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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Wahlross beobachtet noch die Wogen

Das Wahlross schnauft tief, wenn es hört, dass wir am 26. September 2021 den Bundeskanzler wählen, oder auch die Bundeskanzlerin, die BundeskanzlerIn oder den/die Sternchenkanzler (1) oder was auch immer.

Nö, liebe Freuden der Vereinfachung - den wählen wir nicht. Und insofern lasst uns erst einmal die Diskussion in den sozialen Medien vergessen, wer sich dann da „eignet“ und wer nicht. Ich hab schon lange die Nase voll von der Debatte, ob sich Frau oder Mann, Politprofi oder Provinzfürst, Strahlemann oder Arbeitspferd besser eignet. Übrigens hatte ich keine Lust, die Bezeichnungen auch noch mal durchzugendern. „Pferd" umfasst doch Hengst und Stute, oder?

Alsdann. In den nächsten Monaten wird das Wahlross erst mal das Meer beobachten, denn im Moment gehen die Wogen überall viel zu hoch. Und außerdem habe ich es leicht: Ein Wahlross fragt man nicht nach seinem Lebenslauf.

(1) Diesen und weitere zurechtgegenderten Ausdrücke findet ihr auf der Generator-App.

Sehpferd: wenige Sätze zur individuellen Freiheit

Falls du dich fragst, für was „ich brenne“: für die Freiheit des Individuums, sich selbst zu definieren.

Wer jetzt frohlockt, dem wiederhole ich den wichtigsten Ausschnitt aus dem Satz: „sich selbst“.

Immer noch froh?

Seht mal, wenn ich weißhäutig, norddeutsch, liberal, heterosexuell oder introvertiert bin, dann darf ich mir diese Attribute zuschreiben. Selbst, wenn dies alles zutrifft, darf mich niemand zwingen, mich so einzuordnen.

Das ist sie, die berühmte Freiheit des Individuums – sich gar nicht einzuordnen, sondern einfach als Person zu existieren.

Mein Beitrag zum Thema, etwas ausführlicher, Liebe, Freiheit, Sehpferd. Sehpferd - das Jubiläum.

Nein, ich schreibe nicht mit der Zunge

Das Seltsamste, was über mich in "20 Jahren Sehpferd" über mich verbreitet wurde, ist die Behauptung, ich würde "mit der Zunge eines fremden Unternehmens schreiben". Im übertragenen Sinne war damit gemeint, ich würde ein Unternehmen der Dating-Branche in meinen Artikeln begünstigen, weil sich auf meinem damaligen Blog eine Anzeige dieses Unternehmens befand.

Natürlich wusste die Dame als Ex-Redakteurin eines Rundfunksenders sehr wohl, dass jede Zeitung (und auch viele Rundfunksender, sogar öffentlich-rechtliche) Werbeeinnahmen benötigen. Allerdings lag die „aktive Zeit“ der Redakteurin schon längere Zeit zurück. Ich bezweifle, dass sie wusste, wie schwer es für heutige freie Journalisten ist, Geld zu verdienen.

Übrigens benötigt man als Journalist(in) heute wie damals ein gewisses Vertrauensverhältnis zu Firmen oder Personen in Firmen, um überhaupt an wahre Informationen zu kommen. Es würde an ein Wunder grenzen, wenn die Dame ausgerechnet dies nicht gewusst hätte.

Doch trotz alledem: Mein Verhältnis zu der genannten Firma und noch einigen anderen war wegen der kritischen Berichterstattung in meinem damaligen Blog eher zwiespältig. Wer mit mir geredet hat, hat trotz und nicht wegen dieser Einstellung mit mir gesprochen.

Und nein, ich schreibe nicht mit der Zunge, sondern weiterhin mit einer Tastatur, Fabrikat Logitech. Und das ist keine Werbung. So wenig, wie meine Leser(innen) auf dem Blog „sehpferd“ Fremdwerbung finden werden.

Was wieder mal zeigt: Tatsachen schlagen Behauptungen. Aber Behauptungen können sehr entlarvend sein.

Wer ist „sehpferd?

20 jahre sehpferd
Ich bin nicht unsichtbar, und ich verschleiere nichts. Ich schreibe, weil ich zeigen will, dass es andere Meinungen gibt als den Presse-Mainstream oder die dümmliche Quasselei in den „sozialen“ Medien. Ich schreibe, weil Meinungs- und Gedankenfreiheit zu den höchsten Gütern der Nachkriegsgeneration gehören.

Journalist oder Professor? Irren können alle

Wenn ich etwas veröffentliche, dann meine ich es auch.Und mit jeder Taste, die ich bewege, versuche ich die Wahrheit zu schreiben. Ich lüge weder bewusst, noch um Menschen zu imponieren. Doch ich sage auch klar und ohne Ansehen der Person, was ich für falsch halte. Weder die Titel „Journalist(in)“ noch „Professor(in)“ schützen vor Irrtümern oder falschen Denkansätzen.

Selbstverständlich habe ich auch Schwächen und Fehler.

Wer selbst fehlerfrei ist, mag mich wegen eines Fehlers angreifen, der Rest darf den Fehler anmerken und mit mir darüber diskutieren.

Mein Lebensweg

Von der britischen Besatzungszone über die amerikanische Enklave, in Deutschland und die Welt … das ist mein Lebensweg. Und ich bin genau das, als was ich mich selber definiere.

Mein Berufsweg

Mein Berufsweg war noch etwas interessanter. Ich war lange Jahre technischer Kaufmann, habe aber in dieser Zeit bereits mit dem Schreiben begonnen und über Kommunikation und Problemlösungen doziert. Vorkenntnisse in Organisation und der Sog der Zeit brachten mich in die Welt der IT, und sie wieder sorgte dafür, dass ich nicht nur Deutschland bereiste, sondern auch einige andere Länder.

Im Unruhestand

Nach langen, aufregenden Berufsjahren, habe ich mich ganz auf das Schreiben konzentriert. Und meine Botschaft ist stets, für Gedankenfreiheit einzutreten. Dazu gehört auch, Arroganz und Bevormundung zu bekämpfen.

Kann ich etwas für euch tun? Habt ihr Wünsche an mich? Mein Unruhestand sagt ja aus, dass ich gerne noch tätig bin, wenn mich jemand darum bittet. Dein Wunsch wäre ... iere mich einfach.

Euer Gebhard Roese,
der eben auch „sehpferd“ ist. Aber nicht nur.

Gebhard Roese: zu mir – aktuell im Jahr 2021

Bin ich euch zu jung? Das bin ich wirklich nicht ...
Ich kann nun auf viele Jahre zurückblicken. Nein - nicht mehr auf den schrecklichen Krieg. Aber durchaus noch auf seine Folgen und das, was damals aus Deutschland geworden war. Hunger, Kälte, Trostlosigkeit und Ruinen. Aber auch Hoffnung.

Deutschland? Ich wurde nicht in „Deutschland“ geboren, sondern in der Britischen Besatzungszone, die später zur „Amerikanischen Enklave der Britischen Besatzungszone“ wurde, Kraftfahrzeugkennzeichen „AE“.

Das Gedankengut der Nazis hatte sich noch nicht so recht verflüchtigt, aber das habe ich erst viel später bemerkt, denn zu dieser Zeit wusste ich noch nicht, was „Nazis“ waren. Wahrscheinlich hätte ich es nie erfahren, denn sowohl in der Grundschule wie auch auf dem Gymnasium hörte ich nichts davon. Und ich kann euch versichern: Ein junger Mann jener Tage aus einfachen Verhältnissen war an allem interessiert, aber bestimmt nicht an konservativem oder rechtsgerichtetem Gedankengut.

Mir reichten schon die Bürgersöhnchen, die sich für die neuen Eliten hielten. Ein schrecklich arrogantes Pack, das aber bereits auf seine Privilegien pochte. Es gab, das erfuhr ich bald, durchaus Tugenden in dieser Stadt. Aber eben auch Widersprüche und Verschleierungen.

Die Geschichte, in die ich hineingeboren wurde, der Staat, in dem ich aufwuchs, wurde mir erst wirklich deutlich, als ich in ein anderes Bundesland zog.

Und ich durfte ein anderes Leben kennenlernen, das zunächst nur anders war, aber nicht besser. Doch nach und nach wurde es auch besser. In den letzten Jahren in meiner Geburtsstadt hatte ich bereits ein technisches Wissen erworben, das mir weiterhalf. In der neuen Stadt begann dann auch ein neues Denken. Die üblichen Stellschrauben waren für mich Beruf, Wohnung und Beziehung, und ich bemerkte, dass ich all dies verändern konnte, wenn ich nur wollte.

Das Bewusstsein, Deutsch zu sein, wurde erst durch meine zahllosen Auslandsaufenthalte geprägt. Denn ob ich wollte oder nicht: Geschäftspartner und Privatleute sahen in mir „den Deutschen“, der dort, wo er sich befindet, eben auch Deutschland repräsentiert und nicht nur seine Heimatstadt oder gar „nur sich selbst“.

Seither sind viele Jahre vergangen, und ich bin nach zahlreichen Stationen wie Stuttgart, Südbaden, Kopenhagen, Manchester, Wien, Budapest, Johannesburg und anderen Städten in Thüringen angekommen.

Nun kann ich den Menschen all das zurückgeben, was ich einst bekommen habe. Den geschärften Verstand des kritischen liberalen Geistes meiner „eigentlichen“ Heimat, die Gelassenheit badischer Lebensweise, die Fähigkeit abzuwägen und zu differenzieren …

… und bevor ich mich jetzt verplaudere …

Kannst du etwas davon gebrauchen? Dann schreib mir.

P.S: Sehpferd feiert gerade "20 Jahre Sehpferd". Dazu demnächst mehr ... oder gleich hier.