Skip to content

Deniz Yücel – die Freiheit

Kein Gut ist so wertvoll wie die Freiheit, es sei denn, das Leben. Einst haben mächtigen Despoten im „christlichen Abendland“ und – man muss es sagen – auch Kirchenfürsten diese Freiheit bedroht. Jeder muss wachsam sein, dass dies nicht wieder passiert.

Heute ist die freie Meinungsäußerung in vielen Staaten hochgradig gefährdet. Alle müssen dafür eintreten, die Wahrheit aussprechen und schriftlich veröffentlichen zu können, ohne Schaden zu nehmen.

Deniz Yücel ist nun frei. Doch andere wurden und werden in der Türkei uns anderwärts verurteilt, weil sie wagten, die Wahrheit zu schreiben.

Männer: Nichts mehr dürfen dürfen, nur noch sollen sollen?

Die meisten Wörter, die von Extremistinnen und ihren Seilschaften an Universitäten verwendet werden, dringen nicht aus dem Campus heraus. Zum Beispiel das Wort „pc culture“. (1) Es steht für eine „Kultur sozialer Korrektheit“, die dem Begriff der Meinungsfreiheit entgegensteht.

Meinungsfreiheit bedeutet, seine Meinung öffentlich zu äußern und gegebenenfalls den „Gegenwind“ auszahlten. „Pc Culture“ steht dafür, „Neusprech“ nach Art von „1984“ zu erlernen – also eine Sprachregulierung, die Rechtsextremisten wie auch Kommunisten verwenden, um die Meinungsfreiheit zu unterbinden.

Links-Szene und Feminismus vereint gegen Meinungsfreiheit ?

Es geht heute im Wesentlichen um Frauen, die sich zur Links-Szenerie wie auch zum Feminismus zugehörig fühlen und glauben, aus diesem Zusammenhang den Liberalismus bekämpfen zu müssen. Dabei dürfte klar sein: Wenn wir befürchten müssen, durch unser Beharren auf freie Meinungsäußerung ausgegrenzt zu werden, dann haben wir bereits die Freiheit verloren. Redakteure (und natürlich auch Redakteurinnen) bekommen Scheren im Gehirn. Geschrieben wird nicht mehr, was gedacht werden darf, sondern eine weichgespülte Version, die gerade noch die Gesinnungspolizei passiert.

Wir dürfen noch - aber wir sollen bitte "kuschen"

Wer nicht mehr dürfen darf, was Staat und Gesellschaft an journalistischer Freiheit garantiert, der schreibt bereits, was die Diktatur der Minderheiten für richtig hält. Er (und auch sie) macht sich zum Gefangenen eines ideologisch bestimmten Zeitgeistes, der eine besondere Form der Zensur für „gerechtfertigt“ hält. Ja, wir dürfen noch dürfen – nur sollen sollen wir nicht mehr sollen.

Angeblich ist dies moralisch gerechtfertigt. Ja, wir Männer dürfen weiterhin sagen, was wir denken. Aber wir sollen nicht. Und wir müssen uns von dreisten Akademikerinnen sagen lassen, dass wir gefälligst lernen sollten, „nicht sollen“ und „nicht dürfen“ auseinanderzuhalten. Ja wird dürfen – aber wir sind ganz böse Jungs, wenn wir tun, was wir nicht sollen. Ob Unterwerfungen so beginnen? Oder Diktaturen?

Vermutlich denkt daran niemand in der Szene. Und auch nicht daran, dass die Freiheit ein Gut ist, das verschwindet, wenn man es nicht nutzt.

(1) Hinweis: “Politische Korrektheit” (eigentlich ist soziale Korrektheit gemeint) bezieht sich nach der hier verwendeten Definition auf „eine Methode, die Freiheit der öffentlichen Rede und die Gedanken zu kontrollieren oder vorzuschreiben. Ich halte diesen Hinweis für notwendig, falls Sie im Internet andere Definitionen lesen.

In der SPD grassiert immer noch der sozialistische Bazillus

Nie wieder Sozialismus in Deutschland!
In manchen Parteien setze ich Lernfähigkeit gar nicht erst voraus: in der Partei „Die Linke“ beispielsweise. Diese Partei fühlt sich als Verwalterin des Sozialismus in Deutschland – man hat eben nicht vergessen, woher man kommt und hechelt immer noch der Vergangenheit hinterher.

Doch auch in der SPD – namentlich bei den Jungsozialisten – grassiert immer noch der sozialistische Bazillus. Damit sich dieser ausbreiten kann, wünscht man sich weiterhin „ein linkes Regierungsbündnis“, sprich eine Regierung der drei angeblich mit dem Sozialismus sympathisierenden Parteien SPD, Linkspartei und Grüne.

Wirklich zutreffen dürfte dies nur auf die Partei „Die Linke“, denn sowohl in der SPD wie auch bei den Grünen gibt es inzwischen konservative Grundzüge und mehr Neigung, sich mit Wirtschaftsthemen zu beschäftigen.

Und vielleicht sollte man den Jungsozialisten mal vorhalten, dass es in Deutschland lange Zeit den „real existierenden Sozialismus“ gab, und dass er noch lange nicht in allen Köpfen getilgt wurde.

Man darf der SPD wünschen, dass sie sich selbst endlich und endgültig vom sozialistischen Ballast befreit und sich zur Fortschrittspartei mausert – denn dort liegt die wirklich verletzliche Flanke der CDU. Wenn junge Aufsteiger, tüchtige Facharbeiter, erfolgreiche Akademiker und kritische Intellektuelle demnächst SPD wählen sollen, dann muss die SPD klar machen, dass sie für sie und ihre Interessen sorgen wird. Das bedeutet nicht, die berühmten „kleinen Leute“ oder den Rest der „hart arbeitenden Bevölkerung“ zu vergessen. Es bedeutet nur, die gegenwärtige Fehlorientierung aufzugeben, die auf ganz wenige Unzufriedene und angeblich „Abgehängte“ zählt. Denn wer herausposaunt, „Mehr für die Menschen“ zu erreichen, darf nicht vergessen, dass Menschen aus allen Gesellschaftsschichten angesprochen werden müssen – möglichst nahezu die Hälfte der Bundesbürger.

Ist die Presse der Sklave „sozialer Netzwerke“ geworden?

Anderer Meinung zu sein, als es die Masse ist, wird als „empörend“ gebrandmarkt – das sagen ausgerechnet die Medien aus, die doch eigentlich diese Freiheit verteidigen sollten. Politiker(innen) und feministische Aktivistinnen schlugen im Übrigen sofort in die gleiche Kerbe. Das Meinungskartell des Neusprech will offenbar gar keine Freiheit mehr – es will die Diktatur der „Sozialen Netzwerke“, die unsere angeblich freie Presse vor sich herschiebt und platt walzt. Noch gäbe es ein zurück, sicher. Mutigere Redakteurinnen und Redakteure wären gefragt, doch die Schere ist längst im Hirn. Die freie Presse ist bedroht: Sie ist just dabei, sich von Massenbewegungen in sozialen Netzwerken versklaven zu lassen. Am deutlichsten ist dies beim Hashtag #MeToo geworden.

Dabei haben einige französische Frauen, unter anderem Catherine Millet und Catherine Deneuve nur von ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch gemacht. Doch sofort hat die Diktatur des Mainstreams zurückgeschlagen – wer dort nicht angepasst ist, wird mit Hass und Häme überzogen.

Ja, schlimmer noch: Die Verteidigerinnen der Freiheit (denn nur darum ging es wirklich) wurden an den Pranger gestellt, während das extreme Gedankengut von der Gegenseite pseudo-neutral verherrlicht wurde. Sollte das schule machen, müssen wir uns auf eine Meinungsdiktatur gefasst machen, die mit dem liberalen oder demokratischen Staat nichts mehr zu tun hat.

Und nein, es geht mir weder um das Kleinreden sexueller Nötigung noch um Frauenrechte, ja nicht einmal um Sexismus. Es geht darum, die verfassungsmäßigen Rechte in westlich geprägten Staaten durchzusetzen.

Beste Quelle: DIE ZEIT. Aus der Sicht eines Mannes in DIE WELT. Etwas differenzierter werde ich auf "liebepur".

Nie wieder FDP – die Generalsekretärin und der Diesel

Liberal zu sein heißt nicht, FDP zu wählen
Man kann über den Diesel dieser und jener Meinung sein. Da ist legitim. Ob es auch legitim ist, den VW-Chef Matthias Müller als "Diesel-Judas" zu beschimpfen, ist eine Frage des guten Geschmacks, von dem die FDP-Generalsekretärin Nicola Beer offenbar nicht viel hält.

Dabei soll Frau Beer am Mittwoch auf dem Kurznachrichtendienst Twitter geschrieben haben:

Frage an den Diesel-Judas: Was tragen Sie denn dazu bei, damit neue Technologien und emissionsfreie Kraftstoffe schneller kommen? Oder nur Abgreifen von noch mehr Subventionen?


Dabei ist das Rezept von Müller gar nicht schlecht: Die Subventionen für Dieselkraftstoff sollen fallen – das wäre in der Tat eine gute Lösung - und mithin längst überfällig.

Die Preisfrage ist allerdings: Welches Interesse haben eigentlich FDP-Politiker am Diesel und warum? Und diese Frage bleibt nun wirklich offen.

Nie wieder FDP – ich bleibe dabei.

Zitatenquelle: WELT