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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Die unzufriedenen Deutschen und ihre Auffassung vom Staat

Einige Menschen in Deutschland – vor allem in den neuen Bundesländern - fühlen sich, als „würden sie nicht wahrgenommen“.

Doch seit wann ist dies der Fall?

Zunächst einmal: In den neuen Bundesländern herrscht die Auffassung vor, der Staat müsse, solle und könne alles richten.

Das kann er nicht. Und jeder, der noch einen Funken Verstand hat, weiß dies: Nur in totalitären Regimen regelt „alles“ der Staat - aber auch hier nicht zu aller Zufriedenheit.

Linke und rechte Gruppen verunsichern die Bevölkerung

Nun sind wir wieder soweit: Linke wie rechte Parteien und Bündnisse versuchen, dem Bürger einzureden, dass der Staat die Möglichkeit hat, alles zu verändern – ohne die Freiheiten einzuschränken. Und viele haben vergessen: Freiheit gibt es nicht umsonst. Sie will verteidigt werden.

Die deutsche Bundesregierung bemüht sich nach Kräften, den Unzufriedenen zu erklären, warum alles gerade jetzt so ist, wie es ist. Wer es noch nicht bemerkt haben sollte: Wir leben in einer Krisenzeit, und Deutschland ist nicht der Verursacher. Eigentlich müssten die Demokraten in unserem Land zusammenhalten.

Doch wir haben eine Krise der Demokratie. Sie wurde Teil herbeigeredet, andernteils auf dem Hintergrund von Ideologien befeuert. Aber sie müsste nicht sein, wenn jeder Deutsche ein „gelernter Demokrat“ wäre.

Und genau daran gibt es gewisse Zweifel.

Zuweisungen für Dumme – der weiße alte Mann

Keine Zuweisungen für irgendjemanden
Hier schreibt ein alter, weißer, heterosexueller Mann, der sich geistig nicht alt fühlt, weiß zu sein nicht als Privileg ansieht und der unverschämt findet, sich sexuell katalogisiere zu lassen.

Ja, ich halte euch, die ihr dennoch die Zuweisungen (alt, weiß, männlich, Hetero) benutzt, für gedankenlose Schwätzer. Was überwiegend daran liegt, dass ich Menschen weder nach ihrer Hautfarbe, noch nach ihrem Alter noch nach ihrer „sexuellen Ausrichtung“ beurteile. Die Differenzierung nach dem Geschlecht oder der sexuellen Ausrichtung ist nur dann wichtig, wenn wir sexuelle Kontakte oder Beziehungen suchen, um Partnerschaften oder Familien zu gründen.

Wenn wir den verkrampften Ideologen glauben würden, dann müsste es zu allem ein Gegenteil geben – was schon für sich genommen Unsinn ist. Und das wäre dann, aus dem Hut gezaubert, eine junge, dunkelhäutige Frau, die sich als queer bezeichnet.

Interessant ist, dass die Schönschreiber solcher Ideologien tatsächlich glauben, dass die Denk- und Handlungsweisen dieser fiktiven Person sinnreicher als das Denken, Handeln und Urteilen aller Menschen ist.

Und deswegen: keine Zuweisungen für irgendjemanden wegen seiner Hautfarbe, seines Geschlechts oder seiner Ausrichtung.

Die liberalen Denker und die missionarischen Verfälscher

Menschen sind zweigeschlechtlich. Das ist die Wahrheit. Wahr ist aber auch, dass es Denkrichtungen gibt, die das anders sehen.

Nun ist es so: Schreiben wir Autoren von zwei Geschlechter, dann treten wir jenen auf die Füße, die „soziale Geschlechter“ für Realitäten und nicht für Denkmodelle halten. Sie stören sich also daran, dass wir ihre Denkrichtung nicht genügend berücksichtigen.

Sozial korrekt zu sein heißt das Denken zu begrenzen

Und nein, es geht mir nicht nur um dieses Thema – ich streite mich selten darüber, ob ein „anders Denken“ erfolgreicher ist als das eigene. Aber mir geht die überhebliche „soziale Korrektheit“ seit Langem auf den Keks. Heute glaubt jede und jeder, selbst korrekter, bewusster und ethisch besser ausgerichtet zu sein als alle anderen. Das wäre nicht so schlimm, wenn jene keine religionsähnliche Denkweise hätten, die sie wie einst die Missionare unters Volk bringen wollten. Und sie haben mit dieser Methode offenkundig Erfolg. Wir Autorinnen und Autoren haben die Schere schon im Kopf, wenn unsere Finger über die Tastatur huschen: Die Diktatur der Ideologen wirkt offenbar.

All dies ist mit dem liberalen Geist nicht vereinbart. Jeder darf denken, was er, will. Aber missionarisch Ideologien zu verbreiten und andere, damit auf die Knie zu zwingen, ist Willkür.

Proteste – unerträgliche Gruppeninteressen und Egoismus

Nun gehen alle wieder dem nach, was sie am besten können: haltlos egoistisch zu sein. Ob der Herr Weselsky nun behauptet, für die Lokführer einzutreten oder ob er seine Mache zum eigenen Ruhm durchzieht, mag jeder selbst entscheiden. Tatsache ist: Das Leid des Streiks ist für die Lokführer minimal, für die Bahnkunden aber nahezu unerträglich.

Bauernproteste nützen vor allem den Agrarkonzernen

Nachdem der Lokführer-Gewerkschaftler „mit seinem Konfrontationskurs gut gefahren“ ist, wie die Frankfurter Rundschau schrieb, versuchen es auch andere. Plötzlich wird „Power to the Bauer“ wieder ein Schlagwort, von dem ich zumindest glaube, es in den 1970er/1980er-Jahren schon einmal gehört zu haben. Nun fahren sie mit riesigen Traktoren und Lkws durch die Straßen, und viele haben Verständnis für sie – ja, die Bauern – wie damals im Arbeiter- und Bauernstaat „DDR“. Oder nach den Studentenprotesten in der damaligen Bundesrepublik („Westdeutschland“), als viele der Protestler selber „vom Leben auf dem Lande“ träumten. Übrigens: Landwirtschaft besteht nicht nur aus Familienunternehmen, in denen die Gewinne schmal sind, sondern auch aus Agrarkonzernen, die hohe Gewinne verzeichnen.

Handwerker folgen den Bauern

Handwerker schlossen sich in Leipzig an – man höre – Handwerker. Das sind die Leute, auf die man meist Monate, teils aber auch Jahre warten muss, bis sie ihre Hände rühren. Mag sein, dass sie gerade Probleme haben – doch wer hätte die nicht?

Probleme und Lösungen - kaum Chancen mehr auf Sachlichkeit

Ach ja – Problem haben sie alle. Vor allem diejenigen, die jeden Politiker von vornherein für einen Deppen halten. Oder wie soll ich solche Sprüche bitte verstehen? „Talent- und Sachkundebefreite Politiker ruinieren unser Land?

Ich bin wirklich gespannt, wo diese Art der Protestierenden diejenigen Leute hervorlocken wollen, die sowohl über Talent wie auch über Sachkunde verfügen. Und noch etwas fällt mir dazu ein: Sie müssten auch die Fähigkeiten haben, einen relativ großen „Laden“ wie ein Ministerium zu führen. Ach, nicht zu vergessen: Wenn sie wirklich „einsame Spitze“ wären – dann wäre da noch die Frage, ob sie wirklich in die große Politik gehen würden. Die meisten „guten Bürger“ überschätzen die Attraktivität dieses Berufs.

Was tust DU für deinen Staat?

Alles zusammengenommen stelle ich mal die Frage: „Und was tust DU jetzt und hier für unser Staatswesen, für den Fortbestand der Demokratie oder für den liberalen Staat?

Ach, auf die Straße gehen und Transparente vorzeigen?

Also – ich glaube das nicht. Und ich stehe gewiss für Demokratie und Liberalismus.

Fröhliche Weihnachten in ein paar Länder, die ich kenne

Ein dänischer Weihnachtsmann im Jahr 2000.
Ja, es ist Weihnachten geworden … und ich hatte kein leichtes Jahr. Aber immerhin konnte ich dann und wann eine kleine Diskussion anstoßen.

In den 12 Weihnachtsnächten kommen wir zur Ruhe – und ich sowieso. Manche Menschen sehen in den 12 Nächten christliche Symbole, andere glauben, dass die wilde Jagd über sie hinwegfegt. Meinetwegen können sie glauben, was sie wollen.

Was immer wir darüber denken mögen – „zwischen den Jahren“ gibt es eine Zeit, die stillzustehen scheint. „Heide“ und „Christ“ feiern zusammen das Fest des Lichts – spüren, wie die Tage nach und nach wieder länger werden. Es ist kein Wunder, dass in den nordischen Ländern das Licht ungeduldig erwartet wird – falls es überhaupt Tag wird, ist er kurz.

Wir wünschen einander „fröhliche Weihnachten“ – ja, das tun wir. Und manche von uns glauben nicht einmal, dass es wirklich fröhlich ist, dieses Weihnachten. Aber immerhin können wir das Fest in Frieden und Freiheit feiern, wie wir wollen. Das können viele Menschen auf dieser Erde nicht.

Vielleicht mag sich mancher daran erinnern und dieses Land und seine Regierung loben, dass jeder Mensch hier nach eigener Vorstellung glücklich werden darf. Es ist jedenfalls sinnvoller, als ständig mit diesem Land und seiner liberalen Demokratie zu hadern.

Und in diesem Sinne wünsche ich euch: Fröhliche Weihnachten, Merry Christmas, Joyeux Noël, ganz kurz God Jul auf Norwegisch und – nicht zu vergessen die längste Form, die ich kenne, auf Zulu - Sinifesela Ukhisimusi Omuhle Nonyaka Omusha Onempumelelo.