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Evangelikaler als Präsident abgeschmettert

Ein Trost am heutigen Ostermontag: Der ideologisch motivierte und entsprechend extremistische evangelikale und rechtskonservative Bewerber Fabricio Alvarado Muñoz hat die Stichwahl in Costa Rica verloren.

Der Gewinner, Carlos Alvarado Quesada, mag kein strahlender Sieger sein, und das Land hat Probleme in Hülle und Fülle. Doch wichtig ist zunächst einmal, dass die evangelikale Bewegung ihre Ideologien nicht mithilfe der Politik durchsetzen kann. In Costa Rica nicht und hoffentlich sonst auch nirgendwo auf dieser Welt.

Extremisten

Wenn ich einen Vogel sehe, der wie eine Ente geht und wie eine Ente schwimmt und wie eine Ente quakt, nenne ich diesen Vogel eine Ente. Und wenn ich einen Menschen sehe, der schreibt wie ein Extremist, sich unter Extremisten wohlfühlt und die Gedanken der Extremisten verbreitet, dann nenne ich ihn einen Extremisten.

Menschen, die differenziert denken, halten sich von Extremisten fern. Sie vertreten Standpunkte, keine Ideologien. Und sie hetzen andere nicht zum Hass auf.

TAFELN nicht in ihre Selbstbestimmung hineinreden!

Ganz klar: TAFELN sind für die Ärmsten der Armen da. Und es ist gut und richtig, die TAFELN entscheiden zu lassen, wann die Kapazitäten der Waren und des Personals ausgelastet sind.

Heißt konkret: Die TAFELN dürfen nicht für die Fehler der Politik verantwortlich gemacht werden. Und wenn dies trotzdem geschieht, dann geben sie möglicherweise auf – denn so einfach ist es ja nun auch wieder nicht, den Betrieb täglich aufrechtzuerhalten.

Und die Politiker? Sie sollen wenigstens in diesem Punkt gefälligst ihr Maul halten – Links, Rechts und vor allem in der Mitte. Ich hörte dieser Tage schon mal, wer alles „verantwortlich“ für die Misere der Ärmsten sein soll. Und ich sage dazu mal klar: Hört mal auf, ständig „Verantwortliche“ vorzuführen, die sich gerade dafür eignen. Dazu wäre noch mehr zu sagen. Zum Beispiel, seitens der Presse und gewisser Institutionen nicht ständig die armen „Massen“, herbeizureden, weil das gerade ins politische Konzept passt. Es gibt „statistisch Arme“ und Menschen, die um das täglich Brot für sich und ihre Kinder kämpfen. Sie in einen Topf zu werfen, ist über alle Maßen unredlich.

Deniz Yücel – die Freiheit

Kein Gut ist so wertvoll wie die Freiheit, es sei denn, das Leben. Einst haben mächtigen Despoten im „christlichen Abendland“ und – man muss es sagen – auch Kirchenfürsten diese Freiheit bedroht. Jeder muss wachsam sein, dass dies nicht wieder passiert.

Heute ist die freie Meinungsäußerung in vielen Staaten hochgradig gefährdet. Alle müssen dafür eintreten, die Wahrheit aussprechen und schriftlich veröffentlichen zu können, ohne Schaden zu nehmen.

Deniz Yücel ist nun frei. Doch andere wurden und werden in der Türkei uns anderwärts verurteilt, weil sie wagten, die Wahrheit zu schreiben.

Männer: Nichts mehr dürfen dürfen, nur noch sollen sollen?

Die meisten Wörter, die von Extremistinnen und ihren Seilschaften an Universitäten verwendet werden, dringen nicht aus dem Campus heraus. Zum Beispiel das Wort „pc culture“. (1) Es steht für eine „Kultur sozialer Korrektheit“, die dem Begriff der Meinungsfreiheit entgegensteht.

Meinungsfreiheit bedeutet, seine Meinung öffentlich zu äußern und gegebenenfalls den „Gegenwind“ auszahlten. „Pc Culture“ steht dafür, „Neusprech“ nach Art von „1984“ zu erlernen – also eine Sprachregulierung, die Rechtsextremisten wie auch Kommunisten verwenden, um die Meinungsfreiheit zu unterbinden.

Links-Szene und Feminismus vereint gegen Meinungsfreiheit ?

Es geht heute im Wesentlichen um Frauen, die sich zur Links-Szenerie wie auch zum Feminismus zugehörig fühlen und glauben, aus diesem Zusammenhang den Liberalismus bekämpfen zu müssen. Dabei dürfte klar sein: Wenn wir befürchten müssen, durch unser Beharren auf freie Meinungsäußerung ausgegrenzt zu werden, dann haben wir bereits die Freiheit verloren. Redakteure (und natürlich auch Redakteurinnen) bekommen Scheren im Gehirn. Geschrieben wird nicht mehr, was gedacht werden darf, sondern eine weichgespülte Version, die gerade noch die Gesinnungspolizei passiert.

Wir dürfen noch - aber wir sollen bitte "kuschen"

Wer nicht mehr dürfen darf, was Staat und Gesellschaft an journalistischer Freiheit garantiert, der schreibt bereits, was die Diktatur der Minderheiten für richtig hält. Er (und auch sie) macht sich zum Gefangenen eines ideologisch bestimmten Zeitgeistes, der eine besondere Form der Zensur für „gerechtfertigt“ hält. Ja, wir dürfen noch dürfen – nur sollen sollen wir nicht mehr sollen.

Angeblich ist dies moralisch gerechtfertigt. Ja, wir Männer dürfen weiterhin sagen, was wir denken. Aber wir sollen nicht. Und wir müssen uns von dreisten Akademikerinnen sagen lassen, dass wir gefälligst lernen sollten, „nicht sollen“ und „nicht dürfen“ auseinanderzuhalten. Ja wird dürfen – aber wir sind ganz böse Jungs, wenn wir tun, was wir nicht sollen. Ob Unterwerfungen so beginnen? Oder Diktaturen?

Vermutlich denkt daran niemand in der Szene. Und auch nicht daran, dass die Freiheit ein Gut ist, das verschwindet, wenn man es nicht nutzt.

(1) Hinweis: “Politische Korrektheit” (eigentlich ist soziale Korrektheit gemeint) bezieht sich nach der hier verwendeten Definition auf „eine Methode, die Freiheit der öffentlichen Rede und die Gedanken zu kontrollieren oder vorzuschreiben. Ich halte diesen Hinweis für notwendig, falls Sie im Internet andere Definitionen lesen.