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Blogs und Kommerz

Es ist sehr interessant, ein Blog zu führen – besonders für Künstler, Schriftsteller und Journalisten, die jenseits des Mainstreams sagen dürfen, was sie wirklich denken. Mein Blog ist da ein bisschen atypisch, aber ich führe das Blog gerne, um den Gedanken des liberalen, aber kritischen Geistes im Internet aufrechtzuerhalten.

Es ist keinesfalls ehrenrührig, für sich zu werben, sein Geschäft zu bewerben oder Waren zu bewerben. Aber es ist durchaus fragwürdig, wenn mehr als die Hälfte der Blogbeiträge (manchmal sogar nahezu alle) nur den Zweck dienen, Provisionen zu kassieren.

Oftmals sind es die Blogger selbst, die nach PR-Artikel gieren und diese willfährig veröffentlichen – dann aber sind es auch PR-Firmen, die versuchen, Blogger zu verführen. Es ist ja nicht einmal so, dass Blogger (wie andere Redakteure auch) gelegentlich über Produkte oder Dienstleistungen berichten – im Bereich der Kultur ist es sogar die Regel. Die Gratis-Werbung für Bücher, Musiker, Sänger, Bühnenstücke oder Filme ist durchaus Bestandteil der Berichterstattung – sogar in öffentlich-rechtlichen Medien.

Doch seit einiger Zeit gibt es neue Goldgräber – Suchmaschinen mit dem Nebeneffekt der Produktwerbung, verdeckte PR-Artikel in Online-Medien, und vor allem die PR-Schleuder „Soziale Netzwerke“.

Vor allem Letztere verführen dazu, die Moral absinken zu lassen. Der Gedanken dahinter: „Wenn die Großen Millionen an Kohle mit ihren Netzwerken absahnen, dann will ich wenigstens 100 oder 1000 Euro pro Monat mit meinem Blog machen.“

Womit wieder bewiesen ist: Das Internet der Massen verdirbt die Moral – aber nicht durch Sex und Co. – sondern durch Menschen, die Informationsfreiheit und Gewinnstreben zu einem undurchsichtigen Brei verkochen.

Meine einfachen und wirksamen Fotografie-Tipps

Sinnliche Schönheit mal ganz anders
Ich fotografiere – mit Unterbrechungen – seit 65 Jahren. Wen es interessiert: Da war eine Agfa Clack, eine Praktika, eine Pentax, eine Mamiya Mittelformat und eine Nikon. Seit einigen Jahren fotografiere ich digital und habe dafür inzwischen die richtigen Geräte gefunden.

Meine Tipps?

1. Nie an der Lichtstärke sparen

Der erste Fotografie-Rat beim Kauf: Sparen Sie niemals an der Lichtstärke. Fall Sie finanziell sparen müssen, sparen Sie am Zoom. Billige Zoomobjektive haben schlechte, teils wechselnde Lichtstärken. Das bedeutet: Sie können nicht mehr alles und alle bei natürlichem Licht fotografieren. Denken Sie bitte einen Moment daran, dass ein Foto ein Lichtbild ist und Sie ein Lichtbildner sind.

2. Kaufen Sie nicht „teuer“ – kaufen Sie gut

Noch mal zum Kauf einer Kamera: Teuer ist überflüssig. In meiner Jugend habe ich teures Equipment gekauft – manchmal war es von Nutzen, manchmal nicht. Und ich sage Ihnen verbindlich: Heute eine Spiegelreflexkamera mit Wechselobjektiv zu kaufen, heißt Geld zum Fenster hinauszuwerfen – es sei denn, Sie wären auf Safari oder hätten ein Studio. Ich habe vor einiger Zeit einen weit gereisten Profi getroffen, der mit einer Bridge-Kamera fotografiert. Ich habe auch eine.

3. Lernen sie, die Kamera ruhig zu halten

Der beste Rat zum Verhalten: Lernen Sie einmal im Leben, wie man eine Kamera ruhig hält. Bei weniger als 1/50 Sekunden ist dies für die Qualität entscheidend, bei unter 1/100 Sekunden immer noch wichtig. Einatmen – Abdrücken, Ausatmen. Niemals starken Druck auf den Auslöser ausüben.

4. Vermeiden Sie Blitzaufnahmen

Der beste Fotografie-Rat: „Normale“, also eingebaute Blitze geben ein mieses, direktes Licht und erzeugen Lichtflecken – insbesondere auf der Haut. Indirektes Blitzen ist teuer und meist nicht nötig. Die „falsche“ Lichtfarbe von Glühbirnen, LEDs und anderem künstlichen „Gelichter“ lässt sich heute leicht korrigieren. Im Übrigen: dies Licht ist nicht „falsch“, sondern nur anders.

5. Verwenden Sie eine leichte Tele-Einstellung für Porträts

Der fotografische Porträt-Rat: Porträts mit Weitwinkel-Objektiven werden nur in der kreativen Fotografie eingesetzt – wenn aber eine Person „schön“ wirken soll, dann nehmen Sie eine leichte Tele-Einstellung.

6. Vergleichen Sie nie

Ich befolgte niemals den oft gehörten Rat, meine Bilder von „anderen“ beurteilen zu lassen. Die Bilder müssen Ihnen gefallen – das ist alles. Wenn Sie professionell fotografieren wollen, müssen Sie Qualitätsansprüche erfüllen, von denen Sie nur träumen können - es lohnt scih also nicht, sich mit Top-Fotografen zu vergleichen. Um gut fotografieren zu können, reicht es völlig, passende Motive und Brennweiten zu wählen. Übrigens: Ist Ihnen aufgefallen, wie viel „teures“ Equipment bei Beurteilungen erwähnt wird? Die meisten Bilder hätten Sie auch mit einer guten Handy-Kamera machen können. Ansonsten verweise ich auf Lichtstärke und die Qualität der Optik.

7. Glamour und Akt – nur für Profis

Oh – ein Rat für nackte Haut. Gute Porträtfotografen und (lachen Sie nicht) solche, die besonders interessante Blumenarrangements fotografieren können, dürfen sich gerne an Aktfotos versuchen. Alle anderen sollten die Finger davon lassen. Am schwierigsten ist es, jemanden „sexy“ zu fotografieren und dabei ästhetisch zu bleiben. Wenn Sie sich in Akt versuchen wollen: Das Licht so weich wie möglich halten – das wird nur gehen, wenn Sie Reflektoren verwenden. In Vergessenheit geraten sind "soziale Akte" - also Fotos von wenig bekleideten Menschen in ihrer üblichen Umgebung.

Ich hoffe, Sie konnten einen Nutzen aus diesen sieben bewährten Ratschlägen ziehen. Mit diesem Beitrag nehme ich an einem Wettbewerb teil.


Sind Blogs eine „Mädchensache“ geworden?

Wenn von erfolgreichen Blogs oder Bloggern die Rede ist, dann ist inzwischen höchstwahrscheinlich, dass dies zutrifft:

1. Sie werden von einer jungen Frau geführt.
2. Sie beschäftigen sich fast ausschließlich mit Mode und Schönheit.
3. Sie betreiben verdeckte und/oder offene Werbung.

Diesmal waren alle Blogs, die von einer bekannten Blog-Promotion-Seite angepriesen wurden, Mode-Blogs.

Manche der Blogs ähneln dabei sehr modernen Frauenzeitschriften – und sie sind so informativ, wie Frauenzeitschriften eben sind. Hier beispielsweise Mode für die Frau, die aus sich und ihrem Fahrrad ein Gesamtkunstwerk machen will.

Algengeblubber: die Woche bei Sehpferd – aktuell und retro

Ende der Woche? Endlich! Das Retro-Magazin „Sehpferd bloggt“ ist im alten Stil mit alten Themen frisch geputzt worden. „Das wird nie etwas“, haben die Freunde gesagt. Heute macht man doch auf FACEBOOK oder oder auf TWITTER oder meinetwegen noch gerad mal TUMBLR, aber so etwas Altmodisches wie ein Blog …

Also: was war? Einheit. Und ein Volk, das sich nicht mehr einig ist, seit es vereint ist. Man denke: Das Volk im Osten mauert gegen eine Kanzlerin, die aus dem Osten kommt, und pfeift einen Bundespräsidenten aus, der aus dem Osten kommt? Wahrscheinlich ist demnächst der Ostwind dran oder das Osterei. Die Frau Familienminister hat sich gerade in die Sexismusdebatte eingemischt – ach, wie wichtig, Frau Minister. Sonst nichts zu tun?

Frauen sind edel, hilfreich und gut und kaufen sich ab und zu mal eine Domina, Hure oder eine andere erotische Dienstleistung. Stand in einem feministischen Magazin, sonst hätten die Sehtiere gar nicht gewagt, es zu bringen.

Ob manchmal nicht auch ein Kuscheltier gereicht hätte, wenn frau (oder man) Lust auf Zärtlichkeit und vertrauliche Gespräche hatte? Klar können Kuscheltiere sprechen. Und Blumen. (Können Sie bei Lewis Carroll nachlesen). Sie müssten einfach mal lernen, anders zu denken – quer oder besser noch diagonal.

Im Bereich der Krimi genannten Sozialklamotten gab es diesmal bärtige Kerle und reichlich eigenartige Kommissarinnen. Wahrscheinlich hat manche Arbeiterin am Fließband ein besseres Verhältnis zur Realität als die TATORT-Frauen.

In Leipzig sind zwei Junglöwen ausgebrochen. Der Zoodirektor behauptet, sie seine über den Wassergraben gehüpft –sehr unwahrscheinlich. Aber nun soll er verbreitert werden.

Wichtig: warum wir Probleme haben und keine Lösungen. Interessiert vermutlich keine Sau, ist aber eine meiner Kernkompetenzen – nicht für Säue, versteht sich.

Apropos: Wir haben Meinungsfreiheit! Und zwar nicht nur für die „privilegierte Medienfuzzis“ – na, das beruhigt doch.

Was mich schon eher beunruhigt, sind Hotlines. Statt „von ihren Kunden zu lernen“, was wirklich sinnvoll wäre, blubbern sie uns mit Blödsinn dicht. Oh, darüber könnte mich mehr schreiben. Aber die Clowns bei den Hotlines interessiert das vermutlich einen Scheiß.

Der Rest ist Retro – und etwas Eigen-Sinn.

Die Ode an den Kaffee stammt von einem britischen Gasthausschild, die Keuschheits-Aufgabe als Belohnung für Wähler stammt aus einer uralten Wahl, ein österreichischer Sex-Sender ist längst Geschichte, und Seepferd-Fans sind keine Sehpferd-Fans. Bleibt ein Geheimnis, was Sache ist, wenn jemand „Brexit“ schreit, und warum ein Fleck auf dem Tisch auf das Lokal hinweist, in dem der Wein serviert wurde. Schon die Sehjungfrau beguckt? Oder wollten Sie schwanger von einem Smartphone werden? Blubb, blubb ...

Der wundersame Wandel der Blogs zum reinen PR-Medium

Blogging - für wen und warum?
Blogs sind einst aus drei Gründen entstanden: der erste war, ein Logbuch über das eigene Leben, die eigenen Gefühle und Gedanken zu entwickeln, die auch andere interessieren könnten. Der zweite bestand darin, dem auch damals schon als verlogen geltenden Mainstream-Journalismus etwas entgegenzusetzen. Der dritte schließlich bestand darin Blödsinn in die Welt zu bringen, etwa warum Mozart göttlich ist oder die Weltrevolution kurz bevorsteht.

Blogs verkommen zu PR-Medien

Heute sind die „angesagten“ Blogs PR-Mittel, um nahezu kritiklos Produkte zu vermarkten – mal gegen direkte Bezahlung, mal mit dem Sponsoring durch Produkte und Anzeigen. Sicher bisweilen auch aus Geltungsbedürfnis, aber davon kann man auf Dauer nicht leben. Und diese Blogs richten sich nahezu ausnahmslos an Frauen, und und dabei ganz überwiegen an mode- und lifestylebewusste Frauen, mit anderen Worten: an Frauen, die Kohle haben.

Ein Blog ohne Kommerz und ohne Mode?

Ich kann – wie alle anderen auch – nichts dagegen tun, dass der Kommerz die Blogwelt durchflutet. Das Schema ist: Eine Frau empfiehlt der anderen, was gut für sie ist – ohne sie zu kennen. Das Prinzip, ein Mix aus Wirtschaftsinteressen, Fiktion, Illusion und „Entre Nous“-Gefühlen ist kaum noch zu stoppen. Die neuen Blogs sind sozusagen die „Frauenzeitschriften 2.0“, nur noch aufdringlicher und noch geschickter verpackter Werbung.

Habe ich dem etwas entgegenzusetzen?

Nein, natürlich nicht. Ich hoffe dennoch auf Leser – und sogar Leserinnen.