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Das Diktat des radikalen Feminismus

Feministen versuchen, aus den Elfenbeintürmen heraus unsere Sprache zu zensieren, zu verfremden, zu bagatellisieren und letztendlich Zensur auszuüben.

Der Versuch ist legal, die Durchsetzung allerdings fragwürdig. Man darf ältere Kulturen nicht zerstören, nur weil es nicht in die eigene feministische Ideologie passt. Da könnte man auf die Idee kommen, das sei vergleichbar mir der Zerstörung buddistischer Tempel durch radikale Muslime.

Die Studierenden an der Alice-Salomon-Hochschule täten gut daran, in sich zu gehen und den Kulturkampf, in dem sie sich befinden, zu beenden.

Es geht um das Gedicht „Avenidas“. Der Bewunderer erwähnt, wie er „Alleen, Blumen und Frauen“ bewundert. Alleen und Blumen sind, wie es scheint, tragbar für den Feminismus, Frauen aber dürfen nicht bewundert werden.

Was die Studierenden fordern, ist schlicht, das Gedicht zu ächten und es auszuradieren auf der Fassade der Universität.

„Neugestaltung“ nennt sich so etwas. Ich sage; es ist radikale ideologische Verblendung, die es sonst nur im politischen Extremismus gibt – und da gehört diese „Fassadenabwaschung“ auch hin. Nein, eine Bücherverbrennung ist es nicht. Aber es könnte tendenziell dorthin führen. Vorläufig nennen wir es einfach mal Zensur.

Können Psychotherapeuten einen Beitrag zur Politik leisten?

Als Psychologe und Psychotherapeut „renommiert“ zu sein, reicht der Presse zumeist, um eine Aussage dieser Person für wissenschaftlich zu halten. Da wird nicht gefragt, warum dieser Mensch so denkt oder wie seine Ideologien aussehen. Das Einzige, was zählt: "Ach ja, hier ist der Fachmann für das Menschsein."

Genau auf diesem Irrtum basieren in letzter Zeit Interviews mit Hans-Joachim Maaz. Wäre er eine reine Privatperson mit Weitblick, würde sich für seine Aussagen kein Journalist interessieren. Das Interessante an ihm ist seine Popularität.

Psychotherapeuten beurteilen, werden aber selber nicht beurteilt

Seit einiger Zeit „analysiert“ dieser Mann Frau Merkel, und was er über sie sagt, klingt nicht eben fein – jeder andere würde dafür belächelt. Aber eben kein Psychotherapeut. Und obgleich er eigentlich inzwischen alles gesagt hat und nicht Neues zu sagen weiß, wir der munter weitergereicht – diesmal zu der in Leipzig erscheinen LVZ. Da geht es nun darum, den Ostdeutschen Wähler (besonders den ostdeutschen Mann) zu entlasten, wobei Angriff offenbar der Verteidigung dient (Zitat).

Man könnte jetzt westdeutschen Wählern vorwerfen, dass sie das (1) Verleugnen und feige sind. Macht aber keiner.


Alles nur Ideologie?

Doch das ist nicht alles – es wäre ja „nur“ eine Ideologie, die der Psychologe vertritt – und „Merkel muss weg“ ist ja keine wohlüberlegte wissenschaftliche Aussage, sonder entspringt einem persönlichen Impuls.

Der eigentliche Jammer an dem Artikel in der LVZ besteht darin, dass Psychologen offensichtlich alles beurteilen können, sich aber erheblich dagegen wehren, wegen der eigenen Persönlichkeit oder der Ideologie, der sie anhängen, beurteilt zu werden. Das ganze Interview klingt ein bisschen nach Ostalgie, Sozialromantik und Schwarzmalerei, das merkwürdig vermischt ist mit Empathie für die Männer, die in Ostdeutschland aus dumpfen Protestgedanken heraus AfD gewählt haben.

Natürlich könnte sich der Psychologe ausrechnen, dass die Anzahl der Bundesbürger, die AfD gewählt haben, seine wortgewaltigen Aussagen gar nicht stützen.

Psychologen können die Welt nicht eindeutig erklären

Mich erstaunt mehr und mehr, dass Psychotherapeuten überhaupt versuchen, die Welt den Unwissenden zu erläutern. Natürlich ist jeder, Schornsteinfeger oder Psychotherapeut, berechtigt, sein Weltbild zu vertreten. Die Frage ist allerdings, ob dies ausreicht, um damit die Welt zu erklären. Dazu müsste man den Bogen ein wenig weiter spannen.

Das unselige Gerede vom "Wandel", der bald stattfindet

Wissen Sie, jeder kann sagen „wir stehen vor einem Wandel“ oder „wir stehen vor großen Veränderungen“ . Ich misstraue jedem, der dies sagt. Sollen diese Leute, wenn sie etwas wissen, doch bitte sagen, welche Zahlen und Fakten dahinter stehen, und welche Veränderungen sie wann, wie und wo konkret auslösen.

Und dem Psychologen mal in seine Kladde geschrieben: Der Mensch an sich ist so geschaffen, dass er ständig vor Veränderungen steht, und jede Veränderung in Frieden und Freiheit kann Chance oder Risiko sein.

Um alle anderen, Kaminkehrer wie Psychotherapeuten, einmal anzusprechen: Jeder kann einen Beitrag zum Wandel leisten, aber nur die Bündelung positiver Kräfte kann uns letztlich nützen. Wenn „wir“ schon das Volk sind, dann müssen wir es auch sein wollen. Und das heißt nun mal, aktiv daran zu arbeiten.

Zitat aus dem bereist verlinkten Artikel mit der LVZ.

(1) Gemeint ist, dass Merkel nach Ansicht des Mannes nicht hätte wiedergewählt werden dürfen.

Ostdeutschland – verlorenes Land für die aufgeklärte Demokratie?

Ein Großteil der Wähler im Osten Deutschlands hat der Demokratie eine Ohrfeige verpasst. Anders kann man es nicht nennen, wenn man überzeugter Demokrat und Liberaler ist und zudem geschichtsbewusster Bundesbürger. Auf der Suche nach der Verantwortung hörte man zwar oft den Namen „Angela Merkel“, dann wieder „die Asylanten“, aber oftmals auch einen völligen Unsinn über Politik und Demokratie. Ich habe jüngst in der „Berliner Zeitung“ gelesen, dass die Ostdeutschen Frust-Männer, die allein geblieben und abgehängten, die Ursache waren. Das mögen Zahlen von irgendwoher belegen, aber es ist nicht die Wahrheit: Die AfD steckt hier im Osten in den Familien, die die kürzlich stattgefundene „Kinderwahl“ eindeutig belegt.

Von Demoskopen erhobene Daten sind geduldig, aber nicht aussagefähig. Mit einer „inneren“ Trennung von Ost und West lässt sich viel beweisen und widerlegen. Doch ein wichtiger Aspekt wird selten genannt. Der Ex-Ministerpräsident Kurt Biedenkopf weißt darauf hin, dass

Viele Politiker in den alten Bundesländern (…) bis heute nicht verstanden … haben …, welche immense Leistung es ist, was hier nach 1990 geschaffen wurde. Und sie anerkennen auch nicht die Herausforderung der Politiker nach der Wende, für das neue politische System und um das Vertrauen der Menschen zu werben.


Und da liegt der Hase im Pfeffer: Viele Menschen im Osten haben das demokratische System von vornherein nicht begriffen, ja nicht einmal die Grundlagen des Wirtschaftssystems oder den Sozialstaat. Insofern muss selbst Biedenkopf widersprochen werden: Es gab keine Bürgerkurse für Ostdeutsche, um dererlei zu verstehen, womit ich nicht behaupte, dass Westdeutsche darin klüger sind. Aber: Sie haben jetzt seit 70 Jahren erfahren, dass sich dieses System bewährt hat. Das ist etwas anders als bei den Ostdeutschen, die nichts vom demokratischen System wissen und die freie Marktwirtschaft niemals begriffen haben. Stattdessen schreien sie bei jeder Gelegenheit nach dem Staat, ohne ihn jemals zu unterstützen. Wobei zu erwähnen bleibt, dass es im Osten keine politische Gesprächskultur gibt – nach wie vor werden Gespräche über Politik im Keim erstickt, indem blitzschnell andere Themen, meist nostalgischer Art, hervorgeholt werden.

Man könnte einen oft gehörten Satz verstehen, der da lautet: „Wir haben nun in 27 Jahren so viel aufgebaut, und nun wollen wir nicht, dass es jemand zunichtemacht.“ Davon kann allerdings nicht die Rede sein, denn die Menschen in den Neuen Bundesländern leben in einem neuen Luxus. Der zeigt sich vor allem darin, dass sich kaum noch jemand „die Hände schmutzig machen“ will – was konkret heißt: Handwerks-Azubis werden zur Seltenheit.

Ich bezweifle, dass die Menschen, die in den 27 Jahren seit der Wiedervereinigung wirklich sehr viel aufgebaut haben, den Staat und seine Regierung hassen. Sie hätten nämlich keinen Grund. Wer hasst also Staat und Regierung, und wer steht hinter den Scharfmachern? Ich weiß es nicht – es können nicht ausschließlich diejenigen sein, die „abgehängt“ wurden, denn wirklich „abgehängt“ wurde kaum jemand. Es muss diese grummelnde graue Masse an den Würstchenbuden sein, von der die Miesmacherei ausgeht.

Grüne Bürgermeisterin macht in moralinsaurem Feminismus

Die grüne Partei stand lange im Ruf, Ideologien vor sich herzutragen. Jetzt ruft eine Bürgermeisterin dazu auf, sogenannte „sexistische“ Werbung zu denunzieren und lässt dazu eine Broschüre verteilen, und so stand es in der Zeitung:

Sie appelliert, gegen solche frauenfeindliche Werbung vorzugehen. Muster-Beschwerdebrief, rote Protest-Postkarten sowie die Anschriften der Außenwerber und des Deutschen Werberates werden in der Broschüre mitgeliefert.


Nun ist dies ein freies Land, und das sollte man vielleicht auch der grünen Bürgermeisterin Monika Herrmann sagen: Wer sich hier als Moralschnüffler betätigt, muss wissen, dass dies auf die Person wie auch auf die Partei zurückfällt. Jedenfalls hat die CDU, die im Bezirk allerdings kaum eine Rolle spielt dankenswerterweise reagiert. Sie bezeichnete die Initiative der Bürgermeisterin als „Aufruf zum Denunziantentum“.

Negativbild von schönen Frauen - dumm und willensschwach?

Der moralinsaure Feminismus zeigt sich vor allem in dem Negativbild, das die Bürgermeisterin verbreitete: Demnach suggerierten Frauen auf den Plakaten, „willensschwach, hysterisch, dumm, unzurechnungsfähig … und – naiv zu sein.“ Aha: Also nicht selbstbewusst, in sich ruhend, klug und selbstsicher zu sein. Was für ein Frauenbild hat die Bürgermeisterin denn da? Es sind Frauen, die solche Werbung sehen wollen und solche Produkte kaufen – und sie sind ebenso selbstsicher und klug wie die Modelle, die in der Werbung zu sehen sind.

Der Berliner Bezirk Kreuzberg-Friedrichshain ist durch und durch Grün und galt als zeitweise als fundamentalistisch, als Hans-Christian Ströbele dort das Direktmandat holte. Bei der Wahl 2017 schaffte es Canan Bayram, das Direktmandat zu gewinnen.