ja alle noch in ihren Autos sitzen . Doch die verrätersichen Stoßstangen waren offenbar schlecht zu sehen – zumal die Täterin zuvor einen weiteren minimalen Unfall verursachte.

Mit eben jener Täterin könnte man beinahe Mitleid haben, und den besten Satz fand ich dazu in der ZEIT:

Im finalen Zeitdruck ermittelt … Lannert (der Kommissar) die Täterin, eine junge, gestresste Mutter … durch investigatives Angucken.


Eigentlich war der Kommissar dabei eher als Gewissensflüsterer tätig, und das war wiederum einer der Höhepunkte des Films, der fast ohne konkrete Handlung auskam. Skurrile Situationen gaben dem Film von vornherein ein wenig Würze, und der Schwabe als solcher (insbesondere der Stuttgarter) wurde treffend charakterisiert und auch häufiger mal durch den Kakao gezogen.

Der Film zeigt: Es geht auch ohne Mord und Verbrecherjagd zu Fuß, aber mit viel Humor.

Rundfunkgebühren und wundersame Ansichten

Die Presse und das öffentlich-rechtliche System von Rundfunk und Fernsehen sind einander nicht grün. Und dies, obgleich man auf vielen Gebieten zusammenarbeitet.

Die Online-Frauenzeitschrift „Wunderweib“ zieht die Feministinnenkarte und schreibt etwas umständlich (Zitat):

Auch findet sich die Frage, ob die Rundfunkgebühr die etwa 1,5 Millionen Alleinerziehende - also zu rund 90 Prozent Frauen! - diskriminiere.


Begründet wird dies damit, dass diese „mit nur einem Einkommen mehr bezahlen als Menschen, die … mehrere Gehälter beziehen.“

Nun ist es so: Der Rundfunkbeitrag wird vernünftigerweise pro Wohnung bezahlt. Die Formel eine Wohnung = ein Beitrag ist dabei absolut sozialverträglich, denn Singles (mehr als 1,5 Millionen) zahlen den gleichen Beitrag, obgleich sie „Alleinhörer“ sind. Und auch die Menschen, die dauernd beruflich auf Reisen sind und daheim kaum Fernsehen, zahlen exakt denselben Beitrag. Und natürlich gilt er auch für Paare, bei denen ein Teil nicht arbeitet und beliebig viele Kinder. Das Gute: es kommt nicht mehr darauf an, wie viele PCs, Smartphones, Fernsehgeräte oder Runfunkgeräte in der Wohnung benutzt werden. Originaltext:

(Es ist) …Egal wie viele Personen in einer Wohnung leben oder wie viele Rundfunkgeräte jemand besitzt.


Und wie soll’s bezahlt werden? Aus Steuermitteln, meinen einige Juristen und viele, die einfach keine Lust haben, zu bezahlen. Es ist ja so bequem, zu verlangen, dass alles „aus Steuermitteln“ bezahlt wird, nicht wahr? Vielleicht später auch noch der Internetanschluss oder der Handytarif?

Sicher – man kann über alles anderer Meinung sein. Aber gerade der gesellschaftliche (und nicht etwa staatliche) finanzierte und geführte Rundfunk garantiert ein Höchstmaß an objektiver Berichterstattung.

Warum DVB-T Antennen-Tests wenig Wert haben

Vielleicht haben Sie sich gefragt: Wie kann ich behaupten, dass hoch bewertete und sorgfältig in Labors getestete Produkte aus dem Antennenbereich einem Praxistest nicht standhalten?

Lassen Sie mich zuvor etwas erläutern:

Wenn ich als Texter arbeite, bin ich gewohnt, schöne Worte zu setzen, die zwar wahr sind, aber nicht alles ausdrücken, was es über in Produkt zu sagen gäbe. Schwer fällt mir stets, etwas über Menschen, Umstände oder Produkte zu sagen, die eine wirklich lästige Eigenschaft haben. Vor allem sind davon solche Produkte betroffen, denen etwas zugeschrieben wird, was sie nicht wirklich leisten können: Pheromone zur Attraktivitätssteigerung, „Naturheilmittel“ gegen Impotenz oder – leider auch – DVB-T Antennen, die sich problemlos aufstellen lassen.

Antennen werden nicht im Labor verwendet, sondern im Haushalt

Bleiben wir bei Antennen. Da schreib ich für Sie die Wahrheit, und zwar eine Wahrheit, die schmerzt. Denn je schlechter der Empfang in Ihrem Sendegebiet ist, umso mehr müssen Sie sich nach der Decke der Möglichkeiten strecken – und das bedeutet, dass die „beste Antenne“ für sie möglicherweise völlig ungeeignet ist. Eine Antenne muss sich nämlich drehen und wenden lassen, muss vielleicht ein paar Meter entfernt vom Empfangsgerät aufgestellt werden können und sich möglicherweise überall befestigen lassen. Sagen wir’s mit einem Satz: Das funktioniert weder bei Geräten, die einen Standfuß benötigen noch mit solchen, die an die Wand geschraubt werden müssen.

Die Praxis entscheidet, ob ein Gerät einsetzbar ist

Ich behaupte nicht, dass andere „falsch“ testen, aber ich bin der festen Überzeugung, dass Antennen unter Laborbedingungen bessere Ergebnisse zeigen als unter Praxisbedingungen. Allein auf die Verstärkung zu hoffen, ist also ein Trugschluss. Die „Stiftung Warentest“ hat dies alles natürlich gewusst und im Februarheft 2017 im redaktionellen Teil auch so veröffentlicht. Wenn Sie das Heft lesen, werden Sie feststellen, dass die textlichen Praxishinweise (Seite 38/39) bei Weitem sinnvoller sind als die Tests, die unter Laborbedingungen erstellt wurden. Sie lesen dann auch, dass „etliche Antennen beim Aufstellen unflexibel“ sind. Das bedeutet aber klartextlich eben auch, dass manche der Antennen trotz guter Testergebnisse am Standort unbrauchbar sind. Und nur am Rande: Warum eine Zimmerantenne bis zu 600 Gramm wiegen muss, bleibt mir ein ewiges Rätsel. Besonders fragwürdig finde ich all die Webseiten, die sich ausschließlich auf den Test beziehen, aber nicht wissen, wovon sie in Wahrheit schreiben.

Was ebenfalls wichtig ist und oft vergessen wird: Eine Antenne braucht eine Verbindungsleitung zum Empfangsgerät – da ist ein steifes Kabel (Koaxialleitung) von wenig mehr als einem Meter keine Lösung, sondern eine Zumutung.

Ich las: "Stiftung Warentest" Ausgabe Februar 2017, Printversion.

Fernsehgebühren - gut und richtig

Fernsehgebühren waren und sind gut und richtig, denn sie garantieren eine weitgehend unabhängige Berichterstattung mit geringen Show-Effekten. Vermutlich wird die vom Privatfernsehen inspirierte Presse jetzt, wo es um mehr Geld für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten geht, zetern – aus Konkurrenzdenken.

Die Gebühren sollen in Zukunft steigen – ausgesprochen moderat, wie ich finde. Konkret ist eine Steigerung um 3,50 Euro bis 2029 geplant. Diese Summe soll vor allem für strukturelle Änderungen verwendet werden, wie man hört. Denn die Sender, nicht nur die ARD und das ZDF, müssen sich auf Konkurrenz aus dem Internet einstellen. Es wird Verschiebungen geben, denn das Fernsehen, wie wir es heute aus der Programmzeitschrift kennen, wird vermutlich kaum noch Zukunft haben. Schon jetzt gilt das „offizielle“ Fernsehen – sei es „privat“ oder „öffentlich-rechtlich“ als Rentner-Fernsehen, und Smart-Fernseher bringen heute schon erheblich mehr als ARD, ZDF und „Private“.

Das Argument: „Dieser Haushalt hat doch gar keinen Fernseher“ oder „ich sehe keine Öffentlich-Rechtlichen“ und ähnliche Dummsprüche können sich die GEZ-Gegner abschminken: Fernsehen kann man auch mit dem PC oder mit dem Smartphone empfangen – und den Rundfunk sowieso.

Was schwerer wiegt: ARD und ZDF können in einigen Teilen Deutschlands nicht einmal, wie versprochen, mit Zimmerantennen empfangen werden. Ich bin gespannt, wann dieser Missstand beseitigt wird.

Die Analyse von corrective.org erschien später. Die "Allianz" der Gegner ist schon merkwürdig ... (Zitat)

GEZ-Gegner, Verschwörungstheoretiker, Privatsender oder Zeitungsverlage – die Spanne der Kritiker ist groß.

Computerbild spricht es aus: Eine Antenne ist eine Antenne …

Eine Antenne ist eine Antenne und kein Empfangsgerät. Das sollte eigentlich jedem klar sein, der Fernsehen empfangen will. Aber offenbar ist das nicht so: Um DVB-T2 zu sehen, braucht man:

1. Einen geeigneten Standort, an dem DVB-T2 überhaupt empfangen werden kann.
2. Bei einer Innenantenne die Bestätigung, dass es mit einer Innenantenne überhaupt möglich ist, Sender zu empfangen und man keine Außen- oder Dachantenne braucht.
3. In den meisten Fällen und bei problematischen Empfangslagen einen Antennenverstärker.
4. Meist im Innenraum etwas Freiheit zur geeigneten Montage der Antenne.
5. Einen DVB-T2 fähigen Fernseher oder eine entsprechende Set-Box (Receiver).
6. Falls sogenanntes „Privatfernsehen“ gewünscht wird, einen Vertrag mit Freenet TV.

ComputerBild beschäftigt sich mit dem Produkt TV Fox und schreibt:

Mit rund 35 Euro ist die Antenne kein Schnäppchen, zumal es sich den Beschreibungen zufolge nicht um eine Aktiv-Antenne mit eingebautem Verstärker zu handeln scheint.


Die Technologie der Flachantennen für DVB T2 ist simpel, wie man an einigen transparent aufgebauten Exemplaren sehen kann. Entgegen der Ansicht von ComputerBild ist es auch nicht nötig, dass der Verstärker „eingebaut“ ist – viel besser ist, eine Antenne mit separatem Verstärker zu kaufen, weil man dann bei der Anbringung flexibler ist.

So viel kann ich Ihnen verraten: Es gibt Antennen mit separatem Verstärker für deutlich unter 20 Euro, die absolut zuverlässig sind. Und wenn Sie’s mir nicht glauben: Ich benutze eines dieser Exemplare – und ich habe sie gekauft, nachdem sich ein 50-Euro-Markenfabrikat nicht zufriedenstellend befestigen ließ.