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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Musik anders ansehen - und besser verstehen

Musik ist im Grunde Kommunikation, so wie die Sprache selbst. Über ihre „Ursprünge“ wird viel gestritten, aber der gesamte Streit ist auf europäische Hochkulturen ausgerichtet.

Am besten gefällt mir noch der Satz „Musik ist eine affektive Lautäußerung“ – das heißt, sie zielt auf die Gefühle ab. Dies ist den Puristen allerdings nicht genug – sie vermuten, dass dabei der „Kunstcharakter“ der Musik zu kurz kommt.

Die Anfänge der Musik - rhythmische Lautäußerungen

Die Anfänge der Musik suchen wir am besten dort, wo auch die Anfänge der Sprache liegen: Sie beginnt mit strukturierten Lauten, etwa so, wie Oscar Brown jr textete (1):

They say it began with a chant and a hum
And a Black hand laid on a native drum.

Aus der Kombination von Singen und Summen und einer Hand, die eine Trommel schlägt, ist demnach die Musik entstanden.

Einfache Erklärungen schlagen komplizierte Theorien

Der einfache Satz fasst so gut wie alle Erklärungen zur Entstehung der Musik zusammen. „Am Anfang war der Rhythmus“ (2) erklärt, dass wir Menschen zunächst die Zeit nutzen, um Struktur in die Abfolge der Töne zu bringen. Die Töne gab es schon vorher, denn die Natur hatte schon längst bestimmte Formen der Kommunikation erfunden, die auf Lautäußerungen basierten. Wo die Balz drauf beruhte, Töne zu erzeugen, hatten die Exemplare mit dem überzeugendsten Ton die größte Chance, sich fortzupflanzen.

Gefühle und Musik - nicht Magie, sondern Teil der Evolution

Der Austausch von Tönen dient also der Kommunikation - und aus dieser Kommunikation können dann wieder Gefühle entstehen. Wie dieser Prozess funktioniert, ist weitgehend unbekannt, aber er ist unzweifelhaft ein Erbe der Evolution. „Ähnlich zu fühlen“ ist das Ziel, und um dies zu reichen, eignen sich Töne ebenso wie Gesten und Berührungen. Dieser Prozess wird also keinesfalls vom Verstand getragen, sondern ergibt sich aus dem „gemeinsamen Empfinden“ von zwei oder mehreren Teilnehmern.

Interpreten und Zuhörer

Im Laufe der Geschichte der Menschheit haben sich die Teilnehmer an diesem Prozess in Interpreten (ausführende Musiker) und Zuhörer aufgeteilt. Solange beide zugleich anwesend sind, findet auch nach wir vor eine Kommunikation zwischen beiden Gruppen statt. Mir ist bewusst, dass dies in den großen Konzerten der sogenannten „klassischen Musik“ selten wahrgenommen wird, aber ich habe schon selber Konzerte erlebt, in denen die Kommunikation seitens der Ausführenden gefördert wurde.

Fazit, Entzauberung und Liebe zur Musik

Das war es in Ultrakurzfassung. Ich hoffe, mit diesen Sätzen einen Beitrag zur „Entzauberung“ der Musikgeschichte beigetragen zu haben. Wenn es eine „magische Wirkung der Musik“ gibt, dann entsteht sie in uns selbst – und nur wir können ermessen, was dies für uns bedeutet. Möglicherweise ist diese Wirkung so unerklärlich wie die individuelle Liebe.

(1) Zitat aus der "Freedom Now Suite" - It's all Africa.
(2) Hans von Bülow, Zitiert nach "Musik und Gesellschaft", Berlin 1960.

Auf den Kanzler kommt es an … leider

„Starker Kanzler – starkes Deutschland. Der Richtige zur richtigen Zeit.“

Ihr erinnert euch? Das war eine Wahlpropaganda aus uralten Zeiten, die man dem Herrn Merz aufgedrückt hat, der damit später Bundeskanzler wurde.

Inzwischen fallen die Zustimmungswerte für Herrn Merz rapide. Demoskopen stellten fest, dass nur noch 16 Prozent der Befragten mit seiner Arbeit zufrieden sind.

Doch es ist nicht nur eine Frage der Zufriedenheit. Mehr und mehr wird auch die Kompetenz infrage gestellt, vor allem bei der Kommunikation des Kanzlers: Gerade mal 14 Prozent der Befragten sagten kürzlich, dass Merz „überzeugend kommuniziert“.

Das hat – mit anderen Worten und unter erheblicher Presseschelte – auch schon sein Vorgänger über ihn gesagt:

Fritze Merz erzählt gern Tünkram. (1)

Eigentlich ist es nicht die Zeit für Scherze. Denn die Frage ist nun, wie Herr Merz aus dem Keller wieder herauskommen will, in den er nun geraten ist.

Er selbst schweigt dazu, sieht dies offensichtlich anders, rechtfertigt sich gerne. Gerade die Rechtfertigungen aber sind es, die bei den Bürgern überhaupt nicht „ankommen“ - und in seiner Partei offenbar auch nicht.

(1) Gemeint war „Tüdelkram“, niederdeutsch für „Lappalien“.

Vom ganz gewöhnlichen Gespräch zur intimen Begegnung

Klassische Verführung
Dies ist kein Wegweiser, sondern eine Sammlung von modernen Auffassungen über „gegenseitige Verführungen“.

Persönliche Gespräche schaffen Kontakte – egal, welchen „Anspruch“ du hast. Nun kannst du natürlich sagen: Warum ausgerechnet das „gewöhnliche Gespräch“? Gibt es nicht Hunderte von Ratschlägen, was Männer „tun“ oder „sagen“ müssen, wenn sie eine Frau, „herumkriegen“ wollen?

Klare Ansage: „Herumkriegen“ ist ein Unwort. Es stammt aus Zeiten, in denen Männer ihre Machtposition ausnutzen, um Frauen einzuschüchtern.

Frauen und Frauen, Männer und Frauen

Fragen wir doch mal etwa anders: Was machen Frauen, um andere Frauen in ihre Intimsphäre zu locken?

Eine Bekannte, die beide Seiten kennt, hat es mit einmal ausführlich erklärt. Am Ende ging alles auf einen Bierdeckel: Small Talk – Vertrauen aufbauen, Wünsche wecken oder vertiefen – und ab auf die Couch, um einander diese Wünsche zu erfüllen.

Methoden der Kommunikation – im Groben

Klar, das geht nicht immer – und wenn ein Mann eine Frau sucht, ist das alles ein bisschen komplizierter. Aber was ich davon mitgenommen habe, ist dies: Small Talk ist wichtig, um zu erfahren, was die andere Person besonders bewegt. Man geht dazu heute gerne zum „einfühlsamen Zuhören“ über. Im Grunde handelt es sich aber um ein Verfahren, um eine Person mithilfe ihrer eigenen Worte zu lenken: Aktives Zuhören. Die meisten Menschen, die es beherrschen, nutzen es zum Wohl der anderen Person.

Falls wenigstens eine Person an einer intimen Beziehung interessiert ist, wird sie die Methode jedoch auch nutzen, um etwas über die Wünsche, Defizite und Begierden der anderen Person zu erfahren. Daraus kann unter günstigen Bedingungen die „gegenseitige Verführung“ entstehen.

Vom guten Gespräch bis zur gegenseitigen Verführung

Zuvor will ich die Definition von „Verführungen“ in ein neues Licht rücken. Das Wort wurde von zahllosen Autorinnen und Autoren in die Schmuddelecke verbannt. Der Grund ist einfach: „Führung“ ist nach Ansicht der Moralisten gut, weil die Ziele „lauter“ sind, also „reinen Gedanken“ entsprechen. Verführung ist hingegen, was die bösen Wölfe im Märchen im Sinn haben: „Schnell die Befriedigung der Gelüste zu erreichen – und zwar zum Schaden anderer“.

Dabei wird ein Machtgefälle angenommen: Verführer(innen) sind stark, aktiv, „verschlagen“ (unehrlich), schlau und egozentrisch. Verführte hingegen sind schwach, passiv, naiv, gutgläubig und altruistisch.

Das mag in der Vergangenheit durchaus so gewesen sein. Doch seit selbstbewusste und emanzipierte Menschen aufeinandertreffen, gilt eher das, was ich hier beschreibe:

Verführungen sind heute oft wechselseitige Prozesse, bei dem zunächst nicht deutlich wird, was beide Personen voneinander wollen. Im Verlauf des Gesprächs versuchen nun beide, herauszufinden, inwieweit sie sich auf die andere Person jetzt und hier einlassen wollen. Letztlich überprüft jede Person ihre Begierden und Hürden, wobei Überraschungen durchaus möglich sind.

Das Fazit

Gewöhnlicher Small Talk ist eine Möglichkeit, Gespräche in jede beliebige Richtung auszuweiten, solange beide sich dabei wohlfühlen. Der Small Talk führt immer dann zu einem gewissen Erfolg, wenn gemeinsame Interessen entdeckt werden. Dann kann er zu Freundschaften führen und manchmal auch zu Beziehungen. Sollten dabei gemeinsame intime Wünsche entdeckt werden, dann bleibt noch zu klären, ob sie auch miteinander ausgeführt werden können. Die „Schmetterlinge im Bauch“ werden dabei als Sinnbild für sexuelle Begierde genutzt.

Ebenfalls zum Thema: Small Talk bei realfeelings.

Zu Theoretisch? Nicht verstanden? Nicht einverstanden? Dann mal los - kommentieren!
Bild: Buchillustration, anonym.

Du suchst ein „passendes“ Kommunikationsseminar?

Wenn du ein Internet-Enthusiast bist, dann wirst du vielleicht nach Empfehlungen suchen oder „Bestenlisten“ befragen. Tatsächlich existieren solche Listen, aber sie sind nicht wirklich aussagefähig.

Ich will versuchen, in 10 Punkten etwas Licht in das Dunkel zu bringen:

1. Am neutralsten sind Methoden, die „Grundlagen der Kommunikation“ vermitteln. Die meisten von ihnen arbeiten mit einfachen, universell verwendbaren Modellen. Typisch für solche Seminare ist, dass sie sich nicht ausdrücklich auf ein Verfahren oder einen Begründer berufen.
2. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird oft der Name „Schulz von Thun“ genannt - dem Schöpfer des Vier-Ohren-Modells und des Kommunikationsquadrats. Sein Modell ist ebenso vielseitig wie praxisnah und kann auf die Bedürfnisse vieler Zielgruppen angepasst werden.
3. Wenn sich ein Anbieter auf Paul Watzlawick beruft, sollte er stets erläutern, was sein Konzept noch beinhaltet – außer den „Axiomen“ von Watzlawick. Denn das, was im „Menschliche Kommunikation“ theoretisch ausgezeichnet begründet wurde, muss erst in die Schulungspraxis umgeformt werden.
4. Einige Seminare sind auf ganz bestimmte Berufsgruppen zugeschnitten. Das ist mit vielen Methoden möglich, wenn sie entsprechend angepasst werden. So kann ein Seminar für Verkäufer den gleichen Wurzeln entspringen wie ein Seminar für Personalchefs.
5. In Deutschland sind Seminare zur Konfliktbewältigung sehr beliebt. Sie sind für Personen geeignet, die beruflich oder privat häufig in Konflikte eingebunden sind und diese gern lösen würden.
6. Wenn deine örtliche Volkshochschule einen Kommunikationskurs anbietet, ist dieser häufig einfacher gestaltet als kommerzielle Seminare. Die meisten dieser Kurse eignen sich jedoch hervorragend als „Einstieg“.
7. Vorsicht ist immer dann geboten, wenn ein Kommunikationslehrgang marktschreierisch angeboten wird oder wenn er mit großen Versprechungen verbunden wird.
8. Machen Verfahren beruhen auf einem Menschenbild, das inzwischen als „unvollständig“ angesehen wird oder auf Annahmen aufbaut, die inzwischen als „nicht mehr begründet“ angesehen werden.
9. Änderungen beim menschlichen kommunizieren können Verhaltensänderungen bewirken. Wer dies will, benötigt mehr als einen Kommunikationskurs – nämlich einen Plan für diese Veränderungen.
10. Immer mehr Menschen lassen sich unter dem Einfluss von maschineller Kommunikation (KI) dazu verleiten, auf verbale Verführungen hereinzufallen. Noch ist nicht bekannt, wer Seminare zum Schutz gegen solche Übergriffe anbietet.

Wer sich „nur informieren“ will, dem empfehle ich außer meinem Blog „Realfeelingspro“ vor allem die Online-Darstellung verschiedener Methoden durch die Universität Gießen oder das Büchlein MiniMax-Interventionen, Verlag Carl-Auer, Heidelberg, in dem du einfache Alltags-Tipps findest.

Wenn du eine Übersicht über verschiedenartige Angebote suchst, wirst du bei Semigator fündig.

Schakale, Giraffen und Kommunikation

Sie hat ein sprechendes Gesicht - die Giraffe
Die Begriffe „Wolfsprache“ und „Giraffensprache“ entstammend den Büchern, Schriften und realen Demonstrationen von M. Rosenberg. Einer Legende nach soll er die Giraffe als Symbol gewählt haben, weil sie das größte Herz aller landlebenden Wirbeltiere hat. Die Sprache „echter Giraffen“ ist allerdings leicht eingeschränkt, weil sie keine Stimmbänder besitzen. Doch das „große Herz“ und die Betrachtungsweise aus „großer Höhe“ mit viel Überblick haben sie zum Symbol für eine Kommunikation des „Empfindens, Zuhörens und Verstehens“ gemacht.

Die Sprache der Schakale

Nach einer Erzählung soll Rosenberg lange Zeit ein Symbol für die „gegenteilige Sprache“ gesucht haben. Er fand den Begriff „Schakalsprache“ besonders treffend. Von Rosenbergs Anhängern wird sie teilweise als „Sprache, die wir nicht gerne hören“ bezeichnet, dann wieder als „Sprache der Schuld und Schande.“ Manchmal ist auch die „Alltagssprache“ schlechthin gemeint.

Die Sprache der Schakale - in Deutschland die "Wolfssprache"

In Deutschland sagt man „Wolfssprache“ dazu. Der Wolf ist uns allen schließlich aus den vielen Märchen bekannt, in denen er „das Böse“ schlechthin darstellt.

Ob es sinnvoll, ist, die Verkörperung des Bösen im Märchen für Kinder oder Heranwachsende zu nutzen, um „das Gute“ zu unterstützen? Darüber mögen andere streiten.

Forderungen mit Gefühlen und Bedürfnissen begründen?

Für Erwachsene gilt jedenfalls, dass wir nicht den Wolf im Märchen im Sinn haben, wenn wir Forderungen an andere Menschen stellen. Wir sollten uns besser fragen, ob es sich lohnt „Kreide zu fressen“ und unsere Anforderungen hinter unseren „Gefühlen und Bedürfnissen“ zu verstecken. Manche Forderung wird schon dadurch verständlicher, dass sie ausführlich erläutert wird.

Wenn jemand etwas fordert, dann sollte er oder sie klar sagen, aus welchen Gründen er die Forderung stellt. Es wäre meiner Meinung nach unredlich, sie mit eigenen Gefühlen zu dekorieren oder eigene Bedürfnisse vorzuschieben.

Das alles sollte niemanden daran hindern, Gefühle zu äußern, Bedürfnisse anzumelden oder andere zu bitten, etwas zu tun oder zu unterlassen.