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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Hast Du Fragen an mich?

Ich lasse mich nicht ausfragen, aber es ist möglich, mir Sachfragen zu stellen. Wirklich einfach ist dies, wenn du dich bei Quora anmeldest und Fragen zu meinen dort registrierten Kernkompetenzen stellst (hier mit erweiterten Erklärungen).

Alltagspsychologie
Beziehungen
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Dating (im Bezug auf Beziehungen)
Erotik und Sinnlichkeit
Lebensstil, Lebensentwürfe
Liebe an sich
Liebe und Beziehungen
Kommunikation
Problemlösungen
Sexualität.


Fragen zu meiner Person beantworte ich grundsätzlich nicht - es ist deshalb zwecklos, mich danach zu fragen.

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Probleme lösen

Wie löst man eigentlich Probleme? Als ehemaliger VHS-Dozent für Problemlösungsstrategien werde ich gelegentlich noch danach gefragt.

Probleme mit den Problemen

Nun ist es nur leider so: Jede ernsthafte Problemlösungsstrategie beginnt mit der Frage: Handelt es sich überhaupt um ein Problem? Und da gehen die Meinungen bereits weit auseinander.

Für mich ist es klar:

Ein Problem ist ein Zustand, der sich nicht mehr selbst reguliert, sondern bei dem ein Eingriff erforderlich ist, um zur Selbstregulation zurückzukehren.

Oder mit andren Worten: Selbstregulation ist der Normalzustand, Eingriffe sind die Ausnahme.

In meiner Definition wird vermutlich klar, dass es nicht allein um „angestrebte Situationen“ geht, also um schwererreichbare Ziele oder gar nur unerreichbare Wünsche.

Probleme müssen beschreibbar sein, um sie zu lösen

Deshalb verlangt der Problemlöser, dass ein Problem beschrieben werden kann. Problem, die nicht beschrieben werden können, fallen automatisch aus dem Konzept.

Ich will an dieser Stelle keinen Vortag halten, sondern gleich darauf eingehen, wie wahrscheinlich es ist, Lösungen zu finden.

Nach Watzlawick gibt es drei Arten von Problemlösungen:

- Mehr desselben
- Etwas anders
- Unlösbarkeit.


Man kann nun aber noch eines hinzunehmen: einmal das Gegenteil. Man nennt das „streng wissenschaftlich“ gesprochen „Paradoxe Intervention“, und das würde im Volksmund heißen: „Versuch, es falsch zu machen – dann wird es richtig.“ Also nenne ich noch:

- Die paradoxen Lösungen

Aus der Praxis kann ich euch zwei weitere Phänomene nennen:

- Die spontane Lösung.
- Die zufällige Lösung bei der Analyse.


Das Fazit - wie wir Probleme lösen können

Ich fasse das Gesagte einfach zusammen:

Generell hat Watzlawick recht: Wir versuchen, Probleme zu lösen, indem wir „mehr desselben“ tun oder aber „etwas anders“ machen. Das „mehr desselben“ steht in Hunderten von Erfolgsratgebern. Allerdings hat die Sache einen erheblichen Haken: Je mehr wir tun, ohne auf die Selbstregulation zu achten, umso mehr müssen wir „Nachregulieren“. Das heißt, dass wir auf Dauer mehr und mehr tun müssen, um den Zustand stabil zu halten. Das ist ungeheuer anstrengend.

„Etwas anderes“ umfasst alle Lösungen, die wir mithilfe neuer Wege versuchen. Dazu müssen wir unser Problem entweder analysieren, oder ohne Analyse einen neuen Weg einschlagen. Ist unser Problem Verbissenheit, so hilft oft schon, einer paradoxen Idee zu folgen. Sollte das Problem ein Engpass sein, so hilft es uns, den „Bottleneck“ zu umgehen.

Die einfachen Lösungen treten ein, wenn die Selbstregulierungskräfte nur vorübergehend gestört waren. Wir sagen dann vielleicht „oh, letzte Woche hatte ich mich in etwas verrannt – ich weiß auch nicht, was mich dazu trieb.“ Lösungen, die schon bald erkennbar werden, entstehen durch den „Zwang zur Digitalisierung“ – das ist ein Element der Problemanalyse. Dabei fordern wir den „Problemeigentümer“ auf, den Istzustand der Situation zu beschreiben, die er ändern möchte. Wenn ihm das erfolgreich gelingt, wird die Hürde aufgehoben zwischen „Wie sieht das Problem in meiner Fantasie aus und wie, wenn ich es beschreibe?“

Das alles kann man viel ausführlicher beschreiben. Es ist wirklich kein Hokuspokus, sondern etwas sehr Konkretes.

Wann ist jemand bereit für eine Beziehung?

Ich stelle zu Anfang eine Behauptung auf:

Je intensiver eine Person behauptet, sie sei „bereit für eine Beziehung“, umso weniger ist sie es. Je weniger sie darüber spricht, umso wahrscheinlich ist, dass sie eine Beziehung eingehen wird.

Der Grund liegt in der Unverbindlichkeit. Es ist unmöglich, für sich selber festzustellen, bereit für „eine Beziehung zu sein“, wenn man kaum Menschen getroffen hat, die dafür infrage kämen. Übereinkünfte mit uns selbst sind hilfreich, wenn sie ausschließlich „uns selbst“ betreffen. Deshalb können wir uns sagen: „Ich denke, ich bin jetzt so weit, dass ich (wieder) eine Beziehung suchen kann.“

Bereit sein ist nichts - Lernen ist alles

Nun mag es euch so erscheinen, als sei das kein großer Unterschied. Eine Beziehung zu suchen, bedeutet, offen für Beziehungen zu sein und nicht auszuschließen, dass eine der Begegnungen Erfolg hat. Daraus folgt: Wer das tut, geht durch eine Lern- und Informationsphase.

Wer hingegen sagt: „Ich bin bereit für eine Beziehung“ hat dies lediglich für sich entscheiden – ob mit oder ohne Hintergrund, und völlig unabhängig von seinem Sinn für Realitäten.

Der Satz: „Ich bin (jetzt, wieder) bereit für eine Beziehung“ ist also nichts als eine Aussage ohne Hintergrund.

Falsches Zeit-Zeichen: das Über-Denken

In der Zeit, in der wir leben, überdenken wir sehr stark, wer der richtige Partner ist. Wir schauen, ob ein Mensch „qualifiziert“ ist, mit uns auszugehen und wer davon „geeignet“ ist, eine Beziehung mit uns einzugehen. Wir überdenken diese Beziehungen, bevor sie jemals Wirklichkeit werden, und wir „Über-Denken“ dabei. Oftmals platzen unsere Denk-Träume ohnehin: Ja, wir könnten uns vorstellen, diese Frau, diesen Mann noch einmal zu treffen. Wir hätten die Idee sie/ihn zu heiraten oder mit ihm/ihr eine Familie zu gründen. Nur – er (sie) kann es nicht. „Wir“ haben für uns und in uns gedacht.

Und wann sind wir bereit für eine Beziehung? Wenn wir mit diesem anderen Menschen besonders gerne zusammen sind und annehmen, dass all dies auch so bleiben wird. Und dann kannst du den Satz sagen: „Ich bin jetzt bereit für eine Beziehung mit DIR“. Oder einfach fragen: „Willst du mich heiraten?“

Hinweis: Diese Kolumne ist ein Teil meiner Kernkompetenz - seit 15 Jahren sammele und analysiere ich Aussagen über die Liebe, die Lust und die Leidenschaft.

Gefühle

Es gibt einige Dutzend Ratschläge für Autoren, wie sie „Gefühle erzeugen“ können. Bei den meisten findet sich irgendwo ein Hinweis, dass Gefühle im Grunde nicht „authentisch“ sind. Sie werden sorgfältig konstruiert, um bei den Leserinnen und Lesern andere (meist “schöne“) Gefühle wachzurufen.

Wenn wir das Thema genau nehmen, also nicht verallgemeinernd oder gar plakativ, dann stellen wir fest: Ehrlich ist es am schwersten. Das liegt an der Umsetzung von analog und digital. Anders ausgedrückt: Ein Gefühl steht deshalb nicht „in Sprache“, weil es ein Gefühl ist. Oder auch: Sobald wir versuchen, ein Gefühl in Sprache umzusetzen, ist es kein Gefühl mehr, sondern eine Beschreibung.

Wenn eine Beschreibung ein „echtes“ Gefühl widerspiegeln soll, muss sie im Grund genommen dynamisch sein – dies wird allerdings zumeist als unmöglich bezeichnet. Selbst oberflächliche (zum Beispiel sexuelle) Gefühle müssen viele Buchseiten füllen, wenn sie „authentisch“ sein sollen. Und auch dann werden viele noch sagen: „Ich habe das aber ganz anders erlebt“. Und dies aus einem einfachen Grund: weil sie es anders erlebt haben. Ich selbst habe oft gehört, dass jemand in einer Gruppe sagte: „Ich empfinde das genauso wie du.“ Das war nicht gelogen, aber es hatte nichts mit dem authentischen Empfinden zu tun, sondern in einer gewissen, meist unscharfen Übereinstimmung.

Gefühle bleiben Gefühle – und sie sind das Eigentum eines Menschen, das man ihm nicht nehmen kann. Der Versuch, sie zu beschreiben, ist verständlich – aber genauso verständlich ist es, daran zu scheitern. Und das, liebe Freude, betrifft nicht nur Autoren, sondern den Menschen schlechthin.

Der klassifizierte Mensch

Was hat dieser Ort (Portmeirion) mit dem Artikel zu tun? Nachdenken hilft ...
Ist es möglich, einen Menschen eindeutig zu klassifizieren? Wer schon einmal versucht hat, Kategorien für irgendetwas aufzustellen, der weiß, wie schwer es ohnehin ist. Die größten Schwierigkeiten tauchen immer dann auf, wenn etwas „dazwischen“ liegt. Und mancher hat schon erlebt, dass er blau sieht, wo andere „grün“ sehen.

Die alten Griechen und das, was in der Mitte liegen mag

Um wie viel schwerer ist es dann, „Charaktereigenschaften“ oder „Persönlichkeitseigenschaften“ zu klassifizieren? Versucht wurde es immer wieder, zum Beispiel von den Griechen: Sanguiniker, Phlegmatiker, Melancholiker und Choleriker wurden erdacht. Doch wenn man sie grafisch darstellt, wird man finden: Eigentlich liegen die meisten von uns „irgendwie im Mittelfeld“. Das klingt plausibel, und ich habe es schon als Schüler begriffen.

Hier das - dort das - der Etikettenschwindel

Als die Psychologie die Klassifizierungen neu definierte, verfiel sie in das gleiche Schema. Eine Persönlichkeit, so dachte man, müsse ein Leitmotiv haben – und dieses vermutete man zwischen zwei Extremen: „Introvertiert“ einerseits und „Extravertiert“ andererseits. Und so entstanden zahlreiche Modelle, die alle darauf beruhen: Der Baum der grundlegenden Eigenschaft „Introvertiert“ wie auch sein Gegenstück bekamen Äste, wieder aus einem Eigenschaftspaar gebildet. So wurden aus den zwei Stämmen wundersame Gebilde mit jeweils acht Ästen, also insgesamt 16 Kategorien.

Der alte Lehrer, der mir einst erklärt hatte, dass wir uns alle irgendwie im Mittelfeld von vier Eigenschaften befinden würden, hätte vermutlich sein weises Haupt geschüttelt. Da sind also 16 Bäume, und auf einem von ihnen wohnst du? Er ist dein Lebensraum und Lebensinhalt?

Wissenschaft, Leichtsinn oder Unsinn?

Ich hätte mich sofort gefragt: Wie meschugge können Leute eigentlich sein, sich so etwas ausdenken?

Wahrscheinlich werdet ihr jetzt sagen: aber das waren doch Wissenschaftler, Leute, die lange studiert haben, um solche Themen zu beforschen und zu veröffentlichen?

Das frage ich mich auch. Und ich versuche sogar dann und wann, solchen Theorien etwas Positives abzugewinnen. Doch was soll bitte „Konkretes“ aus Theorien kommen, deren Grundlagen so schwammig sind? Und ja, es mag daran liegen, dass ich mal IT-Organisator war. Und da gilt: Shit in – Shit out.